Kyoto, eine zauberhafte Stadt und das Highlight jeder Japanreise

Rundreisen

Kyoto ist eines der Highlights jeder Japanreise. Und das hat seine Gründe: Die Stadt ist ein Juwel, ein Schatzkästchen an Sehenswürdigkeiten. So viele, dass ein Aufenthalt in Kyoto immer zu kurz ist, egal wie lange er dauert.

Mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern bietet Kyoto zudem einen optimalen Einstieg in das Abenteuer Japan, da es wesentlich ruhiger zu und her geht als in Tokio. Die Orientierung fällt leicht und die Stadt ist sehr fußgänger- und fahrradfreundlich. Außerdem ist Kyoto so etwas wie der Inbegriff von Japan, Japan im Kleinen sozusagen, mit Tempel, Schreinen, Zengärten und Geishas.

Ein paar Fakten zu Kyoto

Vom 8. bis zum frühen 17. Jahrhundert war Kyoto die Hauptstadt Japans. In der Zeit entstanden unzählige prachtvolle Gebäude. Und so gibt es in Kyoto 1600 buddhistische Tempel und 400 Shinto-Schreine. Ganze 17 UNESCO-Weltkulturerbe zählt die Stadt, 13 Tempel, drei Schreine und die Burg Nijo. Das alte Stadtvierte Gion gilt zudem als Zentrum der japanischen Geisha-Kultur und bietet Einblick in die traditionelle japanische Lebensweise. Gleichzeitig ist Kyoto aber auch eine moderne Großstadt. Zum Glück blieb Kyoto im Gegensatz zu anderen japanischen Städten von Bombenangriffen verschont. So wurde die Stadt nicht zerstört und die vielen Bau- und Kunstdenkmäler sind bis heute erhalten.

Meine 10 Highlights in Kyoto und Nara

Kyoto ist eine Stadt, in der ich problemlos ein bis zwei Wochen verbringen könnte. Bei meinem dichten Programm bleiben mir allerdings nur 72 Stunden bis zur Weiterreise nach Himeji und Hiroshima. Leider bin ich nach meinem schlaflosen Nachtflug noch etwas gehandikapt und den ersten halben Tag nicht besonders fit.

Wo also soll man bei diesem Überangebot an Sehenswürdigkeiten anfangen und wo soll man Abstriche machen? Bei meinem ersten Besuch in der Stadt konzentriere ich mich vorerst einmal hauptsächlich auf die UNESCO-Weltkulturerbe und die wichtigsten Points of Interest, die ich sinnvoll zu einer Route kombinieren kann. Alles kann m an in Kyoto sowieso nie sehen.

Hier folgen meine zehn ganz persönlichen Kyoto-Highlights:

Platz 10: Tō-ji Tempel

Der Toji-ji befindet sich in fußläufiger Distanz zu meinem Hotel gleich beim Hauptbahnhof im Stadtviertel Minami. Besonders schön ist die fünfstöckige Pagode. Zufälligerweise findet am Tag meines Besuches ein Flohmarkt statt. Das ist zwar nicht unbedingt meine Welt, spannend anzusehen ist der Mix aus Kunsthandwerk, antiken Möbeln, Kleidung, Geschirr und Trödel allemal.

Zur Zeit der Kirschblüte werden der Garten und die Pagode mit Scheinwerfen kunstvoll ausgeleuchtet.

Platz 9: Heian-jingū

Am Heian Schrein komme ich eher zufällig vorbei. Verglichen mit anderen Tempeln und Schreinen in Kyoto ist er sehr jung, vielleicht nicht ganz so spektakulär und blickt gerade einmal auf eine etwa hundertjährige Geschichte zurück. Schön anzusehen ist der Kontrast zwischen den orangefarbenen Gebäuden und dem großen weißen Kiesplatz allemal.

Vor dem Schrein steht ein riesiges Torii und dahinter liegt ein wunderschöner japanischer Garten mit Teichen. Das ist das eigentliche Highlight. Auf einem Rundweg kann man alle vier Teile, den Süd-Garten, den West-Garten, den Mittel-Garten und den Ost-Garten, besuchen. Eindrücklich sind der Steinpfad im Soryu-ike (Blauer Drachen) Teich, über den auch Scarlett Johansson im Film «Lost in Translation» gewandelt ist, und im Ost-Garten lässt sich von der gedeckten Taiheikaku-Brücke die Aussicht genießen.

Platz 8: Kyoto Hauptbahnhof

Am Bahnhof kommt kein Reisender vorbei. Er ist übrigens auch einer der größten in ganz Japan. Das Gebäude ist modern, fast futuristisch und ein ziemlicher Kontrast zum historischen Kyoto. Im Gegensatz zu vielen anderen Bahnhöfen lädt Kyoto Station zum Verweilen ein und ist ein angenehmer und faszinierender Kontrast zu all den Tempeln und Schreinen in der Stadt.

Hauptattraktion des Bahnhofs sind die illuminierte Treppe, die Dachkonstruktion, der Skyway-Tunnel und der Park auf dem Dach mit Blick auf die Stadt und den Kyoto Tower. Daneben gibt es eine riesige Auswahl an Restaurants und mit dem Kaufhaus Isetan gleich noch eine Shoppingparadies mit dazu.

Der Bahnhof wäre zum Warten oder Umsteigen alleine viel zu schade.

Platz 7: Nijo-Jo

Für einen Besuch der Burg sollte man genügend Zeit einrechnen. Da sind zuerst einmal die massiven, aber gleichzeitig wunderschön verzierten Tore, die Gartenanlage, die imposanten Palastgebäude und dann der Ninomaru-Palast im Inneren.

Auf den Gänge zwischen den einzelnen Gebäuden ist ein sogenannter «Nachtigall-Flur» verlegt. Er ist so konstruiert, dass er beim Betreten unweigerlich quietscht. So hatten Eindringlinge keine Chance unbemerkt zu bleiben. Die Palasträume sind mit Tatami-Matten ausgelegt. Hier finden sich dann auch die vielen Dekorationselemente, für die Nijo-Jo berühmt ist: die bemalten Wände und Schiebetüren.

Platz 6: Ryoan-ji

An Zen-Gärten führt in Japan kein Weg vorbei. Sie versprechen Ruhe, Gelassenheit und Harmonie. Der wohl berühmteste Zen-Garten Japans befindet sich in Kyoto, im Tempel Ryoan-ji. Täglich starren Tausende Besucher von der Terrasse des Tempels auf ein 30 mal 10 Meter großes Rechteck, meditieren, fotografieren oder rätseln über die Hintergründe der Gestaltung.

Im Kies sind 15 mit Moos umrandete größere und kleinere Steine mehr oder weniger zufällig platziert beziehungsweise in Gruppen angeordnet. Dazwischen ist nichts als fein säuberlich gerechter Kies mit Mustern. Das Besondere ist noch, dass man, egal wo man steht, nie alle 15 Steine gleichzeitig sieht. Die Interpretationen, was denn der Garten darstellen soll, sind vielfältig. Wissenschaftler wollen z.B. einen Baum darin sehen. Aber auch die Tigerin, die mit ihren Jungen einen See überquert, ist eine gängige Deutung.

Sicher hängt es von der Erwartungshaltung ab, wie man den Garten wahrnimmt. Ich persönlich war von diesem «Nichts» doch schwer beeindruckt.

Platz 5: Kinkaku-ji (Goldener Pavillon)

Um zu einem der wichtigsten Wahrzeichen in Kyoto zu kommen, muss man schon einiges an Zeit einplanen. Gefühlt fährt man durch die halbe Stadt (ab Nijo-Jo ist man mit dem Bus tatsächlich eine halbe Stunde unterwegs) und sieht gleichzeitig einmal, wie weitläufig alles ist.

Ich finde, dass sich der Besuch dennoch lohnt. Der Kinkaku-ji ist ein fantastisches Fotomotiv. Wenn die Sonne scheint glänzt das Blattgold an den oberen Stockwerken besonders schön und der Pavillon spiegelt sich im Wasser. Selbstverständlich ist man in der Anlage nicht allein und die Touristen drängen sich entlang der Zäune, um den besten Blick auf das Bauwerk zu erhaschen.

Die meisten vermuten ein uraltes Bauwerk hinter dem Goldenen Pavillon. Allerdings ist dieser 1950 einem Brand zum Opfer gefallen und wurde dann danach wieder aufgebaut.

Platz 4: Nikishi Market

Märkte und Supermärkte sind ein Muss für mich auf jeder Reise in ein fremdes Land. Neben dem Tsukiji-Fischmarkt in Tokio will ich unbedingt durch die bunt verglasten Arkaden des Nikishi-Marktes in Kyoto schlendern. Obwohl sich bereits die ersten Souvenirläden breit machen, gibt es noch viele Lebensmittelhändler und traditionelle Geschäfte. Man findet jede Menge eingelegtes Gemüse, frischen Fisch und Meeresfrüchte, Tofu, Tee sowie Süßigkeiten.

Da ich gegen Mittag auf diesem tradtionellen Markt bin, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich durch die ganzen Köstlichkeiten zu schlemmen. Alle paar Meter gibt es eine neue exotische Spezialität zu entdecken. Besonders beliebt sind hier die Fisch-, Oktopus- und Fleischspieße direkt vom Grill.

Platz 3: Kasuga-Taisha

Ich habe lange überlegt, ob ich trotz der kurzen mir zur Verfügung stehenden Zeit einen Ausflug nach Nara machen sollte. Letztendlich bin ich froh, dass ich mich doch dafür entscheide. Zum einen sind die zahmen Rehe im Nara-Park wirklich zuckersüß, auch wenn man sie nicht füttert, zum anderen hat die Stadt mit dem großen Park ihren ganz besonderen Reiz.

Mein Lieblingsplatz in Nara ist Kasuga-Taisha. Schon der Weg zum Tempel ist links und rechts mit unzähligen moosbewachsenen Steinlaternen (Opfergaben von Gläubigen) gesät. Der Tempel selbst erstrahlt wiederum im typischen Orange. In den Arkaden hängen überall grüne oder geldene Laternen. Besonders schön ist eine Dunkelkammer mit Spiegeln. So hat man den Eindruck in einem Raum mit Hunderten von beleuchteten Lampen zu sein.

Platz 2: Gion, Sannen-zaka und Ninen-zaka

Gion ist der ehemalige Geisha-Bezirk. Noch heute kann man abends Geikos und Maikos sehen, wenn sie durch die Straßen huschen. Allerdings darf man sich auch nicht täuschen lassen, denn eine ganze Reihe von ihnen sind nicht echt, sondern verkleidet. Echte Geishas posieren selten ausgiebig vor den Linsen der Touristen.

Ansonsten sind natürlich die alten hölzernen Machiya (Stadthäuser) sehenswert. Man fühlt sich zurückversetzt in eine andere Zeit. In vielen der traditionellen Holzhäuser befinden sich heute Restaurants. Und so ist Gion auch abends der Anziehungspunkt für viele Touristen.

Sannen-zaka and Ninen-zaka gehören mit Sicherheit zu den schönsten und meist fotografierten Straßen in Kyoto. Hier bekommt man einen Eindruck, wie sich das Leben in Kyoto in früheren Zeiten abgespielt haben mag. Heute reihen sich Geschäfte mit Kunsthandwerk, Souvenirs, Teehäuser, Konditoreien und kleine Restaurants aneinander.

Jetzt während der Kirschblütenzeit sind die beiden Gässchen, die den Hügel hinauf zum Kiyomizudera Tempel führen völlig überfüllt. Neben Touristen sind vor allem Japanerinnen in Kimonos unterwegs, die sich unter der rosaroten Pracht ablichten lassen.

Platz 1: Fushimi Inari-Taisha

Mein Platz eins ist eindeutig der Inari Schrein von Fushimi. Tausende Torii (Eingangstore eines Schreins) fügen sich zu orange leuchtenden Tunneln. 5000 Tore sollten es angeblich sein. Durch sie gelangt man vom Hauptschrein zu den drei Nebenschreinen und zum Gipfel. Bei den Torii handelt es sich um Opfergaben von Gläubigen. Die Namen der edlen Spender sind jeweils auf der Rückseite zu lesen.

Interessant sind auch die vielen Steinaltäre und Fuchsstatuen (Boten der Gottheit Inari) entlang des Weges. Die Gläubigen kaufen hier kleine orange Tore oder Füchse, beschriften sie mit ihren Wünschen und hoffen, dass dieses in Erfüllung gehen.

Der Aufstieg zum Berg kann beschwerlich sein, aber er lohnt sich. Je höher man kommt, umso weniger Besucher sind auch unterwegs. Das heißt, die Chance auf gute Bilder ohne Menschen drauf steigt. Weiter oben hat man auch einen tollen Blick über Kyoto.

Während meines kurzen Aufenthalts habe ich es leider nicht in den Bambuswald geschafft und bin auch nicht am Philosophenweg gewandelt. Aber das ist ja gleichzeitig ein Grund wiederzukommen. Und das werde ich in absehbarer Zeit sicherlich wieder. Es gibt noch so viele Städte, Orte, Regionen und Inseln in Japan, die ich entdecken möchte.

Kyoto, das HIghlight jeder Japanreise

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