Dubai, eine Stadt der Superlative: Stopover im Übermorgenland

Städtereisen

Eines vorweg: Dubai und ich sind und werden keine Freunde mehr. Zu künstlich, zu übertrieben, zu protzig, kitschig und auch zu weitläufig ist mir alles. Für mich trifft bei Dubai die Beschreibung «soulless» ganz gut zu, wenngleich viele hier anderer Meinung sind. Die Stadt löst bei mir nichts aus, keinerlei Begeisterung. Dubai zählt zu jenen Städten, wo ich mir nicht vorstellen könnte zu leben. Dazu fehlen mir wie sonst in historisch gewachsenen Städten ein Zentrum, ein sozialer Mittelpunkt, und auch so etwas wie Flaniermeilen. Die überdimensionierten Malls können das nicht leisten.

Dennoch habe ich mich letzten November wieder für einen Stopover entschieden, liegt es doch bei einer Reise in den Oman auf der Hand oder besser gesagt auf dem Weg. Auf der Hinreise bleibe ich für drei Nächte, am Rückweg nochmals eine Nacht. Sehr zu schätzen weiß ich übrigens die arabische Gastfreundschaft, die auch Teil der Kultur und Tradition in Dubai ist.

In diesem Beitrag erfahrt ihr, warum ich mich für welches Hotel entschieden habe, was ich in Dubai unternommen habe oder was ich nie machen würde und wie es ist als Frau alleine unterwegs zu sein.

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Wo wohnen in Dubai?

Die Sheikh Zayed Road will ich für mein erstes Wochenende bewusst meiden und somit kommen für meine Unterkunft nur die Gegend um den Creek oder Dubai Marina infrage. Wenn man so wie ich mitten in der Nacht am Flughafen landet, ist die Aussicht auf eine 45-minütige Taxifahrt nicht besonders prickelnd. Ausserdem ist kein Badeurlaub angesagt (Pools und Aquaparks mag ich nicht und es gibt schließlich Schöneres als die Strände in Dubai), sondern eine Entdeckungstour durch die Stadt geplant.

Deshalb entscheide ich mich für das Pullmann Dubai Creek City Centre und bin mit meiner Wahl auch recht zufrieden. Die Lage nahe beim Airport, direkt beim Einkaufszentrum (Deira City Centre) und in unmittelbarer Nähe zu Metro und Hop-on, Hop-off-Bushaltestelle erweist sich als sehr praktisch. Ganz toll ist übrigens das Frühstücksbuffet im Hotel, mit einer riesigen Auswahl an internationalen und orientalischen Gerichten. Ich bin im Frühstückshimmel!

Die letzte Nacht vor dem Rückflug verbringe ich im Four Points by Sharaton. Hier gefällt mir vor allem die Skybar. Weniger lustig sind die langen Wartezeiten am Lift. Praktisch ist hier vor allem die Nähe zu Dubais U-Bahn, sodass man so auch zum Flughafen gelangen könnte. Das ist hier in der Regel mit dem Taxi aber wesentlich bequemer und auch nicht teuer.

Was unternehmen in Dubai?
Bei Sonnenaufgang mit dem Heißluftballon über der Wüste schweben

Mein erstes Highlight in Dubai, eine Ballonfahrt, darf ich gleich am Morgen nach meiner Ankunft erleben. Die Nacht ist kurz, denn um fünf Uhr früh holt mich Captain Mike ab und bringt mich und die anderen Teilnehmenden hinaus in die Wüste nach Margham. Und dann geht alles sehr schnell. Im einen Moment bestaune ich noch das Befüllen der Heißluftballons in der Dunkelheit und kurze Zeit später heißt es auch schon, dass alle in den Korb klettern müssen. Binnen einer Minute heben alle Ballone noch bei Dämmerung ab. Das ist ein wirklich tolles Spektakel.

Pünktlich zu Sonnenaufgang schweben wir dann lautlos über der Wüste, ein absolut unvergesslicher Moment. Die Ballone tanzen regelrecht am Himmel, während die erfahrenden Piloten ständig Position und Höhe wechseln. Wer diesen Anbieter wählt, sollte wissen, dass Ballons und Körbe sehr groß sind. Durch die Unterteilungen fand ich es aber dann gar nicht so schlimm. Und da ich einen Platz in der Ecke hatte, klappte es auch mit der Rundumsicht ganz gut. Nach einer knappen Stunde landen wir nach den entsprechenden Instruktionen sicher und angeblich für dortige Verhältnisse auch relativ sanft im Sand.

Ein Ballonflug stand schon lange auf meiner Wunschliste. Bei meinem Aufenthalt in Bagan während der Sommermonate war ein solcher leider nicht möglich. Und so genoss ich jede Sekunde und bin heute noch extrem dankbar, dass ich das erleben durfte. Die Gegend war vielleicht nicht so spektakulär, aber es gibt noch die verschiedensten Möglichkeiten für weitere Ballonflüge. Gebucht habe ich meine Ballonfahrt übrigens bei Balloon Adventures Emirates.

Burj al Arab und Burj Khalifa

Auch die anderen beiden Tage geht es (neben anderen Aktivitäten) in die Höhe. Ich gönne mir den Luxus eines Afternoon-Teas im Burj al Arab. Wer nicht im Sieben-Sterne-Hotel logiert, kann zumindest beim Nachmittagstee in der Skyview Bar ein bisschen etwas von der Atmosphäre des Hauses schnuppern und durch die weltberühmte Lobby schreiten. Wenn man sich für das Service um 16:00 Uhr entscheidet, gibt es den Sonnenuntergang noch gratis dazu. Das Angebot an Speisen ist ausgezeichnet und mehr als ausreichend. Nach dem Glas Champagner zur Begrüßung futtere ich mich durch Sandwiches, die gereichten Zwischengänge inkl. Sorbet und Scones. Nur bei den Süßigkeiten und Kuchen halte ich mich wie üblich zurück. Das Service ist übrigens ausgezeichnet, mir fehlt es an nichts. Bevor man die Skybar wieder mit dem Panoramalift verlässt gibt es noch ein kleines Abschiedsgeschenk: Schokolade und einen Kugelschreiber.

Der zweite Burj, der Burj Khalifa, das momentan höchste Gebäude der Welt, darf natürlich bei keinem Dubai-Besuch fehlen. Auch hier entscheide ich mich für die Auffahrt zu Sonnenuntergang und gönnte mir das VIP-Paket, ohne Wartezeiten und neben dem Besuch des 124. und 125. Stockwerks auch der höchsten Aussichtsplattform im 148. Stockwerk. Ob sich der Mehrpreis für das VIP-Paket lohnt, muss jeder selbst beurteilen. Als Extra bekommt man zur Begrüßung Datteln und Café. Auch muss man beim Aufzug nicht anstehen und in der Sky Lounge es nochmals eine kleine Erfrischung. Dort sind maximal 50 Personen zugelassen, sodass man je nach Auslastung etwas mehr Ruhe hat als auf den anderen Plattformen. Die Aussicht selbst ist meiner Meinung nach aber nicht so viel besser.

Im Anschluss kann man dann noch gleich die Wasserspiele beim Dubai Fountain bewundern oder durch die Dubai Mall schlendern.

Und sonst?

Als weitere unvergessliche Erinnerungen aus Dubai nehme ich außerdem noch mit den Besuch im Miracle Garden, die Spaziergänge am Marina Walk und die Sonnenuntergangsfahrt am Creek. Auf alle Fälle sollte man einmal mit einer Abra (Wassertaxi) den Creek überqueren.

Tiqets ohne Warten und Ausdrucken auf dem Smartphone (Werbung)
Meine Dubai No-Gos

Ja, und dann gibt es sie auch in Dubai: meine persönlichen No-Gos, sprich Attraktionen, die ich nie besuchen würde. Neben dem ganzen ökologischen Unsinn, den es in der Region so gibt (Skifahren in der Hall, künftig auch auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel, rund um die Uhr beleuchtete, aber leerstehende Kamelrennbahnen usw.), würde ich niemals das Delfinarium auf Atlantis The Palm oder das Aquarium in der Dubai Mall besuchen und die dortige Tierquälerei unterstützen.

Was ich leider an diesen beiden Wochenenden nicht schaffe, weil sämtliche Termine bereits ausgebucht sind, ist der Fallschirm-Tandemsprung über The Palm Jumeirah in Dubai. Vielleicht doch ein Grund noch einmal wiederzukommen … but life is short and world is wide.

Als Frau alleine nach Dubai?

Dubai gibt sich gerne weltoffen, tolerant und liberal und präsentiert eine Welt zwischen Glanz und Glamour. Auch wird man nicht müde zu betonen, dass die Frauen emanzipiert und gleichberechtigt sind. Schließlich ist man auf die Devisen der Einkaufs-, Medizin- und Badetouristen angewiesen. In Dubai prallen dadurch Welten und Kulturen aufeinander. Bikini, kurze Shorts und Shirts neben Abbaya und Sheila sind keine Seltenheit. Ich selbst versuche mich auf Reisen immer angemessen zu kleiden. So bin ich auch in Dubai immer mit langen Hosen und bedeckten Schultern unterwegs – nicht alle Touristinnen sehen das so.

Sich in den modernen Bereichen rund um die Sheikh Zayed Road oder die Marina zu bewegen ist absolut unbedenklich. In der Gegend um den Creek werde ich einmal von einem Mann «verfolgt», der mir dann auch in die U-Bahn hinterherkommt und trotz meiner Aussage, dass ich das nicht wünsche, weiterhin in meiner Nähe bleibt. Ich entscheide mich dann dafür, energisch und für andere gut hörbar meine Haltung kundzutun und wechsle in den Wagen für Frauen.

Touristinnen, die nach Duabei reisen, sollte auf alle Fälle bewusst sein, dass Frauen nach dem Gesetz nicht gleichgestellt sind. Wer kennt nicht die Fälle von ausländischen Frauen, die sexuell belästigt oder vergewaltigt wurden nach Anzeige im Gefängnis landen? Auch mit der Meinungs- und Pressefreiheit nimmt es Dubai nicht immer so genau, Regimekritiker verschwinden schon einmal. Bedenklich ist die Lage der vielen Arbeitsmigranten. Damit will ich keine Angst schüren, aber verklären darf man die Situation trotz allen Fortschritts nicht.

Dubai Stopover

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