Moskau: ober- und unterirdische Paläste

Städtereisen

Letztes Jahr im Spätsommer hatte ich doch tatsächlich das Glück, beim «Say Hello from Europe» von SWISS einen Städteflug für zwei Personen in eine Europa-Destination meiner Wahl zu gewinnen. Meine digitale Postkarte aus Brindisi wurde zum Sieger gekürt. Das war übrigens nicht mein einziger Gewinn in letzter Zeit, auch über eine Übernachtung in Genf durfte ich mich freuen.

Nach reiflicher Überlegung tausche ich meinen Voucher gegen einen Flug nach Moskau, leider nicht ganz zum Wunschtermin. Ursprünglich hätte ein Geburtstagsausflug daraus werden sollen. Ende Mai stehen aber auch die Chancen auf warmes Wetter wesentlich besser. Und wir haben Glück: dreieinhalb herrliche Tage in der Stadt liegen vor uns.

Meine ersten Eindrücke von Moskau
  1. Moskau ist weitläufig. Die Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen durch die Stadt zum Hotel um zwei Uhr früh dauert gefühlt etwa genauso lange wie der Flug.
  2. Moskau ist laut, sehr laut und schnell. Damit meine ich die Straßen und den Verkehr. Nahezu ohne Unterbrechung rasen die Autos mit 100 km/h auf den fünf- bis achtspurigen Autobahnen durch die Stadt, wenn sie nicht gerade irgendwo im Stau stehen. Für wichtige Persönlichkeiten werden dann auch die Straßen gesperrt, bis der Konvoi aus Limousinen mit Blaulicht und Sirenen durchgebraust ist.
  3. Moskau ist im Gegensatz zu anderen Städten ausgesprochen fotogen und architektonisch so richtig interessant, eine Mischung aus Barock, Jugendstil, sozialistischem Klassizismus (Zuckerbäckerstil) und Plattenbauten.
Die fünf für mich interessantesten Gebäude
Die Basilius-Kathedrale

So wie ganz viele Touristen führt uns der erste Weg direkt zum Roten Platz und zur Basilis-Kathedrale. Im Laufe des Aufenthaltes schiesse ich mindestens 50 Fotos dieser wunderschönen Kathedrale im Herzen Moskaus mit den bunten Zwiebeltürmchen, im Morgenlicht, von vorne, von hinten, von links, in der goldenen Abendsonne und nachts. Durch ihre zentrale Lage kommt man an dem Bauwerk auch nicht vorbei. Mich faszinieren vor allem die für Mitteleuropa untypischen Farben.

Die sieben Schwestern

Die sieben Gebäude wurden nach dem zweiten Weltkrieg erbaut und sind über die Stadt verteilt, z.B. die Lomonossow-Universität auf den Sperlingsbergen, das Außenministerium oder das Appartementgebäude am Kudrinskaya Platz. Sie alle geben Moskau ein unverwechselbares Gesicht und erinnern tatsächlich an riesige Hochzeitstorten.

GUM

Nachts ist Moskaus Nobelkaufhaus am roten Platz rundum beleuchtet und erinnert den westlichen Besucher stark an die Weihnachtszeit. Aber auch Tagsüber ist das Gebäude eine Augenweide. Die wahre Pracht offenbart sich vor allem im Inneren: Passagen, Galerien, Brücken, prunkvolle Treppen und das alles unter einem Glasdach. Somit gibt es im lichtdurchfluteten Einkaufszentrum wesentlich mehr zu sehen als die Geschäfte der üblichen Designer und Nobelmarken.

Mariä-Verkündigungs-Kathedrale

Der Kreml ist ein sehr imposantes und eindrückliches Bauwerk. Im Zentrum der russischen Hauptstadt ist er derart markant, dass er selbst von weit her zu erkennen ist. Im Inneren des Kreml befinden sich eine Reihe von Sakralbauten, allesamt haben sie wunderbare Wand- und Gewölbefresken. Deshalb sollte man unbedingt auch den Innenbereich besuchen (donnerstags geschlossen). Die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale, jene mit den neun goldenen Zwiebeltürmchen, gefällt mir persönlich am besten.

Das Hotel Metropol

Das Jugendstil-Hotel ist das älteste Hotel in der Stadt und hat schon viele Künstler oder Politiker beherbergt. Die Fassade und die Innenrichtung verzaubern und versetzen einen in eine andere Zeit.

Die drei schönsten U-Bahn-Stationen

Moskaus Metro ist legendär. Für den Bau wurden sehr gute russische Architekten, Maler, Ingenieure beauftragt und mit Marmor oder Stuck wurde nicht gespart. Der Begriff «unterirdische Paläste» könnte zutreffender nicht sein. Entsprechend nehmen wir uns auch die Zeit und erkunden die Stationen einen halben Tag lang. U-Bahnfahren in Moskau ist günstig und wenn man die Stationen nicht verlässt, sondern nur umsteigt, kann man die ganze Zeit über mit einem Ticket fahren. Die Stationen sind nur kyrillisch angeschrieben und teilweise haben die gleichen Stationen auf unterschiedlichen Metro Linien auch andere Namen. Mit ein bisschen Übung findet man sich aber schnell zurecht und kann entweder die Namen entziffern oder kommt mit Zählen der zu fahrenden Stationen ans Ziel.

Komsomolskaja 

Die Station mit dem gelben stuckverzierten Gewölbe und den grossen Lustern ist mein absoluter Favorit.

Majakowskaja

Die arkadenähnliche offen gestaltete Halle wirkt wesentlich reduzierter, modern, nicht so überladen und ist vor allem sehr hell.

Belorusskaja

Heller Marmor, florale Motive und Mosaike aus Natursteinen prägen diese Station.

Rooftop- und Open-Air-Bars

Es gibt unzählige Bars und Restaurants in Moskau. In der Kürze der Zeit können wir nur einen kleinen Teil testen. Da die Temperaturen besonders heiß sind, ist der Aufenthalt im Freien auch abends noch die erste Wahl.

Bar Strelka

Die Martini Lounge liegt nicht besonders hoch, bietet aber einen wunderbaren Blick über die Moskwa und die Christ-Erlöser-Kathedrale am andern Ufer. Sie liegt im Gebäudekomplex der ehemaligen Schokoladefabrik «Roter Oktober», die heute ein Kulturzentrum ist.

O2-Lounge Moscow

Ein Moscow Mule in der Cocktailbar des Ritz-Carlton mit Aussicht auf den Kreml gehört eigentlich zum Pflichtprogramm in Moskau. Am Abend unseres Besuches feiert übrigens auch Christina Rigozzi (ehemalige Miss Schweiz) dort. Sie war für die Schiffstaufe der Excellence Katharina des Reisebüros Twerenbold in Moskau.

Dies & Das

Moskau hat wirklich viel zu bieten und ich kann hier nur einen kleinen Teil beleuchten. Das (touristische) Zentrum ist fein herausgeputzt und geschmückt. Hier findet man auch teure Boutiquen und Restaurants. Auf das Gegenteil dazu und typische sozialistische Bauwerke trifft man schon ein Stück ausserhalb.

Eine bleibende Erinnerung ist sicherlich auch der Spaziergang durch die weitläufige Anlage des Gorki Park. Mit seinen Seen, Brunnen, Restaurants und Ruhezonen stellt er eine riesige grüne Oase in der lauten und lebhaften Stadt dar. Alleine hier könnte man mehr als einen halben Tag verbringen. Daneben gibt es aber auch noch weitere schöne Parkanlagen und vor allem Springbrunnen, Springbrunnen wie im Märchen.

Abends ist in Moskau viel los. Ich finde der Ausdruck «die Stadt, die niemals schläft» trifft auf die russische Hauptstadt viel mehr zu als auf die Metropole, mit der man ihn normalerweise in Verbindung bringt. Spannend wird es, wenn man sich dann in weniger touristische Regionen begibt und versuchen muss, sich ohne Englisch durchzuschlagen.

Da das Leben bekanntlich kurz und nicht nur die Welt, sondern auch Russland groß ist, werde ich wohl demnächst einmal für einen Besuch in St. Petersburg zurückkehren. Einerseits würde mich der Gegensatz und ein Besuch im russischen Winter reizen andererseits muss die Stadt auch während der weißen Nächte ein Erlebnis sein.

Moskau: ober- und unterirdische Paläste

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3 Comments
  1. Antworten

    priceline hotels near me

    21. November 2016

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