Little Corn Island Terrasse Yemaya Resort

Little Corn Island Nicaragua: Kompletter Guide und Erfahrungen im Yemaya Resort

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Little Corn Island in Nicaragua ist einer der letzten echten Geheimtipps der Karibik – eine autofreie Trauminsel mit türkisfarbenem Wasser, Korallenriffen und karibischem Flair. Doch die Anreise hat es in sich, und nicht jede Unterkunft ist empfehlenswert.

In diesem Reiseführer zeige ich dir, wie du nach Little Corn Island kommst (Flug oder Frachtschiff? und was dich auf der Insel erwartet. Du erfährst außerdem, welche Umweltprobleme die kleine Insel bedrohen und was du unbedingt mitbringen solltest.

Einige Fakten

Dieser Beitrag basiert auf meiner Reise 2019. Die Lage war zu dem Zeitpunkt nicht rosig. Nach den Protesten gegen die Regierung 2018 ist der Tourismus fast vollständig zusammengebrochen. In ganz Nicaragua waren die Unterkünfte nicht einmal zu einem Drittel gebucht, viele kleinere Hostels oder Bed & Breakfast mussten ganz schließen. Seitdem hat sich einiges verändert, aber die grundlegenden Informationen zur Anreise, zum Yemaya Resort und zum Inselleben sind nach wie vor relevant.

Die Insel auf einen Blick: Lage: 70 km vor der Küste Nicaraguas im Atlantik
Anreise: Flug Managua–Corn Island (ca. 150 USD hin/zurück) + Panga-Boot (6 USD)
Beste Reisezeit: Dezember bis April (Trockenzeit)
Aufenthaltsdauer: mindestens 2–3 Tage

Wie kommst du nach Little Corn Island? Anreise-Optionen im Vergleich

Flug und Panga

Die beiden Inseln Corn Island und Little Corn Island liegen im Atlantik vor der Küste Nicaraguas, etwa 70 Kilometer vom Festland entfernt. Der einfachste und schnellste Weg auf die Insel zu kommen ist per Flugzeug. La Costena, die nicaraguanische Fluggesellschaft, fliegt aktuell zweimal täglich ab Managua (morgens, nachmittags) via Bluefield nach Corn Island. Zum Einsatz kommen kleine Propellermaschinen älteren Datums, die etwa 50 Personen fassen.

Mit dem Taxi gelangt man dann für einen Dollar pro Person an den Hafen. Die Fahrt dauert keine zehn Minuten. Weiter geht es mit der Public Panga nach Little Corn. Der Preis dafür beträgt 6 Dollar. Das Yemaya-Resort bietet zudem abgestimmt auf die Flugzeiten Überfahrten für 50 Dollar pro Weg an. Der stolze Preis rechtfertigt sich teilweise durch mehr Sicherheit, eine trockene Ankunft (auf der Panga kann es bei starkem Wellengang ziemlich nass werden) und der Tatsache, dass man direkt am Hotelstrand anlegt und nicht quer über die Insel laufen muss. In diesem Fall erwartet einem auch ein vom Resort beauftragter Taxifahrer vor dem Flughafen.

Versorgungsschiff

Wer sich den Flug nach Corn Island nicht leisten kann oder will, hat die Option auf dem Landweg nach Bluefields zu reisen und dort das Versorgungsschiff zu nehmen. Ich habe mehrere ziemlich abschreckende Berichte von sechsstündigen Überfahrten mit dem Frachtschiff gelesen. Viele Passagiere leiden dabei unter Seekrankheit. Deshalb entscheide ich mich für die komfortablere Form der Anreise.

Was dich auf der Insel erwartet

Auf der karibischen Insel herrscht ein langsamer Rhythmus. Autos gibt es nicht, man bewegt sich zu Fuß oder mit Fahrrädern vorwärts und nutzt Schubkarren zum Transport. Das Versorgungsschiff kommt zwar regelmäßig, aber eben nur einmal pro Woche. Und so gibt es auf der Insel nur etwa drei Tage pro Woche frische Lebensmittel in den wenigen Geschäften zu kaufen. Täglich frisch gibt es nur Kokusnüsse und am Morgen das Kokosnussbrot in der Bäckerei. Dieses ist mir allerdings zu süß und erinnert mehr an Kuchen als an Brot.

einfache Behausungen am Strand
Hütten

Unterkünfte

Ich habe mich bewusst für einen Aufenthalt im Yemaya Resort entschieden. Nach den intensiven Tagen auf Ometepe und in Nicaraguas Kolonialstädten und bevor ich nach Costa Rica reise, will ich mir noch ein bisschen karibische Atmosphäre und Luxus gönnen. Wer seinen Urlaub im Yemaya Hideaway Hotel verbringt, muss sich aber auch bewusst sein, dass er sich in einer Art Blase befindet und vom Inselleben oder dem Alltag der Einheimischen nicht allzu viel mitbekommt.

Neben dem Yemaya Resort gibt es verteilt über die Insel nur ein paar wenige kleinere Unterkünfte. Und das ist auch gut so.

Palmen am Strand von Little Corn Island
Strand

Umweltprobleme

Die kleine Insel mit etwas mehr als 3 km² und etwa 600 Einwohnern würde gar nicht mehr Touristen vertragen. Das empfindliche Ökosystem leidet jetzt schon. Da immer mehr Menschen die karibische Inselidylle in Nicaragua entdecken, bleibt es nicht aus, dass Plastik, PET-Flaschen und Verpackungen in der Natur herumliegen. Auf dem Eiland Island fehlt die Infrastruktur zur Entsorgung, die Einheimischen verbrennen ihren Abfall oder lassen ihn per Boot aufs Festland bringen. Man kann von Glück reden, dass das Bauprojekt für einen internationalen Flughafen auf Corn Island bisher im Sand verlaufen ist. Wären die Inseln von den USA per Direktflug zu erreichen, wäre es aus mit dem kleinen Paradies.

Nicht alles ist so paradiesisch im Paradies hier in Nicaragua.

In den letzten Jahren hat es leider den tollen kilometerlangen Strand im Nordosten und Osten der Insel regelrecht weggespült. Der Strand beim Hotel Yemaya ist noch mit einer der besten. Auf der Insel machen sich auch negative Auswirkungen des Tourismus bemerkbar. Ich will Kriminalität nicht gutheißen oder schönreden. Aber wenn die arme, einheimische Bevölkerung gerade einmal genug zum Überleben hat, tragen Touristen, die sich respektlos verhalten und ihren Reichtum zur Schau stellen, dazu bei, dass es zu Straftaten kommt. Wer auf der Insel unterwegs ist, sollte möglichst kein oder wenig Bargeld mit dabei haben und seine Sachen nicht aus den Augen lassen.

Yemaya Island Hideaway Hotel: Erfahrungsbericht & Bewertung

Das Yemaya Island Hideaway Hotel gehört zur Gruppe der Colibri Boutique Hotels. Es liegt am Nordstrand der Insel, einen halbstündigen Spaziergang oder eine zehnminütige Fahrt mit dem Boot vom Hauptort entfernt. Selbst dieser Ort ist recht überschaubar: ein gepflasterter Weg mit einigen Bars und Restaurants und die kleinen, bunten Hütten der Inselbewohner.

Unterkunftstipp: Ich denke, man kann mit gutem Gewissen sagen, dass es sich beim Yemaya Island Hideaway Hotel [Affiliate] um die mit Abstand beste Unterkunft auf den Corn-Inseln handelt. Das hat aber auch seinen Preis. Gleichzeitig darf man kein Luxusresort wie beispielsweise auf den Malediven erwarten.

Little Corn Island Terrasse Yemaya Resort
Terrasse

Im Yemaya Resort gibt es 24 Stunden Strom. Das ist für eine Insel, auf der täglich einen halben Tag lang der Strom abgeschaltet wird, durchaus nicht selbstverständlich. WLAN ist sogar in den Zimmern verfügbar. Abhängig vom Wetter und dem Netz der Netzbetreiber können jedoch Probleme auftreten. Das Wi-Fi ist der Grund, warum einige Backpacker zum Teil stundenlang bei nur einem Getränk im Restaurant oder auf der Terrasse herumhängen. Meiner Meinung nach ist das ziemlich unverschämt, das Personal reagiert aber immer freundlich und professionell.

Hängematte am Strand
Hängematte im Boho-Style

Bungalows

Das Hauptgebäude und die 16 Bungalows mit Meerblick, teilweise auch mit Plunge-Pool, wurden in den letzten Monaten sukzessive erneuert und sind elegant und modern. Die Zimmer selbst sind riesig und von der Terrasse aus hat man einen wunderbaren Blick auf den Strand und das Meer. Das Badezimmer ist im Stil eines Open-Air-Badezimmers mit Pflanzen gestaltet, wenngleich es gedeckt ist. Alle Bungalows verfügen über einen Deckenventilator, die Klimaanlage ist gegen Aufpreis verfügbar. Ich finde, dass es nachts auch gut ohne auszuhalten ist.

Sonnenuntergang
Yemaya Resort

Nachhaltigkeit

Obwohl versucht wird, möglichst viel Komfort zu bieten, ist das Yemaya-Resort auch um Nachhaltigkeit besorgt. So werden Bettwäsche und Handtücher nur gewechselt, wenn dies ausdrücklich gewünscht wird. Dass man beim Duschen Wasser spart, sollte selbstverständlich sein. Das Wasser zum Trinken wird gefiltert und im Restaurant zum Abfüllen angeboten. Auch im Kühlschrank befindet sich eine Glaskaraffe mit Wasser. Insgesamt wird auf Plastik verzichtet. Das Abwasser landet in einer Biogasanlage, organische Abfälle werden kompostiert und Gäste sind gebeten, nicht biologisch abbaubare Abfälle wieder mit aufs Festland zu nehmen. Schön finde ich die Idee, dass der Wäscheservice von Frauen auf der Insel durchgeführt wird. Der bezahlte Preis kommt direkt den Einheimischen zugute.

Yemaya Restaurant

Es besteht die Möglichkeit zusammen mit den Zimmern auch gleich Verpflegungspakte mitzubuchen. Man kann jeweils bis zum Nachmittag bekanntgeben, ob und was man abends essen möchte. Zum Dinner wird ein dreigängiges Menü angeboten, bei dem man zwischen zwei Vorspreisen und drei Hauptgerichten wählen kann. Das Hotel selbst spricht von einfachen Menüs, inspiriert von regionalen Zutaten und Traditionen. Die Gerichte sind stark auf den europäischen Gaumen ausgerichtet.

Für nicaraguanische Verhältnisse sind die Preise geradezu exorbitant hoch. Zwar muss man bedenken, dass viele Zutaten den weiten Weg auf die Insel gebracht werden müssen, dennoch finde ich die Preise für das Gebotene nicht ganz gerechtfertigt. Obwohl das Essen gut ist.

Terrasse bei Sonnenuntergang
Yemaya Resort

Das Hightlight ist die Lage des Restaurant, auf der kleinen Klippe mit Aussicht auf das türkisfarbige Meer. Diesen Blick beim Frühstück und beim Abendessen auf der Terrasse zu genießen, ist einfach unbezahlbar.

Restaurantterrasse
Yemaya Resort

Essen außerhalb des Resorts

Wenn jemand abends auswärts essen oder in den Ort möchte, besteht das Resort darauf, dass man den Weg dorthin nicht alleine zurücklegt. Um 1900 Uhr begleitet einer der Wachleute die Gäste ins Dorf und geht um 21.30 Uhr wieder mit ihnen zurück.

Aktivitäten auf Little Corn Island

Allzu viel gibt es auf der Insel nicht zu tun. Die meisten kommen sowieso um zu entspannen oder ein paar zwanglose Tage zu verbringen. Das Yemaya Island Hideaway Hotel verleiht Stand Up Paddle Boards, Kayaks und Schnorchelausrüstungen. Mehrmals täglich werden Schnorchelausflüge zum gut erhaltenen Riff angeboten. Ansonsten kann man natürlich einfach nur den Strand genießen, im klaren Meer baden, spaziergehen oder sich massieren lassen.

Entschleunigung ist angesagt!

Schaukeln am Strand
Strand

Was soll man unbedingt auf die Insel mitbringen?

Im Yemaya Little Corn Hideaway Hotel besteht die Möglichkeit mit Kreditkarte (Visa und Mastercard) zu zahlen. Ansonsten bleibt – selbst wenn man oben genannte Risiken bedenken muss – nur die Mitnahme von Bargeld. Auf Little Corn Island gibt es keine Bankomaten.

Für eine Reise nach Little Corn Island solltest du außerdem ausreichend Sonnencreme und Mückenspray mitbringen. Und wer nachts unterwegs ist, ist mit einer Taschen- oder Stirnlampe gut bedient. Insgesamt reicht leichtes Gepäck, Badesachen und ein paar sommerliche Kleider. Viel mehr kannst du ohne Aufpreis beim Flug ab Managua auch nicht einchecken.

Little Corn Island Fazit: Lohnt sich die Reise?
Little Corn Island ist und bleibt einer der schönsten Flecken der Karibik – vorausgesetzt, man weiß, worauf man sich einlässt. Die autofreie Insel mit ihren Palmenstränden, dem türkisfarbenen Wasser und der entspannten Atmosphäre bietet genau das, was viele in der Karibik suchen: Ruhe, Natur und Entschleunigung pur.

Allerdings ist Little Corn Island kein Massentourismus-Ziel und wird es hoffentlich auch nie werden. Die Infrastruktur ist begrenzt, die Anreise aufwendig und nicht ganz billig, und man muss bereit sein, auf gewissen Komfort zu verzichten – es sei denn, man gönnt sich den Aufenthalt im Yemaya Resort.

Für wen lohnt sich ein Besuch?

Die Insel ist perfekt für dich, wenn du:

  • Abgeschiedenheit und Ruhe suchst
  • Schnorcheln und Tauchen liebst
  • Bereit bist, für Nachhaltigkeit und Naturschutz etwas mehr auszugeben
  • Karibik-Feeling ohne Hotelburgen erleben möchtest
  • Zeit hast und Entschleunigung schätzt


Weniger geeignet ist die Insel, wenn du:

  • Action und Nightlife erwartest
  • ungern auf Annehmlichkeiten verzichtest
  • nur ein Wochenende Zeit hast (der Aufwand lohnt sich kaum)
  • ein knappes Budget hast (es gibt zwar günstige Unterkünfte, aber Anreise und Verpflegung summieren sich)

Mein persönliches Fazit: Die zwei Tage im Yemaya Resort waren der perfekte Abschluss meiner Nicaragua-Reise. Nach den intensiven Eindrücken in Leon, Granada und auf Ometepe war diese kleine Auszeit genau richtig. Würde ich wiederkommen? Definitiv – allerdings würde ich dann länger bleiben, mindestens vier bis fünf Tage, um die Insel wirklich zu genießen und nicht das Gefühl zu haben, gerade angekommen auch schon wieder abreisen zu müssen.

Little Corn Island ist ein fragiles Paradies, das Schutz und respektvolle Besucher braucht. Wer die Insel mit dieser Einstellung bereist, wird mit unvergesslichen Momenten belohnt.

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Little Corn Island, eines der bestgehütetsten Geheimnisse der Karibik
Little Corn Island
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Autor:in
Carola ist eine leidenschaftliche Teilzeitnomadin, die ihren Vollzeitberuf mit Reiselust verbindet. Sie ist der Kopf hinter Travellingcarola und seit 2016 eine wahre Inspirationsquelle für alle, die die Welt entdecken wollen. In ihren authentischen Reiseberichten teilt sie einzigartige Erlebnisse und gibt praktische Tipps.

1 Gedanke zu „Little Corn Island Nicaragua: Kompletter Guide und Erfahrungen im Yemaya Resort“

  1. Oh, wie schön.
    Ich hatte eine traumhafte Zeit auf Little Corn.
    Allerdings gab es damals keinen gepflasterten Weg! Man stapfte überall durch Sand.
    Ich habe sehr einfach in einer Hütte ohne alles gewohnt. Das Yemaya hat es damals nicht gegeben.
    Gegessen habe ich manchmal im nebenan liegenden LCB&B – Little Corn Beach & Bungalow. Fantastisch! Es stand auch im 1000 Places to see before you die.
    BG, Peter

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