Ljubljana für ein Wochenende und mein Experiment FlixBus

Städtereisen

Schon seit Längerem liebäugle ich mit einem Städtetrip nach Ljubljana. Mit nicht einmal 300.000 Einwohnern und einer Fläche von 275 km² verspricht die slowenische Hauptstadt ein entspanntes Wochenende. Und tatsächlich ist Ljubljana oder Laibach sehr überschaubar, insbesondere die Innenstadt. Zugleich ist die Stadt sehr pittoresk und lebenswert. Nicht umsonst erhielt Ljubljana 2016 den Titel «Grüne Hauptstadt Europas». Hier ist alles blitzblank sauber, das Trinkwasser von hervorragender Qualität und es wird recycliert, was das Zeug hält. Mit vielen Maßnahmen hat Ljubljana hohe Umweltschutzstandards erreicht und setzt weiterhin auf nachhaltige Entwicklung.

Wie ich meine erste lange FlixBusreise überstanden habe und was Ljubljana alles zu bieten hat, erfährst du im folgenden Bericht.

Werbung, unbeauftragt! Weder von FlixBus noch von den genannten Unternehmen oder Restaurants wurde ich für diesen Artikel bezahlt. Es handelt sich um einen redaktionellen Beitrag, der meine ganz persönliche Erfahrung widerspiegelt.

(An)reisen nach Ljubljana

Mit Air Adria könnte man in weniger als einer Stunde von Zürich nach Ljubljana fliegen. Die Preise an Wochenenden liegen allerdings schon einmal über CHF 400,-. Auch wenn ich grundsätzlich der Meinung bin, dass Fliegen viel zu billig ist, trifft das in diesem Fall nicht zu. Außerdem habe ich mir vorgenommen, weniger zu fliegen, insbesondere, wenn es um Kurzreisen geht.

Und so entscheide ich mich für die Anreise per FlixBus ab Zürich. Die Direktverbindungen starten um 22:50 beziehungsweise um 22:05 Uhr und bringen einen in einer neunstündigen Nachtfahrt in die andere Stadt. Meine bisherigen Erfahrungen mit FlixBus waren nicht die allerbesten. Die Heimreise von einer Tagung in München im Herbst 2016 fand ich alles andere als entspannend und bei der Fahrt von Genf nach Annecy hatten wir bei Hin- und Rückreise jeweils mehr Verspätung als die ganze Fahrt eigentlich gedauert hätte. Mit Platzreservierung auf einem der Panoramaplätze im vorderen Bereich des Fahrzeugs ist die Reise von Zürich nach Ljubljana mit etwa CHF 100,- ein regelrechtes Schnäppchen.

Ich habe zudem das Glück, dass ich auf beiden Strecken zwei Plätze für mich alleine habe. So bekomme ich sogar mehrere Stunden Schlaf und komme relativ entspannt an. Der Bus macht ein bis zweimal Pause an einer Raststation. Dort kann man die Toilette besuchen, sich ein wenig die Füße vertreten und vor allem wechseln jeweils die Fahrer.

Nicht, dass ich regelmäßig so unterwegs sein möchte, aber für dieses eine Mal war es eine ganz akzeptable Alternative.

Rundgehen

Vom Bahnhof ist man ungefähr zehn Minuten unterwegs bis ins Zentrum. Das Zentrum von Laibach hat sich in den letzten Jahren ziemlich gemausert. Insbesondere entlang der früher völlig verlassenen Plätze Mestni und Stari trg haben sich kleine Geschäfte mit lokalen Produkten und Restaurants angesiedelt. Besonders hübsch fand ich übrigens die Straßen rund um Gornji trg. Sehenswert sind unter anderem das Rathaus mit seinem gotischen Innenhof und die Kathedrale mit dem neuen Bronzetor.

Nicht zu übersehen ist die lachsfarbene Fassade der Franziskanerkirche am Prešeren-Platz auf der anderen Seite der Ljubljanica. Der Platz mit dem Denkmal des slowenischen Nationaldichters France Prešeren ist so etwas wie der Treffpunkt in der Stadt. Unweit davon kann man in der Miklošičeva Cesta einige Jugendstil-Gebäude bestaunen. Die Fassaden mit ihren Blumenornamenten sind wirklich sehenswert. Über den Kongressplatz und die Zentral- und Universitätsbibliothek kann man seinen Rundgang fortsetzen.

Und wenn man einmal müde werden sollte, was angesichts der kurzen Entfernungen eher nicht der Fall ist, ruft man einen Kavalir. Kavalire sind in Ljubljana kleine Elektrobusse (auch in Form von Golf Carts oder TukTuks), die müde Fußgänger kostenlos zu allen Zielen innerhalb der autofreien Zone bringen. Kavalire machen allerdings keine Rundfahrten. Und in erster Linie verkehren sie für die Einheimischen, die in der Fußgängerzone im Zentrum wohnen und so auch ihre Einkäufe und Besorgungen ohne Auto erledigen müssen.

Über Ljubljanas Altstadt verteilen sich überall schöne und originelle Brunnen, wie z.B. jener in der Ključavničarska ulica. Das Wasser ist in der Umwelthauptstadt Europas selbstverständlich trinkbar.

Sowohl Visit Ljubljana als auch mit Ljubljana Free Tour bieten geführte Rundgänge durch die Stadt an.

Überqueren der Ljubljanica

Ljubljana ist entlang der Ljubljanica besonders idyllisch. In der Altstadt führen zudem jede Menge sehens- und begehenswerte Brücken über den Fluss. Die bekannteste ist wohl die Tromostovje, die eigentlich aus drei Brücken nebeneinander besteht und den Prešeren-Platz mit der Altstadt verbindet. Auf der Drachenbrücke begegnet man dem Wahrzeichen Ljubljanas, den Drachen, in Form von vier großen Kupferfiguren. Auf der relativ neuen Metzgerbrücke beim Markt haben Verliebte die Möglichkeit Vorhangschlösser anzubringen – eine Unsitte, die ich schon in Köln und anderswo nicht mochte. Über die Schusterbrücke oder die Fischmarkt-Brücke gelangt man ebenso von einer Seite des Flusses auf die andere.

Auf beiden Ufern reihen sich Cafés, Bars und Restaurants aneinander. Hier ist von frühmorgens bis spätabends immer etwas los. Für wenig Geld kann man zudem eine gemütliche einstündige Bootsfahrt mit einem der vielen Flussboote machen und dabei Ljubljana vom Wasser aus kennenlernen.

Aufsteigen in Ljubljana

Sie wirkt von unten nicht besonders imposant, die Burg von Ljubljana. Der kleine Anstieg auf den Hügel in der Stadtmitte lohnt sich allerdings. In etwa zehn Minuten erreicht man Ljubljanski grad. Der schönste Weg zum Burgberg ist mit Sicherheit der über die schmale Gasse «Reber» kurz vor dem Stari trg. Für die wirklich gute Aussicht auf die Stadt muss man auf die Burgmauer und den Aussichtsturm. Dafür muss allerdings auch den Eintritt (7,50 € 2018) ins Burgareal bezahlen. Auf dem Gelände selbst gibt es für Interessierte und Mittelalterfans noch historische Räume und Ausstellungen zu besichtigen. Außerdem gibt es noch ein Puppentheatermuseum und mehrere Restaurants und Cafés. Wer es bequemer haben möchte, kann auch die Standseilbahn nehmen, die vom zentralen Marktplatz direkt zur Burg fährt.

Den noch schöneren Blick auf Ljubljana inklusive Burg hat man vom «Wolkenkratzer» Nebotičnik. 1933 erbaut, galt der Nebotičnik als das höchste Gebäude am Balkan. Das Gebäude ist architektonisch sicher interessant, die meisten kommen aber vor allem wegen des Cafés mit Terrasse im obersten Stock. Hier oben gibt es übrigens eine fabelhafte Prekmurska gibanica, eine typisch slowenische Mehlspeise aus Strudel- und Mürbteig, gefüllt mit Topfen, Mohn, Apfel und Nuss).

Genießen in Ljubljana
Markt

In Ljubljana findet täglich außer Sonntag ein Markt statt. Auf dem Vodnik-Platz werden vor allem Obst- und Gemüse, aber auch Kleidung verkauft. Hier am Freiluftmarkt kann man aber auch viele andere Produkte aus der Region, von eingelegtem Gemüse über Honig bis hin zu Olivenöl kaufen. Im Marktgebäude daneben sind Metzger, Bäcker, Käse-Läden und Feinkostgeschäfte. Die langezogenen Markthallen entlang der Ljubljanica beherbergen den Fischmarkt. Rund um den zentralen Markt findet man kleine Cafés und Stände für den schnellen Hunger.

Eine besonders schöne Tradition ist die «Odprta kuhna» oder offene Küche. Von März bis Oktober kochen jeweils freitags bis zu dreißig slowenische Meisterköche am zentralen Marktplatz auf und verkaufen ihre Kreationen an den Ständen. Genießen kann man hier sowohl slowenische als auch internationale Küche.

Restaurants

Wie üblich bin ich mit Restaurant-Tipps immer sehr vorsichtig. Zu unterschiedlich sind Geschmäcker und Ansprüche. So habe ich für mein erstes Frühstück in Ljubljana das hoch gelobte Le Petit Café aufgesucht und war ziemlich enttäuscht. Das Essen war nicht frisch zubereitet und die Gäste wwurden ziemlich schnell abgefertigt. Für einfache, aber qualitativ hochwertige Fischgerichte geht man zum Beispiel ins Ribca in den Arkaden beim Marktplatz. Im Druga Violina habe ich ausgezeichnete Žlikrofi (Knödel oder besser Teigtaschen mit Kartoffelfüllung durchaus vergleichbar mit Khinkalis) in Rahmsauce mit Pilzen gegessen. Das Restaurant unterstützt Menschen mit Behinderung, die einerseits die Zutaten produzieren oder als Bedienung im Lokal selbst arbeiten. Interessant fand ich auch das Güjžina, ein kleines Restaurant mit traditionellen Gerichten aus dem Nordosten des Landes.

Und wer’s gerne hat, sollte im Klobasarna eine typische Krainer-Wurst mit Senf und Kren (Meerrettich) probieren. Die Krainer stammt nämlich ursprünglich  – wie ihr Name schon sagt — aus Krain, einer Region, die früher zu Österreich gehörte, heute aber in Slowenien liegt. Die Lokale entlang des Flusses sind stärker auf Touristen ausgerichtet und man bezahlt die Lage mit. Gut essen kann man aber sicher auch da.

Erleben und erholen

In den 1990er Jahren entstand auf einem leerstehenden Kasernengelände ein alternatives Kulturzentrum. Heute zählt «Metelkova» zu den bekannten Sehenswürdigkeiten Ljubljanas. Mich erinnerst das Gelände ein bisschen an die Freistadt Christiania in Kopenhagen. Auch hier ist alles bunt, voll mit Graffitis und schrägen Kunstwerken. Abends finden Konzerte oder andere künstlerische Performances statt. Leider habe ich es an meinem einzigen Abend in der Stadt nicht mehr dorthin geschafft.

Toll fand ich übrigens bereits den Weg nach Metelkova über die Trubarjeva Cesta. Das ist ein richtig bunter und dynamischer Straßenzug mit orientalischen Restaurants und weniger gentrifiziert als die herausgeputzte Altstadt.

Der Tivoli ist die grüne Oase der Stadt und gemessen an der Größe der Ljubljanas riesig. Die schöne Parkanlage ist von der Innenstadt aus bequem zu erreichen. Zu entdecken gibt es breite Kastanienalleen, Schlösser, einen Fischteich, ein Gewächshaus und vieles mehr. Die Einwohner der Stadt kommen hierher um sich zu erholen, zu wandern, Sport zu treben oder den Zoo zu besuchen.

Ausfliegen

Ähnlich klein wie die Hauptstadt ist auch das ganze Land, sodass die Entfernungen wirklich gering sind. In knapp einer Stunde erreicht man den Bleder See, eines der beliebtesten Fotomotive in Slowenien. Man sagt, man war nicht wirklich in Bled, wenn man nicht mit einer traditionellen Pletna (Holzboot für bis zu 20 Passagiere) gefahren ist. Das ist ein ähnlich wie in Venedig mit den Gondeln. Das kurze Stück vom Südufer bis zur Blejski Otok, der kleinen Insel mit der Wallfahrtskirche, kostet stolze 14 €! Auf der Insel selbst gibt es nicht allzu viel zu tun: ein Rundgang und einmal die Treppe hoch zur Kirche.

Den besten Blick auf See und Insel genießt man von der Burg aus. Hier werden nochmals 11 € für den Eintritt fällig. Man merkt, dass man in einer sehr touristischen Region ist und eben überall versucht wird, möglichst viel Geld mit den Besuchern zu machen. Am Kiosk in der Burg gibt es übrigens auch noch die berühmten Bleder Cremeschnitten.

Ljubljana an einem Wochenende

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2 Kommentare
  1. Antworten

    Kasia Oberdorf

    26. September 2018

    Hm, das ist ein schöner Bericht und macht total Lust auf die Stadt 😉 Tolle Bilder. Slowenien steht auf meiner Liste, seit ich an dem kleinen Küstenstreifen in Piran war. Piran ist echt bezaubernd, falls es dich nochmal in die Gegend verschlägt, lass es dir nicht entgehen.

    Danke fürs Inspirieren! Lg Kasia

  2. Antworten

    travellingcarola

    26. September 2018

    Hallo Kasia, danke für den Tipp. In der kurzen Zeit habe ich es leider nicht nach Piran geschafft. Vielleicht verschlägt es mich wieder einmal in die Gegend.
    Liebe Grüße Carola

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