Costa Rica: mit dem Mountainbike von Nord nach Süd und von Küste zu Küste

Aktivreisen

Costa Rica, die reiche Küste, ist einer der fortschrittlichsten, sichersten und zugleich auch teuersten Länder in Lateinamerika. Das demokratische Land verzichtet seit 1948 auf ein eigenes Militär und erklärte 1983 die dauerhafte und aktive unbewaffnete Neutralität. Das brachte Costa Rica auch die Bezeichnung Schweiz Lateinamerikas ein.

Auf einer Fläche von etwa 51.000 km² bietet das Land zwischen Pazifik und Atlantik eine unvergleichliche Natur und Vielfalt: aktive Vulkane, Nebel-, Regen- und Trockenwälder, kristallklare Flüsse und Wasserfälle, paradiesische Strände, Kaffee-, Kakao-, Bananen-, Ananas- und Zuckerrohrplantagen sowie eine beeindruckende Tierwelt. Fast ein Drittel der Fläche steht unter Naturschutz (Nationalparks). Umweltschutz wird generell groß geschrieben. Fast 100% des Strombedarfs stammen außerdem aus erneuerbaren Energien.

Die Ticos (Costa Ricaner) lieben ihr Land und sind äußerst aufgeschlossene, gebildete und freundliche Menschen. Eine der wichtigsten Redewendungen im Land lautet «Pura vida». Das pures Leben ist allgegenwärtig, nicht nur als allumfassender Ausspruch (von «Hallo» über «Alles bestens, danke!» bis zu «Auf Wiedersehen») ist es vor allem ein Lebensgefühl.

In diesem Beitrag nehme ich euch mit auf meine zugegeben kurze Radreise durch die verschiedenen Regionen Costa Ricas und beschreibe die einzelnen Stationen dieser Tour.

Mit dem Moutainbike durch Costa Rica

Unfassbar, dass meine letzte Bikereise auf die Philippinen schon wieder zwei Jahre her ist. Dabei ist Radfahren eine der schönsten Möglichkeiten ein Land kennenzulernen, man ist doch etwas schneller als zu Fuß, aber immer noch langsam genug, um alles wahr- und aufzunehmen. Erst das langsame Reisen ermöglicht es, richtig in ein Land einzutauchen. Zudem macht es Spaß und hilft fit zu bleiben.

Ich bin diesmal unterwegs mit einer Gruppe von 14 weiteren Radbegeisterten, begleitet von zwei Bikeguides aus Spanien und Costa Rica, einem Busfahrer und dem Lkw-Fahrer, der die Mountainbikes transportiert.

Von San José nach Playa Hermosa

San José, die Hauptstadt Costa Ricas, ist nicht gerade für ihre vielen Sehenswürdigkeiten bekannt. Das koloniale Erbe Costa Ricas wurde weitgehend durch viele Erdbeben zertstört oder musste nichtssagenden Gebäuden weichen. Der Höhepunkt der Stadt ist zweifelsohne das Nationaltheater, welches 1897 eröffnet wurde. Alleine schon ein kleiner Blick in das Café lässt erahnen, wie prunkvoll der Saal ist. Wer an Geschichte und Kultur interessiert ist, besucht am besten das Gold-, Jade- oder Nationalmuseum. Zu den weiteren Gebäuden, die ein Foto wert sind, zählen die Hauptpost und der Atlantische Bahnhof gleich beim Nationalpark. Der Mercado Central ist ebenfalls einen Besuch wert.

Für uns geht es bereits relativ zeitig los. Die Straßenverhältnisse in Costa Rica sind nicht die besten. Unser heutiges Ziel ist Playa Hermosa in der Provinz Guanacaste am Pazifik. Für die knapp 250 km benötigen wir viereinhalb bis fünf Stunden. Untergebracht sind wir in unmittelbarer Strandnähe und können heute erst einmal dort entspannen und uns eingewöhnen.

Einfahren rund um Playa Hermosa

Heute gehen wir es gemütlich an. In einem Rundkurs von knapp 40 Kilometern radeln wir über Sardinal de Carillo überwiegend auf kleinen Nebenbstraßen bis zur Bahia Panamà. Eine schöne Abfahrt zum Strand belohnt uns für eine kurze, aber knackige Steigung. Danach wartet erst einmal ein Bad im Meer und das traditionelle Picknick auf uns. Unsere Guides verwöhnen uns während der ganzen Reise mit liebevoll zubereiteten Picknicks. So gestärkt nehmen wir das letzte Stück zurück zum Hotel in Angriff.

Von Playa Hermosa zum Vulkan Miravalles

Zunächst bringt uns der Bus über Liberia in die kleine Ortschaft Bagaces. Hier schwingen wir uns auf unsere Bikes und starten die heutige Tour bis zum Thermalbad und Hotel Yoko Termales. Die «nur» 30 Kilometer haben es in sich und warten mit starken ungangenehmen Steigungen bei brütender Hitze auf uns. Der Vergleich mit einem Backofen ist nicht von der Hand zu weisen. Mittagessen gibt es in der Soda Jesse im kleinen Örtchen Fortuna. Im heißen Wasser können wir unsere müden Glieder entspannen.

Downhill nach Liberia

Wie immer geht es zeitig am Morgen los, zuerst über unbefestigte Schotterwege nach Guayabo. Am Camino a San Jorge warten die wohl anstrengendsten Kletterpartien auf uns – mehrere Anstiege hintereinander mit knapp 20 % Steigung. Zum Glück kann man in das Begleitfahrzeug einsteigen, wenn die Kräfte nachlassen. Nach dem Picknick dürfen wir uns auf auf eine 20 Kilometer lange Abfahrt auf einer unbefestigten Schotterpiste freuen. Für mich ein absolutes Highlight. Obwohl ich gleich zweimal einen Platten habe und am Ende verstaubt und dreckig von Kopf bis Fuß bin, macht das Fahren auf diesem Untergrund so richtig Spaß. Die Gegend hier in Guanacaste ist trocken und nicht unbedingt so, wie man sich Costa Rica vorstellt.

Nach dem Mittagessen in einer Soda in Liberia besuchen wir noch den Wasserfall Llanos de Cortez, wo wir ein erfrischendes Bad nehmen. Danach geht es mit dem Bus weiter nach Tilàran ans südöstliche Ufer des Arenalstausees. Unser dortiges Hotel mit Seesicht beherbergt sogar eine kleine Privatbrauerei. Nur die Küche ist nicht ganz auf hungrige Radfahrer eingestellt. Regen und tiefhängende Wolken verunmöglichen leider den Blick auf den See.

Entlang des Arenalsees nach La Fortuna

Wer heute direkt beim Hotel startet, legt 67 Kilometer zurück. Die anderen, die durch das schlechte Wetter abgeschreckt sind oder einfach abkürzen wollen, starten in Nuevo Arenal. Von hier aus sind es noch 46 Kilometer bis La Fortuna. Die Strecke führt durch onduliertes Gelände und bietet immer wieder schöne Ausblicke auf den Arenalsee und den Vulkan Arenal. Unser Picknick verspeisen wir in der kleinen Bucht beim Bootsanleger und können von dort aus den Arenal fast wolkenfrei bewundern. Kurz darauf sorgt allerdings wieder ein heftiger Regenguss dafür, dass wir das Hotel in La Fortuna triefend nass erreichen. Zum Glück ist es warm. Da wir hier zwei Nächte bleiben, können wir unsere feuchten Klamotten erst einmal in die Wäscherei bringen und richtig guten Kaffee genießen.

An unserem Ruhetag machen wir eine Safari Float Tour auf dem Peñas Blancas und können dabei viele Tiere beobachten. La Fortuna ist übrigens ein Zentrum des Öko- und Abenteuertourismus. Hier kann man unzählige Ausflüge für jeden Geschmack buchen:

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Durch das Orosi-Tal

Obwohl ausgeruht, wartet diesmal zuerst ein längerer Bustransfer von etwa 175 Kilomtern durch das zentrale Hochland bis zum Orosi-Tal auf uns. Die Radtour führt uns durch Kaffeeplantagen und entlang der spektakulären Schlucht des Reventazon-Flusses. Für mich ist diese Etappe mit eine der schönsten. Vor allem das Stück nach Tucurrique ist so richtig zum Genießen. Am späten Nachmittag erreichen wir die Turrialtico-Lodge. Von hier aus haben wir einen wunderbaren Ausblick auf Turrialba und den Vulkan Irazú.

Von Puerto Limón nach Puerto Viejo

Heute radeln wir zum letzten Mal in Costa Rica. Nach einem kurzen Transfer starten wir beim Flughafen in Puerto Limón und können etwa 30 Kilometer lang eine völlig flache Strecke entlang der Karibikküste bis Puerto Viejo genießen. Nach einem kurzen Abstecher an den Strand heißt es dann viel Geduld für den Grenzübertritt nach Panama mitzubringen.

Abschluss in Panama

In Panama erwarten uns nach einem Ruhetag auf den Bocas del Toro noch drei weitere Biketouren. Vom Stausee La Fortuna geht es in langen Abfahrten mit traumhaften Aussichten hinunter bis nach Gualaca an die Pazifikseite von Panama. Die letzte längere Tour (60 km) führt uns in einem Rundkurs von San Franciso über Calobre zurück bis an die Panamericana. Die letzte kleine Ausfahrt machen wir entlang der Uferpromenade in Panama-City.

Die gesamte Reise ist bestens organisiert. In ausführlichen Tourbesrpechungen erfahren wir jeweils am Vorabend, was uns erwartet, worauf zu achten ist und wie z.B. das Höhenprofil der Etappe aussieht. Die Begleitmannschaft aus Costa Rica ist äußerst freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Die Bikes sind gut in Schuss und werden auch unterwegs gewartet. Absolut unschlagbar sind unsere Bikeguides. Sie sind ein perfektes Team und wechseln sich jeweils im Lead oder als Schlusslicht ab und versorgen uns mit vielen Informationen zu Land und Leuten. Die Radtour durch Costa Rica zählt für mich zu meinen absoluten Reisehighlights der letzten Jahre.

Mit dem Mountainbike von Küste zu Küste

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