Caumasee – Karibikfeeling im dichten Flimser Tannenwald

Ausflüge

Ich habe ein Faible für Bergseen. Immer wenn es mich nicht gerade ins Ausland zieht, bieten Seen und Bergseen eine perfekte Abwechslung. Der Caumasee in der Nähe von Flims im Bündnerland ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde. Türkisgrünes Wasser, Strände, lauschige Buchten und eine kleine Insel … fast könnte man vergessen, dass dieses Schmuckstück in der Schweiz liegt. Der Caumasee kann es durchaus mit so manchem Strand am Mittelmeer oder in der Karibik aufnehmen.

Gespeist von einer unterirdischen Quelle ist das Wasser Sees angenehm warm und kann im Sommer Temperaturen bis zu 24° Celsius erreichen. Das alles lockt natürlich viele Besucher an, im Sommer kann es schon einmal recht voll werden.

Caumasee

In der Hochsaison von Ende Mai bis Oktober ist der See nicht frei zugänglich. Der Eintritt ins Strandbad kostet CHF 12,- (2017), mit Gästekarte die Hälfte. Viele finden das zu teuer und stören sich am Zaun rund um den See, der nicht zahlende Gäste abhalten sollte. Für mich ist es eine Möglichkeit den Besucherstrom etwas zu kanalisieren. Ohne diese Maßnahme wäre es am Caumasee mit der Idylle und der Wasserqualität schnell vorbei. Nein, es ist schon gut, dass der «See der Mittagsruhe» nicht völlig überlaufen wird.

Anreise, Infos und praktische Tipps

Die Region oder das Skigebiet «Flims Laax Falera» erreicht man mit dem Auto ab Chur in ca. 30 Minuten (Ausfahrt Reichenau). Die Anfahrt zum Caumasee, genauer gesagt bis zu den Parklätzen in Flims Waldhaus ist gut ausgeschildert.

Von dort führt ein asphaltierter und nachts sogar beleuchteter Weg zur Bergstation der Standseilbahn, die ebenfalls von Mai bis Oktober in Betrieb ist. Dafür muss man ca. 10–15 Minuten einplanen. Die Aussicht von der Bergstation auf den Caumasee ist ohne Übertreibung atemberaubend und gehört für mich zu einer der schönsten in der Schweiz. Die Benützung des Lifts ist gratis. Wer lieber wandert, muss nochmals 15–20 Minuten für den Weg nach unten rechnen. Wer übrigens nur das Restaurant besuchen möchte, dem wird der Eintritt ins Strandbad an die Konsumation angerechnet.

An schönen Sommertagen ist ratsam früh anzureisen, da die Parkplätze schnell voll sind und ab Mittag sowohl beim Personenlift als auch an der Kasse des Strandbades mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist.

Ich bin froh, dass ich mich für eine Anreise am Vorabend entschieden habe und so am nächsten Morgen ganz entspannt nach einem genussvollen Frühstück im Hotel zeitig los kann.

Wandermöglichkeiten

Im Wald um Flims gibt es jede Menge Wanderwege und Möglichkeiten. Ich entscheide mich, da es ein heißer Junitag werden wird, für einen kurzen Abstecher zur Aussichtsplattform Il Spir. Diese ist vom Ufer des Caumasees in etwa einer halben Stunde zu erreichen und liegt ganz nahe beim Ausflugsrestaurant Conn. Il Spir ist das rätoromanische Wort für Mauersegler. Und genau so sieht das Gebilde aus Holz und Stahl der Churer Architektin Corinna Menn auch aus.

Von oben präsentiert sich einem ein fantastischer Rundblick auf die Ruinaulta, die Rheinschlucht. Das Farbenspiel der Felsen und des 400 Meter unter mir liegenden Vorderrheins kann ich umso mehr genießen, als ich um diese Zeit tatsächlich die einzige Besucherin bin. So stehe ich und staune – und fotografiere. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Flussschlinge des Rheins mit dem Horsehoe Bend des Grand Canyons verglichen wird.

Baden

Von hier wäre es nochmals eine gute Stunde bis zum Crestasee und mit dem Postauto (Bus) kommt man wieder zurück nach Flims. Ich entscheide mich allerdings für den Rückweg zum Caumasee, den ich noch vor zehn Uhr erreiche. So kann ich die Ruhe vor dem Sturm noch etwas genießen, einmal rundum wandern und im glasklaren, türkisfarbenen Wasser schwimmen. Im See befindet sich eine kleine Insel, außerdem gibt es einen Felsen und mehrere Badeplattformen. In der Nähe des Restaurants kann man Tretboote oder Stand Up Paddles mieten oder Beach Volleyball spielen. So wird sicher niemanden langweilig.

Für mich bräuchte es das alles nicht. Der See alleine ist so wunderschöne, dass es reicht die Wunder der Natur auf sich wirken zu lassen und dieses lauschige Plätzchen einfach nur zu genießen. Im Nachhinein betrachtet wirken die Bilder des Sees richtig kitschig. Eigentlich ist es egal, ob und wie man sie bearbeitet. Sie erscheinen immer nahezu unwirklich.

Crestasee

Der Crestasee in der Nähe von Trin Mulin ist kleiner als der Caumasee. Auch er hat kristallklares Wasser, liegt mitten im Wald und ist nur zu Fuß zu erreichen. Mit seinem Holzsteg soll der Crestasee vor allem in den Morgen- und Abendstunden, wenn Nebelschwaden über dem See liegen, etwas sehr Mystisches haben.

Das erlebe ich nur leider nicht. Mein Plan ist, am frühen Nachmittag von Flims zurück Richtung Chur zu fahren und dabei noch einen Abstecher an den Crestasee zu machen. Leider sind sämtliche Parkplätze voll besetzt. Eventuell hätte ich noch eine Lücke am Parkplatz 1 gefunden. Von dort sind es aber gut 2 Kilometer bis zum See. Die Aussicht in der prallen Sonne die Straße entlangzulaufen, ist nicht wirklich prickelnd. Und so entscheide ich mich, den See irgendwann im Herbst zur Wandersaison noch einmal zu besuchen und stattdessen noch ein bisschen Zeit am Walensee zu verbringen, bevor es wieder zurück geht in die Zentralschweiz.

Caumasee - Karibikfeeling im Flimser Tannenwald

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