Taste Porto Food Tour

Kulinarisches

Porto und ich, das war Liebe auf den ersten Blick. Ihr kennt sie sicherlich auch, diese Städte, die einen von Beginn an in den Bann ziehen, wo man sich sofort wohl und zu Hause fühlt und die einen irgendwie nicht mehr los lassen. Und wenn ich gefragt werde, ob mir Lissabon oder Porto besser gefällt, so ist meine Entscheidung klar: Mein Herz schlägt für Porto. Und ich bin Fan der Taste Porto Food Tour.

Neben dem Reisen zählen Essen und Wein zu meinen weiteren Leidenschaften. Und so ist es für mich immer auch ganz wichtig, mir eine Stadt oder ein Land kulinarisch zu erschließen. Portugal wird in diesem Zusammenhang oft unterschätzt. Bei meinen Recherchen im Vorfeld meines Aufenthaltes im Juni 2014 bin ich auf die Food Tour von Taste Porto gestoßen und habe sie kurzerhand auch gebucht. Die Beschreibung klang vielversprechend: 3,5 Stunden, 59 Euro, drei Kilometer zu Fuß durch die Stadt (und damit gleich am ersten Tag einen Überblick gewinnen), zehn Kostproben und sechs Getränke.

Die Taste Porto Food Tour im Detail

Bei Regenwetter, das in Porto und generell am Atlantik gar nicht so untypisch ist, warte ich am vereinbarten Treffpunkt. Die Taste Porto Food Tour beginnt pünktlich und wie sich herausstellt, sind wir inklusive unserem Guide André gerade einmal fünf Personen. Für diese Art von Tour ist das natürlich optimal und lässt auch Platz für individuelle Wünsche. Heute noch bin ich überzeugt, dass die Food Tour und vor allem André einen ganz entscheidenden Teil dazu beigetragen haben, dass ich dem Charme, den Porto ausstrahlt, erlegen bin. Selten habe ich jemanden erlebt, der seine Stadt und Essen so sehr liebt wie André. Sein Enthusiasmus und sein Humor begleitete jede Erläuterung, jeden besuchten Ort, jedes Lokal und vor allem die probierten Speisen und Getränke. Von Anfang bis Ende war diese Leidenschaft spürbar und hat sich dann auch schnell auf uns übertragen.

Loja Dos Pasteis De Chaves (Porto Baixa)

Mit zwei Kostroben der berühmten Pasteis de Chaves in der Filiale Porto Baixa starten wir in den Tag. Eines dieser luftigen Blätterteiggebäcke ist herzhaft-pikant mit Kalbfleisch, das andere mit Schokolade gefüllt. Ihren Ursprung haben die Pasteten in der Stadt Chaves im Norden des Landes und sie schmecken ganz vorzüglich. Da ich nicht so sehr auf Süßes stehe, ist die erste traditionelle Pasteis de Chaves ganz klar mein Favorit. Weitere Varianten testete ich bei einem zweiten Besuch.

Bolhão Markt und Bolhão Wine House

So gestärkt und eingehüllt in die abgegebenen Regenpelerinen marschieren wir weiter zum Bolhão Markt. Wer bei Bolhão keinen herausgeputzten Mercato de la Boqueria wie in Barcelona erwartet, wird auch nicht enttäuscht sein. Das Gebäude aus 1850 ist stark renovierungsbedürftig und für die Marktleute ist es keinesfalls einfach ihre Waren anzubieten, haben viele von ihnen doch nicht einmal fließendes Wasser am Stand. In den letzten beiden Jahren dürfte sich hier aber einiges getan haben. Spannend ist so ein Markt sowieso immer, egal ob in Porto oder anderswo: ein farbiges und geruchsintensives Potpourri aus Fisch, lebenden Tieren, Obst, Gemüse, Blumen und vielem mehr. Im Wine House gibt es dann ein Glas Moscatel und Sardinen mit Brot, begleitet von allerlei interessanten Informationen über den Markt.

Flor dos Congregados
Ein kurzer Spaziergang führt uns ins Flor dos Congregados, eines der ältesten Restaurants in Porto mit Steinwänden und einer Einrichtung aus dunklem Holz. «Slow Food» steht nun am Programm. Es gibt ein ganz besonderes Sandwich mit Schweinskarree und Räucherschinken und verschiedenen Gewürzen und Kräutern. Normalerweise nicht das, was ich wählen würde. In diesem Fall probiere ich das Sandwich aber und werde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Das Fleisch ist wunderbar zart und eine wahre Geschmacksexplosion. Dazu gibt es rotes Blubberwasser, das ebenfalls sehr gut schmeckt. Nach den ersten Gläschen wird die Stimmung zusehends ausgelassener und auch das Marschieren fällt entweder leichter oder schwerer. Das Flor dos Congregados hat mich übrigens so begeistert, dass ich an einem anderen Tag nochmals zum Abendessen zurückkehrte.
Guarany
Nun ist es Zeit für Kaffee. Den gibt es im wunderschönen historischen Café Guarany. Wir erfahren viel über die Zubereitung und dürfen einen der besten «cimbalino», wie die Portuenser in Anlehnung an den italienischen Espressomaschinenhersteller La Cimbali ihren Erspresso nennen, probieren.
Leitaria da Quinta do Paço

Weiter geht es durch die Altstadt von Porto, den Hügel hinauf zur traditionsreichen Konditorei Leitaria da Quinta do Paço und ihren berühmten Eclairs. Mit Schokolade und Zitrone haben wir zwei unterschiedliche Geschmacksrichtungen zum Probieren auf dem Teller. Da ich wie eingangs erwähnt, nicht so sehr für Süßes zu begeistern bin, ist das der Stopp, der mich persönlich am wenigsten begeistert. Beim Rest der Gruppe sieht das allerdings ganz anders aus.

Es folgt ein etwas längerer Spaziergang durch die Stadt, unter anderem durch das jüdische Viertel. Zur Abwechslung steht einmal nicht das Essen sondern Sightseeing im Vordergrund. André versorgt uns mit einigen Tipps und wertvollen Informationen (z.B. zur Buchhandlung Livraria Lello, die ja Vorbild für die Harry Potter Romane gewesen sein soll). Schließlich lassen wir uns an einem Aussichtspunkt in der Nähe des Passeio das Virtudes von den wunderbaren Ausblicken über die Stadt, die Ponte dom Luis und den Douro verzaubern.

Taberna do Largo

Das Ende der Taste Porto Food Tour ist in der Taberna do Largo, einer kleinen Weinbar, geplant, die an diesem Tag extra für uns öffnet. Die zwei Freundinnen, welche die Taverne führen, haben sich mit dem Lokal einen Traum verwirklicht. Zuvor sind sie quer durchs Land gereist, um Lebensmittel bester Qualität zu finden. Hier gibt es unter anderem fantastischen geschmolzenen Käse, Tremoços (Lupinen), und chouriço assado, eine speziell über dem offenen Feuer geröstete Wurst. Zusammen mit Proben von vier verschiedenen köstlichen Weinen sind wir nun endgültig pappesatt und … nennen wir es einmal … beschwipst. Dazu hören wir Musik der portugiesischen Fadaista Ana Moura und sind einfach nur zufrieden. Auch der Taberna do Largo stattete ich nochmals einen Besuch ab. Und seither besuche ich auch jedes Konzert von Ana Moura, wenn sie in der Schweiz ist.

Fazit zu Taste Porto Food Tours

Taste Porto Food Tours ist eine einzigartige und unvergessliche Erfahrung, ein einmaliges Erlebnis, das weit über eine einfache kulinarische Tour hinausgeht. Zusätzlich zur Tour gibt es am Ende noch einen Stadtplan von Porto mit den besuchten Orten und weiteren Empfehlungen für Restaurants. Damit ist der Aufenthalt in Porto eigentlich schon gerettet. Am gleichen Tag brauche ich dann tatsächlich nichts mehr zu essen und auch die geplante Portweinverkostung musste noch warten.

Weil ich von der Tour so begeistert war, habe ich ähnliche Angebote seither auch in Madrid und Lissabon probiert. Keine der Touren kam bisher auch nur annähernd and Taste Porto Food Tours heran, wodurch ich dann immer ein wenig enttäuscht war. Da die Welt groß und das Leben kurz ist, werde ich demnächst in Delhi und in Krakau wieder kulinarische Rundgänge unternehmen. Mal schauen, was mich dort erwartet.

PS: Auch nach meiner Best of Naples Foodtour ist und bleibt Taste Porto die unangefochtene Nummer eins!

Taste Porto Food Tour

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5 Comments
  1. Antworten

    mens

    25. Februar 2017

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