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Naxos, meine ganz persönlichen Tipps für Hotel, organisierte Touren und Restaurants

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Endlich wieder Urlaub. Endlich die unbändige Sehnsucht nach Griechenland und Meer stillen. Und endlich Naxos. Lange Zeit habe ich die größte Insel der Kykladen sozusagen umkreist, bis ich tatsächlich auf ihr gelandet bin. Wie üblich habe ich im Vorfeld Reiseführer, Blogs und Bewertungsportale durchstöbert, um die ultimativen Naxos Tipps ausfindig zu machen. Welches ist das beste Hotel? Gibt es lohnenswerte Ausflüge? Und wo isst man am besten?

Im folgenden Beitrag habe ich einige Empfehlungen und Tipps für Naxos für dich zusammengetragen. Sie beruhen auf meinen ganz persönlichen Erfahrungen in der Vorsaison. Einmal mehr zeigt sich: Es sind Menschen – nicht Orte oder Lokalitäten – die einen Aufenthalt zu etwas ganz Besonderem machen.

Meine Naxos Tipps

Hotel Grotta, die beste Unterkunft

Wenn ich auf die Kykladen reise, suche ich nach authentischen Unterkünften in Regionen, in denen noch Einheimische leben. Typische Badeorte oder Hotelzonen kommen für mich nicht infrage. Ich bevorzuge Hotels und Pensionen, die von ortsansässigen Griechinnen und Griechen geführt werden. Riesige Hotelkomplexe – von denen es auf den Kykladen sowieso nur wenige gibt – sind mir ein Gräuel. Bei einem Besuch auf der Insel im Mai sind viele Unterkünfte nahe der Strände an der Westküste noch nicht geöffnet. Am lebendigsten geht es in Naxos-Stadt zu und her.

Aus diesen Gründen entscheide ich mich für das Hotel Grotta im Stadtteil Grotta, das von Februar bis November geöffnet hat. Übrigens buche ich meine Unterkünfte in der Regel immer direkt beim Hotel und nicht über einschlägige Buchungsportale. Die Bestpreisklausel in Deutschland ist mittlerweile per Bundesgerichtshofurteil zwar gefallen, dennoch müssen die Hotels teils massive Gebühren von bis zu 25 % an Booking und Co entrichten. Natürlich sehe ich die Chance und für viele die Notwendigkeit sich über derartige Portale zu vermarkten und internationale Kundschaft zu akquirieren. Gerade für kleine Unterkünfte ist das aber selten lukrativ. Außerdem schätze ich es einen direkten Ansprechpartner vor Ort und gleich einmal einen freundlichen Erstkontakt zu haben.

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Ich reise viel und habe schon unzählige Unterkünfte – auch im 5*-Bereich – gesehen und bewohnt. Das Hotel Grotta darf sich «nur» mit zwei Sternen schmücken. Das sollte dich jedoch nicht abschrecken, außer du legst Wert auf einen Außenpool. Ansonsten lässt sich das, was das Hotel Grotta zu bieten hat, gar nicht in Sternen ausdrücken.

Das Hotel befindet sich auf einer kleinen Anhöhe mit Sicht auf die Chora und die Portara, einen fünf- bis zehnminütigen Spaziergang vom Hafen entfernt. Das Gebäude ist relativ neu, die Räumlichkeiten sind hell und modern und sehr geschmackvoll dekoriert. Das gilt auch für die 37 Zimmer. Sicherlich sind sie nicht «super fancy» im angesagten Boho-Style, sondern eher zeitlos klassisch oder ägäisch. Als Farben dominieren Weiß und Grau. Alles ist sehr geschmackvoll dekoriert.

Ich empfehle dir, ein Zimmer mit Meerblick zu buchen. Die Aussicht auf den Innenhof ist eher weniger attraktiv. Für die Rundumsicht ist dennoch gesorgt, nämlich auf der wunderschönen Dachterrasse. Und selbst wenn es im heißen griechischen Sommer irgendwie seltsam anmutet: Der Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad, Jacuzzi und Pool ist immer eine Wohltat. Das ganze Hotel ist übrigens penibel sauber.

Das sind die Dinge, die du mit ziemlicher Sicherheit auch andernorts findest. An dieser Stelle wage ich aber zu behaupten, dass die Familie Lianos zu den besten Gastgebern überhaupt gehört. Das ist ehrliche und aufrichtige griechische Gastfreundschaft, in einem Ausmaß, wie man es nur selten antrifft. Von der ersten bis zur letzten Sekunde an, hast du das Gefühl im Hotel Grotta willkommen zu sein. Nicht nur das – du wirst nahezu königlich behandelt. Der Taxi-Transfer von und zum Hafen oder Flughafen ist inkludiert. Ein nettes Extra, das durchaus nicht selbstverständlich ist.

Zur Begrüßung gibt es ein Glas Wein und ein Stück Tiropita auf der Terrasse. Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Und mein Herz ist damit schon gewonnen. Der Weißwein, den ich einmal vor dem abendlichen Spaziergang in die Stadt genieße, geht ganz selbstverständlich aufs Haus. Jeden Nachmittag erwartet mich eine süße Überraschung in Form eines selbst gebackenen Kuchens am Zimmer. Jeder Gast bekommt zusätzlich pro Aufenthalt einmal ein kleines Geschenk mit einer persönlichen Widmung.

Und dann ist da noch Nikoletta. Sie ist die Seele des Hauses. Über mehr positive Energie kann ein Mensch gar nicht verfügen. Jeden Morgen strahlt mich Nikoletta an, überhäuft mich mit Komplimenten und verbreitet unweigerlich gute Laune. Man hat den Eindruck, dass alle Angestellten sich freuen, mit ihren Gästen zu interagieren und sich sprichwörtlich ein Bein ausreißen würden, um alle Wünsche zu erfüllen. Nikoletta beherrscht Multitasking in Perfektion, ohne dabei den Gast aus den Augen zu verlieren. Nichts ist unmöglich, von der Buchung eines Mietwagens über Ausflüge bis hin zu Rezepten aus der eigenen Küche. Es gibt wenige Orte, an denen ich mich so zu Hause gefühlt habe wie im Hotel Grotta.

Hotel Grotta: das beste Frühstück

Etwas vom Besten, das das Hotel Grotta zu bieten hat, ist das Frühstück. Ich liebe ausgedehntes Frühstücken oder Brunchen in Hotels und habe mich unter anderem wegen des Frühstücks für diese Unterkunft entschieden. Schau doch einmal unter Mama’s Breakfast at Hotel Grotta nach, was hier alles aufgetischt wird. Es gibt griechischen Joghurt, Früchte, Nüsse, Honig, helles oder dunkles Brot, getoastet oder nicht, verschiedene hausgemachte Marmeladen, jeden Tag wechselnde Pies, Strudel, Quiches und Tartes (Zwiebel, Brokkoli, Käse, Aubergine, …), Salate, Gemüse, Oliven zwei verschiedene Omelettes oder andere Eierspeisen, Käse von Naxos (sowie langweiligen Gouda) und Wurst.

Als Draufgabe folgt ein täglich wechselndes Angebot an Kuchen und Süßspeisen. Ich sage nur Galaktoboureko und schmelze dahin. Der gute Kaffee kommt in allen Sorten aus dem Automaten und verschiedene Säfte und aromatisierte Wasser runden das Angebot ab. In Covid-Zeiten darf man sich nicht selbst bedienen. Du gehst mit den Angestellten rund ums Buffet und sagst, was du gerne möchtest. Nikoletta freut sich über meinen Appetit und gefühlt werden die Portionen von Tag zu Tag größer. Nach dem Grotta-Frühstück, dem besten Frühstück auf der Welt, bin ich den ganzen Tag satt.

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Philema Foodtours

Wie auf vielen touristischen Inseln gibt es auch auf Naxos diverse Ausflüge mit Bussen zu den wichtigsten Dörfern und Sehenswürdigkeiten in mehr oder weniger großen Gruppen. Das Programm dabei ist meist überfrachtet, unterliegt einem strengen Zeitplan und erlaubt sowieso nur einen ersten Überblick. Natürlich erhält man dabei umfangreiche Informationen von der Reiseleiterin oder dem Reiseleiter gleich mitgeliefert. Ich vermute jedoch, dass von der Fülle an Infos, die da an einem Tag auf die Teilnehmenden einprasseln, nur wenig hängen bleibt. Persönlich bevorzuge ich individuelle Ausflüge mit dem Linienbus oder noch besser mit dem Mietwagen. So kann ich selbst bestimmen, ob ich an einem Ort einmal länger bleiben oder die Route spontan abändern möchte.

Ausnahmen mache ich da nur für Bootsausflüge oder besondere Erfahrungen wie Kochkurse, Food Tours (die mehr sind als Stadtführungen mit ein paar Häppchen) und Touren, bei denen man in die lokale Kultur eintauchen kann. Genau das findest du bei Philema Foodtours von Eleni Kontopidi. Mit ihren Touren will Eleni den Besuchern die naxische Kultur näher bringen und setzt dabei gleichzeitig einen Schwerpunkt auf verantwortungsvollen und nachhaltigen Tourismus. Es handelt sich um private Touren in der Kleingruppe. Im Angebot sind beispielsweise ein Ausflug entlang der Käse- und Weinstraßen, ein historisch-kulinarischer Rundgang durch Naxos-Stadt, der Besuch bei Imkern oder ein Marmor-Workshop. Maßgeschneiderte Touren oder Kombinationen sind ebenso möglich.

Eleni ist auf Naxos aufgewachsen und hat die Liebe zu ihrer Insel und die Leidenschaft für gutes Essen und Käse von ihrem Vater geerbt. Nach ihrer Ausbildung zur Übersetzerin und mehreren Jahren als Tourguide für lokale Reiseveranstalter hat sie sich mit Philema Food Tours selbstständig gemacht und ihre Vision umgesetzt. Eleni arbeitet mit jungen Unternehmern zusammen, die sowohl die kulinarischen Traditionen als auch den Charakter der Insel bewahren möchten.

Damit will Eleni einen Beitrag zu einer gesunden touristischen Entwicklung leisten. Der Spagat zwischen Wachstum und sozialer und ökologischer Verträglichkeit ist jedoch nicht immer einfach. Ziel ist es, dass auch künftige Generationen eine Zukunft auf Naxos haben, in ihren gelernten Berufen arbeiten können und diesen wunderschönen Ort sowie das reichhaltige kulturelle Erbe erhalten.

Philema Foodtours steht für nachhaltigen Tourismus.

Leider ist Eleni in der Zeit, die ich auf Naxos verbringe, bereits restlos ausgebucht. Aufgrund der immer noch bestehenden Restriktionen im Zusammenhang mit Covid-19 werden keine gemischten Gruppen geführt. Nach unserem Austausch per Mail entschließen wir jedoch spontan, uns abends in der Oinochoros Weinbar in Naxos-Stadt zu treffen. Konstantinos, der Besitzer zählt zu Elenis besten Freunden und die Weinbar ist so etwas wie Elenis zweites Wohnzimmer.

Eleni ist eine zarte, quirlige Person, die für das brennt, was sie macht. Es ist spannend ihr zuzuhören. Wir reden über Gott und die Welt, das Reisen generell, alleinreisende Frauen, nachhaltigen Tourismus, über Griechenland und die Schweiz, trinken Wein und essen Käse. Solche Erfahrungen möchte ich nicht missen. Gerade nach einem sehr speziellem Jahr ist es bereichernd wieder auf andere Menschen zu treffen, die der Schlüssel zu anderen Ländern und Kulturen sind. Dafür kann man sich gar nicht genug Zeit nehmen. Menschen wie Eleni und Nikoletta sorgen dafür, dass Naxos einen besonderen Platz in meinen Erinnerungen bekommt.

Restaurants auf Naxos

Die Saison auf Naxos startet zwischen Anfang und Mitte Juni. Im Mai haben bei weitem noch nicht alle Restaurants geöffnet. Das Angebot beschränkt sich vor allem auf die Paralia, die Hafenpromenade, wo sich Taverne an Taverne reiht. Viele Restaurants in höheren Lagen der Chora oder in Richtung Agioas Georgios liegen noch im Winterschlaf. Vielfach ist der Grund dafür, dass die Besitzer nur während der Sommersaison vom Festland auf die Inseln kommen. So fangen zum Beispiel das Apostolis (das mit den hübschen Lampenschirmen) und das Dal Professore Naxos gerade erste einmal an, sich auf die Saison vorzubereiten und alles wieder in Schuss zu bringen.

Während meines kurzen Aufenthalts auf Naxos esse ich im Irini’s an der Promenade, in der familiengeführten Taverne Το κάτι Άλλο in zweiter Reihe und im Scirocco. Überall gibt es ehrliche und einfache griechische Kost. Etwas mehr begeistert mich das Doukato, das mit seiner Lage in einem idyllischen Innenhof überzeugt. Hier stehen einige ausgefallenere Gerichte wie die in der Sonne getrocknete Makrele oder Saganaki Doukato, ein gebackener Käse mit Kataifi-Teig (Engelshaar) auf der Karte. Zu meinen kulinarischen Highlights auf Naxos zählen einerseits das Ntoyzenia in Lionas und das Nissaki am Agios Georgios Strand in Naxos Stadt. Beide könnten jedoch unterschiedlicher nicht sein.

Viele Restaurants auf Naxos sind nur auf Touristen ausgerichtet.

Fisch essen im Ntoyzenia in Lionas

Wenn du Fisch essen möchtest, solltest du den Weg in den Inselnorden nicht scheuen. Das, was im Ntoyzenia auf den Tisch kommt, ist am Morgen noch im Meer geschwommen. Du kannst den Fisch direkt in der Küche selbst aussuchen. Im Gegensatz zu anderen Tavernen wird darauf hingewiesen, dass beispielsweise Meeresfrüchte tiefgefroren sind. Denn hier solltest du dir nichts vormachen. Das Mittelmeer und die Ägäis sind leergefischt. Das meiste, was auf den griechischen Inseln auf die Teller der Touristen kommt (Scampi, Calamares, Oktopusse, Thunfisch, …) ist importiert. An dieser Stelle sei übrigens noch einmal erwähnt, dass man sich in Griechenland, insbesondere auf den Kykladen, bestens vegetarisch ernähren kann. Ansonsten erlebst du im Ntoyzenia aufrichtige griechische Gastfreundschaft und unschlagbar günstige Preise.

Gehobene Küche im Nissaki Restaurant

Günstige Preise wirst du im Nissaki Restaurant, das zum gleichnamigen 4-Sterne-Hotel Nissaki Beach gehört, eher nicht finden. Dafür kannst du hier moderne und qualitativ hochwertige mediterrane Küche genießen. Die innovativen Speisen werden gekrönt von einer kleinen, aber feinen Auswahl griechischer Weine. Sofern man nicht gerade die Ruine des Restaurants auf der kleinen Halbinsel im Blick hat, ist die Lage am Strand wunderschön. Der Service ist tadellos und sehr aufmerksam. Bei meinem Besuch ist auf der Terrasse nicht viel los und ich fühle mich bestens umsorgt und unterhalten. Der Kellner ist kommunikativ und leistet mir immer wieder Gesellschaft.

Nach dem Essen in die Bar

Wenn du gerne Wein trinkst, empfehle ich dir nach dem Essen einen Abstecher in die Oinohoros-Wine Bar, die ich oben bereits erwähnt habe. Das Lokal liegt etwas versteckt in der Altstadt und wird mehrheitlich von Einheimischen frequentiert. Der Eigentümer Konstantinos lebt seine Leidenschaft für Wein und kann dir je nach Vorliebe gute Empfehlungen machen und viel über den gewählten Wein erzählen. Der Schwerpunkt liegt auf griechischen und kykladischen Weinen. Griechische Winzer haben mittlerweile exzellente Produkte, da gibt es wesentlich mehr als Retsina.

Vor allem wegen der Lage und der Sicht auf den Sonnenuntergang hätte ich gerne die Oniro Wine Bar besucht. Die öffnet erst Mitte Juni. Durchaus einen Besuch wert ist das Kitron. Denn hier werden die Cocktails mit dem typischen Insel-Likör gemixt. Mein Kitron Spritz hat jedenfalls ausgezeichnet geschmeckt.

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Neben meinen Naxos Tipps empfehle ich dir meinen zweiten Artikel Vier Tage Naxos: die schönsten Orte und Aktivitäten. Dort kannst du meine Reiseroute nachlesen und erfährst, wie ich die Tage gestaltet habe.

Naxos Tipps Taverne Ntoyzenia Lionas
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