Aussicht auf den Oeschinensee

Bergseen, etwas vom Schönsten, was die Schweiz zu bieten hat

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In der Schweiz zu leben, bedeutet, dort zu Hause zu sein, wo andere Urlaub machen. Kaum ein Land vereint so viele Postkartenmotive auf so engem Raum, glitzernde Bergseen inklusive. Viele von ihnen sind nur eine kurze Wanderung entfernt, andere sind kleine Geheimtipps, die ich im Laufe der Jahre entdeckt habe. Hier stelle ich dir meine liebsten vor.

Dieser Beitrag wächst mit – er erhält regelmäßig neue Seen und aktualisierte Tipps.

Bergseen im Appenzellerland

Das Appenzellerland steht für kontrastreiche Landschaft auf kleinem Raum. Zwischen sanften Hügeln und schroffen Felsen des Alpsteins liegen mit dem Seealpsee, dem Sämtisersee und dem Fälensee einige der schönsten Bergseen der Ostschweiz.

Seealpsee

Der Seealpsee ist der wohl bekannteste See im Alpsteingebiet – und das aus gutem Grund. Er liegt auf 1 140 Metern, eingerahmt von der eindrucksvollen Kulisse des Säntis. Der Zugang ist einfach, trotzdem lohnt sich der etwas längere Weg über den Hüttentobel. Dort führt der Pfad durch Wälder und über Wiesen, bevor sich das Panorama öffnet.

Oben erwartet dich ein klassisches Appenzeller Postkartenmotiv: grünes Wasser, Almen und Kühe. Diese Aussicht wird auf den Etiketten des Appenzeller Biers «Quöllfrisch» dargestellt. Der Spaziergang rund um den See dauert knapp eine Stunde, mit Einkehrmöglichkeiten in den Berggasthäusern. Wer mag, verbindet den Besuch mit einer Wanderung zum Gasthof Aescher.

Weiterlesen auf dem Blog: Mehr Eindrücke vom Seealpsee findest du in meinem Beitrag Appenzellerland: Seealpsee und Äscher, Kleinode im Alpstein.

Ausblick auf den Seealpsee im Appenzellerland
Seealpsee

Bergseen im Berner Oberland

Kaum eine andere Region der Schweiz verbindet Berge und Seen so eindrucksvoll wie das Berner Oberland. Zwischen Thunersee und Grimselpass liegen zahlreiche Gewässer in spektakulärer Umgebung. Bekannte Namen wie der Oeschinensee und der Bachalpsee stehen für perfekte Postkartenmotive. Daneben gibt es stillere Orte, die ihren Reiz im Unscheinbaren haben.

Bachalpsee

Der Bachalpsee, oft auch Bachsee genannt, liegt auf 2 265 Metern oberhalb von Grindelwald. Er ist in rund 45 Minuten Gehzeit von der Bergstation First erreichbar. Der Weg ist gut ausgebaut und bietet schon unterwegs eindrucksvolle Ausblicke auf das Wetterhorn und die Gletscher der Umgebung.

Ein kleiner Damm teilt den See in zwei Becken. Rundherum gibt es zahlreiche schöne Plätze zum Sitzen, Picknicken oder Fotografieren. Besonders eindrücklich ist der Blick über das tiefblaue Wasser hin zum schneebedeckten Jungfraumassiv – ein klassisches Motiv vieler Schweiz‑Kalender. Auf dem Rückweg lohnt sich ein Abstecher auf den Cliff Walk, der an der Bergstation endet und freie Sicht ins Tal eröffnet.

Weiterlesen auf dem Blog: Selbst im Winter lohnt sich eine kleine Wanderung zum Bachalpsee oder weiter zum Faulhorn, wo eine der längsten Schlittelabfahrten der Welt, der «Big Pintenfritz» startet.

Bachalpsee mit Wetterhorn, Finsteraarhorn und Schreckhorn
Bachalpsee

Engstlensee

Der Engstlensee liegt auf 1 850 Metern oberhalb der Engstlenalp im Übergangsgebiet zwischen dem Berner Oberland und Obwalden. Obwohl er teilweise aufgestaut ist, wirkt er naturnah und fügt sich harmonisch in die Umgebung ein.

Der See liegt direkt unterhalb der Alp und ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Die Ufer stehen unter Naturschutz, Baden ist nicht gestattet. Auf dem Weg Richtung Tannalp oder Melchsee bietet der Engstlensee aber eine eindrückliche Kulisse und ruhige Atmosphäre, besonders in den frühen Morgenstunden.

Tipp: Die Engstlenalp ist über eine schmale Bergstraße (gegen Gebühr) zu erreichen. Der frühere Engstlenalp-Bus verkehrt mittlerweile nur noch auf Voranmeldung. Er wird mit Kleinbussen betrieben, eine Reservierung bis spätestens 16.30 Uhr am Vortag ist erforderlich.

Blick auf den Engstlensee vom Jochpass
Engstlensee

Gelmersee

Der Gelmersee liegt im Grimselgebiet auf 1 850 Metern Höhe oberhalb von Guttannen und zählt zu den spektakulärsten Stauseen der Schweiz. Er wurde ursprünglich zur Energiegewinnung angelegt und ist mit der Gelmerbahn erreichbar. Die Fahrt bietet eindrucksvolle Ausblicke auf den Gelmerbach und die Grimselwelt.

Von der Bergstation aus erreicht man den Stausee in etwa zehn Minuten über einen gut markierten Pfad. Der Rundweg um den Gelmersee dauert rund zwei Stunden, verläuft teils über Felsplatten und schmale, exponierte Stellen und erfordert daher Trittsicherheit. Besonders eindrucksvoll ist die türkise Farbe des Wassers im Kontrast zu den rauen Granitflanken und den wenigen Schneefeldern, die oft bis weit in den Sommer hinein liegen.

Aufgrund der kalten Temperaturen und der wechselnden Pegelstände wird vom Baden abgeraten. Wer die Atmosphäre in Ruhe genießen möchte, findet am Westufer ideale Plätze, um das Spiel von Licht und Wasser zu beobachten.

Weiterlesen auf dem Blog: Die Anreise zum Gelmersee ist ein Erlebnis für sich. Die Gelmerbahn, eine der steilsten Standseilbahnen Europas mit einer Maximalsteigung von 106 % ist nichts für schwache Nerven, aber unvergesslich. Mehr dazu in meinem Beitrag Gelmerbahn: Nervenkitzel und türkisblaues Wasser am Gelmersee.

Travellingcarola am Ufer des Gelmersees
Gelmersee

Hinterburgsee

Der kleine Bergsee liegt auf der Axalp oberhalb von Brienz auf rund 1 500 Metern Höhe und ist in etwa einer Stunde über den Schnitzlerweg erreichbar. Der Themenweg führt durch Wälder und über Lichtungen. Aus den beim Wintersturm Lothar umgestürzten Bäumen und deren Wurzeln sind dort kunstvolle Holzskulpturen entstanden.

Da das Hinterburgseeli in einer Senke liegt, bleibt es bis fast zum Schluss verborgen. Erst im letzten Moment öffnet sich der Blick auf das glasklare Wasser, das von steil aufragenden Felswänden umgeben ist. Besonders an windstillen Tagen spiegelt sich die Umgebung eindrucksvoll auf der ruhigen Oberfläche des Sees.

Wer mag, kann hier ein erfrischendes Bad nehmen oder auf den flachen Felsplatten am Ufer rasten. Die Szenerie wirkt still und unberührt – ein idealer Ort, um nach der Wanderung innezuhalten und die Aussicht zu genießen.

Hinterburgsee auf der Axalp
Hinterburgseeli

Oeschinensee

Der Oeschinensee zählt zu den bekanntesten Bergseen der Schweiz. Hoch über Kandersteg liegt er, eingebettet in eine gewaltige Felsarena, türkisblau, klar und von Gipfeln überragt.

Am bequemsten erreichst du den See mit der Gondelbahn ab Kandersteg. Von der Bergstation aus führt ein gut ausgebauter Weg in rund 20 Minuten hinunter zum Ufer. Wer mag, kann auch das kleine Elektro-Sammeltaxi nehmen. Alternativ kannst du auch direkt aus dem Dorf hinaufwandern.

Im Sommer laden Ruderboote und Wiesen zum Verweilen ein, im Winter kannst du auf dem zugefrorenen See Schlittschuh laufen. Der Oeschinensee ist groß und beliebt – einsam wird es hier selten. Dafür beeindruckt er zu jeder Tageszeit mit wechselnden Farben zwischen tiefem Blau und hellem Türkis.

Wer die Stimmung in Ruhe genießen möchte, bleibt über Nacht im Berghotel Oeschinensee und erlebt den See in den stillen Morgen- oder Abendstunden.

glasklarer Bergsee vor Felskulisse
Oeschinensee

Graubünden

Graubünden ist der Kanton der Gegensätze – von mondänen Tälern bis zu einsamen Hochalpen, von weiten Hochebenen im Engadin bis zu stillen Seitentälern im Puschlav. Kaum anderswo in der Schweiz zeigt sich die Vielfalt der Bergseen so eindrücklich. Manche liegen verborgen zwischen Lärchen und Arven, andere leuchten türkis wie Karibiklagunen oder spiegeln Gletscher und Berggipfel. Viele dieser Seen sind leicht erreichbar, andere erfordern eine ausgedehnte Wanderung – gemeinsam ist ihnen, dass sie mit ihrer Farbenpracht und Ruhe faszinieren.

Caumasee

Der Caumasee liegt oberhalb von Flims im Kanton Graubünden und ist von einem dichten Tannenwald umgeben. Je nach Lichteinfall schimmert sein Wasser in intensiven Türkis- und Grüntönen – fast wie in der Karibik. Kleine Buchten, sandige Ufer und eine winzige Insel machen ihn zu einem der bekanntesten Badeseen der Schweiz. Der See wird durch unterirdische Quellen gespeist, die ihm nicht nur sein klares Wasser, sondern auch sommerlich angenehme Temperaturen von bis zu 24 °C verleiht. In der Hochsaison lockt das natürlich viele Gäste an. Wer Ruhe sucht, besucht den See am besten frühmorgens oder gegen Abend.

Von Flims Waldhaus aus gelangt man zu Fuß oder mit der kleinen Caumasee-Bahn hinunter zum Wasser. Unten erwartet einen ein gepflegtes Strandbad mit Liegewiesen, einem Restaurant und Verleihmöglichkeiten für Boote und SUPs. Nur wenige Kilometer entfernt liegt der Crestasee, ein kleiner, geheimnisvoller Waldsee nahe Trin Mulin. Wenn sich früh am Morgen Nebelschwaden über die Wasserfläche legen, zeigt er seine ganze Magie – eine wunderbar stille(re) Alternative zum belebten Caumasee.

Weiterlesen auf dem Blog: Mehr Eindrücke, Hintergründe und persönliche Erfahrungen findest du im Beitrag Caumasee Flims – Karibikfeeling in der Schweiz.

Aussicht auf den türkisgrünen Bergsee
Caumasee

Wildsee und Schottensee

Der Wildsee und der Schottensee liegen hoch über der Heideregion am Pizol. Sie gehören zu den fünf Bergseen der bekannten Fünf-Seen-Wanderung. Die Route führt von der Pizolhütte über das Hochplateau bis nach Gaffia und verbindet spektakuläre Panoramen mit türkisblauen Seen, kargen Steinlandschaften und Ausblicken bis zum Bodensee.

Schon kurz nach dem Start begegnest du dem auf über 2 500 Metern in einer von Geröll und Felsblöcken geprägten Landschaft gelegenen Wildsee. Sein kräftiges Blau bildet einen scharfen Kontrast zu den grauen Hängen ringsum und ist ein klassisches Fotomotiv des Pizolgebietes.

5-Seen-Wanderung Pizol: Wildsee
Wildsee

Etwas weiter unten folgt der Schottensee. Er ist sanfter eingebettet, meist spiegelglatt und ein Ort zum Verweilen und Nachspüren der Stille.Beide Seen sind nur zu Fuß erreichbar und Teil einer der schönsten Höhenwanderungen der Ostschweiz. Mit etwas Glück siehst du unterwegs Murmeltiere oder Steinböcke oder hörst das Pfeifen der Schneefinken über dem Grat.

Schottensee
Schottensee

Weiterlesen auf dem Blog: Alles Wissenswerte und mehr Eindrücke zur Fünf‑Seen‑Wanderung findest du in meinem Beitrag
5-Seen-Wanderung Pizol und Bad RagARTz – ein perfektes Wochenende im Heidiland.

Silsersee

Der Silsersee ist der größte und landschaftlich beeindruckendste der Oberengadiner Seen. Im Sommer verkehrt hier die höchstgelegene Schifffahrtslinie Europas: die Dampfbootverbindung zwischen Sils Maria und Maloja. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann den See auf einer abwechslungsreichen Rundwanderung erkunden – mal durch lichte Lärchenwälder, mal direkt am Ufer entlang –, immer mit Blick auf das glitzernde Wasser und die umliegenden Gipfel.

Nahtlos schließt der Silvaplanersee, auch Lej da Champfèr genannt, beim Schloss Crap da Sass an und setzt die Kette der Engadiner Seen fort. Gemeinsam bilden sie eine der faszinierendsten Seenlandschaften der Schweiz.

Natürlich ist der Silsersee zu jeder Jahreszeit schön. Ein ganz besonderes Erlebnis ist jedoch der Herbst, wenn im Engadin der Indian Summer Einzug hält. Dann leuchten die Lärchen in allen Gold- und Bernsteintönen und eine weiche Schicht aus Nadeln bedeckt den Waldboden. Vom Wind getrieben rieseln die Nadeln über das Wasser, verweben sich mit den Wellen und formen die sogenannten Silserkugeln, vergängliche, aber unvergleichlich schöne Naturkunstwerke.

Weiterlesen auf dem Blog: Im Beitrag Silsersee, wo der Herbst in der Schweiz am schönsten ist berichte ich bildstark von der Rundwanderung um den See.

Wanderung um den Silsersee
Silsersee

Lagh da Palü

Der Lagh da Palü ist ein auf rund 2000 Metern ü. M. gelegener Stausee im Gemeindegebiet von Poschiavo. Er wird vom Palügletscher gespeist und von der Cavagliasch talwärts entwässert. Besonders bemerkenswert ist seine Form: Von oben wirkt der See wie ein Herz – ein natürliches Symbol mitten in der rauen Hochgebirgslandschaft. Am schönsten ist er von der Alp Grüm oder der Alphütte Sassal Mason zu sehen.

Schon die Anreise ist ein Erlebnis: Von Poschiavo aus bringt dich die Rhätische Bahn in unzähligen Serpentinen und Kehrtunneln gemächlich zum Ospizio Bernina auf der Passhöhe. Von dort aus führt der Weg zuerst entlang des Lago Bianco und weiter hinauf zur Sassal Mason, deren kleine Crots (kuppelförmige Steingebäude) typisch für die Region sind. Hier oben öffnet sich der Blick auf den Lago Bianco in seiner ganzen Schönheit.

Lagh da Palü
Lagh da Palü

Weiterlesen auf dem Blog: Im Beitrag Wandern im Puschlav, die zwei beliebtesten Touren berichte ich unter anderem über den Weg vom Ospizio Bernina nach Cavaglia.

Lago di Saoseo

Der Lago di Saoseo gilt zurecht als einer der schönsten Bergseen der Schweiz, wenn nicht sogar des gesamten Alpenraums. Mal schimmert er kobaltblau, dann wieder türkisgrün – je nach Licht und Wetter verändert sich sein Farbenspiel fast magisch. Das glasklare Wasser gibt den Blick bis auf den Grund frei, wo Steine und versunkene Baumstämme silbern glänzen.

Der See liegt versteckt in der Val da Camp, einem Seitental der Val Poschiavo. Bei Sfazù zweigt eine Naturstraße ab (Fahrverbot für Privatverkehr). Den Weg zum Lago di Saoseo kannst du entweder gemütlich mit dem PostAuto-Kleinbus oder zu Fuß zurücklegen. Ohne große Anstrengung erreichst du den See von der Haltestelle Refugio Saoseo oder von der Alpe Campo aus.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann den Ausflug zu einer Rundwanderung über den Lago di Viola erweitern. Die Kombination beider Seen bietet ein unvergessliches Naturerlebnis – ruhig, ursprünglich und geprägt von einer fast mystischen Atmosphäre.

Weiterlesen auf dem Blog: Im Beitrag Wandern im Puschlav, die zwei beliebtesten Touren berichte ich unter anderem über die Wanderung zum Lago di Saoseo.

Lago di Saoseo
Lago di Saoseo

Bergseen in der Innerschweiz

Die Zentralschweiz ist geprägt von einer einzigartigen landschaftlichen Vielfalt – von lieblichen Voralpenhügeln bis zu schroffen Bergketten. Inmitten dieser Kulisse funkeln zahlreiche Bergseen, die von Wiesen, Felsen und Wäldern umgeben sind. Sie sind leicht erreichbar und doch weit genug entfernt, um Ruhe und Ursprünglichkeit zu erleben.

Bannalpsee

Der auf fast 1600 Metern ü. M. gelegene Bannalpsee befindet sich oberhalb von Oberrickenbach und ist bequem mit der Seilbahn erreichbar. Alternativ führt der Walenpfad, eine der schönsten Höhenwanderungen der Zentralschweiz, von Engelberg-Brunni über aussichtsreiche Weiden und Alpwiesen bis zum See. Der Bannalpsee ist ein Stausee, der in eine sanfte, von mächtigen Felswänden umrahmte Landschaft eingebettet ist. Er gilt als beliebtes Ziel für Familien, Wanderer und Naturliebhaber.

In rund einer Stunde lässt sich der See gemütlich umrunden – ideal, um die Bergstille zu genießen oder an einem der zahlreichen Grillplätze Rast zu machen. Im Sommer kannst du im klaren Bergwasser ein erfrischendes Bad wagen, im Winter verwandelt sich die Region in ein kleines, familiäres Skigebiet.

Weiterlesen auf dem Blog: Weitere Bilder und Informationen gibt es in meinem Artikel Auf dem Walenpfad von Engelberg zum Bannalpsee.

Stausee Bannalp vom Walenpfad aus gesehen
Bannalpsee

Golzernsee

Eingebettet in die wilde Szenerie des Maderanertals liegt der Golzernsee, ein kleiner, aber sehr stimmungsvoller Bergsee im Kanton Uri. Besonders im Frühling, wenn die Wiesen rundherum zu blühen beginnen und die Schneereste an den Hängen glitzern, zeigt sich der See von seiner schönsten Seite. Die Anreise führt von Amsteg durch das Tal nach Bristen. Von dort aus kannst du entweder mit der Seilbahn nach Golzern hinauffahren oder zu Fuß aufsteigen. Oben erwartet dich ein klarer See, umgeben von typisch alpiner Landschaft, gesäumt von Fichten, Lärchen und blühenden Alpwiesen.

Mit etwas Glück zeigt sich der Golzernsee in einem ganz besonderen Licht: Nebelschwaden ziehen über das Wasser, Sonnenstrahlen brechen durch die Wolken und die Oberfläche beginnt in sanften Grüntönen zu schimmern. Der Weg rund um den See ist nicht immer vollständig begehbar, doch schon ein Teilstück vermittelt die Ruhe und Ursprünglichkeit dieser abgeschiedenen Bergwelt.

Gebirge spiegelt sich im Golzernsee
Golzernsee

Arnisee

Der Arnisee liegt auf einer Sonnenterrasse hoch über dem Urner Reusstal auf rund 1300 Metern ü. M. Wer Ruhe und Erholung sucht, findet sie hier, umgeben von Wäldern, Wiesen und Bergen. Der kleine, künstlich angelegte Stausee zählt sowohl im Sommer als auch im Winter zu den beliebtesten Ausflugszielen im Kanton Uri. Zwei Luftseilbahnen führen in wenigen Minuten hinauf: entweder von Amsteg oder von Intschi aus.

Oben angekommen erwartet dich ein stiller Bergsee in idyllischer Lage, dessen Ufer du auf einem gemütlichen Rundweg leicht umrunden kannst. Am Wasser laden Feuerstellen, Rastplätze und zahlreiche Bänke mit Aussicht zum Verweilen ein. Leider ist Baden hier nicht erlaubt, da der See dem Elektrizitätswerk gehört und als Speichersee dient.

Weiterlesen auf dem Blog: Das Hochplateau Arni ist ganzjährig ein lohnendes Ziel. Im Winter verwandelt sich die Region in ein kleines Paradies für Schneeschuhfans: Arnisee: ein Schneeschuhtrail abseits ausgetretener Pfade.

gefrorener Arnisee im Winter
Arnisee

Griesslisee

Der Griesslisee ist ein offiziell eigentlich namenloser Gletschersee am Klausenpass. Seit 2019 steht auf der Passhöhe ein unscheinbarer Wegweiser mit der Aufschrift «Gletschersee». Von hier aus erreicht man den kleinen See auf einer leichten Rundwanderung (etwa fünf Kilometer und 300 Höhenmeter). Imposant wird es, wenn das Gletschervorfeld, die Geröllflächen und das türkis schimmernde Wasser des Sees in Sicht sind.

Oberhalb des Ufers lässt es sich wunderbar rasten und das beeindruckende Panorama genießen. Direkt gegenüber thronen der Claridenstock und der Claridengletscher, dessen Eismassen in der Nordwand selbst an warmen Tagen noch glitzern. Doch wie überall in den Alpen zieht sich auch hier der Gletscher langsam zurück. Immer wieder brechen kleinere Eisblöcke ab, stürzen donnernd in den See und treiben als Eisschollen in der stillen Bucht – ein Naturschauspiel, das gleichermaßen vergänglich wie faszinierend ist.

Weiterlesen auf dem Blog: Der Klausenpass hat neben dem Gletschersee auch Wasserfälle, Kraftorte und die größte Alp der Schweiz zu bieten.

Griesslisee am Klausenpass
Griesslisee

Melchsee und Tannensee

Der Melchsee liegt im Skigebiet Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden. Viele, die im Winter den Verbindungslift Erzegg nutzen, ahnen gar nicht, dass sie dabei direkt über den zugefrorenen See fahren. Im Sommer zeigt sich die Frutt von ihrer sanften Seite: Der See liegt ruhig zwischen den grünen Wiesen des Hochplateaus und ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, Familien und Fischer. Rund um den See gibt es zahlreiche Verpflegungsmöglichkeiten, von der Berghütte bis zum gemütlichen Restaurant. An der Ostseite steht idyllisch die kleine Kapelle Melchsee-Frutt, deren Spiegelbild oft auf der Wasserfläche zu sehen ist.

Der gut ausgebaute Rundweg um den See ist in rund einer Stunde bequem zu bewältigen – ideal für einen entspannten Spaziergang in der klaren Bergluft. Außerdem bildet der Melchsee den Start- oder Endpunkt der Vier-Seen-Wanderung, die weiter über den Tannensee, den Engstlensee und den Trübsee führt – eine der schönsten Höhenwanderungen der Zentralschweiz.

Melchsee

Der Tannensee ist ein weiterer See in der Region Melchsee-Frutt. Der kleine Stausee liegt zwischen Melchsee und Engstlensee. Wie viele andere Begseen lässt sich auch der Tannalpsee auf einem schönen Weg in etwa einer Stunde umrunden. Baden oder Bootfahren sind im See allerdings verboten. Dafür lädt das Berggasthof Tannalp zum Verweilen ein. Wer nicht bis hierher wandern will, kann im Sommer auch mit dem Frutt-Zügli fahren.

Stausee Tannalp auf Melchsee-Frutt
Tannalpsee

Wallis

Kaum eine andere Region der Schweiz vereint Eis, Stein und Licht so eindrucksvoll wie das Wallis. Zwischen den höchsten Gipfeln der Alpen – vom majestätischen Weisshorn bis zum weltbekannten Matterhorn – liegen Hunderte von Bergseen, die in ihrer Vielfalt kaum zu übertreffen sind. Einige sind winzige Gletschertümpel unter mächtigen Eisströmen, andere sind weitläufige Stauseen, die sich wie Fjorde in die Täler schmiegen.

Stellisee

Der Stellisee ist der unbestrittene Star des 5-Seenwegs in Zermatt – und einer der berühmtesten Fotospots der Schweiz. Selbst wer keine große Wanderung plant, erreicht den See bequem: Von der Seilbahnstation Blauherd aus führt ein 20-minütiger Spaziergang auf gut ausgebautem Weg zu diesem stillen, glitzernden Bergjuwel.

Hier, auf rund 2 500 Metern ü. M., offenbart sich bei gutem Wetter das, was viele Zermatt-Besucher suchen: der perfekte Blick auf das Matterhorn, das sich majestätisch im klaren Wasser spiegelt. Besonders am Ostufer lohnt sich ein Halt – zwischen den moosbewachsenen Felsblöcken im Wasser und dem Bergmassiv im Hintergrund entsteht das klassische Postkartenmotiv, das unzählige Fotografen auf der ganzen Welt begeistert.

Dass dieser Ort kein Geheimtipp mehr ist, überrascht kaum: Im Sommer herrscht rund um den See reger Betrieb. Wer die Stille und die Spiegelungen ungestört genießen möchte, tut gut daran, früh aufzubrechen.

Weiterlesen auf dem Blog: Der Stellisee ist nur einer der Seen auf dem 5-Seenweg Zermatt. Im Beitrag lernst du die anderen kennen.

Stellisee bei Zermatt
Stellisee

Freiburg

Im Kanton Freiburg treffen das sanfte Mittelland und die zerklüfteten Voralpen aufeinander. In dieser Übergangslandschaft liegen einige überraschend abwechslungsreiche Bergseen – mal eingebettet in grüne Alpwiesen, mal am Fuß schroffer Kalkwände.

Schwarzsee

Der Schwarzsee, auch Lac Noir genannt, ist das bekannteste Ausflugsziel im Freiburger Voralpengebiet. Er liegt auf rund 1Der Schwarzsee, auch Lac Noir genannt, ist das bekannteste Ausflugsziel im Freiburger Voralpengebiet. Er liegt auf rund 1 000 Metern ü. M., umgeben von steilen Felswänden, bewaldeten Hängen und sanften Alpweiden.

Die Region bietet unzählige Wandermöglichkeiten. Rund um den See führen Spazierwege und Themenpfade. Wer weiter hinauf möchte, erreicht Gipfel wie Schwyberg, Les Recardets, Spitzfluhe oder Kaiseregg und genießt beeindruckende Ausblicke auf die Freiburger Alpen. Besonders lohnend ist eine Tour durch den Breccaschlund, eine urtümliche Karstlandschaft, die 1996 als Gebiet von nationaler Bedeutung unter Schutz gestellt wurde. Wer es gemütlicher mag, umrundet den See in gut einer Stunde und macht einen Abstecher zum Wasserfall. Für Kinder (und Märchenfreunde) führt der Häxeweg mit mehreren Stationen durch Geschichten und Sagen aus dem Senseland.

Nicht zu übersehen ist die markante Walflosse, die vor dem Strandbad Gypsera aus dem See ragt. Erschaffen wurde sie von Manfred Zurkinden. Nach der Ausstellung 2018 durfte die Fluke kurzerhand im See bleiben und fügt sich dort erstaunlich gut ins Landschaftsbild ein.

Weiterlesen auf dem Blog: In meinem Artikel Schwarzsee: Breccaschlund und «Walbeobachtung» am Röstigraben erfährst du mehr.

Walfischflosse im Schwarzsee beim Seebad Gypsera
Schwarzsee
Bergseen: Oeschinensee
Bergseen in der Schweiz
Schriftzug Travellingcarola

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Autor:in
Carola ist eine leidenschaftliche Teilzeitnomadin, die ihren Vollzeitberuf mit Reiselust verbindet. Sie ist der Kopf hinter Travellingcarola und seit 2016 eine wahre Inspirationsquelle für alle, die die Welt entdecken wollen. In ihren authentischen Reiseberichten teilt sie einzigartige Erlebnisse und gibt praktische Tipps.

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