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Ein Bootshaus in Klima, eine der schönsten Unterkünfte auf Milos

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Sie heißen Schinopi, Klima, Areti und Fourkovouni, die winzigen Hafenorte oder Fischerdörfer auf Milos. Auf einer Insel, die den Nordwinden ausgesetzt ist, gibt es nur wenige sichere Zugänge zum Meer. Früher blieben die Fischer im Sommer hier draußen am Golf von Milos und schliefen in einem typischen Bootshaus in Klima. Heute werden einige dieser wunderschön zurechtgemachten Häuser als Ferienquartiere angeboten. Authentischer und stilvoller kann man seinen Aufenthalt auf Milos kaum verbringen. Gleichzeitig hat man hier die allerschönsten Fotomotive direkt vor der Haustüre.

Möchtest du auf Milos stilecht in einem Bootshaus in Klima übernachten oder wohnen? Im Beitrag erzähle ich dir alles Wissenswerte zu einem Aufenthalt in dem kleinen Fischerdorf.

Ein Bootshaus in Klima

Wer nach Bildern von Milos sucht, stößt unweigerlich auf Aufnahmen des pittoresken Fischerdorfs. Es liegt unterhalb der Ortschaft Tripidi. Genaugenommen ist das Dorf nicht mehr als eine schmale, zwischen den Bergen und dem Meer eingeklemmte Reihe von Häusern, teilweise sogar in die Felsen hineingebaut. Je nach Gezeiten beginnt das Meer direkt vor der «Haustüre» oder lässt einen schmalen Streifen zum Gehen frei, eine Straße gibt es nicht.

Die weißen, zweigeschossigen Häuschen haben allesamt bunte Tore, Fensterläden und Balkone. Im Erdgeschoss befindet sich die sogenannte «Syrmata», die Bootsgarage. Man muss nur das Tor öffnen und kann das Boot direkt ins Meer schieben. Im oberen Stockwerk leb(t)en die Fischer mit ihren Familien. Die Bootshäuser sind unwahrscheinlich fotogen und locken natürlich immer wieder Besucher an. Trotzdem ist es hier sehr ruhig, zumindest in der Vor- und Nachsaison. Neben einigen Katzen leben noch vier Hausgänse hier. Jedes Bootshaus erzählt seine eigene Geschichte.

Die Honeymoon Klima Suite

Etwas erhöht hinter der Häuserzeile am Meer befindet sich das Hotel Panorama. Ansonsten gibt es hier im ehemaligen Fischerdörfchen das eine oder andere Bootshaus auf Aribnb zu mieten. Das Angebot ist nicht riesig, sodass man rechtzeitig buchen sollte. Meine Wahl – groß war die Auswahl Mitte Mai nicht – fiel auf die Honeymoon Suite. Dieses Bootshaus ist das höchste und liegt fast ganz am östlichen Ende (links der Straße zum Wasser).

Auf Airbnb heißt es dazu: «Die Suite verfügt über eine große voll ausgestattete Küche, ein Badezimmer, ein Schlafzimmer im Erdgeschoss und eines im Obergeschoss, verbunden mit einer hölzernen Treppe. In dieser Suite können Sie die absolute ägäische Aussicht genießen, die nur durch Wellen gestört wird.» Das trifft es sehr gut. Die Gastgeberin Maria hat sogar den Kühlschrank mit Wasser, Saft und Kaffeesahne gefüllt sowie einen Kuchen bereitgestellt. Auch sonst ist der Kontakt zu Maria sehr unkompliziert. Sie erwartet mich bei Ankunft in der Küche. Sie selbst wohnt allerdings nicht im Dorf.

Die Terrasse des Appartements ist fantastisch, sowohl am Morgen als auch abends zum Sonnenuntergang. Ich habe sie noch nicht benötigt, aber für die heißen Monate verfügt die Unterkunft auch über eine Klimanlage. Sogar WLAN funktioniert zumindest auf der Terrasse ganz ordentlich.

Praktische Tipps für einen Aufenthalt

Wenn du einen Aufenthalt in Klima planst, musst du ein Auto mieten. Ansonsten ist der Ort nur per Taxi zu erreichen, flexibel ist man dann selbstverständlich nicht. Die Straße hinunter an die Küste ist schmal, aber in Ordnung – man gewöhnt sich daran. Allerdings gibt es im Dorf selbst fast keine Parkplätze. Ganz vorne beim Wasser haben Einheimische die Möglichkeit ihr Auto abzustellen und beim Restaurant Astakas finden Gäste Platz. Ansonsten parkt man entlang der Straße und muss dann ein gutes Stück, je nach Lage des Bootshauses, zu Fuß weiter.

Zum Glück sind die Mietautos auf Milos klein. So hat man am schmalen Wendeplatz, der trotz Parkverbot, gerne verstellt ist, immerhin noch die Chance umzukehren. Ich kann mir vorstellen, dass es im Hochsommer hier ziemlich eng wird und es schwierig ist, noch eine Parklücke zu finden.

Insofern sind der Schalenkoffer oder der Trolley eine schlechte Wahl. Ich habe es so gemacht, dass ich mein «großes Gepäck» im Auto gelassen habe und nur das Nötigste in einem Rucksack mitgenommen habe. Da man auf dem Weg zum Bootshaus möglicherweise nasse Füße bekommt, kann ein Paar Flipflops nicht schaden. Denn wie schon erwähnt, sind Wege und Strand sind je nachdem, ob Ebbe oder Flut herrscht, schon mal überschwemmt.

Im Ort selbst gibt es so gut wie keine touristische Infrastruktur. Wer in einem Bootshaus wohnt, muss für Lebensmitteleinkäufe nach Triovasalos oder Adamas. Das einzige, allerdings relativ große, Restaurant Astaks öffnet seine Tore Ende Mai. Im Sommer gibt es noch einen kleinen Souvenirladen. Dann wird der ehemalige Fischerort zum Hotspot für Tagesausflüge.

Vom Baden wird hier an der Küste übrigens abgeraten, auch wenn es direkt vor dem Bootshaus beginnt. Es ist wohl so, dass die Abwässer ungeklärt ins Meer geleitet werden. Das sagen zumindest die Einheimischen. Ob und wieweit das nicht auch für andere Orte oder Strände auf Milos zutrifft, kann ich nicht sagen. Mit Sicherheit gibt es aber wesentlich schönere Strände auf Milos.

Vom Meer aus führt ein Wanderweg hinauf nach Tripidi und zu den Katakomben. Der Weg ist relativ steil und sowohl in der Sommerhitze als auch nachts nicht zu empfehlen.

Meine Erfahrungen

Mitte Mai ist es noch recht einsam in dieser Ecke der Insel. Gemäß der Autos an der Straße sind maximal sieben oder acht der Bootshäuser belegt. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern hat sich ebenfalls in einem der Bootshäuser einquartiert. Tagsüber treffe ich einige Fischer an und zwei Häuser weiter wohnt ein altes Ehepaar. Da sie kein Englisch sprechen, weiß ich nicht, ob sie das ganze Jahr über oder nur temporär hier leben. Angst vor dem Alleinesein sollte man hier um diese Jahreszeit also nicht haben.

Belohnt wird man mit einer unvergleichlichen Aussicht und der Nähe zum Meer. Nachts, wenn der Wind an den alten Balken rüttelt und die Brandung gegen die Häuser schwappt, kann man als Alleinreisende hier schon einmal ein etwas mulmiges Gefühl haben. Das ist aber schnell vergessen, wenn einen die ersten goldenen Strahlen der Morgensonne wecken oder man die unvergesslichen Sonnenuntergänge über dem Golf von Milos genießt. Und so sitze ich viele Stunden glücklich und zufrieden auf der Terrasse, genieße das Hier und Jetzt und vertiefe meine Liebe zu Griechenland.

Eine ganze Woche würde ich in dieser Ecke der Insel vielleicht nicht verbringen, wobei es im Sommer beziehungsweise ab Juni, wenn das Restaurant geöffnet hat sicherlich wieder anders ist. Genau aus diesem Grund war ich zuvor in der Plaka. Dort ist es ein wenig lebhafter, wenn auch noch weit entfernt von Massentourismus. Auf alle Fälle ist ein Aufenthalt in einem der Boothäuser ein unvergessliches Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen soll, wenn man nach Milos kommt. Ich kann es euch nur ans Herz legen. Mehr Griechenland und mehr Meer geht fast nicht!

Bootshaus in Klima

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1 Gedanke zu „Ein Bootshaus in Klima, eine der schönsten Unterkünfte auf Milos“

  1. Moin und Kalimera Carola, ja die Bootsschuppen Syrmata sind ein optischer Leckerbissen. Die bunten Bootsschuppen machen für mich auch milos aus.

    Ich bin im April 2013 einen Monat auf Milos gewesen. Habe ein Kaiki (traditionelles Holzboot der Fischer) in einer Werft wieder fit gemacht. Vor ein paar Jahren hat die EU beschlossen, wenn Fischer in Griechenland ihr Kaiki zerstören, sie als Entschädigung dafür Geld von Brüssel bekommen. Was für ein Wahnsinn. Gewohnt habe ich den einen Monat im Ortsteil Pelekouda von Pollonia, auf der Halbinsel Pelekouda.

    Meine Meinung über Milos ist hin und hergerissen. Auf der einen Seiten die wunderschönen Syrmata oder Sirma, die bunten Bootschuppen der Miloten. Heute nutzen die Miloten die Syrmata als Sommerhäuser oder vermieten sie als Unterkünfte.

    Die Traumlandschaft von Sarakiniko. Viele einsame und abgelegene Strände und keine großen Hotels bzw. Hotelanlagen. Im Westen die unbewohnte Region Chalakas.

    Auf der anderen Seite die massiven Eingriffe in die Landschaft und die Auswirkungen vom Bergbau. Die karge Vegetation, es gibt keinen Wald. Die Miloten sagen auch, wir sind steinreich. Milos ist auch ein wenig teurer und bei den Schönen und Reichen aus Athen beliebt.

    Die Nachbarinsel Kimolos hat mir deutlich besser als Milos gefallen. Mehr Ursprünglichkeit, die beeindruckende Kultur der Terrassenbewirtschaftung und die schöne und wilde Landschaft, mit den Eselpfaden (Kalderimi).

    Es gibt ein interessantes Buch über Milos: Der Arzt Hans Löber – Briefe aus Milos, 1943-1944.

    Ob Milos oder Kimolos, jede der über knapp 100 bewohnten griechischen Inseln, hat seinen besonderen Reiz und Charakter. Jede Insel hat auch seine eigenen Liebhaber und langjährigen Stammgäste.

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