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Spreewald: Fließe, Gurken, Kähne und Kaupen

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Eine gute Stunde entfernt vom Großstadtdschungel Berlins liegt das Biosphärenreservat Spreewald, eine märchenhafte und mystische Landschaft und ein echtes Naturparadies. Der Sage nach waren es die wildgewordenen Ochsen des Teufels, die mit ihrem Pflug die vielen Kanäle geschaffen haben. In Wirklichkeit war es die letzte Eiszeit, die für diese einzigartige Auenlandschaft mit einem riesigen Netz aus Wasserstraßen verantwortlich ist. Was wäre der Spreewald ohne seine Kanäle, den Kähnen, die langsam durchs Wasser gleiten, und den berühmten Gurken?

Ich habe ein verlängertes Wochenende in Lübbenau verbracht und den Oberspreewald beim Wandern, Paddeln und Radfahren aktiv entdeckt, aber auch eine ganz gemütliche Kahnfahrt unternommen. Ein paar Anregungen und Tipps dazu habe ich hier zusammengetragen.

Wissenswertes über den Spreewald

Der gesamte Spreewald erstreckt sich über mehr als 3’000 Quadratkilometer, wovon 475 Quadratkilometer Anfang der 1990er-Jahre zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt wurden. Dabei gliedert er sich in den waldreichen Unterspreewald und den wasserreichen Oberspreewald. Diese Unterteilung mag ein bisschen verwirrend sein. Der Oberspreewald liegt nämlich nicht wie vermutet auf der Karte «oben», sondern im Süden. Der Unterspreewald hingegen umfasst den nördlichen Teil, die Region nördlich von Lübben.

Das Wasserlabyrinth ist europaweit einzigartig. Die Fließe, wie die Wasserwege hier genannt werden, sind so etwas wie die Lebensader der Region. Von den 1’575 Kilometer Fließen sind 267 schiffbar. Früher gab es kaum Straßen und sämtliche Transporte fanden auf dem Wasser statt. Das Wasser bestimmte den Lebensrhythmus. Selbst heute noch werden in vielen Regionen Lebensmittel, Briefe und Pakete und sogar der Müll auf Kähnen transportiert. Der Großteil der Wasserläufe ist natürlichen Ursprungs. Einige Fließe wurden künstlich angelegt, um die Kaupen (Inseln) zu entwässern und bessere Möglichkeiten für die Landwirtschaft zu haben.

Schnell fällt auf, dass Ortsschilder oder Straßenbezeichnungen in der Region zweisprachig sind. Dabei handelt es sich nicht etwa um polnische Namen, was aufgrund der Nähe zur Grenze zu vermuten wäre, sondern um sorbische. Die Sorben oder Wenden, ein slawischer Volksstamm, waren die ersten Siedler. Und so heißt der Spreewald auf Niedersorbisch Blota, die Sümpfe. Sprache und Traditionen werden bis heute gepflegt, so sind zum Beispiel die sorbischen Trachten und Bräuche allgegenwärtig. Nach Zeiten der Unterdrückung sorbischer Sprache und Kultur ist Niedersorbisch heute Amtssprache und wird in der Schule gelehrt. Dennoch ist die Sprache vom Aussterben bedroht.

Für Fremde war der Spreewald lange Zeit ein unbekanntes und unerschlossenes Gebiet. Erst mit der Anbindung an das Eisenbahnnetz und der Inbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Berlin und Cottbus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts avancierte er zum beliebten touristischen Urlaubs- und Ausflugsziel. Als Begründer des Tourismus in der Region gilt der Lübbenauer Lehrer und Ortschronist Paul Fahlisch, der ab 1880 Studienreisen in die Region organisierte. Bereits im Jahre 1859 bereiste Theodor Fontane den Spreewald und schwärmte in seinen 1862 und 1881 erschienenen «Wanderungen durch die Mark Brandenburg» von der lieblichen Landschaft.

Mein aktives Wochenende im Oberspreewald

Im Spreewald gibt es nicht den einen Ort, der alle Erwartungen und Vorstellungen erfüllt, und schon gar nicht gibt es einen Ort «Spreewald». Nein, du musst dich schon für eine der Städte oder eines der Dörfer entscheiden. Ich schlage bei meinem ersten Besuch mein Quartier in Lübbenau auf. Lübbenau gilt als heimliche Hauptstadt des Spreewaldes, ist bequem mit dem Zug von Berlin aus erreichbar und groß genug, dass es nicht langweilig wird.

Der größte Vorteil von Lübbenau ist seine Lage im Inneren Oberspreewald. Hier liegen die romantischen und idyllischen Dörfer, die nur auf dem Wasserweg, per Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen sind. Und hier sind viele der Holzhäuser mit Reet eingedeckt. Die Dörfer Lehde und Leipe liegen nur ein paar Kilometer entfernt. Der Nachteil ist, dass Lübbenau genau deshalb bei Besucherinnen und Besuchern sehr beliebt ist.

Das touristische Angebot ist entsprechend riesig. Alle paar Meter buhlen Bootsverleihe, Kahnfährfrauen und -männer um die Kundschaft und an der Gurkenmeile kannst du regionale Produkte verkosten. Auch das Angebot an Restaurants und Unterkünften kann sich sehen lassen.

Kahnfahrt

Es gibt unzählige Klischees, die so einer Kahnfahrt anhaften. Natürlich kannst du dich davon abhalten lassen, dass es oftmals ältere Besucherinnen und Besucher sind, die sich so durch die Fließe staken lassen, unterwegs Schnäpse getrunken und Gurken und Schmalzbrote gegessen werden oder dich die Mücken an heißen Tagen fast auffressen. Oder du steigst einfach ein und wirst feststellen, dass eine Kahnfahrt viel schöner ist als vermutet. Das ruhige Dahingleiten auf den Wasserläufen hat etwas Magisches, Mystisches und Meditatives. Deshalb kann ich nach diesem einmaligen Erlebnis behaupten: Ein Besuch im Spreewald ohne Kahnfahrt ist undenkbar.

Individualreisende benötigen weder Fahrpläne noch im Voraus buchbare Tickets. In Lübbenau gehst du einfach in den Großen oder Kleinen Hafen und wartest bis zur nächsten Abfahrt. Die Kahnfährleute sprechen dich bestimmt an. Sobald der Kahn einigermaßen gefüllt ist, geht es los. Die Rückkehr der Kähne beziehungsweise die nächsten Abfahrten werden dann jeweils auf einer Tafel notiert. Die Auswahl an Anbietern und an sogenannten Themenkahnfahrten (Mondschein, Grill, Kaffee, Wellness, Sagen, Spreewaldkrimi, Whisky, mit Kamin, für Verliebte etc.) ist enorm.

In meinem Fall muss ich im Kleinen Hafen eine knappe Stunde warten, bis sich genügend Gäste für eine dreieinhalbstündige Rundfahrt finden. Die Kosten für die Fahrten sind bei allen Anbietern gleich. Sie bewegen sich von € 16.– für die zweistündige Tour über € 20.– für dreistündige Ausfahrten bis hin zu € 24.– oder mehr für halbtägige Fahrten. Im Juli und August sind die Preise geringfügig höher. Bei den Kähnen im Kleinen Hafen handelt es sich um Tischkähne, sodass du bequem sitzen und genießen kannst. Mit dem Getränkegutschein gibt es ein Freigetränk nach Wahl.

«Es ist die Lagunenstadt im Taschenformat, ein Venedig, wie es vor 1500 Jahren gewesen sein mag». Theodor Fontane

Die Fahrt führt durch mehr oder weniger breite und befahrene Fließe. Nebenarme verzweigen sich, teilweise dicht mit Gestrüpp verwachsen und die Erlen spiegeln sich im Wasser. Dazwischen ragen immer wieder die typischen traditionellen Heuschober empor. Mit etwas Abstand zum Boden konnte das Heu so gut trocknen. Heute werden sie mehr als Touristenattraktion errichtet. Während der Fahrt wirst du vom Kahnfährmann in der Regel mit lustigen Geschichten unterhalten. Kahnfahren entschleunigt. Du bist eins mit der Natur und vergisst ganz, dass außer dir noch viele andere Kähne hier draußen unterwegs sind.

Sämtliche Kahnfahrten ab Lübbenau haben das malerische Dorf Lehde zum Ziel, das Fontane sogar mit Venedig verglich. Das Dorf steht unter Denkmalschutz und so ist es nicht verwunderlich , dass man das Leben vergangener Zeiten hier besonders gut nachempfinden kann. Hier herrscht wirklich Idylle pur, die du logischerweise aber mit vielen anderen teilen musst. Die Häuser sind liebevoll restauriert und geschmückt. In Lehde ist die schönere Hausseite mit den Gärten dem Wasser zugewandt. Deshalb erkundest du den Ort am besten auf dem Wasserweg. Das empfiehlt sich nur schon deshalb, weil du anders gar nicht überall hinkommst.

«… Lehde, das aus ebenso vielen Inseln besteht, als es Häuser hat» Theodor Fontane

Absolut empfehlenswert ist das Freilandmuseum Lehde. Auf dem Gelände befinden sich mehrere historischen Bauernhöfe, die noch original eingerichtet sind, und die älteste Kahnbauerei des Spreewalds. So werden Brauchtum und Handwerk vergangener Zeiten hautnah erlebbar. Kinder finden hier allerlei Betätigungen, vom Stelzen gehen über Wäsche waschen bis hin zum Melken.

Außerdem erfährst du etwas über die Sagen der Region. Da ist zum Beispiel die Mittagsfrau, die allen, die zu lange auf dem Feld bleiben und keine Pause machen, mit ihrer Sichel den Kopf abschneidet. Der Wassermann schwört Fluten und Stürme herauf, tötet kleine Kinder oder entführt neugierige Menschen in sein unterirdisches Reich. Im Gegensatz dazu ist der Schlangenkönig ein wahrer Glücksbringer. Nicht umsonst zieren zwei gekreuzte Schlangenköpfe die Giebel der Blockhäuser. Sie sollen vor bösen Geistern schützen. Schließlich locken Museumsläden mit spreewaldtypischen Dingen.

An der Stelle sei noch erwähnt, dass das Spreewaldmuseum in Lübbenau mindestens so interessant sein soll. Zu entdecken gibt es dort Geschäfte und Werkstätten einer typischen Spreewaldstadt um 1900 und die originale Spreewaldbahn. In Anbetracht des schönen Wetters will ich meine Zeit in der Natur verbringen. Dieser Museumsbesuch muss warten, vielleicht bis zu einem Aufenthalt im Winter?

Auf dem Rückweg macht unser Kahn noch Halt im Gurken Drive-in. Hier gibt es verschiedene Gurkensorten und Schmalzbrote.

Paddeltour

Eine etwas sportlichere Art, die Fließe zu erkunden, ist per Kajak oder Kanadier. Bootsverleihe, wo du Kanus ausleihen kannst, gibt es wie Sand am Meer oder besser gesagt Fließe im Spreewald. In der Regel ist es nicht nötig, die Boote im Voraus zu reservieren. An starken Reisewochenenden wie Pfingsten kann es jedoch vorkommen, dass bereits mittags keine Boote mehr verfügbar sind.

Die Verleihe unterstützen gerne mit Routenvorschlägen für die geplante Paddelzeit und mit Wasserwanderkarten. In der Umgebung von Lübbenau ist die Tour über Lehde nach Leipe eine der schönsten und beliebtesten. Entsprechend wird es hier neben all den Kähnen recht voll. Ich habe gehört, dass es sogar zu Paddelverboten kommen kann. Wenn du Ruhe und Natur genießen willst, würde ich dir diese Route im Hochsommer oder an Wochenenden nicht empfehlen. Da gibt es bessere Alternativen. Auf Outdooractive findest du eine große Auswahl an Kajak- und Kanutouren im Spreewald und kannst sie mit der App bequem selbst planen.

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Insgesamt ist das Paddeln im Spreewald eine recht gemütliche Sache und eignet sich auch für Anfänger. Abgesehen davon musst du ein paar Dinge beachten. Der Spreewald ist Naturschutzgebiet und du solltest natürlich die Durchfahrtsverbote beachten. Einzelne Fließe sind nur für Sportboote gesperrt, während Kähne passieren dürfen. Kähne haben sowieso immer Vorfahrt. Das gilt auch an den Schleusen und Wehren, von denen es etwa 60 Stück zwischen Schlepzig und Cottbus gibt. Sie gleichen die unterschiedlichen Höhen der Wasserstraßen aus und regulieren die Wasserstände.

Normalerweise müssen die Schleusen selbst bedient werden. An den Wochenenden betreiben oftmals Kinder die Schleusen und erwarten für ihre Dienste einen kleinen Beitrag – den sogenannten Schleusengroschen. Deshalb ist es ratsam, immer etwas Kleingeld dabei zu haben und etwa einen Euro pro Boot zu geben. Vielleicht bekommst du als Dank den traditionellen Schleusenspruch zu hören. Die Plätze an den Schleusen sind heiß begehrt, sodass viele ihre Nächte im Zelt verbringen, um morgens die Ersten an der Schleuse zu sein. Immerhin kann man an guten Wochenenden so ein paar hundert Euro verdienen.

Dort, wo es zusätzlich sogenannte Bootsrollen gibt, kannst du auch aussteigen, das Kanu über die Rollen ziehen und so den Höhenunterschied überwinden. Für Paddler gibt es sowieso schon länger die Empfehlung, Boote und SUP-Boards um die Schleusen und Wehre herumzutragen. Das geht einfach und schnell, stört die Berufsschifffahrt (Kähne) nicht und ist umweltfreundlicher. Der Spreewald hat wie viele andere Orte seit Jahren mit Niedrigwasser und Trockenheit zu kämpfen. Deshalb sollten so wenige Schleusen wie möglich geöffnet werden.

Ich kombiniere meine Rundwanderung von Lübbenau über Leipe zur Wotschofska mit einer zweitstündigen Paddeltour. Auf der zweistündigen Tour von Leipe aus treffe ich zwar ebenfalls auf etliche Kanus, aber es geht wesentlich geruhsamer zu und her als in Lehde. Meine Hoffnung, einen Nutria zu sehen, wird leider nicht erfüllt. Dafür umschwirren mich jede Menge Schmetterlinge und Libellen. Und leider fallen an diesem heißen Juniwochenende die Stechmücken ebenfalls über mich her. Ein Mückenschutz gehört unbedingt auf die Packliste.

Spaziergänge und Wanderungen

Selbstverständlich kannst du im Spreewald auch wunderschöne Wanderungen unternehmen, wenngleich die meisten für mich eher unter die Kategorie Spaziergänge fällt. Ein solcher abendlicher Spaziergang führt mich über den wunderschön angelegten Schlossweiher von Lübbenau nach Lehde. Die Gaststätten rund um die Kahnanlegestelle haben seit fünf Uhr geschlossen und es herrscht jetzt eine wunderbare Stille. Vom nachmittäglichen Trubel ist rein gar nichts mehr zu spüren. Im Abendlicht strahlt der Wald nochmals eine ganz besondere Atmosphäre aus.

Ein absoluter Klassiker in der Region ist die Wanderung zur Wotschofska. Die Wotschofska ist eines der ältesten Ausflugslokale in der Region. Das Gasthaus liegt tief im Spreewald und ist mit dem Auto nicht erreichbar. Das Gebäude ist rustikal, die Geschichte regelrecht zu spüren. Der Weg von Lübbenau zur Wotschofska führt durchgehend durch den Wald und kann auch an heißen Sommertagen in Angriff genommen werden. Auf den etwas mehr als drei Kilometern sind jedoch einige Brücken und Stege zu überwinden.


Radfahren

Auf 260 Kilometern führt der Gurkenradweg einmal um und durch den Spreewald. Natürlich musst du nicht die ganzen 260 Kilometer am Stück radeln, sondern kannst einzelne Etappen in Angriff nehmen. Ich absolviere von Lübbenau aus die gut 80 Kilometer lange Runde über Raddusch, Vetschau, Burg, Straupitz und Lübben zurück nach Lübbenau. Da es so gut wie keine Steigungen gibt, ist die Fahrt nicht anstrengend. Nur ein paarmal geht es über eine der typischen Brücken, über die das Rad geschoben oder getragen werden muss. Mein Rad reserviere ich online bei Fahrrad Metzdorf. Die Orientierung fällt leicht, alle Radwege sind sehr gut ausgeschildert, sodass du gut ohne Karte zurecht kommst.

Da ich Lehde und Leipe auf meinen Kahn- oder Paddeltouren und Spaziergängen bereits ausgiebig erkundet habe, geht es auf direktem Weg zur Radduscher Buschmühle. Sie ist eine von vielen alten Mühlen im Spreewald und äußerst liebevoll restauriert. Das Schmuckstück ist zwar nicht mehr in Betrieb, aber es gibt immer wieder einmal Führungen.

Von hier aus ist es nicht weit zur Slawenburg Raddusch. Dabei handelt es sich um den Nachbau eines slawischen Rundwalls aus dem 9. oder 10. Jahrhundert. Obwohl es sich nicht um das Original einer Burganlage handelt, ist ein Besuch durchaus spannend und vermittelt einen guten Einblick in die Geschichte. Die Aussicht von der Wallkrone des neun Meter hohen Schutzwalls aus 1’500 Eichenstämmen ist eindrücklich. Zusätzlich finden in der Slawenburg immer wieder Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

In Burg, der größten Streusiedlung Deutschlands, mit den Ortsteilen Burg-Kolonie, Burg-Kauper und Burg-Dorf, gönne ich mir das berühmte Gurkeneis im Urban’s. Und auch wenn du skeptisch bist – das schmeckt besser als erwartet, besonders in Kombination mit Limette oder Mojito.

Mein Stopp am Bismarckturm fällt kurz aus, weil jetzt am Pfingstwochenende die Spreewälder Sagennacht stattfindet. Der Zutritt zum Festivalgelände und eine Besteigung des 27 Meter hohen Aussichtsturms am Schlossberg sind leider nicht möglich. In Straupitz habe ich mehr Glück. Am Deutschen Mühlentag sind in der Holländerwindmühle alle drei Mühlen in Betrieb, die Korn-, die Öl- und die Sägemühle. In der Ölmühle findet ein Schaupressen statt und es duftet überall nach Leinöl.

Nach einer weiteren Stunde erreiche ich das beschauliche Lübben mit seinem beschaulichen Altstadtkern und der Schlossinsel. Querfeldein geht es zurück nach Lübbenau.

Spreewaldspezialitäten

Im Spreewald dreht sich natürlich alles um die Gurke. An fast allen Ecken bekommst du die traditionelle Köstlichkeit in den verschiedensten Varianten: Gewürzgurken, Salzgurken, Senfgurken – honig-süß oder richtig scharf mit Pfeffer und Chili. Auf der Gurkenmeile in Lübbenau kannst du dich durch das Angebot kosten und dich mit deinen Lieblingsgurken eindecken. Daneben gibt es eine riesige Auswahl an Meerrettich, Senf und Leinöl. An heißen Tagen ist eine kalte Gurkensuppe eine willkommene und köstliche Erfrischung. Und natürlich gibt es immer und überall Gurkensalat.

Gurke ist im Spreewald aber auch dort drin, wo du es nicht vermutest. Es gibt Gurkentorte, Gurkenlimonade, Gurkenradler, Gurkenschnaps und Gurkeneis. Im Restaurant Kaupen Nr. 6 in Lehde kannst du dir sogar einen Gurkenspritz gönnen – die Spreewald-Alternative zu Aperol, Hugo und Lillet. Auch sonst ist das typische Spreewaldhaus eine absolute Empfehlung. Abends unbedingt reservieren! Hier sitzt du direkt am Fließ und kannst dich kulinarisch verwöhnen lassen.

Wer gerne Süßes mag, kommt im Spreewald ebenfalls auf seine Kosten. Köstliche Hefeplinsen stehen fast überall auf der Karte. Das sind Pfannkuchen, die mit Hefe zubereitet werden. Die sündige Süßspeise gibt es mit Zucker und Zimt, Apfelmus, Mohn, Sauerkirschen oder anderen Früchten. Mit etwas Glück findest du auch eine herzhafte Variante mit Käse.

Eines der einfachsten, aber doch so schmackhaften Gerichte sind Kartoffeln mit Sahnequark und Leinöl. Das kaltgepresste Öl mit seinem milden, nussigen Geschmack und den Omega-3-Fettsäuren gilt als sehr gesund und gibt vielen Speisen ein besonderes Aroma. Wie nicht anders zu erwarten, kannst du in der wasserreichen Region guten und frischen Fisch essen, insbesondere Zander, Hecht oder Wels.

Spreewald: Fließe, Gurken, Kähne und Kaupen 2
Kahnfahrt im Spreewald
Spreewald

2 Gedanken zu „Spreewald: Fließe, Gurken, Kähne und Kaupen“

  1. Hallo
    Toller Beitrag über meine alte Heimatregion. Der Spreewald war bereits zu DDR Zeiten das Ausflugsziel der Region Cottbus, da es ansonsten auch nichts anderes gab. Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl ist eine traditionelles arme Leute essen aus der Lausitz, das es öfters gab, bei uns wurde dazu immer noch frischer Schnittlauch gereicht. Übrigens, eine Alternative zu Hefeplinse sind Eierplinse.

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    • Hallo Daniel
      Der Spreewald ist wunderschön. Ich mag es, wenn sich eine Region ihren ganz eigenen Charakter erhalten kann. Wobei ich den Spreewald zu DDR-Zeiten natürlich nicht kannte. Als Vegetarierin waren die Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl schon fast mein Lieblingsgericht. Die einfachen Dinge, sind manchmal am besten.
      Liebe Grüße
      Carola

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