Nationalparks in Costa Rica: Reiseziel für Naturliebhaber

Rundreisen

Mehr als 25 % der Landesfläche Costa Ricas stehen unter Naturschutz. Die Nationalparks in Costa Rica sind nur ein Teil der geschützten Gebiete. Daneben gibt es Biologische Reservate, Naturreservate oder Nationale Naturschutzgebiete. Zusätzliche Private Reservate bieten weiteren Schutzraum für die vielfältige Flora und Fauna. Ganze 11 % der Fläche des Landes werden von Nationalparks eingenommen. Die Zahl der Nationalparks in Costa Rica beläuft sich zurzeit auf 27.

Konsequent werden seit den 1970er Jahren immer mehr Gebiete zu Schutzzonen erklärt. Dies trägt mit dazu bei, dass Costa Rica eines der Länder mit der größten Artenvielfalt der Welt ist. Während das kleine zentralamerikanische Land nur rund 0,03 % der gesamten Landmasse der Erde einnimmt, beherbergt es mit mehr als 500.000 Tier- und Pflanzenarten fast 5 % des weltweiten Artenreichtums. Das ist eine Biodiversität, die ihresgleichen sucht.

Die Vielfalt ist riesig. Im Beitrag erzähle ich euch, welche Nationalparks und biologischen Reservate ich während meines Aufenthalts in Costa Rica besucht habe und wie ich zu meiner Auswahl gekommen bin. Ihr bekommt Tipps, was ihr dort unternehmen könnt und könnt nachlesen, wie ich die gebuchten Hotels und Lodges einschätze.

Dies ist ein redaktioneller Beitrag. Obwohl ich Namen von Hotels, Nationalparks und Veranstaltern nenne und verlinke, mache ich dies untentgeltlich und ohne Auftrag.

Nationalparks in Costa Rica: die Reiseplanung

Schon während meiner Mountainbike-Tour durch Costa Rica vor vier Monaten konnte ich ganz unterschiedliche Regionen des Landes kennenlernen. Wenn am Abend das Etappenziel zu erreichen ist, kommen jedoch ausführliche Erkundungen in Nationalparks zu kurz. Das will ich diesmal nachholen und den einen oder anderen Nationalpark besuchen.

Da meine Zeit wiederum begrenzt ist, muss ich eine Auswahl treffen. Der Nationalpark Corcovado liegt ganz im Süden des Landes an der Pazifkküste und weit abseits meiner geplanten Route. Und weil ich beim letzten Besuch in Costa Rica und auch in Nicaragua schon einiges von der Pazifik-Seite gesehen habe, streiche ich ihn schweren Herzens von meiner Liste. Ein Besuch im Nationalpark Vulkan Irazu oder Poas fällt ebenfalls weg, weil ich nach Möglichkeit an jedem Ort zwei Nächte bleiben und nicht durchs Land hetzen möchte. Der Park Manuel Antonio ist mir zu überlaufen.

Dafür besuche ich folgende Reservate oder Nationalparks (Ihr könnt mit den Links direkt zur entsprechenden Textstelle springen.):

Von einem Nationalpark zum nächsten

Noch etwas zum Thema Fortbewegung: Ich habe mich bewusst gegen einen Mietwagen entschieden. Zweifelsohne ist es in Costa Rica am einfachsten mit dem Auto von A nach B zu kommen. Wenn man alleine unterwegs ist und vorzugsweise ein bisschen mehr Komfort als in einer kleinen Sardienenbüchse und allenfalls noch 4×4 möchte, schlägt das mit ziemlich hohen Kosten zu Buche. Zudem weiß ich, dass die Straßenverhältnisse in Costa Rica nicht mit Europa vergleichbar sind. Vermeintlich kurze Strecken können sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Und ehrlich gesagt, habe ich keine Lust, jeweils vier bis fünf Stunden hinterm Steuer zu sitzen, auf den Verkehr in und um San José schon gar nicht. Mit öffentlichen Bussen oder Touristenshuttles kommt man auch einigermaßen gut durchs Land.

Der Wolken- und Nebelwald von Monteverde
Warum Monteverde?

Bei einem Wolken- oder Nebelwald handelt es sich um ein ganz besonderes Ökosystem. Nebelwälder liegen höher als Regenwälder und sind wie der Name schon sagt, ständig von Nebel und Wolken umgeben. Bei einer Höhenlage zwischen 1400 und 1700 Metern ist es hier selbst in der Trockenzeit verhältnismäßig kühl. Diese Höhenlage und die Höhenunterschiede führen zu einem Mikroklima, das anders ist als das der Regenwälder. Monteverde hat bis weit über die Grenzen Costa Ricas hinaus Berühmtheit erlangt. Neben den beiden biologischen Reservaten Monteverde und Santa Elena locken Hängebrücken und Action, z.B. in Form von Zip-Lines.

Wenn von Monteverde die Rede ist, heißt das eigentlich, dass man im Örtchen Santa Helena nächtigt. Santa Helena besteht genaugenommen fast ausschließlich aus Hostels, Hotels und Tourenanbietern. Zieht man die beschwerliche Anreise in Betracht, ist es erstaunlich, dass so viele Besucher hierherkommen. Santa Helena ist nur über schlechte Schotterpisten zu erreichen.

Wo übernachtet und was unternommen? (2 Nächte, 1,5 Tage)

Nach dem Luxus im Yemaya Island Hideaway Hotel wähle ich in Monteverde eine einfache Unterkunft. Das Monteverde Inn liegt etwas außerhalb von Santa Elena und besticht vor allem durch seine einmalige Aussicht. Die Zimmer haben ein bisschen Berghütten-Charakter. Nach einigen tropischen Nächten schlafe ich hier bei angenehmen Temperaturen dennoch so richtig tief und fest. Im dazugehörigen Restaurant kann man gut und unkompliziert essen. Mir gefällt, dass man besonders viel Wert auf Nachhaltigkeit legt. So gibt es kein Cola, keine Plastikflaschen oder Strohalme und ein beachtliches Angebot an vegetarischen Speisen, was für Costa Rica nicht üblich ist. Zur Anlage gehört das private Reservat Valle Escondido, in dem man ausgedehnte Spaziergänge unternehmen und Tiere beobachten kann.

Vom Monteverde Inn aus nehme ich den öffentlichen Bus zum Monteverde Reservat. Dabei muss man sich zwar an die Fahrpläne halten, aber mit der Hinfahrt um 07:20 Uhr und der Rückkehr um 14:00 habe ich ausreichend Zeit für Erkundungen. Der Eintritt kostet 22 Dollar. An der Rezeption erhält man Tourenvorschläge, die gut während der geplanten Aufenthaltsdauer zu bewältigen sind. Am frühen Morgen bin ich über weite Strecken noch nahezu alleine unterwegs. Ohne Guide ist es nicht ganz einfach Tiere auszumachen, ein paar sehe ich aber schon. Vor allem genieße ich die besondere Vegation und die mystische Atmosphäre. Später nehme ich noch an einem Nightwalk im Valle Escondido teil. Hier haben wir viel Glück und entdecken ganz viele nachtaktive Tiere.

Vulkanismus hautnah im Nationalpark Rincon de la Vieja
Warum Rincon de la Vieja?

Vulkanismus und seine Begleiterscheinungen lösen bei mir seit jeher eine große Faszination aus. An den Vulkanfeldern von Krafla in Island konnte ich mich gar nicht sattsehen. Der Nationalpark in der Provinz Guanacaste reizt mich auch, weil er mit seinem Trockenwald, den blubbernden Schlammlöchern und Geysiren eine Abwechslung zu den anderen Parks darstellt.

Wo übernachtet und was unternommen? (2 Nächte, 2 Tage)

Hier übernachte ich im Hotel Hacienda Guachipelin, nur knapp 5 Kilomenter vom Eingang des Nationalparks (Pailas Sektor). Die weitläufige Anlage ist für mich schon fast zu groß. Die Zimmer sind wie in vielen Hotels in Costa Rica sehr spartanisch und nicht besonders geschmackvoll eingerichtet. Gewählt habe ich die Hacienda Guachipelin vor allem wegen des umfangreichen Angebots an sportlichen Aktivitäten. Praktisch für mich ist, dass im gesamten Areal, z.B. zum Eingang des Nationalparks (Vulkan Rincon de la Viejea), zu den heißen Quellen oder zu den verschiedenen Wasserfällen, mehrmals täglich Shuttlebusse des Hotels verkehren.

An meinem ersten Nachmittag unternehme ich gleich einen Ausritt zum Chorrearas- und zum La-Victoria-Wasserfall. Tags darauf mache ich mit dem Mountainbike die Singletrails rund um die Hacienda unsicher und entspanne in den heißen Quellen des Rio Negro. Hier gönne ich mir auch eine Ganzkörperschlammpackung. Da der Nationalpark montags geschlossen ist, muss ich meinen Besuch auf den letzten Vormittag legen, bevor ich weiterreise. Die Zeit reicht für den Sendero Las Paila, einem einfachen Rundgang mit wenigen Steigungen. Hier lassen sich die Formen des Vulkanismus gut beobachten. Der Aufstieg zum Vulkan ist momentan wegen seiner Aktivität sowieso nicht möglich. Der Eintritt in den Park kostet übrigens 15 Dollar.

Arenal (La Fortuna)
Warum nach La Fortuna und zum Arenal ?

Die kleine Stadt La Fortuna ist eines der touristischen Hauptzentren des Landes. Hier gibt es Hotels, Restaurants, Geschäfte aller Art, Banken und Tourenanbieter. Gleichzeitig ist La Fortuna das Mekka des Abenteuer- und Aktivtourismus. Der Arenal selbst ist sehr aktiver Vulkan, einer der aktivsten der Erde. Aufgrund des vielen Regens ist der Gipfel meist in Wolken gehüllt. Aber eigentlich liegt La Fortuna so zentral, dass man fast nicht daran vorbeikommt.

Wo übernachtet und was unternommen? (2 Nächte, 2 Tage)

Ich genieße vor allem die Anreise entlang des Arenal Stausees. Immerhin bin ich hier etwa vier Monate zuvor mit dem Mountainbike entlangegradelt. Nach einem grandiosen Sonnenuntergang erreiche ich das Los Lagos Hotel Spa & Resort bei Einbruch der Dunkelheit. Die sehr weitläufige Anlage selbst bietet eine tolle Aussicht auf den Vulkan und eine riesige Poollandschaft mit heißen Quellen. Swim-up Bar und Restaurant sind sehr gut, die Zimmer sind okay.

Als einer meiner Aktivitäten besuche ich den La Fortuna Wasserfall und nutze die Gelegenheit zu einem erfrischenden Bad. Für den Adrenalinkick und Höhenrausch geht es auf den Sky  Trek von Sky Adventures. Die Canopy-Tour kombiniere ich noch mit dem Sky Walk, also den Hängebrücken. Im Hotel verbringe ich gemütlich Zeit in den Thermalbädern und wandere zum Aussichtspunkt. Außerdem mache ich von La Fortuna aus einen Tagesausflug zum Rio Celeste.

Tenorio und Rio Celeste
Warum Tenorio und Rio Celeste?

Wer schon einmal Bilder des imposanten Wasserfalls und des türkisblauen Rio Celeste gesehen hat, muss sich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass hier kein Photoshop im Spiel war. Und so kommen die meisten Besucher nicht wegen des Vulkans, sondern wegen des einzigartigen Farbeffekts, der durch den Zusammenfluss zweier Flüsse mit unterschiedlicher mineralischer Zusammensetzung entsteht. Das hat nichts mit Magie oder Chemie, sondern mit Physik, genaugenommen mit Lichtbrechung an den Sedimentteilchen, zu tun.

Was unternommen?

Während der Semana Santa ist der Andrang recht groß. Da nur maximal 500 Besucher gleichzeitig in den Park dürfen, heißt es warten. Der Eintritt kostet übrigens 12 Dollar. Zusammen mit einem Guide unternehme ich die typische Wanderung durch den Park, die schon ein klein wenig Kondition erfordert, aber nicht so schlimm ist, wie vielfach beschrieben. Dabei passiert man den berühmten Wasserfall, den Aussichtspunkt zum Tenorio, die Blaue Lagune, Schwefelquellen und Hängebrücken und kommt am Ende nach Los Tenideros, wo Agria und Buenavista zusammenfließen und der Rio Celeste seine typische Farbe bekommt. Wir sehen auch die Spuren von Tapiren, diese lassen sich tagsüber jedoch nicht blicken. Wettertechnisch habe ich riesiges Glück. Am Vortag hat es ein wenig geregnet, aber bei meinem Besuch präsentiert sich der Rio Celeste in seinen schönsten Farben.

Nationalpark Tortuguero
Warum Tortuguero?

Der Name Tortuguero kommt vom spanischen Wort für Schildkröte. Sie sind die eigentliche Hauptattraktion des Nationalparks. Hier an den Stränden der nördlichen Karibikküste Costa Ricas liegen bedeutende Brutplätze verschiedener Schildkrötenarten. Von Juli bis Oktober kann man hier die nächtliche Eiablage beobachten. Tortuguero wird gerne auch als Amazonas Costa Ricas bezeichnet. In dem abgelegenen Gebiet mit seinen unzähligen Lagunen und Kanälen lässt sich die tropische Natur mit allen Sinnen erleben. Neben vielen Vogelarten besteht hier die Möglichkeit Kaimane oder sogar Jaguare zu sichten.

Wo übernachtet und was unternommen? (2 Nächte, 1,5 Tage)

Viele Lodges in Tortuguero bieten ein Komplettpaket inklusive Abholung ab San José und verschiedenen Touren an. So auch die Mawamba Lodge, für die ich mich entscheide. Die Lodge liegt wunderschön zwischen Kanälen und Strand, die Zimmer sind einfach, aber geschmackvoll. Auch der Ort ist in wenigen Minuten erreichbar. Weniger begeistert bin ich von der Auswahl beim Essen und den riesigen Tischen im Restaurant, wo Gäste bunt zusammengewürfelt werden.

Nach nahezu drei Wochen, in denen ich mehr oder weniger alleine in Nicaragua und Costa Rica unterwegs war, sind für mich die Menschenansammlungen nur schwer zu ertragen. Das beginnt bereits bei der Abholung mit einem riesigen Reisebus, der Pauschaltouristen aus Deutschland, Israel und den USA in die Lodge bringt. Auch mit dem getakteten Programm kann ich anfangs nicht gut umgehen.

Am Wochenende in Tortuguero besuche in als Erstes das Dorf. Auf der kleinen asphaltierten Hauptstraße schieben sich die Touristenmassen durch den Ort. Nachmittags herrscht hier immer Rushhour. Am zweiten Tag nehme ich an zwei Bootstouren durch die Kanäle teil und besuche den Garten der Lodge. Die beiden Bootstouren sind absolute Highlights, nur schon wegen der schönen Kanäle. Wir sehen aber auch ganz viele Tiere, insbesondere Vögel.

Ich hatte sehr große Erwartungen an Tortuguero und habe mich riesig darauf gefreut. Wenngleich die Natur etwas ganz Besonderes ist, war es insgesamt eigentlich eine Enttäuschung (Stich- und Modewort Overtourism) – zum Glück die einzige auf meiner Reise.

Karibikfeeling im Nationalpark Cahuita und Manzanillo
Warum Cahuita oder Manzanillo?

Nach Nebel- und Regenwäldern, Vulkanen oder Kanälen dürfen es zur Abwechslung auch etwas Meer, Strand und Palmen sein. In Puerto Viejo war ich ebenfalls schon vergangenen Dezember und fand es schade, außer einem kurzen Stopp im Ort nicht viel von der Region gesehen zu haben. Beide Parks punkten mit ihrer Lage direkt am Meer, den vorgelagerten Korallenriffen und dem Zusammenspiel zwischen Regenwald und Strand.

Wo übernachtet und was unternommen? (2 Nächte, 2 Tage)

Ich übernachte im Umami Hotel in Puerto Viejo. Das stellt sich als sehr gute Wahl heraus. Das Hotel ist modern, stylisch, stilvoll und bestens in Schuss. Es hebt sich angenehm von anderen Unterkünften in Costa Rica ab. Gewöhnungsbedürftig in den schön eingerichteten und gut ausgestatteten Zimmern ist vielleicht das offene Badezimmer, das mich persönlich aber nicht stört. Einzig die Lage des Hotels in einer der hinteren Seitenstraßen ist nicht perfekt.

Puerto Viejo ist ein buntes Städtchen mit vielen Aussteigern und Backpackern. Hier ist auch abends etwas los. Ich miete mir eines der typischen Fahrräder und mache mich auf den Weg nach Manzanillo. Entlang der Küste gibt es wunderbare Strände. Leider meint es genau an diesem Tag der Wettergott nicht gut mit mir. Es beginnt heftig zu regnen. Das Jaguar Rescue Center ist da das perfekte Schlechtwetterprogramm. Auf dem eineinhalbstündigen geführten Rundgang erfahre ich viel über die Arbeit des Centers und die dort lebenden Tiere. Später komme ich bei Wind und Regen in Manzanillo an. Aufgrund des wenig einladenden Wetters verzichte ich auf einen Besuch im Nationalpark. Dafür buche ich für den nächsten Tag, an dem sich die Sonne wieder zeigt, eine Schnorcheltour in Cahuita. Auf dem Rückweg durch den Park ist mein Guide dann etwas enttäuscht, weil er mir fast nichts Neues mehr zeigen oder erzählen kann. Zum Abschluss bekomme ich aber noch eine gelbe Greifschwanz-Lanzenotter zu Gesicht.

In Manzanillo muss man keinen Eintritt bezahlen. Zum Nationalpark Cahuita gibt es zwei Eingänge, bei der Rangerstation Puerto Vargas kostet es 10 Dollar, bei Kelly Creek bestimmt man selbst die Höhe der freiwilligen Spende.

Sämtliche Unterkünfte sind auch über booking.com buchbar. Mit diesem Empfehlungslink könnt ihr bei einer Buchung auf booking.com 15 € sparen.

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