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Albaniens schönste Städte

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Albanien gilt als das aufstrebende Urlaubsparadies am Balkan. In den Sommermonaten aalen sich albanische und ausländische Touristen an den Stränden der Adriaküste und am Ionischen Meer. Wegen der mäßig schönen bis hässlichen und austauschbaren Badeorte lohnt sich meines Erachtens die Reise nach Albanien nicht. Erst die Städte offenbaren, was das Land ausmacht: ein Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen, Religionen und Zeiten. Albaniens schönste Städte halten so manche Überraschung bereit.

Im folgenden Beitrag zeige ich dir die in meinen Augen schönsten Städte Albaniens. Dazu gibt es kompaktes Hintergrundwissen zum Land. Viel Spaß beim Stöbern und Besuchen!

Albaniens schönste Städte: meine persönliche Auswahl

Albaniens Städte sind allesamt sehr unterschiedlich. Egal ob Berat, Tirana, Elbasan, Durres, Pogradec oder Korça – alle weisen ihre Besonderheiten auf, sei es in Sachen Architektur oder Bevölkerung. Die Reihenfolge der Städte im Beitrag entspricht keiner Wertung. Sie folgt ganz einfach dem Alphabet.

Berat, die Stadt der übereinanderliegenden Fenster

Berat: ein Fenster über dem anderen

Berat gilt als eine der schönsten, wenn nicht als die schönste Stadt Albaniens. Oftmals wird das beliebte Touristenziel als «Stadt der tausend Fenster» bezeichnet. Das klingt gut und lässt sich gut vermarkten. In Wirklichkeit handelt es sich dabei um einen Übersetzungsfehler. In den Berichten war nämlich die Rede von übereinanderliegenden Fenstern, ein Fenster über dem anderen. Das tut der Schönheit der Stadt aber keinen Abbruch.

Schon 1961 wurde die Stadt zur Museumsstadt erklärt und seit 2008 ist sie UNESCO Weltkulturerbe. Das bedeutet, dass die typisch osmanische Architektur und das einheitliche Stadtbild nicht durch Neubauten gestört werden dürfen. Darüber hinaus punktet Berat mit seiner idyllischen Lage am Fluss Osum. Das historische Berat besteht aus drei Altstadtvierteln: Mangalem, Gorica und Kalaja. Es lohnt sich, die Besichtigung in der mittelalterlichen Burganlage zu beginnen. Der Weg nach oben über die steile Rruga Mihal Kommeno mit ihren alten, glatten Pflastersteinen kann ziemlich anstrengend sein.

Wie viele Burganlagen in Albanien ist Kalja heute noch bewohnt, es gibt Restaurants, Cafés und Ferienwohnungen. Innerhalb der Burg warten einige Höhepunkte: elf mehr oder weniger gut erhaltene orthodoxe Kirchen, von denen die meisten geschlossen sind, und die Ruinen der Weißen und Roten Moschee. Lohnenswert ist der Besuch der Kathedrale der heiligen Maria und des angeschlossenen Ikonenmuseums. Und die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit am Burghügel ist ein beliebtes Fotomotiv in Albanien. Vom Aussichtspunkt im Süden blickst du auf das Häusermeer von Mangalem und das christliche Viertel Gorica am anderen Ufer des Osum.

Die Häuser des muslimischen Mangalems kleben regelrecht am steilen Burgberg. Die mehrstöckigen Holzhäuser wurden hier ganz eng aneinander gebaut, sind verputzt und weiß gestrichen. In Mangalem lässt es sich wunderbar ziellos durch die engen Gassen schlendern. Das Ethnografische Museum in einem Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert gibt einen guten Einblick in das Leben in der osmanischen Zeit.

Über die Steinerne Brücke, die so gar nicht ins Stadtbild passen will, führt der Weg hinüber ins christliche Viertel Gorcia. Es liegt auf der Schattenseite von Berat, punktet aber mit hübschen Gassen und dem unvergleichlichen Ausblick auf Magelem. Vor allem nachts solltest du dir das nicht entgehen lassen. Zu guter Letzt hat Berat auch ein neues Zentrum bekommen. Schade, gelten hier nicht die Bebauungsvorschriften der Altstadt. Die Fußgängerzone Boulevard Republika ist zwar neu gestaltet, trägt aber ganz klar den Stempel sozialistischer Bauart. Zumindest ist sie eine beliebte Flaniermeile.

Gjirokastra, eine Chronik in Stein

Gjirokastra ist eines der touristischen Aushängeschilder Albaniens und so wie Berat UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt ist Geburtsort des ehemaligen albanischen Diktators Enver Hoxha und des Schriftstellers Ismail Kadare, der Gjirokastra mit seinem Werk, insbesondere der «Chronik in Stein» ein literarisches Denkmal setzte.

«Es war dies die steilste Stadt, vielleicht die steilste auf der ganzen Welt; alle Gesetze der Architektur und des Städtebaus waren von ihr über einen Haufen geworfen worden. Weil sie derart steil war, konnte es vorkommen, dass sich die Fundamente des einen Hauses auf der Höhe des Daches eines anderen befanden, und gewiss war dies der einzige Ort der Welt, wo jemand, der am Straßengraben ausglitt, nicht in den Graben stürzte, sondern womöglich auf das Dach eines anderen hohen Hauses. […] Es war dies wirklich eine seltsame Stadt. Man konnte auf einer Straße gehen und, wenn man wollte, den Arm ein wenig ausstrecken, um seine Mütze über die Spitze eines Minaretts zu stülpen.» (Ismail Kadare)

An diesen Ausführungen erkennst du, dass du für Erkundungen in Gjirokaster gut zu Fuß sein musst. Und Autofahren in den engen Kopfsteinpflastergassen ist selbst für die Einheimischen eine Herausforderung. Besonders sehenswert sind die alten Wehrturmhäuser. Das Zekate Haus, kann besichtigt werden und ist ein gutes Beispiel osmanischer Architektur. In Gjirokastra-Häusern sind die unteren Stockwerke aus Stein, weiter oben folgt eine Holzkonstruktion. Über den Lagerräumen mit einer Zisterne befinden sich die Wirtschaftsräume und die Küche. Erst in den oberen Stockwerken liegen die privaten Räumlichkeiten und der große Empfangsraum.

Über der Altstadt thront die Burg. Das Gelände ist sehr weitläufig. Im Hof stehen ein altes Flugzeug und die markante Festivalbühne des Folklorefestivals, das heute nur noch in unregelmäßigen Abständen stattfindet. Das touristische Herzstück Gjirokastras ist der alte Basar mit seinen vielen Läden und Restaurants im Zentrum – für meinen Geschmack gibt es eindeutig zu viele Souvenirshops. Hier ist jedoch immer etwas los.

Gjirokastra ist alleine schon wegen seiner Lage und der Anfahrt einen Besuch wert. Von Korça her kommend begleitet dich die Vjosa, einer der letzten nicht regulierten Wildflüsse Europas und du hast das Pindosgebirge in Griechenland im Blickfeld. Gjirokastra selbst liegt im Tal des Drino, der später in die Vjosa mündet. Durch seine erhöhte Lage auf dem Hügel hast du eine gute Aussicht auf das umliegende Mali i Gjerë Gebirge.

Korça, das Paris Albaniens

Wie sollte es anders sein? Selbstverständlich hat auch Albanien sein Paris. Die Stadt Korça im Südosten des Landes trägt den Beinamen «Kleines Paris». Wie so oft sind solche Vergleiche stark übertrieben. Dennoch punktet Korça mit breiten Boulevards, einem reichen historischen Erbe, wunderschönen historischen Villen, gepflegten Parkanlagen und hübschen Altstadtgassen. Schon früh war Korça ein wichtiges Handelszentrum mit Verbindungen nach Mitteleuropa und gilt als Wiege der albanischen Kultur. Innerhalb Albaniens eilt Korça sein Ruf voraus. Die Bewohnerinnen und Bewohner gelten als ausgesprochen kultiviert. Und tatsächlich ist Korça irgendwie anders.

Korça, die Wiege der Kultur

Biertrinkerinnen und Biertrinkern ist die Stadt vermutlich wegen des gleichnamigen Bieres ein Begriff. Ihm begegnet man unweigerlich auf einer Reise durch Albanien. Die Brauerei in Korça kann sogar besichtigt werden. Neben einem Restaurant lockt hier ein richtig uriger Biergarten mit Holztischen unter dem Schatten von Kastanienbäumen. Bei albanischer Livemusik kannst du dir ein frischgezapftes Korça gönnen.

Wo einst Händler auf ihrem Weg von Venedig nach Istanbul Halt in Karanwansereien machten, liegt das Basarviertel Korças. Nachdem der Basar zu Zeiten des Kommunismus völlig verfiel und herunterkam, wurde er bis 2017 neu renoviert. Mit der Wiedereröffnung verschwand leider auch das Leben aus dem Basar. Viele Geschäftsflächen stehen leer, weil die Auflagen zur Nutzung sehr streng sind. Dadurch wirkt alles ein wenig steril und auch die renovierten Bauwerke irgendwie beliebig, austauschbar und dem westlichen Geschmack angepasst. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Viertel entwickelt.

Ansonsten hat Korça mit der Mirahor-Moschee und dem Uhrturm, dem modernen und architektonisch auffälligen Red Tower, der riesigen orthodoxen Kathedrale, seiner Altstadt und den Villenvierteln sowie einer Handvoll nennenswerter Museen einiges zu bieten.

Shkodra: Flüsse und Fahrräder

Unweit der Grenze zu Montenegro am Skutarisee liegt eine der ältesten Städte Albaniens: Shkodra. Wahrzeichen von Shkodra ist die auf einem Hügel thronende Burgruine Rozafa. Von dort hast du den besten Blick über den Skutarisee sowie die Flüsse Kir, Drin und Buna. Die tragische Legende von der eingemauerten Frau, die sich um die Erbauung der Burg rankt, wird so oder ähnlich auch in anderen Ländern Europas erzählt. Das Zentrum Shkodras um das ehemalige Basarviertel ist mittlerweile hübsch herausgeputzt. Entlang der Fußgängerzone reihen sich Restaurants, Cafés und Geschäfte aneinander. Hier lässt es sich wunderbar flanieren – vorbei an der Großen Moschee oder der winzigen Buchhandlung Ora e Shkodres. Die renovierten historischen Häuser gefallen mir besonders gut.

Shkodra ist die albanische Fahrrad-Metropole.

In Shkodra geht es auf den ersten Blick ruhig und geruhsam zu. Ein Grund dafür sind die vielen Fahrräder. Das beliebte Verkehrsmittel ist allgegenwärtig. Sogar in meinem Hotel, dem Tradita, entdecke ich im Innenhof historische Exemplare und es stehen Leihräder zur Verfügung. In einem Autoland wie Albanien ist das keine Selbstverständlichkeit. Bis zu meiner Ankunft in Shkodra sind mir kaum Radfahrer begegnet, schon gar keine Fahrrad fahrenden Frauen.

Dass ausgerechnet in Shkodra Frauen ganz selbstverständlich durch die Stadt radeln ist insofern erstaunlich, weil hier im Norden Albaniens unweit der Albanischen Alpen der Kanun, ein albanisches Gewohnheitsrecht, immer noch Anwendung findet. Den Kanun kann man durchaus als frauenfeindlich bezeichnen. Gewalt gegen Frauen oder die Zwangsehe sind leider an der Tagesordnung. In unseren Breitengraden wird der Kanun vor allem mit der Blutrache in Verbindung gebracht. Wird einem Mann die Ehre geraubt, kann die Ehre der Opferfamilie nur durch das Blut eines Mannes aus der Sippe des Täters wieder herstellt werden. Dabei ist das Konzept von Ehre schwer verständlich, wenn man nicht mit dieser Kultur verbunden ist.

Wegen der Blutrache leben Hunderte von Familien in Angst und die Kinder müssen eingesperrt in den eigenen vier Wänden ihr Dasein fristen. Wenn Blutfehden alle männlichen Familienmitglieder ausgerottet hatten oder es in einer Familie nur Töchter gab, kleideten sich die Frauen als Männer und lebten als solche. Für den Übertritt zum männlichen Geschlecht und das Leben als eingeschworene Jungfrau gab es aber auch andere Gründe. Selbstverständlich hat der Kanun auch gute Seiten. Die Gastfreundschaft, die man heute noch in ganz Albanien erfährt, ist eine davon.

Tirana: bunt, laut und wie ein Magnet

Tirana ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Fast alle Albanerinnen und Albaner, die nicht bereits im Ausland leben, zieht es in die Hauptstadt. Tirana zählt heute mehr als eine halbe Million Einwohner, die Agglomeration fast eine Million. Bei etwa 2.9 Millionen Einwohnern wird ersichtlich, wie dünn besiedelt das Land außerhalb Tiranas ist.

Das Zentrum der Stadt bildet der Skanderberg Platz, mit seiner Reiterstatue. Von hier aus führen die Straßen sternförmig in alle Richtungen. Darunter auch der Boulevard Dëshmorët e Kombit. Protzig und breit verläuft die Prachtstraße mit mehreren Fahrspuren unter anderem vorbei an der Pyramide von Tirana, die aktuell eine Baustelle ist. Das ehemalige Enver-Hoxha-Museum soll zu einem Kultur- und Bildungszentrum für Jugendliche werden. Weitere bedeutende Bauwerke entlang des Boulevards sind der Regierungssitz, die Nationale Kunstgalerie, das Rogner Hotel, der Amtssitz des Präsidenten und der Kongresspalast.

Die Straße endet schließlich am Mutter-Teresa-Platz mit mehreren Universitäten, dem Air Albania Stadion und dem Parku i madh. Einen großen Teil der Sehenswürdigkeiten hast du damit bereits gesehen. Im Vergleich mit anderen Hauptstädten hat Tirana nicht allzu viele «Must Sees». Es ist eher ein Gesamterlebnis. Im Zentrum locken noch die Ethem-Bey-Moschee, der Uhrturm und das Bunk’Art2-Museum. Während Bunk’Art1 im ehemaligen Führerbunker am Stadtrand liegt und die kommunistische Herrschaft beleuchtet, bekommst du im Bunk’Art2 einen Einblick in die Gräueltaten der Geheimpolizei «Sigurimi».

Bunker sind in Albanien allgegenwärtig. Sie sind Enver Hoxhas Paranoia geschuldet. Aus Angst vor ausländischen Intrigen und Angriffen ließ er zwischen 1972 und 1984 im ganzen Land Bunker aus Stahlbeton errichten, mehr als 170’000 sollen es gewesen sein. Jeder Albanerin und jedem Albaner war eines dieser pilzförmigen Bauwerke zugeteilt, das bei einem Angriff Schutz bieten und der Verteidigung dienen sollte. Militärisch genutzt werden die Bunker heute nicht mehr. Manche von ihnen wurden in Lager, Ställe, Geschäfte oder Cafés umfunktioniert. Andere verfallen langsam vor sich hin, sind Mülldeponien oder bestenfalls mit Pflanzen überwuchert. Und wieder andere haben lustige Anstriche erhalten.

Blloku, Symbol für Wandel

Eines der spannendsten Viertel in Tirana ist Blloku oder das Block-Viertel. Ehemals den Mitgliedern des Politbüros vorbehalten, entstanden hier in den letzten Jahren unzählige Cafés, Bars, Restaurants, Geschäfte und Bürogebäude. Das Viertel ist bei der jungen Generation sehr beliebt. Tagsüber, aber vor allem abends und an Wochenenden herrscht hier reges Treiben. Hier spürt man sie, die Aufbruchstimmung. Nicht nur Blloku, ganz Tirana sprüht vor Energie.

Vlora: Badeort mit italienischem Einfluss

Vlora ist nach Tirana und Durres die drittgrößte Stadt Albaniens. Gleichzeitig ist Vlora ein beliebter Badeort. Hier treffen Adria und Ionisches Meer zusammen. Die italienische Küste ist zum Greifen nah und nur knapp 60 Kilometer entfernt. An der langen Uferpromenade reihen sich Hotels, Cafés und Restaurants. Hier wirkt Vlora ein bisschen wie ein mondäner Badeort. Was die Strände anbelangt, handelt es sich um typische Stadtstrände, die nach Süden hin deutlich besser werden. Hier an der Uferpromenade findet im Sommer das allabendliche Schaulaufen statt. Dieses Flanieren wird in Albanien übrigens Xhiro genannt und fast überall praktiziert.

Der Boulevard Ismail Qemali bildet die Verbindung zum Stadtzentrum. Hier gibt es Einblicke in das städtische Alltagsleben. Sehenswert sind die Muradie-Moschee, Wahrzeichen der Stadt und einer der ältesten Moscheen Albaniens. Gleich daneben liegt der Sheshi Flamurti oder Fahnenplatz mit dem Unabhängigkeitsdenkmal. Das historische Zentrum Vloras spiegelt den italienischen Einfluss wieder. Einzelne Straßenzüge wurden mittlerweile liebevoll renoviert. Entstanden ist ein hübsches Quartier mit Cafés und kleinen Läden, dem es aber noch ein wenig an Leben fehlt.

Voskopoje, vom Ruhm vergangener Zeiten

Keine 20 Kilometer entfernt von Korça liegt Voskopoje. Schwer vorzustellen, dass das kleine Dorf in den Bergen bis ins 18. Jahrhundert eine der größten Städte des Balkans war. Zwischen 30’000 und 50’000 Einwohner sollen im 18. Jahrhundert hier gelebt haben. Mehr als 25 orthodoxe Kirchen, ein Gymnasium, eine Bibliothek, Banken, die möglicherweise erste Buchdruckerei am Balkan und viele Kunsthandwerker wie Ikonenmaler gab es zur Blütezeit. Nach osmanischen Angriffen verschwand Voskopoje schnell in der Bedeutungslosigkeit.

Wer nach Voskopoje kommt, sucht Ruhe und Abgeschiedenheit, geht gerne wandern oder liebt Kirchen. So gesehen ist Voskopoje eher ein Dorf als eine Stadt. Die einheitliche Bausubstanz ist ungewöhnlich für Albanien. In den letzten Jahren hat sich in Sachen Tourismus viel getan. In den alten und neu errichteten Steinhäusern sind Gästehauser und Restaurants entstanden. Wegweiser führen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Obwohl ich kein großer Kirchenfan bin, beeindrucken mich die Nikolaus und die Marienkirche. Die Wanderung ins Nachbardorf Shipska zur St. Georgs-Kirche ist ein lohnender Halbtagesausflug.

Städte, die es nicht in meine Liste geschafft haben

Ich habe keineswegs alle albanischen Städte besucht und derartige Urteile sind immer sehr subjektiv. Zwei Städte in Albanien würde ich jedoch nicht wieder in meine Reiseroute aufnehmen.

Zu ihnen zählt Saranda. Mein Fazit zum Besuch: Das Schönste an Saranda ist die Aussicht auf Korfu. Ansonsten hat man alles gemacht, um die ansonsten schöne Lage an der Küste zu verunstalten. Hochhäuser, Hotelburgen, Bausünden und Zersiedlung prägen den beliebten Touristenort. Der Bauboom der letzten Jahren hat Saranda alles andere als gut getan. In den Sommermonaten strömen Tausende von vorwiegende osteuropäischen Urlaubern in die Stadt. Begleiterscheinung sind all die unschönen Auswirkungen des Massentourismus. Ich verbringe auf dem Weg von Gjirokastra zum Llogara Nationalpark eine Nacht in Saranda und bin froh, dass es nicht länger ist.

Ksamil oder andere kleine Küstenorte sind da sicherlich die bessere Wahl, im April aber noch völlig ausgestorben. Und immerhin befindet sich unweit von Saranda die wirklich sehenswerte antike Stadt Butrint.

Wenig überzeugen konnte mich auch die historische Stadt Kruja, 20 Kilometer nordwestlich von Tirana. Von der mittelalterlichen Burg sind nur noch ein paar Überreste vorhanden. Die Basarstraße wurde aufwändig restauriert und gleicht mit ihren Holzelementen und dem Kopfsteinpflaster einem osmanischen Viertel. Zu kaufen gibt es wenig Kunsthandwerk und viel Ramsch aus Asien. Was in Kruja am meisten stört, ist der riesige und hässliche Hotelkomplex Panorama, der das Ortsbild dominiert. Drei unfertige Hochhäuser in Form von Betongerippen tragen ihr Übriges zur Verschandelung bei.

Albaniens schönste Städte 1
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6 Gedanken zu „Albaniens schönste Städte“

  1. Liebe Carola,

    tja, die albanische Küste. Uns ging es ähnlich wie dir, von einigen Orten waren wir regelrecht entsetzt. Dazu gehörte leider auch Ksamil, einen Ort, den wir als furchtbar verbaut, betonlastig und gleichzeitig schon wieder in sich zusammenfallend in Erinnerung haben. In Saranda waren wir nicht. Ksamil war immerhin ein guter Standort, um Butrint zu erkunden, und Butrint ist für Archäologiefans ein echtes Muss. Unser Badeort-Favorit an der albanischen Riviera war Himara, wo es noch vergleichsweise entspannt zuging. Ach ja, und der Ort, der uns am meisten begeistert hat, war Gjirokastra. Was für ein unglaubliches Stadtbild. Viele Grüße von Gabi und Michael

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    • Lieber Michael

      Da bin ich aber froh zu hören, dass ich mit Ksamil nicht viel verpasst habe. In Himara war ich leider nicht, habe aber von Einheimischen eine klare Empfehlung bekommen. Und ja, Gjirokastra ist schon etwas ganz Besonderes.

      Viele Grüße
      Carola

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  2. Das hört sich ja wunderbar an! 🙂 Spätestens seitdem wir im Sommer 2019 eine Rundereise durch Montenegro gemacht haben und mit unserem Besuch in Ulcinj schon fast in Albanien waren, steht das Land ganz oben auf unserer Bucket List.

    Dein Bericht trägt auf jeden Fall dazu bei die Reiseplanung wieder aufzunehmen und die eine oder andere der beschriebenen Städte wird es sicher auf unsere Route schaffen. 🙂

    Viele Grüße

    Nina

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    • Dann wünsche ich euch jetzt schon viel Spaß in Albanien – ein interessantes Reiseland. Montenegro fand ich ebenfalls ganz toll.

      Liebe Grüße
      Carola

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  3. Was für ein toller Beitrag! Ich war letztes Jahr auch in Albanien, zum ersten Mal, und wenn ich das hier so seh und les, geht mein Herz auf! Es war bestimmt nicht mein letztes Mal in diesem faszinierenden Land! Da mein Fokus allerdings auf dem Wandern lag, hab ich viele dieser Städte – außer Tirana – nicht gesehen. Wo es mir auch ganz gut gefallen hat war Peshkopia. 🙂
    Herzliche Grüße
    Julia

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    • Oh, wie schön. Ich war auch viel wandern – sofern es das Wetter zuließ – und habe das mit Städten verbunden. Peshkopia sieht auf alle Fälle schön aus. Danke für den Tipp. Albanien hat mir gut gefallen, so richtig mein Herz berührt hat es allerdings nicht.

      Liebe Grüße
      Carola

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