Sky Trek La Fortuna – Canopy vom Feinsten

Aktivreisen

Einmal über die Baumkronen des Regenwaldes «fliegen», dieses Ökosystem aus einer ganz besonderen Perspektive betrachten und die eigenen Unsicherheiten und Zweifel überwinden, das habe ich mir für meinen Aufenthalt in Arenal (einer von vielen Nationalparks in Costa Rica) vorgenommen. Am Sky Trek La Fortuna werde ich genau das erleben.

Früher dienten Ziplines dazu, Güter und Personen über schwer passierbare Canyons zu transportieren. Heutzutage sind Canopy-Touren ein einträgliches Geschäft für die Anbieter und Herausforderung und Spaß für abteuerlustige Reisende. In Costa Rica findet man Zipline- oder Canopy-Touren in allen größeren Touristenorten. Ziplining ist so etwas wie ein Volkssport, zumindest für Touristen aus aller Welt.

Alles Wissenswerte zum Sky Trek im Sky Adventure Park in La Fortuna habe ich hier für euch zusammengestellt.

Der Beitrag über den Sky Adventure Park und den Sky Trek kann durchaus werbende Wirkung im Sinne der DSGV haben. Sky Adventure Tours hat mich dafür aber nicht beauftragt oder bezahlt. Ich berichte lediglich in einem redaktionellen Beitrag von meinen persönlichen Erfahrungen und verlinke zum Anbieter.

Sky Adventure Park La Fortuna

Sky Adventures betreibt zwei Abenteuerparks in Costa Rica, einen in Monteverde und den in La Fortuna. Insofern heißt es aufpassen, dass man die richtige Tour im richtigen Park auf Skyadventures bucht. Die Klassiker im Sky Adventures Park Arenal sind die Sky-Tram-Fahrt, der Sky Trek (Canopy-Tour) und der Sky Walk (Hanging Bridges). Mittlerweile gibt es aber noch jede Menge weiterer Aktivitäten wie Tubing, Kajak, Canyoning oder das Sky-Limit-Paket, das unter anderem das Abseilen im Wasserfall oder einen Tarzan Swing beinhaltet. Angeboten werden jeweils auch verschiedene Kombinationen aus Aktivitäten. Ich selbst buche das Package aus SkyTrek, Tram und Walk. Für das Conopy in Arenal habe ich mich deshalb entschieden, weil es hier neben dem Regen- oder Nebelwald auch die Aussicht auf den Arenal See gibt. Dafür habe ich in Monteverde darauf verzichtet.

Sky Trek: verrückte Idee und erste Zweifel

Zusammen mit der Tour bei Sky Adventures kann man immer auch die Abholung vom Hotel buchen. Als ich so mit etwa 20 anderen Personen im Bus sitze, bekomme ich erste Bedenken. Ich bin hier drinnen die Einzige, die sich auf den Sky Trek wagt. Alle anderen begehen lediglich den Sky Walk. War ich vielleicht doch etwas zu übermütig? Wie wird es mir gehen, wenn ich da so alleine mit rasender Geschwindigkeit über und durch den Regenwald flitze, nur mit einem Sitzgurt und ein paar Karabinern gesichert? Und wie ist das eigentlich mit der Unfallstatistik? Schnell sammle ich meine Gedanken wieder und beruhige mich mit der Tatsache, dass ich immer noch einen Rückzieher machen kann. Es muss mir nicht peinlich sein.

Einchecken

Einmal im Park angekommen bleibt nicht mehr viel Zeit zum Nachdenken. An der Rezeption wird mir der Weg gezeigt und ich lasse erst einmal meinen Rucksack in einem der Schließfächer. Es ist nicht erlaubt lose Gegenstände auf den Sky Trek mitzunehmen. Die Kamera muss also leider unten bleiben. Dafür könnte man eine GoPro mieten und am Helm befestigen. An der ersten Zipline wartet zusätzlich eine Fotografin oder ein Fotograf. Damit ich zumindest ein paar Bilder machen kann, stecke mein Smartphone in die Tasche.

Ich gehöre zur ersten Gruppe am Morgen. Zusammen mit mir wagen sich neun andere Personen auf den Sky Trek. Ehe ich mich versehe, hat mir einer der Guides das Gurtzeug oder Geschirr angezogen, den Helm aufgesetzt und den dazugehörigen Griff in die Hand gedrückt. Sky Adventures ist übrigens hier der einzige Anbieter, der ein automatisches Bremssystem für die Ziplines verwendet. Gegenüber traditionellen Bremssystemen hat dies den Vorteil, dass man keine Hände am Seil hat und die Verletzungsgefahr geringer ist. Allerdings ist durch die Haltung das Sichtfeld etwas eingeschränkt.

Einweisung

Ich klimpere jetzt bei jedem Schritt und sehe aus, als wenn ich nie etwas anderes machen würde. Die Lederhandschuhe habe ich lässig am Karabiner befestigt. So ausgestattet geht es weiter an die Plattform vor der Seilbahn. Hier demonstriert einer der Guides an einem Seil, wie die korrekte Körperhaltung aussieht (nach hinten lehnen, Füße anziehen und überkeuzen), wie man den Handgriff bewegen muss, um sich etwas abzubremsen und wie die Landeposition aussieht. Dazu gibt es noch eine Anweisung zum richtigen Verhalten, falls man irgendwo auf der Strecke bleibt. Das kann bei sehr leichten Personen passieren. In diesem Fall müsste man sich umdrehen und mit den Händen zur nächsten Plattform ziehen. Für den ersten Moment ist das alles ein bisschen viel und leicht verwirrend, aber es wird schon klappen.

Sky Tram

Danach geht es in die offenen Gondeln der Sky Tram. Der Sky Trek ist die einzige Canopy- oder Zipline-Tour in La Fortuna, die automatisch eine «kostenlose» Seilbahnfahrt beinhaltet. Der Anbieter wirbt damit, dass man auf dem Kurs keine Strecken zu Fuß zurücklegen muss. Insofern ist die Fahrt mit der Sky Tram auch obligatorischer Bestandteil des Sky Trek. Dabei handelt es sich aber wirklich nur um den reinen Transport nach oben. Erklärungen wie auf der separat gebuchten Tour gibt es hier nicht. Dennoch ist die kurze Fahrt ein schönes Erlebnis und ich genieße den Blick auf die Baumkronen und den See.

Ich sitze mit einer amerikanischen Familie in der Gondel. Die beiden Jungs sind schon ganz aufgeregt. Mama fährt mit der Seilbahn wieder zurück und Papa eröffnet mir ohne Umschweife, dass er Höhenangst hat. Nun gut, dann ist das ja die richtige Aktivität. Andererseits muss jemand die Kinder begleiten.

Plattform und erstes Übungsseil

Oben, auf 1250 Metern Höhe angekommen, haben wir etwas Zeit um Fotos zu machen. Dann machen die Guides bei jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer noch einmal einen Sicherheitscheck, ob auch alles sitzt und alle Sicherheitsleinen halten. Dabei plaudern sie vergnügt los und machen Späßchen. Danach geht es ohne Umschweife auf die sogenannte Übungs-Zipline. Jetzt heißt es die Anweisungen, die wir zuvor per Video und als Live-Demo bekommen haben, richtig umzusetzen. Jetzt ist auch die letzte Gelegenheit umzukehren. Denn wenn man einmal auf dem Kurs ist, gibt es kein Zurück mehr. Allerdings ist die erste Seilrutsche nur 32 Meter lang und gerade mal ein paar Meter über dem Boden. Was einem später erwartet, kann man nur erahnen.

Im Zickzack auf dem Sky Trek über den Regenwald

Jetzt geht es Schlag auf Schlag und man hat überhaupt keine Zeit mehr nachzudenken. Ein Guide schwebt über den Regenwald davon, um uns am anderen Ende in Empfang zu nehmen, der andere übernimmt das korrekte Anleinen und gibt allen einen Schubs. Ehe ich mich versehe, sause ich bereits über den Abgrund. Diese Zipline ist mit über 200 Metern gleichzeitig die höchste. Die ersten paar Sekunden fühlen sich noch etwas seltsam an, aber schon nach kurzer Zeit kann ich den «Ausflug» richtig genießen.

Über sechs weitere Ziplines (die erste Zipline am Plan wird nicht mehr genutzt) mit klingenden Namen wie Speedy Gonzales, Big Mama oder Big Daddy geht es nun im Zickzack insgesamt 2752 Meter über und zum Schluss noch durch den Regenwald. Vor der vorletzten und längsten Zipline gibt es eine kleine Adrenalinpause, gekühlte oder heiße Getränke und die Möglichkeit Fotos zu betrachten und zu bestellen. Hier stellt sich dann auch das Gefühl ein, dass man die Canopy-Tour gerne fortsetzen oder wiederholen möchte.

Plan der Ziplines im Sky Adventures Park Arenal

Quelle: Sky Adventures

Fazit

Ja, es hat richtig Spaß gemacht, wenngleich der oft beworbene Adrenalin-Kick bei mir letztendlich ausgeblieben ist. Die Guides sind absolut professionell und ich habe mich die gesamte Zeit über absolut sicher gefühlt. Ich war in der ersten Gruppe am Morgen (zehn Personen). Dadurch kam es kaum zu Wartezeiten und wir haben den Kurs in wesentlich weniger als den angegebenen zweieinhalb Stunden absolviert. Der Preis für das Abenteuer ist mit 84 Dollar schon sehr hoch. Es gibt günstigere Angebote in Costa Rica, z.B. im Selvatura Park in Monteverde (50 Dollar, 13 Ziplines, die längste 1 km, Gesamtlänge ebenfalls 2,2 Kilometer). Bereut habe ich es nicht. Schließlich handelt es sich um eine Aktivität, der man nicht ständig und überall nachgeht.

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