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Paros, eine paradiesische Insel auf den Kykladen

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Portugal, Spanien, Italien, Kroatien? Welches ist das schönste Land in Südeuropa? Für mich gibt es da nur eine Antwort: Griechenland. In keinem anderen Land fühle ich mich so zu Hause, nicht in Österreich und nicht in der Schweiz. Besonders liebe ich die Kykladen und Inseln wie Paros, Milos, Santorin, Folegandors, Amorgos, Serifos und Sifnos.

Wie konnte ich vergessen, wie schön Griechenland ist?

Nach einigen Jahren Pause – ich hatte das Gefühl, ich müsste die große, weite Welt entdecken – reise ich nun wieder regelmäßig in das Land meines Herzens. Jedes Jahr komme ich zurück und besuche eine der Inseln, die ich schon in meiner Jugendzeit bereist habe.

Entdecke mit mir gemeinsam ein kleines Stück griechisches Inselglück, ein blau-weißes Paradies und begleite mich für drei Tage nach Paros.

Warum Paros?

Paros ist flächenmäßig eine der größeren Kykladeninseln, steht aber seit jeher im Schatten von Mykonos oder Santorin. Dafür ist die Insel umso bezaubernder. Hier findet man überall strahlend weiß getünchte Flachdachhäuser mit blau oder grün gestrichenen Türen, Fenstern, Treppengeländern und Balkonen. Zusätzliche Farbtupfer sind die Bougainvilleen oder die Oleandersträuche. Und die Umrandungen der Steinplatten in den Gassen sind feinsäuberlich weiß gestrichen.

Im Unterschied zum berühmten Mykonos, das nur eine Stunde mit der Fähre entfernt liegt, ist Paros um einiges entspannter. Hier drängen sich keine Touristen in Einerkolonnen durch das Gassenlabyrinth. Ich schätze es sehr, dass auf Paros keine Kreuzfahrtschiffe anlegen und der Tourismus nicht ganz so präsent ist wie z.B. auf Santorin. Manche vergleichen die Insel Paros mit Mykonos in den 1980er- und 1990er-Jahren. Möge ihr das Schicksal der Party- und Jetsetinsel erspart bleiben.

Große Hotels sucht man auf Paros vergebens. Zimmer findet man am besten in kleinen typischen Pensionen. Ferien auf Paros können sehr entspannt sein.

Anreise nach Paros

Paros ist von Piräus aus mit der Highspeed-Fähre in etwa drei Stunden zu erreichen. Wer mehr Zeit mitbringt, kann auch mit der Autofähre nach Parikia tuckern. Paros verfügt auch über einen neuen Flughafen. Hier landen mehrmals täglich die Bombardier Dash von Olympic Air. Der Flug von Athen aus dauert etwa 25 Minuten. Für die Schnellfähre muss man etwa 60 € pro Strecke einkalkulieren, der Flug kostet in der billigsten Klasse circa 90 € (one way).

Urlaubsorte auf Paros

Selbst wenn man überall auf der Insel ein Quartier findet, gibt es doch einige traditionelle größere Urlaubsorte auf Paros, die sich über die ganze Insel verteilen. Es sind dies Parikia, die Inselhautpstadt im Westen, Naoussa im Norden und Piso Livadi im Südosten.

Parikia

Der Hauptort der Insel ist gleichzeitig Touristenhochburg. Durch die zentrale Lage am Hafen ist Parikia Anlaufstelle Numer Eins. Schon alleine durch die Ankunft der vielen Fähren und Schnellboote ist hier ständig etwas los. Entlang der Uferpromedade herrscht geschäftiges Treiben, ein Ankommen und Abfahren. Immerhin zählt Parikia zu den größeren Häfen in den Kykladen.

In Parikas Altstadt findet ihr die Einkaufsmeile von Paros. Wer genügend Zeit und Geld mitbringt, wird hier durchaus fündig und kann einige hochwertige und schöne Produkte entdecken. Gleichzeitig gibt es hier auch viel Ramsch. Korbtaschen, Schuhe und Schals, die bei einschlägigen asiatischen Verkaufsportalen für nicht einmal EUR 5.- verkauft werden, kosten hier gut und gerne das Zehnfache. Aber solange sich für den vermeintlich schicken Boho-Style Abnehmer finden, wird die Nachfrage das Angebot und den Preis bestimmen.

Daneben kann man in Parika auch viele lohnenswerte Sehenswürdigkeiten besichtigen. Das venzianische Castro oder besser gesagt seine Überreste datieren zurück bis ins 13. Jahrhundert. Wenn euch so wie mich Friedhöfe in den Bann ziehen, solltet ihr auf alle Fälle den Acient Cemetery besuchen. Einzelne Gräber, Urnen und Sarkophage sind älter als 3000 Jahre!

Ebenfalls interessant ist die Katapiliani-Kirche. Sie zählt zu den schönsten Kirchen in ganz Griechenland. Was die Kirche so besonders macht, ist das aus Marmor gefertigte Taufbecken. Der Abbau von Marmor hat auf Paros eine lange Tradition.

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Naoussa, hübsches Fischerdorf auf Paros

Naoussa ist der zweitgrößte Ort auf der Insel und liegt im Inselnorden. Die Hauptattraktion von Naoussa ist der alte Fischerhafen. Dieser ist zweifelsohne eine der schönsten in ganz Griechenland. Trotz des wachsenden Tourismus ist Naoussa noch einigermaßen ursprünglich geblieben. Großartige Sehenswürdigkeiten hat Naoussa nicht zu bieten. Auf einem Hügel mit Blick über das Dorf bis hin zum Meer steht die Kirche Kimisis tis Theotokou, die drittgrößte Kirche auf Paros.

Ansonsten lockt Naoussa vor allem wegen seiner Strände. Diese lassen sich bequem mit dem Taxiboot erreichen. Verbindungen gibt es regelmäßig vom Hafen aus. Am bekanntesten ist wohl der Kolombithres Beach. Sehenswert hier sind die Felsformationen, die den Strand in viele kleine Buchten unterteilen. Der oft bemühte Vergleich mit der berühmten Anse Source d’Argent auf La Digue sind allerdings schon etwas weit hergeholt.

Ich selbst habe mein Quartier in Naoussa aufgeschlagen. Seit meinem ersten Besuch auf Paros im Rahmen eines Segeltörns ist mir das kleine Fischerdorf nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Im Kandiani Bleu Ciel habe ich eine kleine, aber feine Unterkunft in Laufdistanz zum Zentrum gefunden. Die Zimmer sind neu und sehr stilvoll eingerichtet. Sie haben dennoch einen vernünftigen Preis. Der Inhaber ist ausgesprochen freundlich und hat mich sogar noch persönlich mit dem Auto zum Busbahnhof gebracht.

Restaurantempfehlungen in Naoussa

Meine Restaurant-Empfehlung für Naoussa ist zweifelsohne das Safran. Das Einzige, was hier fehlt ist die Aussicht auf das Meer. Mit allem anderen kann das Safran aber punkten. Hier gibt es griechische Küche, modern interpretiert, mit besten Zutaten, solide und ohne große Extravaganzen zubereitet. Die hausgemachten Spinatpasteten und das Fava mit den frittierten Kapern und dem konfierten Zwiebeln sind ein Gedicht. Das Personal ist sehr aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein. Selbst die Preise sind für kykladische Verhältnisse noch im Rahmen.

Gut gegessen habe ich auch im Open Garden Restaurant in einer kleinen Gasse oberhalb des geschäftigen Zentrums. Die Kolokythokeftedes, sie gehören zu meinen Lieblingsgerichten in Griechenland, sind ausgeprochen gut.

Wenn ich in Griechenland bin, will ich auch griechisch essen.

Feinschmecker sind ja immer etwas skeptisch, wenn es um griechische Küche geht. Ich finde, dass sich in den letzten Jahren viel getan hat. Viele Gerichte sind raffinierter geworden und genrell ist das Essen nicht mehr so fleischlastig. Weniger begeistert bin ich von der Fusionküche, die mittlerweile überall gleich langweilig auf der ganzen Welt angeboten wird. Sushi, wie es im UMI Shushi in Naoussa angeboten wird, brauche ich da nicht.

Piso Livadi

Wer Ruhe sucht, aber dennoch nicht ganz einsam sein möchte, der ist in Piso Livadi gut aufgehoben. Im kleinen Ort im Südosten der Insel, etwa 25 km von Parikia entfernt, gibt es einige Tavernen und einen kleinen Strand. In der Nähe befinden sich mit dem Golden oder Pounda Beach zudem einige der bekanntesten Strände der Insel.

Von Hafen in Piso Livadi aus starten die Ausflugsboote nach Naxos, Delso, Mykonos, Santorin oder Koufounissia.

Lohnenswerte Ausflüge auf Paros

Meine Zeit auf Paros ist definitiv zu kurz, um alle Pläne auch in die Tat umzusetzen. Den ersten Tag verbringe ich – ohne dass Langeweile aufkommt — in Naoussa selbst, schlendere durch die Gassen, statte der einen oder anderen Boutique einen Besuch ab, genieße einen Sundowner im alten Hafen und esse vorzüglich.

Lefkes

Ein Besuch im Bergdorf Lefkes darf bei einem Paros-Besuch einfach nicht fehlen. Sowohl für Einheimische als auch Touristen ist Lefkes der wohl schönste Ort auf der Insel. Die Umgebung von Lefkes ist auch im Sommer noch erstaunlich grün. Da es im Dorf nicht viele Unterkünfte gibt, sind es vor allem Tagestouristen, die hier vorbeischauen.

Lefkes ist wahrlich zauberhaft. Selbst wenn mehr Besucher ins Dorf strömen, findet man hier immer noch ruhige Ecken und kann ungestört auf Entdeckungsreise gehen. Während der gesamte Ort schon ein Gesamtkunstwerk ist, findet man mit der Kirche Agia Triada oder dem Taubenturm am oberen Ortsrand weitere Sehenswürdigkeiten.

Der Ortskern um die untere Platia (Platz) ist autofrei und in der Hauptstraße gibt es sogar ein paar wenige Souvenirgeschäfte. Unweigerlich kommt man an beeindruckenden neoklassizistischen Gebäuden vorbei. Von der oberen Platia aus hat man bei klarem Wetter eine gute Sicht bis nach Paros.

Hier in Lefkes beginnt der byzantinische Weg. Die gemütliche Wanderung hinunter ins Tal bis nach Prodromos dauert etwa eine halbe Stunde. Ich kombiniere diesen Ausflug noch mit einem Abstecher nach Parikia.

Busfahren auf Paros

Selbst wenn die Busverbindungen in der Vorsaison noch nicht so häufig sind, kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zwischen Parikia, Naoussa, Lefkes und Piso Livado hin und her. Den jeweils aktuellen Fahrplan findest du auf der Seite von K.T.E.L. Paros. Auf Paros kauft man die Tickets übrigens nicht wie auf vielen anderen Inseln noch üblich nicht im Bus direkt, sondern an den Verkaufsstellen oder am Automaten an den Busbahnhöfen. Eine einfache Fahrt kostet meist 1,80 €, längere Strecken entsprechend mehr.

Bootsausflug auf die Kleinen Kykladen

Noch idyllischer als auf Paros selbst geht es auf Koufounissia zu. Die täglichen Ausflüge mit den alten Holzbooten Agios Georgios oder Kaptain Manolis bringen einen in relativ einsame Buchten mit glasklarem türkisfarbenen Wasser – ein absoluter Traum.

Ich bin einen Tag lang mit Kapitän Yannis auf dem traditionellen Kaiki Agios Georgios unterwegs. Das Boot ist gut gebucht, es gab aber dennoch ausreichend Platz für alle. Unsere erste Station ist die Agios Sostis Bucht auf Naxos. Es folgen weitere Stopps, z.B. bei Glaronis auf der Südseite von Koufounisi und verschiedenen Buchten auf Epano und Kato Koufounissia. Es bleibt ausreichend Zeit zum Baden und Schnorcheln. Die Zeit vergeht wie im Flug.

Im Preis von EUR 65.- inkludiert sind sämtliche Getränke, Snacks und das Mittagessen. Begrüßt werden wir mit Kaffee und Zimtkeksen. Mittags gibt es ein Barbecue. Für die Fleischesser werden Hunderte von Pork- und Chicken-Souvlakis auf den Grill geworfen. Die Auswahl für Vegetarier ist eher gering: Es gibt Kicherebsen und griechischen Salat. Tzatziki, Melitzanosalata und ein russischer Salat werden in großen Plastikeimern als Fertigprodukte kredenzt. Von ihnen lasse ich die Finger ebenso wie von dem billigen Wein, der in riesigen Kanistern daherkommt. Später gibt es aber noch reichlich frische Früchte.

Die Crew ist sehr bemüht und freundlich und trotz der kleinen Abstriche beim Essen, kann ich die Bootstour nur empfehlen.

Antiparos

Was wären Ferien auf Paros ohne einen Abstecher auf die kleine Schwester Antiparos. Vom kleinen Hafen Pounda aus gelangt man mit der Fähre alle 30 Minuten (Hochsaison) auf die kleine Insel. Bis nach Pounda kann man den Bus nehmen. Die Linie zum Flughafen macht dort Halt.

Auf Antiparos geht es sehr ruhig und gemächlich zu. Es lohnt sich durch die Straßen von Atiparos zu bummeln oder die Spilion Agiou Ioánnou-Höhle zu erkunden. Dafür benötigt man dann aber einen Mietwagen oder Roller. Der wunderschöne Bucht am Faneromeni Beach kann man dann ebenfalls einen Besuch abstatten.

Ich selbst muss aus Zeitgründen diesmal auf den Ausflug nach Antiparos verzichten. Bei Gelegenheit werde ich hier aber wieder einmal ein paar entspannte Tage verbringen.

Ferienlektüre für Paros

Wenn du noch auf der Suche nach dem passenden Lesestoff bist, kann ich dir die Paros-Krimis von Peter Pachel empfehlen. Während meines Aufenthalts lese ich «Blutiger Marmor». Darin ermittelt Kommissarin Katharina Waldmann zum vierten Mal auf der griechischen Ferieninsel Paros. Es versteht sich von selbst, dass das keine hochstehende Literatur ist, aber ich ich mag die Hommage an Paros und die griechische Küche.

Weitere Griechenland-Pläne

Mit Sifnos und Serifos möchte ich demnächst zwei weitere Inseln besuchen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Die beiden Nachbarinseln eignen sich perfekt zum Inselhüpfen. Aber auch an Koufonisia habe ich während des kurzen Bootsausflugs mein Herz verloren. Hier und auf Antiparos könnte man wunderbar ein paar geruhsame Tage verbrinen.

Paros, Hafen von Naoussa

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4 Gedanken zu „Paros, eine paradiesische Insel auf den Kykladen“

  1. Griechenland hat so viel zu bieten! Auf Antiparos habe ich mir mal den kleinen Zeh gebrochen, trotzdem habe ich sie in guter Erinnerung.
    Tolle Fotos!
    Liebe Grüße
    Gabriela

    Antworten
    • Liebe Gabriela, es gibt mit Sicherheit bessere Ferienerinnerungen. Es freut mich aber zu lesen, dass deine Liebe zu Griechenland dadurch nicht getrübt ist.

      Viele Grüße
      Carola

      Antworten
  2. Meine Reise zu den griechischen Inseln ist sage und schreibe 30 Jahre her. Neben Amorgos, Koufonisia und Anafi war ich damals auch auf Paros. Jedes Jahr denke ich mir wieder, jetzt wäre es wieder einmal an der Zeit nach Griechenland zu düsen. Das Land und die Lebensart haben mir unglaublich gut gefallen. Und Deine Fotos sind unglaublich schön…

    Antworten
    • Liebe Gudrun, dann wünsche ich dir, dass es bald wieder einmal klappt mit Griechenland. Bei mir steht heuer ein Wiedersehen mit Sifnos und Serifos auf dem Programm. Ich musste allerdings von Juni auf August verschieben.

      Herzliche Grüße
      Carola

      Antworten

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