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Kopenhagen im Advent: Hygge und Weihnachtsmarkt

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Das Glück der Welt ist in Nordeuropa zu Hause. Das behaupten zumindest die Ergebnisse des World Happiness Reports jedes Jahr aufs Neue. In Dänemark und in Kopenhagen ist man glücklich – und das trotz der langen, dunklen Nächte. Hygge heißt das Zauberwort und die Anleitung zum Glücklichsein. In der Weihnachtszeit ist Kopenhagen besonders hyggelig.

Irgendwie ist die Vorweihnachtszeit hier ein bisschen magischer als andernorts. Das liegt vielleicht daran, dass man in Skandinavien auf Tradition vertraut und alles ein wenig heimeliger ist. Weihnachtsmärkte, Glögg und Julefrokost strahlen eine ganz besondere Gemütlichkeit aus.

Lust auf ein Wochenende im weihnachtlichen Kopenhagen? Begleite mich auf die Weihnachtsmärkte der dänischen Hauptstadt und auf einen Abstecher über die Öresundbrücke nach Malmö.

Kopenhagen im Advent ist Hygge

Hygge ist ein wichtiger Teil der dänischen Mentalität.

Es ist ein Gefühl von Vertrautheit, Behaglichkeit, Geborgenheit und Wärme. Die Dänen beherrschen die Kunst, Intimität und ein Gefühl von Freundschaft und Zufriedenheit zu schaffen. Das alles vereint der Begriff Hygge, für den es eigentlich keine konkrete Übersetzung gibt.

Die Weihnachtszeit ist in Dänemark mit einer besonderen Prise Hygge versehen. Denn Hygge ist auch eine Art, mit den dunklen und kalten Winterabenden umzugehen. Licht, ob Kerzen, Kaminfeuer oder LED-Lampen, spielt dabei eine große Rolle. Kopenhagen zur Weihnachtszeit leuchtet. Besonders opulent geschmückt ist der Vergnügungspark Tivoli. Die Einkaufsstraße Strøget, die Fassaden der Häuser und die Weihnachtsmärkte, alles strahlt und funkelt. Die alten Häuser in Nyhavn sind liebevoll herausgeputzt, in den Fenstern der Universität leuchten Kerzenbögen und in den Wohnquartieren abseits des Zentrums weisen Lichterketten den Weg.

Bei Hygge geht es aber auch einfach darum, den Moment zu genießen, sich etwas Gutes zu tun und Negatives hinter sich zu lassen. Das Hygge-Gefühl scheint sich ganz schnell auf uns zu übertragen. Wind und Regenwetter können uns nichts anhaben. Angesteckt von den Dänen versuchen wir, uns den Aufenthalt so angenehm und schön wie möglich zu gestalten.

Weihnachtsmärkte in Kopenhagen

Die Weihnachtsmärkte in Kopenhagen starten schon relativ früh, teilweise Mitte November. Die Öffnungszeiten, zumindest abends, sind kürzer als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Während der Woche schließen die Weihnachtsmärkte mit Ausnahme des Tivolis um 19:00 Uhr, am Wochenende um 21:00 Uhr.

Weihnachtsmarkt auf dem Tivoli

Der Tivoli, der zweitälteste Vergnügungspark der Welt (seit 1843), ist untrennbar mit Kopenhagen verbunden. Die Parkanlage mit Restaurants, Cafés und Fahrgeschäften und ganz viel nostalgischem Charme hat mich schon bei meinem ersten Besuch verzaubert. Im Advent glitzert der Tivoli besonders hell, mit angeblich einer halben Million Lichtern und überall liegt Kunstschnee. An mehreren Ständen kann man weihnachtliche Geschenke erstehen und in den Restaurants gibt es Jule-Menüs.

Somit ist bereits klar, dass es sich hier nicht um einen Weihnachtsmarkt im eigentlichen Sinne handelt. Die Weihnachtsversion des Tivolis ist ein Gesamterlebnis, ein Mix aus stilvoller Dekoration und einer Überdosis Bling-Bling, irgendwo zwischen Tradition und Veramerikanisierung.

Der Eintritt ist mit mehr als 130.00 DKK, also über 17.00 € (2019), nicht gerade günstig. Der Tivoli ist auch bei den Dänen sehr beliebt und am Wochenende bilden sich lange Schlangen vor der Kasse. Deshalb würde ich einen Besuch während der Woche empfehlen. Wir wählen den einzigen trockenen und sonnigen Tag während unseres Aufenthalts in Kopenhagen. Richtig stimmungsvoll wird es dann erst am Abend, wobei es um diese Jahreszeit bereits um 16:00 Uhr dunkel wird. Zu späterer Stunde wird es dann auch etwas ruhiger.

Beim Ausgang zur Tivoli Food Hall bekommt man übrigens einen Stempel, mit dem man jederzeit wieder zurück in den Park kommt.

Weihnachtsmarkt auf dem Højbro Plads

Der Weihnachtsmarkt auf dem Højbro Plads wird auch als deutscher Weihnachtsmarkt bezeichnet. Es ist ein kleines Weihnachtsdorf mit geschmückten Holzbuden im Herzen von Kopenhagen direkt auf dem Marktplatz zwischen dem Storchenbrunnen auf der Strøget und der Reiterstatue von Bischof Absalon.

Oftmals wird dieser Markt auch als deutscher Weihnachtsmarkt bezeichnet. Dabei ist er nicht deutscher als die anderen beiden Märkte in der Umgebung. Es gibt Bratwurst vom Riesengrill und Glühwein, der hier auch so heißt. Mit dänischer Tradition hat diese Kitsch-Alpenhütten-Romantik relativ wenig zu tun. Das deutsche Konzept von Weihnachtsmärkten ist halt eine Schablone, die überall in Europa kopiert wird und für öffentlich zelebrierte Weihnachtsstimmung sorgt.

Weihnachtsmarkt am Kopenhagener Nyhavn

Nyhavn, der Neue Hafen, ist das Postkartenmotiv Kopenhagens schlechthin und Anziehungspunkt für alle Besucher der Stadt. Was liegt da näher, als dass auch hier im Advent Kunsthandwerk, Geschenke, Leckereien, Glögg und andere wärmende Getränke angeboten werden.

Man kann sich daran stören, dass die kleinen Hüttchen den berühmten Blick auf die bunter Häuserzeile am Hafen und das Foto stören. Die Atmosphäre, wenn man mittendrin ist, ist unverwechselbar. Für mich ist dies einer der stimmungsvollsten Plätze, selbst bei Wind und Regen.

Weihnachtsmarkt auf dem Kongens Nytorv

Am größten Platz in der Innenstadt von Kopenhagen, dem Kongens Nytorv, haben sich ebenfalls im Halbkreis diverse Weihnachtsstände angesiedelt. Das Hotel d’Angleterre mit seiner weißen Fassade und der kunstvoll kitschigen Dekoration bildet die perfekte Kulisse. Das alles hat ein bisschen was von Disneys Eiskönigin.

Der Platz oder der Markt ist sozusagen das Bindeglied zwischen Nyhavn und Højbro Plads. Das Schöne hier ist, dass das Gelände relativ weitläufig und das Gedränge nicht so groß ist.

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Winterliches Sightseeing und Schlemmen in Kopenhagen

Es ist nicht unser erster Besuch in Kopenhagen. Wir nehmen es deshalb sehr gemütlich und lassen die winzig kleine Meerjungfrau sowie andere Sehenswürdigkeiten links liegen.

Christiania

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu ausführlich werden. Die Geschichte des Gebiets in Christianshavn und die Ausrufung der Freistadt Christiania 1971 kann jeder nachlesen. Einst galten hier Regeln wie das Verbot von Waffen, Diebesgut, Gewaltanwendung und harter Drogen sowie das Trageverbot von Rocker- und Bikerjacken beziehungsweise Abzeichen von Motorrad-Banden oder kugelsicheren Westen.

Die Pusher Street war allerdings das Cannabis-Zentrum schlechthin. Erst nach einer Schießerei 2016 wurden die Drogenverkaufsstände dort abgerissen. In der Pusher Street herrscht bis heute Fotografierverbot. Unmissverständliche Schilder weisen darauf hin. Und daran sollte man sich auch halten. Denn obwohl Christiania ein richtiger Touristenmagnet ist, herrscht hier nach wie vor ein rechtsfreier Raum.

Ich empfinde Christiania trotz der bunten Farben als sehr trostlos. Und das liegt bestimmt nicht nur am Wetter. Vieles wirkt sehr unordentlich und etliche Bewohner sind bereits am Morgen völlig bekifft. Spannend finde ich höchstens die Flohmarktstände nach dem Self-Service-Prinzip, wo jeder geben und nehmen kann, was er möchte.

Was mit Nonkonformisten, Hippies oder anderen Bewohnern der Öko-Kommune künftig passieren wird, steht in den Sternen. Die raumplanerischen Begehrlichkeiten im aufstrebenden Quartier Christianshavn werden sicher nicht weniger werden.

Rundetarn

Bei meinem letzten Besuch in Kopenhagen habe ich den Rundetarn verpasst. Der kreisrunde Turm im Zentrum der Stadt bietet zumindest bei Schönwetter eine tolle Aussicht. Interessant ist der spiralförmige Gang, der sich um den Kern windet. So konnten Bücher und Instrumente für das Observatorium auch per Pferdewagen angeliefert werden.

Torvehallerne

Unweit des Rundtarns, beim Bahnhof Nørreport, kommen Kopenhagens Feinschmecker auf ihre Kosten. Die Torvenhallerne sind eine Mischung aus Streetfoodmarkt und Markthalle. Die beiden modernen Glaskonstruktionen beherbergen mehr als 60 Stände. Hier gibt es alles, was das Gourmetherz begehrt, angefangen bei Obst und Gemüse, über Fleisch, Fisch und Käse bis hin zu Delikatessen aus aller Welt. Für den kleinen Hunger zwischendurch nimmt man an einem der vielen Essensstände Platz und gönnt sich Smørrebrød oder Spezialitäten wie spanische Tapas.

Superkilen

Superkilen ist ein Park oder eigentlich eher eine freie Fläche im Stadtteil Nørrebro. Der Park ist in drei Hauptbereiche unterteilt. Der Rote Platz verkörpert das moderne urbane Leben mit Musik, Cafés und Sport. Der Schwarze Markt ist bekannt für seine Linien am Boden und im Grünen Park trifft man sich zu Picknicks, Spaziergängen oder zum Sport. Überall sind Spiel- und Sportgeräte sowie Exponate aus aller Welt verteilt. Bei schönem Wetter ist der Superkilen-Park sicherlich ein toller Ort für eine kleine Pause.

Smørrebrød

Smørrebrød ist  ist ein traditionelles Mittagessen der dänischen Küche und viel mehr als nur ein Butterbrot. Vom Roggenbrot, das als Grundlage dient, ist oftmals nicht mehr viel zu sehen. So entstehen regelrechte Kunstwerke mit einem vielfältigen Belag.

Klassisches dänisches Smørrebrød gibt es im Lunchrestaurant Schønnemann. Das ist eines der ältesten und traditionsreichsten Wirtshäuser in Kopenhagen. Die Auswahl an Smørrebrøds ist riesig. Allerdings muss man bei Schønnemann mindestens drei bis vier Wochen im Voraus reservieren. Das habe ich leider verpasst, sodass wir ein anderes Restaurant, nämlich das Aammans wählen. Das Aammans wird auch im Guide Michelin empfohlen und die Smørrebrød-Kreationen sind wirklich ausgefeilt und geschmacklich kaum zu toppen.

Ein Abstecher nach Malmö

Über die im Jahr 2000 eröffnete Öresundbrücke gelangt man binnen kürzester Zeit ins Nachbarland Schweden. Malmö ist gerade einmal eine knappe halbe Stunde mit dem Zug entfernt. Ein Städtetrip nach Kopenhagen ist somit auch die perfekte Möglichkeit den Besuch in zwei Städten beziehungsweise Ländern zu kombinieren.

Die Fahrt über die Öresundbrücke ist ein Erlebnis. Die fast acht Kilometer lange Schrägseilbrücke kombiniert Straßen- und Eisenbahnverkehr. Oben fahren die Autos, unten die Züge. Dabei hat man Aussicht auf die mehr oder wenige raue See und den Windpark.

Malmö ist nach Stockholm und Göteborg die drittgrößte Stadt Schwedens. Malmö punktet mit einer gelungenen Mischung aus Geschichte und Moderne. Die Altstadt mit dem charmanten Lilla Torg tut es uns besonders an. Der Weihnachtsmarkt am Gustav-Adolf-Platz ist dagegen nicht der Rede wert. Hier haben wir uns wesentlich mehr erwartet als eine Handvoll Stände. Deshalb zieht es uns dann noch in die Einkaufsstraße Södergatan.

Kopenhagen: Karussell im Tivoli bei Nacht
Kopenhagen im Advent: Hygge und Weihnachtsmarkt 2

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