Little Corn Island, Inseltraum in der Karibik

Genuss

Einmal im Leben nach Corn oder Little Corn Island reisen, das ist der Traum fast aller Nicas. Für viele bleibt dies ein unerfüllter Wunsch. Schließlich ist Nicaragua eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. Die aktuelle Lage ist nicht rosig. Außerdem ist seit den Protesten gegen die Regierung 2018 der Tourismus nahezu völlig zusammengebrochen. In ganz Nicaragua sind die Unterkünfte nicht einmal zu einem Drittel gebucht, viele kleinere Hostels oder Bed & Breakfast mussten ganz schließen. Da stimmt einem die Vorfreude auf dieses kleine Paradies schon ein wenig nachdenklich. Und so sind es auch ausschließlich Europäer und Amerikaner, die auf dem kleinen Eiland zu Gast sind.

Ich habe mich bewusst für einen Aufenthalt im Yemaya Resort entschieden. Nach den intensiven Tagen auf Ometepe und in Nicaraguas Kolonialstädten und bevor ich nach Costa Rica reise, will ich mir noch ein bisschen karibische Atmosphäre und Luxus gönnen. Wer seinen Urlaub im Yemaya Hideaway Hotel verbringt, muss sich aber auch bewusst sein, dass er sich in einer Art Blase befindet und vom Inselleben oder dem Alltag der Einheimischen nicht allzu viel mitbekommt.

Im folgenden Beitrag nehme ich euch mit zu zwei erholsamen Tagen im Yemaya-Resort auf Little Corn Island.

Trotz Verlinkung und Namensnennung wurde ich vom Yemaya-Resort oder La Costena dafür nicht beauftragt und beakm die Reise auch nicht bezahlt. Es handelt sich um einen redaktionellen Beitrag, der meine persönliche Meinung widerspiegelt.

Anreise nach Little Corn Island

Die beiden Inseln Corn Island und Little Corn Island liegen im Atlantik vor der Küste Nicaraguas, etwa 70 Kilometer vom Festland entfernt. Der einfachste und schnellste Weg auf die Insel zu kommen ist per Flugzeug. La Costena, die nicaraguanische Fluggesellschaft, fliegt aktuell zweimal täglich ab Managua (morgens, nachmittags) via Bluefield nach Corn Island. Zum Einsatz kommen kleine Propellermaschinen älteren Datums, die etwa 50 Personen fassen.

Mit dem Taxi gelangt man dann für einen Dollar pro Person an den Hafen. Die Fahrt dauert keine zehn Minuten. Weiter geht es mit der Public Panga nach Little Corn. Der Preis dafür beträgt 6 Dollar. Das Yemaya-Resort bietet zudem abgestimmt auf die Flugzeiten Überfahrten für 50 Dollar pro Weg an. Der stolze Preis rechtfertigt sich teilweise durch mehr Sicherheit, eine trockene Ankunft (auf der Panga kann es bei starkem Wellengang ziemlich nass werden) und der Tatsache, dass man direkt am Hotelstrand anlegt und nicht quer über die Insel laufen muss. In diesem Fall erwartet einem auch ein vom Resort beauftragter Taxifahrer vor dem Flughafen.

Wer sich den Flug nach Corn Island nicht leisten kann oder will, hat die Option auf dem Landweg nach Bluefields zu reisen und dort das Versorgungsschiff zu nehmen. Nachdem ich mehrere ziemlich abschreckende Berichte von sechsstündigen Überfahrten mit dem Frachtschiff, bei denen die Passagiere unter Seekrankheit leiden, gelesen habe, entscheide ich mich schnell gegen diese Form der Anreise.

Little Corn Island

Auf Little Corn Island herrscht ein langsamer Rhythmus. Autos gibt es nicht, man bewegt sich zu Fuß oder mit Fahrrädern vorwärts und nutzt Schubkarren zum Transport. Das Versorgungsschiff kommt zwar regelmäßig, aber eben nur einmal pro Woche. Und so gibt es auf Little Corn nur etwa drei Tage pro Woche frische Lebensmittel in den wenigen Geschäften zu kaufen. Täglich frisch gibt es nur Kokusnüsse und am Morgen das Kokosnussbrot in der Bäckerei. Dieses ist mir allerdings zu süß und erinnert mehr an Kuchen als an Brot.

Neben dem Yemaya Resort gibt es verteilt über die Insel nur einige wenige kleinere Unterkünfte. Und das ist auch gut so. Little Corn Island mit etwas mehr als 3 km² und etwa 600 Einwohnern würde gar nicht mehr Touristen vertragen. Das empfindliche Ökosystem leidet jetzt schon. Da immer mehr Menschen die karibische Inselidylle in Nicaragua entdecken, bleibt es nicht aus, dass Plastik, PET-Flaschen und Verpackungen in der Natur herumliegen. Auf Little Corn Island fehlt die Infrastruktur zur Entsorgung, die Einheimischen verbrennen ihren Abfall oder lassen ihn per Boot aufs Festland bringen. Man kann von Glück reden, dass das Bauprojekt für einen internationalen Flughafen auf Corn Island bisher im Sand verlaufen ist. Wären die Inseln von den USA per Direktflug zu erreichen, wäre es aus mit dem kleinen Paradies.

Nicht alles ist so paradiesisch im Paradies hier in Nicaragua. So hat es in den letzten Jahren leider den tollen kilometerlangen Strand im Nordosten und Osten der Insel regelrecht weggespült. Der Strand beim Hotel Yemaya ist noch mit einer der besten. Auf der Insel machen sich auch negative Auswirkungen des Massentourismus bemerkbar. Ich will Kriminalität nicht gutheißen oder schönreden. Aber wenn die arme, einheimische Bevölkerung gerade einmal genug zum Überleben hat, tragen Touristen, die sich respektlos verhalten und ihren Reichtum zur Schau stellen, auch dazu bei. Wer auf der Insel unterwegs ist, sollte möglichst kein oder wenig Bargeld mit dabei haben und seine Sachen nicht aus den Augen lassen.

Yemaya Island Hideaway Hotel

Das Yemaya Island Hideaway Hotel gehört zur Gruppe der Colibri Boutique Hotels. Es liegt am Nordstrand von Little Corn Island, einen halbstündigen Spaziergang oder eine zehnminütige Fahrt mit dem Boot vom Hauptort entfernt. Selbst dieser Ort ist recht überschaubar: ein gepflasteter Weg mit einigen Bars und Restaurants und die kleinen, bunten Hütten der Inselbewohner.

Ich denke, man kann mit gutem Gewissen sagen, dass es sich beim Yemaya Island Hideaway mit Abstand um die beste Unterkunft auf Corn und Little Corn Island handelt. Das hat aber auch seinen Preis. Gleichzeitig darf man kein Luxusresort wie beispielsweise auf den Malediven erwarten.

Im Yemaya Resort gibt es 24 Stunden Strom. Das ist für Little Corn Island, wo täglich einen halben Tag lang der Strom abgeschaltet wird, durchaus nicht selbstverständlich. WLAN ist sogar in den Zimmern verfügbar. Abhängig vom Wetter und dem Netz der Netzbetreiber können jedoch Probleme auftreten. Das Wi-Fi ist der Grund, warum einige Backpacker zum Teil stundenlang bei nur einem Getränk im Restaurant oder auf der Terasse herumhängen. Meiner Meinung nach ist das ziemlich unverschämt, das Personal reagiert aber immer freundlich und professionell.

Bungalows

Das Hauptgebäude und die 16 Bungalows mit Meerblick, teilweise auch mit Plunge-Pool, wurden in den letzten Monaten sukzessive erneuert und sind elegant und modern. Die Zimmer selbst sind riesig und von der Terrasse aus hat man einen wunderbaren Blick auf den Strand und das Meer. Das Badezimmer ist im Stil eines Open-Air-Badezimmers mit Pflanzen gestaltet, wenngleich es gedeckt ist. Alle Bungalows verfügen über einen Deckenventilator, die Klimaanlage ist gegen Aufpreis verfügbar. Ich finde, dass es nachts auch gut ohne auszuhalten ist.

Nachhaltigkeit

Obwohl versucht wird, möglichst viel Komfort zu bieten, ist das Yemaya-Resort auch um Nachhaltigkeit besorgt. So werden Bettwäsche und Handtücher nur gewechselt, wenn dies ausdrücklich gewünscht wird. Dass man beim Duschen Wasser spart, sollte selbstverständlich sein. Das Wasser zum Trinken wird gefiltert und im Restaurant zum Abfüllen angeboten. Auch im Kühlschrank befindet sich eine Glaskaraffe mit Wasser. Insgesamt wird auf Plastik verzichtet. Das Abwasser landet in einer Biogasanlage, organische Abfälle werden kompostiert und Gäste sind gebeten, nicht biologisch abbaubare Abfälle wieder mit aufs Festland zu nehmen. Schön finde ich die Idee, dass der Wäscheservice von Frauen auf der Insel durchgeführt wird. Der bezahlte Preis kommt direkt den Einheimischen zugute.

Restaurant

Es besteht die Möglichkeit zusammen mit den Zimmern auch gleich Verpflegungspakte mitzubuchen. Man kann jeweils bis zum Nachmittag bekanntgeben, ob und was man abends essen möchte. Zum Dinner wird ein dreigängiges Menü angeboten, bei dem man zwischen zwei Vorspreisen und drei Hauptgerichten wählen kann. Das Hotel selbst spricht von einfachen Menüs, inspiriert von regionalen Zutaten und Traditionen. Die Gerichte sind allerdings stark auf den europäischen Gaumen ausgerichtet. Für nicaraguanische Verhältnisse sind die Preise aber geradezu exorbitant hoch. Zwar muss man bedenken, dass viele Zutaten den weiten Weg auf die Insel gebracht werden müssen, dennoch finde ich die Preise für das Gebotene nicht ganz gerechtfertigt. Obwohl das Essen gut ist.

Das Hightlight ist die Lage des Restaurant, auf der kleinen Klippe mit Aussicht auf das türkisfarbige Meer. Diesen Blick beim Frühstück und beim Abendessen auf der Terrasse zu genießen, ist einfach unbezahlbar.

Wenn jemand abends auswärts essen oder in den Ort möchte, besteht das Resort darauf, dass man den Weg dorthin nicht alleine zurücklegt. Um 19:00 Uhr begleitet einer der Wachleute die Gäste ins Dorf und geht um 21:30 Uhr wieder mit ihnen zurück.

Aktivitäten

Allzu viel gibt es auf Little Corn Island nicht zu tun. Die meisten kommen sowieso um zu entspannen oder ein paar zwanglose Tage zu verbringen. Das Yemaya Little Corn Island Hideaway Hotel verleiht Stand Up Paddle Boards, Kayaks und Schnorchelausrüstungen. Mehrmals täglich werden Schnorchelausflüge zum gut erhaltenen Riff angeboten. Ansonsten kann man natürlich einfach nur den Strand genießen, im klaren Meer baden, spaziergehen oder sich massieren lassen. Entschleunigung ist angesagt.

Was soll man unbedingt auf die Insel mitbringen?

Im Yemaya Little Corn Hideaway Hotel besteht die Möglichkeit mit Kreditkarte (Visa und Mastercard) zu zahlen. Ansonsten bleibt – selbst wenn man oben genannte Risiken bedenken muss – nur die Mitnahme von Bargeld. Auf Little Corn Island gibt es keine Bankomaten.

Ebenfalls mitbringen solltet ihr ausreichend Sonnencreme und Mückenspray. Und wer nachts unterwegs ist, ist mit einer Taschen- oder Stirnlampe gut bedient. Insgesamt reicht leichtes Gepäck. Viel mehr kann man ohne Aufpreis beim Flug ab Managua gar nicht einchecken.

Little Corn Island, eines der bestgehütetsten Geheimnisse der Karibik

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