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Langlauf im Goms: idyllisches Winterparadies mit perfekten Loipen

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Fast 90 Kilometer präparierte Loipen machen das Goms zu einem Langlaufeldorado in der Schweiz. Die wunderschöne Landschaft, die gute Infrastruktur und die Scheesicherheit lassen Langläuferherzen höher schlagen. Ins Herz zielt auch der gesamte Kanton. Nicht umsonst heißt es «Wallis. Ins Herz gemeisselt.» Heimat, Heimweh, Sehnsucht, Ursprünglichkeit, Unentdecktes und Lebensfreude, dafür steht das Wallis. In Goms gibt es eine ganze Menge davon.

In diesem Beitrag nehme ich euch mit auf ein Wochenende im tiefverschneiten und bitterkalten Goms, auf die Loipe Goms und ins Langlaufhotel und die Langlaufschule Astoria.

Anreise

Das Wallis gilt zwar als gut erschlossen und im Sommer erreicht man den Kanton gut über verschiedene Passstraßen. Im Winter wird die Anreise – sofern man nicht aus dem Westen kommt – ein klein wenig komplizierter. Zum Glück ist die Schweiz gut untertunnelt (manche nennen es durchlöchert) und bietet an den wichtigen Routen mit einem sogenannten «Autoverlad» eine sichere und bequeme Reisemöglichkeit. Da stören auch die Wintersperren der Pässe nicht. In jeweils etwa 20 Minuten fahren die Züge am Wochenende sogar im Halbstundentakt durch den Lötschberg, den Simplon– oder den Furka.

Für mich führt der kürzeste Weg über Andermatt und Realp mit dem Furka-Autoverlad direkt nach Oberwald. Ohne nennenswerte Wartezeiten auf den nächsten Zug bin ich knapp eineinhalb Stunden unterwegs. Ganz günstig ist die Strecke mit dem Autozug allerdings nicht. Ein Ticket kostet 33.00 Franken (retour das Doppelte), kann aber immerhin auch online gekauft werden.

Loipe Goms

Die Loipe Goms verbindet von Oberwald bis Niederwald zwölf typische Walliser Dörfer. Das Rhonetal gilt als sehr schneesicher. Sollte es einmal nicht ausreichend von der weißen Pracht geben, wird beschneit. Die knapp 90 km Loipen sind bestens präpariert, sowohl für den klassischen Stil als auch für Skating. Dabei sind die Loipen richtig schön breit, sodass aursreichend Platz ist.

Loipen-Teilabschnitte

  • Rottenloipe: 26 leichte Kilometer entlang der Rotten (so wie hier die Rhone heißt) von Oberwald nach Niederwald
  • Hangloipe: 27 anspruchsvollere Kilometer entlang des Nordhangs mit Steigungen für sportliche Läufer
  • Sonnenloipe: 8 leichte und sonnige Kilometer entlang des rechten Rhoneufers von Obergesteln nach Münster
  • Waldloipe: 4 Kilometer langer leichter Rundkurs in Oberwald
  • Nachtloipe: 4 Kilometer langer beleuchteter Rundkurs zwischen Obergesteln und Ulrichen (17:30 bis 21:30 Uhr)
  • Hundeloipe
  • FIS-Rennloipe
  • Trainingsloipen

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Im Nordischen Zentrum in Ulrichen stehen den Langläufern Umkleiden und Duschen zur Verfügung steht. Die Nutzung ist im Loipenpass inbegriffen. Dieser kostet in Goms mit 16,- Franken pro Tag mehr als andernorts, was bei diesem Angebot aber durchaus gerechtfertigt ist.

Die Umgebung ist wunderschön. Des Weiteren gibt es entlang der Loipe immer wieder Restaurants zum Einkehren. Besonders praktisch ist, dass die Dörfer entlang der Loipe mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn verbunden sind. Die Benutzung ist ebenfalls im Loipenpass inbegriffen. So kann man gemütlich talabwärts gleiten (was nicht bedeutet, dass es nur bergab geht) und wenn man müde wird mit dem Zug wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Hotel und Langlaufschule Astoria in Ulrichen

In Goms hast du das Gefühl, dass die Zeit irgendwann stehengeblieben ist. In den Dörfern mit den alten Walliser Holzhäusern wirst du dich ein bisschen wie in einem Freilichtmuseum fühlen. So gibt es im Dorfkern von Ulrichen einige ursprüngliche Gommer Häuser (Wohn- und Wirtschaftsteil unter einem Dach, die zum Schutz auf Pfählen gebaut wurden. Die Gebäude sind nahezu unverändert erhalten, einzig das Lärchenholz ist heute durch die Sonneneinstrahlung dunkel verfärbt.

Für Langläufer ist Ulrichen ein idealer Ausgangspunkt. Im Aktivhotel Astoria (***) kann man wie auch in anderen Unterkünften eine Langlaufpauschale buchen. Diese enthält neben Übernachtung und Halbpension auch Langlaufunterricht. Das ist sehr praktisch, weil man sich um nichts kümmern muss. Langlaufpauschalen werden für zwei, drei, vier, fünf, sechs und sieben Tage angeboten. Je nach Dauer des Aufenthalts sind der Loipenpass, mehrere Stunden Langlaufunterricht (maximale Gruppengröße vier Personen, Skating oder klassisch), ein Wachsseminar und eine Videoanalyse mit dabei.

Die zwei Stunden Unterricht am Samstagmorgen sind sehr intensiv und bringen mich persönlich wieder einen Schritt weiter. Ich kann sagen, dass ich viel gelernt und an meiner Technik gefeilt habe. So macht die Tour am Nachmittag über Obergesteln nach Gluringen bei schönstem Sonnenschein gleich doppelt so viel Spaß. Allerdings ist es bitterkalt. Das Thermometer fällt nachts auf -15 Grad. Dabei habe ich allerdings noch Glück. Die Woche davor sollen es gar -30 Grad gewesen sein.

Das Hotel Astoria bietet verschiedene Zimmerkategorien zu unterschiedlichen Preisen im Haupthaus und in zwei Dependencen. Morgens können sich die Langläuferinnen und Langläufer an einem reichhaltigen Frühstücksbuffet stärken, abends gibt es ein Fünfgang-Menü. Ich habe mich in diesem Famileinbetrieb sehr wohl gefühlt.

Wie sich die Zeiten doch ändern …

Als Kind, im Skiurlaub mit meiner Familie, war Langlaufen etwas, das ich nur mit Widerwillen gemacht habe. Skifahren war cool, versprach rasante Abfahrten und Spaß. Auf zu schmalen Skiern durch den Wald zu rutschen und dabei noch zu schwitzen, erschien dagegen ziemlich langweilig. Ich muss zugeben, dass ich Langlaufen damals als Oma-Sport wahrnahm.

Mittlerweile ist aus dem Klassiker so etwas wie eine Trendsportart geworden. Ein Blick auf die gut besuchten Loipen verrät, dass Langlauf sowohl im klassischen Stil als auch das Skating boomt. Und das ist kein Wunder, das Laufen in der verschneiten Natur zählt zu den gesündesten Sportarten überhaupt und eignet sich perfekt als Ausdauertraining.

Vor zwei Jahren habe ich mich im Schwarzwald wieder auf Langlaufskier gewagt und beide Techniken bei einem Schnupperkurs ausprobiert. Nach Balderschwang im letzten Jahr, hat es mich diesen Januar ins Wallis gezogen. Und was soll ich sagen: Zurzeit macht mir Skating, das lautlose Gleiten durch die Natur fast mehr Spaß als Alpinskifahren. Dieses verbinde ich mittlerweile nur noch mit Massenbetrieb, überfüllten Pisten, anstrengenden Anreisen und Rasern, die keine Kontrolle über ihre Ski haben. Neben dem Langlaufen bin ich immer wieder gerne auf Schneeschuhen unterwegs, z.B. auf der Fürenalp oder am Brunni.

Das Wallis und Goms haben sich still und heimlich in mein Herz geschlichen oder gemeisselt – wie es in der Wallis-Werbung heißt. Ich hatte riesiges Glück mit dem Wetter. Aber auch sonst, gehört die Loipe durch das Tal sicherlich mit zu den schönsten und besten in der Schweiz. Ich möchte auf alle Fälle wiederkommen und nächstes Jahr wieder ein Wochenende in der Region verbringen. Und wer weiß, vielleicht zieht es mich auch im Sommer in diese Region. Die Naturlodge Gadestatt und der Gommer Höhenweg versprechen einzigartige Erlebnisse.

Goms: Holzhäuser im Wallis
Langlauf im Goms: idyllisches Winterparadies mit perfekten Loipen 2

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