Bocas del Toro oder San Blas? Welche Inseln in Panama?

Ratgeber

Die Karibikküste Panamas lockt mit Koralleninseln, weißen Sandstränden, Palmen und türkisfarbenem Meer. Für Panamaurlauber stellt sich früher oder später die Frage, was die perfekte Inseldestination ist: Bocas del Toro oder San Blas. Beide Archipele lassen Inselträume wahr werden, könnten aber unterschiedlicher nicht sein.

In diesem Artikel vergleiche ich die Inselgruppen Bocas del Toro und Guna Yala (San Blas) und hoffe, euch damit die Wahl des richtigen Ziels ein wenig zu erleichtern.

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Bocas del Toro und San Blas: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Erreichbarkeit

Die Anreise nach Bocas del Toro auf dem Landweg führt über Almirante, von wo aus man in etwa 30 Minuten per Wassertaxi auf die Isla Colón übersetzt. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die Boote nur bis zum Einbruch der Dunkelheit um circa 18:00 Uhr fahren.

Vom Süden Costa Ricas aus, z.B. ab Puerto Viejo de Limon, ist es nicht einmal eine Stunde bis zum Grenzübergang Sixaola nach Panama. Hier muss man allerdings etwas Zeit für die Grenzformalitäten einrechnen. Nach einer weiteren Stunde erreicht man Almirante. Von Panama City aus braucht man sehr lange, Busse sind mindestens 10 Stunden unterwegs. Dafür kommt man von der Hauptstadt aus mit dem 4×4-Taxi in knapp vier Stunden zum Anleger nach Carti (San Blas) und reist dann mit dem Boot weiter auf eine der Inseln in Guna Yala.

Air Panama fliegt vom Flughafen Albrook in Panama City mehrmals täglich nach Colon, die Hauptinsel von Bocas del Toro. Im San-Blas-Archipel gibt es regelmäßig bediente Flughäfen in El Porvenir (PVE) oder Achutupo (ACU). Die Flüge werden in der Regel mit kleinen Maschinen (20 Plätze) durchgeführt.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Bocas del Toro ist von Januar bis März, auch die Monate September und Oktober sollen ganz gut sein. In Guna Yala gelten die Monate Januar bis April, insbesondere Februar und März als die trockesten. In den restlichen Monaten muss man mit etwa 15 Regentagen rechnen. Wobei das natürlich nicht heißt, dass es dan ganzen Tag regnet. Oft handelt es sich nur um kurze, heftige Schauer, meist nachmittags. Die größten Niederschlagsmengen sind auf den Bocas im August, in Guna Yala zwischen Juli und September zu erwarten. Die Vorteile von Reisen während der Regenzeit sind, dass es grüner ist und weniger Touristen unterwegs sind.

Bei meinem Aufenthalt in San Blas Ende November war es noch sehr regnerisch, das obwohl langsam der Übergang zur Trockenzeit sein sollte. Mitte Dezember auf Bocas del Toro war das Wetter perfekt. Insgsamt kann man sich auf Prognosen nicht mehr hundertprozentig verlassen. Wie überall auf der Welt hat sich das Klima in Panama in den leztzten Jahren verändert und die Übergänge von Regen- zur Trockenzeit sind nicht mehr trennscharf und gut progonostizierbar.

Inseln und Strände in Bocas del Toro und San Blas

Kitsch-Fototapeten-Idylle mit Palmen, weißem Sand, türkisfarbenen Lagungen, Seesternen, Delfinen und Korallenriffen gibt es in beiden Regionen.

Zu Bocas del Toro zählen sechs größere Inseln (Colón, Bastimentos, Solarte, Cayos Zapatilla, Christobal und Popa) und zahlreiche kleine Eilande. Wenn man in Bocas del Toro Stadt ankommt, kann man sich nur schwer vorstellen, dass es hier schöne oder gar einsame Strände gibt. Auf der Hauptinsel Colón sind dies Playa Bluff, der Surferstrand, im Osten und Playa Estrella beziehungsweise der Starfish Beach im Nordwesten der Insel. Dort gibt es auch Infrastruktur mit Restaurants und Bars. Der Strand mit seinen Hunderten von Seesternen hat sich in den letzten Jahren zum Instagram-Hit entwickelt.

Leider ist die Anzahl der Seesterne seither stark zurückgegangen. Die zahlreichen Instagram-Fotos für die – ich kann es nicht anders sagen – dumme Touristen Seesterne in die Hand und aus dem Wasser nehmen, kosten Tierleben. Selbst kurze Zeit an der Luft kann für einen Seestern tödlich sein. Es wird mir für immer ein Rätsel bleiben, warum man sich nicht mit dem Beobachten dieser schönen Kreaturen begnügen kann. Bitte macht Leute, die so etwas tun, auf die Folgen aufmerksam und legt die Seesterne mit der Unterseite nach oben wieder auf den Meeresboden.

Auf der Insel Bastimentos, die zu einem großen Teil Naturschutzgebiet ist, ist vor allem der Red Frog Beach bekannt. Hier herrscht allerdings auch eine gefährliche Strömung. Abgesehen von den Hütten der Ranger im Nationalpark ist Caya Zapatilla völlig naturbelassen. Hierher kommen aber auch täglich unzählige Ausflugsboote von Colón. Dennoch ist die Insel groß genug, dass man auch abseits des Trubels baden oder spazieren kann.

Das San-Blas-Archipel besteht angeblich aus 365 Inseln. Viele davon sind unbewohnt und gerade einmal so groß, dass ein paar Palmen darauf Platz finden. Auch mehr oder weniger schöne Strände gibt es auf nahezu allen Inseln. Eine Ausnahme sind die Inseln, die nahe am Festland liegen und von den Kunas bis zum letzten Milimeter genutzt werden. Die Auswahl an einsamen Inseln und Stränden ist hier noch einmal wesentlich größer. Allerdings ist es nicht so einfach dorthin zu kommen.

Fortbewegung und Infrastruktur

Auf Bocas del Toro geht nichts ohne Taxiboote. Die Wassertaxi-Stationen auf Colón befinden sich in der Calle 1ra beim Restaurant Tropical Birds (Überfahrt nach Canenero) und in der Calle 3ra bei den Bocas Marine Tours. Kurze Strecken kosten ca. 1 Dollar, die Überfahrt nach Bastimentos je nach Lage zwischen 3 und 10 Dollar. Außerdem gibt es Tagesausflüge mit Delfinbeobachtung, Schnorcheln, Mittagsstopp auf Bastimentos und Baden auf den Cayos Zapatilla. Auf der Insel Colón fahren auch Taxis und Busse und man kann Fahrräder leihen.

Die Auswahl an Unterkünften in Bocas del Toro ist riesig. Hier ist für jeden Geldbeutel und jeden Geschmack etwas dabei. Strom und WLAN gibt es in allen Hotels und Guesthouses.

Zwar ist auch in Guna Yala die Zahl der Lodges am steigen, so vielfältig wie in Bocas del Toro ist die Auswahl allerdings nicht. Ein der bekanntesten Inseln mit den «luxuriösesten» Hütten ist die Yandup Island Lodge. Weitere Unterkünfte sind Sichirtupo, die Cabañas Narasgandup, Guanidup Island, Akwadup Lodge, Demar Achudup (inkl. Camping) oder die Isla Franklin. Die Cabaña sind allesamt sehr einfach. Vielfach sind es nur Strohhütten im Sand mit einfachsten Mobiliar. «Wasserbungalows» sind meist ein wenig komfortabler und haben eine Terrasse. Das Essen besteht meist aus Fisch und kann je nach Unterkunft schon einmal nicht allzu üppig ausfallen. Einige Lodges haben Solarpanels. Auf Strom rund um die Uhr sollte man sich nicht verlassen. Wer die San-Blas-Inseln besucht, sollte sich auch auf Digital Detox einstellen. Mobilnetz, geschweige denn eine Internetverbindung, gibt es bei Weitem nicht überall.

Auf den touristischen Inseln werden in der Regel Ausflüge zum Schnorcheln, in die Mangroven oder zu Einheimischen-Inseln angeboten. Ansonsten gibt es (außer man bucht so wie ich einen Segletörn) aber keine Möglichkeit von Insel zu Insel reisen, da keine Taxiboote verfügbar sind.

Shopping und Nightlife

In Bocas del Toro Stadt gibt es mehrere Supermärkte, Souveniergeschäte, Surfshops und auch einen Laden mit trendiger Mode und Accessoires. Die Auswahl an Restaurants kann sich ebenfalls sehen lassen. Womit Bocas del Toro (zumindest die Hauptinsel) punktet, ist das Nachtleben. Zumindest am Wochenende ist hier auch nach Mitternacht noch etwas los. Das Publikum ist jung bis sehr jung. Bei manchen fragt man sich, ob sie überhaupt schon alleine reisen dürfen. In Bars und Clubs läuft laute Musik, Alkohol fließt in Strömen und Drogen sind bestimmt auch im Spiel.

Ich denke, man kann die Bocas als Party-Hochburg bezeichnen. Daneben strahlen sie aber auch viel karibisches Flair (Menschen, Musik und gute Laune) aus.

Karibisch sind in Guna Yala «nur» Inseln, Strände und Meer. Das Volk der Kuna Indianer ist sehr freundlich, lebt aber auch nach ganz eigenen Gesetzen. Nach Sonnenuntergang gibt es auf San Blas nicht viel zu tun, am besten geht man früh ins Bett. Und das Einzige, was man hier kaufen kann, sind Kokosnüsse oder die Handarbeiten (Molas) der Kuna-Frauen.

Wer ist nun wo besser aufgehoben?

Wenn ihr Party machen und Wassersport betreiben möchtet, dann seid ihr ganz klar in Bocas del Toro besser aufgehoben. Die San-Blas-Inseln gelten hingegen als eines der letzten Paradiese auf Erden. Sie sind die bessere Wahl für alle, die Natur (einigermaßen) pur erleben wollen.

Bezüglich Preisniveau gibt es wenig Unterschiede. Beide Inselgruppen sind nicht ganz günstig, wobei man in Bocas del Toro noch auf billigere Unterkünfte zählen kann. Und selbst, wenn man es nicht vermuten würde, ein Aufenthalt in Guna Yala kostet ein kleines Vermögen.

Mir persönlich hat der Abstecher nach Bocas del Toro schon gefallen, den Segeltörn in Guna Yala fand ich aber wesentlich schöner. Wer die Möglichkeit hat, besucht am besten beide Inselgruppen. Die Atmosphäre ist sehr unterschiedlich.

Und wer offen ist für andere Inseldestinationen in Zentralamerika, dem kann ich Little Corn Island in Nicaragua ans Herz legen.

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