Meine Reisemomente 2017: Glückseligkeit und kleine Schönheitsfehler

Pläne und Rückblick

Die bunte Christine hat zur Blogparade «Mein Reisemoment 2017» aufgerufen. Auf einen einzigen kann ich mich dabei gar nicht beschränken, so erlebnisreich war mein Reisejahr 2017. Meine Reisemomente 2017 waren bunt und voll mit Glücksmomenten, manchmal auch mit kleinen Schönheitsfehlern. 23 Reisen haben mich in die nähere Umgebung oder in die große weite Welt geführt, drei davon waren dienstlich. Darunter waren 14 Flugreisen, bei denen ich 73.671 km in der Luft zurückgelegt habe. Dazu kommen 5.170 km auf Straße oder Schiene. Ich habe 83 Nächte auswärts in Hotels, Fincas, Guesthouses, Berghütten, Jurten und Pensionen verbracht.

Einen Großteil meiner Reisepläne 2017 konnte ich umsetzen: Ich habe das neue Jahr in Hongkong begrüßt, war zum Langlaufen im Schwarzwald, bin in winterlichen Island fast im Schnee versunken, war zum zweiten Mal in San Sebastian, habe die Pracht der Kirschblüte in Japan erlebt, habe einen Ausflug ins oberösterreichische Salzkammergut gemacht, war auf Mykonos und Sylt, habe Carmen auf der Seebühne von Bregenz gesehen und Chemnitz und Freiburg im Rahmen einer Konferenz besucht.

Dazu kamen (spontane) Reisen an den Comersee, nach Mallorca, Mailand, an den Caumasee, nach Annecy, Neapel, Berlin, Strasbourg, Tallinn und Luxemburg. Alles in allem war 2017 ein ereignisreiches Reisejahr, vor allem mit vielen Kurzreisen innerhalb Europas. Ein Reisemoment steht 2017 noch bevor: Ich werde mir meinen lang gehegten Wunsch, Petra, das Tote Meer und den Wadi Rum zu besuchen, erfüllen.

Reisemomente 2017 und Glückseligkeit
Glückseligkeit zum Ersten: Japan

Japan, das Land der aufgehenden Sonne, hat mich vom ersten Moment an begeistert. Sofort nach meiner Ankunft am Flughafen in Osaka und in Kyoto habe ich mich wohlgefühlt. Japans Kultur und Landschaften, insbesondere zur Zeit der Kirschblüte, sind absolut faszinierend und Japan ist ein ideales, sicheres Reiseland, auch für Individualreisende ohne Japanisch-Kenntnisse. Service wird in Japan großgeschrieben, nirgendwo sonst auf der Welt wird man eine derartige Qualität von Dienstleistungen finden.

Besonders schön fand ich die Neugierde und Aufgeschlossenheit der Japaner europäischen Reisenden gegenüber. Als Alleinreisende kam ich mit vielen ins Gespräch. Zu erwähnen ist auch die enorme Hilfsbereitschaft. Und dann ist da noch das Essen. Was habe ich geschlemmt und die Köstlichkeiten des Landes genossen. Die Besuche in den Onsen behalte ich ebenfalls in guter Erinnerung. Japan ist für mich definitiv ein Land, das ich noch besser kennenlernen möchte. Und wenn es um Reisemomente 2017 geht, kommt mir Japan zuerst in den Sinn.

Glückseligkeit zum Zweiten: Mykonos

Griechenland bedeutet für mich immer Glückseligkeit. Das Land hat einen ganz hohen Wohlfühlfaktor. Nachdem ich früher oft nach und in Griechenland gereist bin, zieht es mich jetzt nach einer längeren Pause dorthin zurück. Mykonos und die Kykladen stehen für das typische Bilderbuch-Griechenland. Eigentlich mag ich etwas weniger Trubel und Jetset, aber zur Vorsaision ist auch Mykonos noch ein wunderbares Erlebnis. Nichts geht über das strahlende Licht, den Sonnenuntergang in einem Café oder einer Bar in Klein Venedig bei einem Glas Ouzo (oder was immer das Herz begehrt), während die Wellen ans Ufer schlagen. Danach leckeres griechisches Essen in einer Taverne bei griechischer Musik und ich bin der zufriedenste Mensch.

Glückseligkeit zum Dritten: Sylt

Eine Reiseüberraschung für mich dieses Jahr war eindeutig Sylt. Lange stand die Insel auf meiner Bucketlist. Durch die direkte Flugverbindung mit SWISS nun gut erreichbar, gönnte ich mir Anfang Juli ein Wochenende auf der Nordseeinsel. Was soll ich sagen, es war der Beginn einer Inselliebe. Ich habe mich verliebt in die kilometerlangen, teils menschenleeren Strände, die zum Spazieren einladen, die Strandkörbe, die Strandsaunen, die Heidelandschaft, die Leuchttürme, das Watt, die reetgedeckten Häuser und vieles mehr. Drei Tage lang war ich von Westerland aus mit dem E-Bike unterwegs und habe alle Ecken und Enden der Insel erkundet. Auch an einer Wattwanderung habe ich teilgenommen und natürlich ganz leckeren Fisch gegessen.

Glückseligkeit zum Vierten: Kirgisistan

Kirgisistan, damit verband ich vor allem den Bergsee Songköl mit seinen Hochweiden und Jurten. Der Aufenthalt bei den Nomaden war dann zweifelsohne ein ganz besonderes Highlight. Insgesamt präsentierte sich Kirgisitan als abwechslungsreiches Wanderland, wo der Tourismus noch in den Kinderschuhen steckt. Die Infrastruktur ist mit unserer nicht zu vergleichen und man muss einen gewissen Komfortverzicht in Kauf nehmen. Wer dazu bereit ist, wird mit einzigartigen Landschaften und freundlichen Menschen belohnt. In zwei Wochen konnte ich die Vielfalt des Landes von der Hauptstadt bis hin zum Yssykköl, wo man fast das Gefühl hat, am Meer zu sein, erleben.

Glückseligkeit zum Fünften: Neapel

Zugegeben, es waren in erster Linie die günstigen Flugpreise, die mich nach Neapel verschlagen haben. Hinzu kam natürlich die Lust auf etwas Neues, eine Städtereise abseits der ausgetretenen Pfade. Neapel ist keine Schönheit im herkömmlichen Sinne, zumindest offenbart sie sich nicht sofort. Die Stadt ist widersprüchlich, bunt, geheimnisvoll, hat einen ganz besonderen Charme und sich vor allem ihres Originalität bewahrt. Das spezielle Flair der Stadt, das italienische Lebensgefühl und die Herzlichkeit der Einwohner haben dafür gesorgt, dass dreieinhalb Tage viel zu kurz waren. Die berühmte Pizza zählt tatsächlich zu den besten, die ich bisher gegessen habe und die Inseln Procida, Capri und die Amalfiküste sind einfach nur ein Traum.

Reisemomente 2017 mit kleinen Schönheitsfehlern

Die großen Reise-Katastrophen sind zum Glück ausgeblieben. Ich kann lediglich von ein paar Schönheitsfehlern sprechen: Dinge, die mich geärgert oder nachdenklich gestimmt haben. Zum Glück lasse ich mir durch solche Dinge die Laune oder die Reise nicht verderben.

Schönheitsfehler Nummer 1: Titisee
Bei meinem Langlaufwochenende im Schwarzwald musste ich erfahren, dass Alleinreisende eben doch noch nicht überall gleich behandelt werden und dass manche Hotels noch sehr unprofessionell mit Beschwerden umgehen.
Schönheitsfehler Nummer 2: Comer See im März

Ich habe es mir in den Kopf gesetzt und wollte nach langer Zeit einmal wieder an den Comer See. Dass eine Reise abseits der Saison Mitte März vielleicht doch nicht so die beste Idee ist, bemerkte ich dann erst später. Schiffsfahrpläne und verfügbare Hotels stellten mich dabei vor einige Herausforderungen. Ärgern musste ich mich dabei vor allem über den nicht vorhandenen Kundenservice der Schifffahrtsgesellschaft.

Schönheitsfehler Nummer 3: Mein Herz schlägt nicht für Spanien

2009 war ich für eine Woche in Barcelona und habe die Stadt geliebt. Gerne würde ich Barcelona nach Fertigstellung des Innenraums die Sagrada Familia noch einmal besuchen. Bei der derzeitigen Tourismuspolitik der Stadt und den Protesten der Bevölkerung sowie der Haltung der spanischen Regierung in der Unabhängigkeitesfrage belasse ich es bis auf Weiteres beim Wunsch. Seither war ich noch in Andalusien (mit dem Rad von Malaga nach Sevilla und mit dem Mietwagen über Cadiz, Jerez, Tarifa, Ronda und die weißen Dörfer wieder zurück), in Madrid, zweimal in Bilbao und San Sebastian und auf Mallorca.

Ich kann es nicht einmal genau benennen, aber irgendwie sind Spanien und ich nicht kompatibel. Wahrscheinlich gibt es wirklich Länder, die nicht zu einem passen oder man selbst nicht zum Land. Vielleicht waren auch die Erwartungen jeweils zu hoch. Nicht, dass es mir nicht gefallen hätte, Sevilla zum Beispiel oder Cordoba waren toll, aber dieser Wow-Effekt und die Faszination anderer Länder oder Städte ist bei mir nie eingetreten. Auch nicht auf Mallorca, von dem alle so begeistert sind. Mich betrüben Architektur und Baustil der spanischen Städte immer ein wenig, und ich vermisse irgendwie Gemütlichkeit und Herzlichkeit. Ganz möchte ich noch nicht aufgeben, aber für die nächste Zeit steht Spanien nicht auf meiner Reiseliste.

Schönheitsfehler Nummer 4: Turkish Airlines

Hier muss ich vorweg schicken, dass ich aus persönlichen Gründen gerne auf die Flüge mit Turkish Airlines verzichtet hätte. Für die Anreise nach Bishkek hatte ich aber kaum Alternativen und so habe ich mich letztendlich dafür entschieden. Die Fluglinie hat in den vergangenen Jahre immer wieder Auszeichnungen zur besten Airline Europas eingeheimst, was dann bei mir doch eine gewisse Erwartungshaltung hervorgerufen hat. Letztendlich waren alle vier Teilstrecken so ziemlich die schlechtesten Flugerfahrungen der letzten Zeit.

Der Service war ausgesprochen unorganisiert. Was man TK zugute halten muss ist die Tatsache, dass sie selbst auf innereuropäischen Flugen und kurzen Strecken eine warme Mahlzeit in Form eines ganzen Menüs anbieten. Dafür habe ich (meine Uprgradeanfrage ging leider nicht durch) in Reihe 9 sitzend jeweils eine geschlagenen Stunde gewartet, bis ich mein Essen bekam. Wie bitte kann man so lange brauchen, bis man 8 Reihen oder 46 Personen bedient hat? Das war auf allen Flügen so. Von Bishkek nach Istanbul war das Personal arrogant und ausgesprochen unfreundlich. Außerdem wurden nach dem Essen die Tabletts fast eine Stunde lang nicht abserviert.

Essen im Flugzeug ist eigentlich eine angenehme Nebensache. Wichtiger ist für mich der Aspekt der Sicherheit. Und auch hier hatte Turkish Airlines gravierende Mängel. Gurte und Sitzlehnen wurden nur halbherzig kontrolliert. Als unmittelbar bei der Landung in Istanbul (die Schubumkehr war noch aktiv und wir hatten noch Kilometer bis zum Gate) ein Passagier aufgesprungen ist, das Gepäckfach geöffnet, nach seinen Taschen gewühlt und die Klappe nicht wieder geschlossen hat, hat keiner der Flugbegleiter etwas gesagt oder unternommen. Ich möchte nicht wissen, wie nachlässig man da in anderen Belangen noch ist. Auf alle Fälle werde ich die Airline am Bosporus künftig wieder meiden. In der Rubrik Reisemomente 2017 gehört dies wahrscheinlich zu meinen negativsten Erfahrungen.

Schönheitsfehler Nummer 5: Verschobene Reisepläne

Im November wollte ich eigentlich noch einen Teil meiner Überstunden abbauen und nochmals an die Wärme, am liebsten nach Thailand. Irgendwie war es dann von den Terminen her relativ schwierig, die Flüge waren zu teuer, der angedachte Segeltörn bereits ausgebucht und meine Motivation im Keller. Ich hatte das zuvor noch nie so erlebt, dass ich kaum Lust auf Reisevorbereitung und -planung hatte. Womöglich waren zu dem Zeitpunkt meine Batterien tatsächlich leer. Wahrscheinlich hätte ich dann auch die Reise gar nicht so richtig genießen können. Und so entschied ich mich diese Pläne auf 2018 zu verschieben.

Das waren meine glückseligen und etwas betrübten Reisemomente 2017. Die Glückseligkeit überwiegt dabei eindeutig. Bei so vielen tollen Reisen in einem Jahr darf sich niemand beschweren und einmal mehr wird mir bewusst, wie privilegiert ich bin. Schon heute freue ich mich auf meine Reisemomente 2018 und hoffe, dass das nächste Reisejahr genauso bunt und abwechslungsreich wird.

Reisemomente 2017

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