Dubrovnik in 48 Stunden: acht Tipps für ein gemütliches Wochenende

Kurzreisen

Dubrovnik, die Perle der Adria, wie das kleine Städtchen in Süddalmatien auch genannt wird, zieht jedes Jahr Tausende von Touristen an. Dubrovnik gehört zum UNESCO-Welterbe und hat einiges an kulturellen und historischen Schätzen zu bieten. Die mehr als tausend Jahre lange Geschichte ist überall ersichtlich. Seit in der Stadt Szenen der TV-Saga «Game of Thrones» gedreht wurden, wächst die Besucherzahl weiter.

Über das Jahr verteilt kommen auf einen der 42.000 Einwohner Dubrovniks 20 Touristen. Im Hochsommer sind es pro Tag mehr als 10.000 Menschen, die sich durch die Altstadt zwängen und den Rundgang auf der Stadtmauer in Angriff nehmen. Insbesondere die vielen Kreuzfahrtschiffe sind ein Problem für Dubrovnik, mehr als 800.000 Kreuzfahrttouristen waren es 2017, vor allem zwischen Mai und Oktober. Die meisten Schiffe kommen zwischen Donnerstag und Sonntag.

Es ist also nicht verwunderlich, dass man in Dubrovnik über eine Reduzierung der Besucherzahlen nachdenkt. Schließlich sollte die Stadt auch noch ein bisschen etwas an Lebensqualität für die Bewohner bieten. Es braucht Lebensmittelgeschäfte und Restaurants mit vernünftigen Preisen, bezahlbaren Wohnraum und Orte, wo sich Jugendliche treffen können, Plätze, die nicht von internationalen Gästen vereinnahmt werden. Wenn der große Ansturm beginnt, bleiben die Einheimischen sowieso zu Hause. Es gibt sogar einen lokalen Fernsehsender mit Livestream, der überträgt, wo sich gerade viele Menschen aufhalten. Gleichzeitig verdankt die Stadt ihren wirtschaftlichen Reichtum den ausländischen Gästen. Aber dass es Maßnahmen braucht, ist ununstritten.

Mein erster und letzter Besuch in Dubrovnik liegt viele Jahre zurück, das war noch vor dem Krieg. Wenn man heute eine Reise nach Dubrovnik in Betracht zieht, kommt man zugegebenermaßen in ein Dilemma: Will ich bei diesem Massenansturm mitmachen? Soll ich einer von den 10.000 Besuchern pro Tag sein? Ich habe mich im Wissen aller Probleme dafür entschieden. Im Gegensatz zu den Kreuzfahrttouristen, die kaum länger als einen halben Tag in Dubrovnik bleiben, werde ich von Freitag bis Sonntag in der Stadt sein. So kann man den großen Massen etwas ausweichen, einen Aufenthalt entspannt angehen und die Morgenstunden nutzen.

Tipp 1: Eine Reise nach Dubrovnik nicht zur Hauptsaison und nicht an einem Wochenende planen

Die oben beschriebenen Fakten legen nahe, dass man seinen Aufenthalt in Dubrovnik am besten nicht zwischen Juni und Oktober und/oder an den Wochenanfang legt. Bei meinem Besuch Anfang Mai ist zwar das Wetter noch etwas unbeständig, aber man kann sich zumindest noch gut in der Altstadt bewegen. Den größten Ansturm der Gruppen, die einem Täfelchen mit Nummer und dem Namen der Reedereien (Viking, MSC, Tui, Costa etc.) folgen, beobachten wir vor dem einsetzenden Regen geschützt auf einer Terrasse auf der Placa.

Tipp 2: Die Stadtmauer am frühen Morgen umrunden

Jeder Einheimische wird raten, die etwa zwei Kilometer lange Runde auf der Stadtmauer wegen der Hitze und der starken Sonneneinstrahlung nicht zur Mittagszeit zu absolvieren. Wer länger in der Stadt ist, sollte den Rundgang am frühen Morgen oder am Abend planen (Öffnungszeiten im Sommer von 08:00–19:30, in den anderen Monaten entsprechend kürzer). Das Getümmel ist dann nicht so dicht und das Licht zum Fotografieren sowieso besser. Aktuell (2018) kostet der Eintritt 150 Kuna.

Es gibt zwei Aufgänge jeweils in der Nähe der beiden Zugänge zur Altstadt, dem Pile- und dem Ploce-Tor, auf der Stadtmauer selbst gilt Einbahnverkehr. Wir starten kurz nach 08:00 Uhr beim Eingang am alten Hafen. Hier hat man am Beginn gleich den steilsten Anstieg und am Minceta-Turm den besten Blick über die Dubrovnik bis hin zur Insel Lokrum. Das Häusermeer, die engen Gassen, die Kuppeln der Kirchen und das rote Dächermeer, das alles ist wunderschön anzuschauen. Der Rundgang ist nicht gefährlich, aber das Pflaster kann schon einmal etwas rutschig sein. Und da die Mauer an der höchsten Stelle etwa zu 22 Meter hoch ist, sollte man doch schwindelfrei sein.

Anfangs sind wir fast alleine, erst am Pile-Tor nimmt der Andrang zu. Von da an auf der dem Meer zugewandten Seite nehmen wir es sehr gemütlich und machen Halt in einem der Cafés und genießen die Aussicht. Im Eintritt ist übrigens auch der Besuch der Lovrijenac-Festung inkludiert. Diese erreicht man über einen steilen Anstieg in der Nähe des Pile-Tors.

Tipp 3: Sich einfach treiben lassen und durch die Gassen schlendern
Natürlich kann man Dubrovnik auf einer der vorgeschlagenen und in den Stadtplänen verzeichneten Sightseeing-Routen erkunden. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Bauwerken zählen: die Kathedrale, der Rektorenpalast mit dem kulturhistorischen Museum, das Dominikanerkloster mit seinem Kreuzgang, das Franziskanerkloster und der Onofrios-Brunnen. Die Stadt ist allerdings klein, sodass man sowieso überall irgendwann vorbeikommt. Persönlich finde ich es viel schöner, sich einfach zu verlieren, ohne Ziel und so in eine Stadt einzutauchen.
Tipp 4: Pause in der Buža-Bar

Die Buža-Bar in Dubrovnik ist so etwas wie eine Institution. Genaugenommen gibt es eine Buža-Bar 1 und eine Buža-Bar 2. Das Wort Buza bedeutet übersetzt nichts anderes als «Loch in der Wand». Und nach einem solchen muss man an der dem Meer zugewandten Seite der Stadtmauer Aussicht halten. Für Buža 2 kann man auch den Graffitis «Cold Drinks» folgen. Buža 1 liegt am südöstlichen Zipfel der Stadt, fast direkt auf Meereshöhe. Die Plätze sind gezählt und es gilt Selbstbedienung. Buža 2 ist etwas höher und auf mehreren Ebenen angelegt. Mir persönlich hat dieser Ort besser gefallen, aber das ist ja bekanntlich Geschmacksache. In beiden Bars zahlt man den Ausblick. Die Getränkekarte ist eher bescheiden und die Preise sind eigentlich zu hoch. Und dennoch, ein Besuch in einer oder beiden der Bars gehört zu einem Aufenthalt in Dubrovnik einfach mit dazu.

Tipp 5: Ausflug auf die Insel Lokrum

Rund um Dubrovnik gibt es mehrere Inseln, zum Teil mit schönen Stränden. Nachdem das Wetter ein bisschen unzuverlässig war, entschieden wir uns für einen Ausflug nach Lokrum. Die Fähre auf die Insel fährt direkt ab dem alten Hafen und benötigt gerade einmal 15 Minuten. Lokrum selbst ist ein Naturschutzgebiet und man kann gut und gerne einen halben bis einen Tag auf der Insel verbringen. Am höchsten Punkt befindet sich das Fort Royal, der Aufstieg dorthin lohnt sich auf alle Fälle. Von oben hat man nochmals einen anderen Blick auf Dubrovnik. Neben dem Botanischen Garten ist das Benediktiner Kloster sehenswert. Im Süden der Insel kann man entweder auf den Felsstränden oder im Salzsee Mrtvo More baden. Die Game of Throne Fans wissen, dass hier ebenfalls Szenen gedreht wurden. Fans können im Kloster sogar auf den eisernen Thron setzen. Ansonsten gehören die zahmen Pfaue und Kaninchen zu den Hauptattraktionen von Lokrum.

Tipp 6: Sonnenuntergang und Aussicht auf dem Srd
Der Srd ist der Aussichtsberg Dubrovniks. Seit 2010 bringt die neue Seilbahn die Besucher in ein paar Minuten zur Bergstation. Ein Weg kostet zurzeit (Mai 2018) 85 Kuna, für Hin- und Rückfahrt bezahlt man 150 Kuna. Immer dann, wenn Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen, muss man viel Geduld mitbringen, weil sich dann eine lange Schlange bildet. Ideal ist der Besuch am Srd sowieso in den Abendstunden, wenn die Sonne im Meer versinkt.
Alternativ kann man einen Weg auch zu Fuß zurücklegen. Je nach Kondition und Lust und Laune wählt man den Auf- oder Abstieg über den Wanderweg beziehungsweise Kreuzweg. Wir haben uns für den Aufstieg entschieden. Gleich bei der Seilbahnstation gibt es ein Restaurant. wer es etwas bodenständiger, origineller und vielleicht auch romantischer möchte, bestellt bei Pikinik Dubrovnik eine Rucksack mit vielen Köstlichkeiten zum Mitnehmen.
Tipp 7: Abends über den Stradun flanieren

Der Stradun oder Placa in der Altstadt von Dubrovnik ist die kürzeste Verbindung zwischen dem Pile-Tor im Westen und dem Ploce-Tor im Osten. Er gehört mit seinem Marmorpflaster und den gleich hohen Barockhäusern zu den schönsten Flaniermailen überhaupt. Am Abend, zumindest in der Vor- und Nachsaison, ist es hier ruhig und man kann die Schöhnheit dieser Straße genießen. Besonders eindrücklich ist das Beleuchtungskonzept. Den Regen haben wir zwar nicht bestellt, aber er schafft nochmals eine besondere Atmosphäre.

Tipp 8: Schlemmen und dalmatinischen Wein auf den Treppen

Die vielen hungrigen Touristen muss man auch satt bekommen. Das Angebot an Restaurants in Dubrovnik ist groß, vielfach ist das Preisniveau sehr hoch. In der ersten nördlich parallel zum Stradun verlaufenden Straße, der Prijeko Ulica, findet man eine ganze Reihe von eher einfacheren Konobas, die traditionelles dalmatinisches Essen anbieten. Am teuersten sind die Restaurants an der Stadtmauer und mit Blick auf den Hafen. Wir haben unter anderem im Zuzori gegessen, das 2018 im Guide Michelin erwähnt ist. Die Küche ist kreativ und gut, die Preise halten sich (sage ich, die Schweizer Verhältnisse gewöhnt ist) noch eingermaßen im Rahmen.

Das Nachtleben in Dubrovnik spielt sich ebenfalls nördlich des Straduns ab. In den engen Gassen, auf denen man eine ganze Reihe von Treppen überwinden muss, hat man die Qual der Wahl zwischen Weinstuben, Pubs und Bars. Wenn es nicht gerade regnet, nimmt man seinen Drink und setzt sich draußen auf die Stufen.

Schon George Bernard Shaw meinte, dass diejenigen, die das Paradies auf Erden suchen, nach Dubrovnik kommen müssen. Nun, das Paradis habe ich nicht direkt gefunden. Nichtsdestotrotz ist Dubrovnik wunderschön und sollte jedem mehr Zeit wert sein als nur einen halben Tag.

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