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Gratwanderung mit Panoramablick zum Sonnenuntergang

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Die Gratwanderung am Stoos, vom Klingenstock zum Fronalpstock, ist ein absoluter Wanderklassiker. Sowohl technisch als auch konditionell nicht allzu anspruchsvoll, zudem noch bequem mit dem Sessellift erreichbar, lockt sie regelmäßig Scharen von Besuchern an. Während der Sommersaion von Mai bis November fährt die Sesselbahn auf den Fronalpstock bis 22:00 Uhr. Was liegt da näher, als die Gratwanderung am späten Nachmittag oder Abend in Angriff zu nehmen?

Du planst die Gratwanderung zu Sonnenuntergang (oder auch tagsüber)? Mein kleiner Erfahrungsbericht ist dir dabei vielleicht eine Hilfe.

Vor der Gratwanderung kommt die Anreise nach Stoos

Stoos ist ein kleines, autofreies Dorf auf dem Gebiet der Gemeinde Morschach (Kanton Schwyz), das auf 1305 m.ü.M auf einem Hochplateau liegt. Im Winter zieht das 150-Seelen-Dorf mit seinem kleinen, aber feinen Skigebiet viele Gäste an. Aber auch im Sommer locken Wanderungen und Wellness. Im Wellness- und Seminarhotel Stoos war ich bereits mehrere Male zu Gast.

«Den Stoos» erreicht man entweder mit der bereits etwas älteren Luftseilbahn ab Morschach oder mit der neuen Standseilbahn von Schwyz aus. Die Standseilbahn wurde im Dezember 2017 eröffnet und schmückt sich mit dem Weltrekord, die steilste Standseilbahn der Welt zu sein. Ganze 110 Prozent oder 47 Grade beträgt die maximale Steigung. Dabei überwindet die Bahn 744 Höhenmeter in weniger als sieben Minuten. Davon merken die Passagiere dank des automatischen Niveauausgleichs kaum etwas. Man steht in den Kabinen, die wie große Trommeln aussehen, immer waagrecht.

Für die Gratwanderung vom Klingen- zum Fronalpstock zum Sonnenuntergang empfiehlt sich das sogenannte Gipfel-Erlebnisticket. Das kostet CHF 46.- für Erwachsene, mit Halbtax CHF 36.- und mit GA CHF 25.- (Sommer 2019). Bei Buchung im Internet spart man nochmals ein bis zwei Franken.

Varianten der Gratwanderung

In nahezu allen Wanderführern und Prospekten wird empfolen die Tour vom Klingenstock aus zu starten. An den meisten Stellen ist man tagsüber am Gratwanderweg im Gänsemarsch unterwegs. Wenn sich dann an einem schönen Sommertag die Wanderer wie ein Tatzelwurm den Grat entlangbewegen, wird das Kreuzen schwierig. Ich empfehle diese Richtigung nicht nur aus praktischen Gründen.

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Wenn man den Weg in dieser Richtung begeht, wird die Aussicht eigentlich immer besser und endet mit dem Panorama-Rundblick am Fronalpstock. Um den Sonnenuntergang dort zu genießen und später mit der Sesselbahn Fronalpstock wieder ins Tal zu gondeln, wählt man ebenfalls diese Variante. Die Sesselbahn zum Klingenstock fährt bis 16:00 Uhr. Selbstverständlich kann man die etwa 600 Höhenmeter von Dorf bis zum Beginn des Gratwanderwegs auch zu Fuß zurücklegen. Ich entscheide mich diesmal für die bequeme Variante, da Wanderweg und Wanderung zum Klingenstock nicht so besonders sind.

Auf Outdooractive findest du jede Menge Tourenvorschläge für Stoos, Klingenstock, Fronalpstock oder andere Gipfel in der Nähe. Dort lassen sich Routen für Wanderungen, Radtouren, Bergtouren und weitere Outdoor-Aktivitäten planen, ausdrucken und auf dein GPS-Gerät laden. Noch bequemer funktioniert das offline mit der Outdooractive App.

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Unterwegs vom Klingenstock zum Fronalpstock

Für die eigentliche Gratwanderung benötigt man etwa zwei Stunden. Die angegebene Zeit ist selbst mit vielen Fotostops und Pausen gut zu schaffen. Dabei bewältigt man eine Strecke von 4.7 Kilometern, 402 Höhenmeter bergauf und 423 bergab. Der Weg ist sehr gut ausgebaut und an exponierten Stellen mit einem Geländer aus Ketten gesichert. 2006 wurde der Weg neu angelegt und seither kümmern sich Pensionistinnen und Pensionisten des Vereins Gratwanderung darum, dass alle sicher von Gipfel zu Gipfel kommen und die Tour genießen können.

Vom Startpunkt aus führt der Wanderweg zunächst nach Westen zum Nollen. Etwa auf halber Strecke kann man einen kurzen Aufstieg zum Huser Stock machen. Danach geht es hinab zum Furggeli. Von hier aus wartet noch einmal ein etwas anstrengender Aufstieg zum Fronalpstock-Gipfel. Entlang des Weges gibt es immer wieder Aussichtspunkte mit Bänken oder sogar Picknickplätze.

Trotzdem sei an dieser Stelle erwähnt, dass Gratwanderungen wie diese zwar nicht gefährlich sind, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollte man aber auch für diese Route mitbringen. Denn nur so hat man etwas von der atemberaubenden Aussicht. Zuerst begleitet einem tief unten im Tal der Urnersee, später blickt man auf den ganzen Vierwaldstättersee, den Sempachersee, Zugersee, Ägerisee, Lauerzersee und das Seeli von Seelisberg. Die Berggipfel lassen sich gar nicht alle aufzählen. Die Mythen, Rigi und Pilatus sind nur die markantesten Gipfel, die man ständig im Blick hat.

Aussichtsparadies am Ziel der Gratwanderung: das Bergrestaurant Fronalpstock

Am Genussgipfel, auf 1922 Metern, dem Gipfelrestaurant Fronalpstock kann man sich dann von den kleineren oder größeren Anstrengungen (abhängig von der Kondition) der Wanderung erholen. An Samstagen ist bis 22:00 Uhr geöffnet.

Irgendwie sind meine Besuche am Fronalpstock nicht so von Erfolg gekrönt. Beim letzten Mal war wegen des Nebels kaum etwas zu sehen und im Restaurant war irgendeine geschlossene Veranstaltung. Dieses Mal teilt man mir mit, dass man samstag nur bei Reservation à la carte speisen kann. Hinweise dazu auf der Webseite such man leider vergebens.

Dabei habe ich mich so auf ein Rösti mit Pilzen und Gemüse gefreut. Das Angebot in SB-Restaurants (auf der gesamten Terrasse ist Selbstbedienung) finde ich in der Regel nicht so prickelnd. Das trifft auch auf das Restaurant Fronalpstock zu. Das Einzige, was noch einigermaßen in Frage kommt sind die Älplermagronen. In so großen Mengen in Mensa-Manier gekocht und mit fertigen Röstzwiebeln schmecken aber auch die nicht so richtig.

Im Sommer gibt es auf der Terrasse des Restaurants zusätzlich alle zwei Wochen musikalische Unterhaltung.

Am diesem ersten Augustwochenende spielen Brasscode aus Nidwalden. Die Band beschreibt sich selbst als dreckig, explosiv und crazy. Brasscode mixt Bläsersounds, Beats, Hip-Hop und Mundart-Rap. Die zwei Sousaphonisten erinnern zwar stark an Guggenmusik, der Sound insgesamt ist aber nicht schlecht.

Belohnung für die Wanderung am Grat: Sonnenuntergang hinter der Rigi

An diesem doch etwas wolkigen und eher kühlem Abend geht die Sonne um 20:54 Uhr unter. Diese Uhrzeit und die genauen Koordinaten eruiere ich mit der App Sun Surveyor. Die ist ein wirklich nützliches Helferlein. Leider versteckt sich die Sonne lange Zeit hinter den Wolken und ab 20:45 Uhr verblassen die Farben zusehends. Die Aussicht auf den Vierwaldstättersee, auf Seelisberg und die Rigi entschädigen jedoch für alles. Ich trete fröstelnd, aber zufrieden, den Rückweg mit Sessellift und Stoosbahn ins Tal an. Es war eine wunderschöne Tour in der Zentralschweiz und ich bin froh, dass ich mich kurzfristig dazu entschieden habe.

Eine weitere aussichtsreiche Höhenwanderung von Lungern Turren zum Brienzer Rothorn steht auch bereits auf dem Programm.

Kreuz am Fronalpstock (Stoos): Gratwanderung Klingenstock
Gratwanderung mit Panoramablick zum Sonnenuntergang 2

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© TRAVELLINGCAROLA