Flughäfen – meine Tops und Flops in Europa und weltweit

Ratgeber

Bereits im Juli hat Jo von Work & Travel und Backpacking zur Blogparade – Der beste Flughafen der Welt aufgerufen. Selbst wenn im Rahmen der Skytrax World Airport Awards jedes Jahr die Favoriten der Passagiere kürt, habe auch ich meine ganz persönlichen Lieblinge und Flughäfen, um die ich lieber einen großen Bogen mache beziehungsweise fliege. Bis auf wenige Ausnahmen halte ich mich gerne am Flughafen auf. Ich mag die Atmosphäre, das geschäftige Treiben, das Kommen und Gehen, Abschiede und Begrüßungen, ganz einfach den Duft der weiten Welt. Im Großen und Ganzen sind die meisten Flughäfen sehr ähnlich. Das hat etwas Gutes: Man findet sich schnell zurecht und fühlt sich irgendwie schnell daheim. Gleichzeitig langweilt der Einheitsbrei.

ZRH, für mich der beste Flughafen in Europa
Quadratisch, praktisch gut

Nun, wie sollte es anders sein? Zürich ist sozusagen meine Homebase, der Flughafen, auf dem ich mit Abstand am meisten unterwegs bin. Egal ob Abflug oder Ankunft, hier kenne ich alle Wege, alle Distanzen, alle Abläufe, (fast) alle Gates, alle Lounges und teilweise sogar das Personal. Und ja, ich mag auch Heidi und das Jodeln in der Skymetro, der seilgetriebenen Luftkissenbahn, die das Airside Center mit den Gates E verbindet. Das zurückhaltend freundliche und kompetente Personal in Zürich schätze ich ebenfalls sehr.

Das, was ich am Heimtflughafen der SWISS besonders mag, ist seine Kompaktheit. Das betrifft sowohl die Start- und Landebahnen als auch die Wege zwischen den Gates. Hier werden auch knappe Umsteigeverbindungen nicht zur Qual. Wer schon einmal auf den Flughäfen Schiphol, Heathrow oder Istanbul ewig neben der Autobahn hergefahren oder über Brücken gerollt ist und dann kilometerlange Sprints in den endlos langen Flughafengängen hingelegt hat, weiß wovon ich rede. Mit den unterirdisch angebundenen Nah- und Fernverkehrszügen ist man in knapp zehn Minuten am Hauptbahnhof Zürich. Bei einem längeren Aufenthalt kann sich so einen Abstecher durchaus überlegen.

Die teure Schweiz

Was Zürich insbesondere für ausländische Passagiere im Vergleich zu anderen Flughäfen weniger attraktiv erscheinen lässt, sind die Kosten. Ich kann verstehen, dass Kaffeepreise von CHF 5,- aufwärts abschrecken und man ungern CHF 20,- oder mehr für ein einfaches Hauptgericht berappt. Bei ausreichend Zeit und wenn die Einreisebedingungen nicht dagegen sprechen, lohnt sich für Sparfüchse wahrscheinlich der Gang nach draußen. Im Foodland im Airport Center gibt es Mc Donald’s, Nordsee usw., multinationalen Einheitsbrei sozusagen.

Ich persönlich sehe für mich keine Notwendigkeit am Flughafen zu essen. Entweder habe ich mir vorher etwas Gesundes gegönnt oder ich genieße einen Snack im Flugzeug oder in der Lounge. Dass ich am Flughafen mehr kaufe als eine Flasche Wasser, ist wirklich die Ausnahme. Das kommt z.B. nur vor, wenn ich so wie erst kürzlich in Neapel für Stunden wegen Nebel festsitze.

Für CHF 39,- kann man übrigens einen Gutschein für die SWISS Business Lounges erwerben. Dort gibt es frisch zubereitetes Essen und ein kaltes Buffet zur Selbstbedienung, guten Kaffee und das übliche Angebot an alkoholischen und antialkoholischen Getränken. Offenbar wird das Whiskey-Angebot besonders geschätzt. Auf alle Fälle kann man hier auch in Ruhe arbeiten und duschen.

Meine europäischen Flop-Flughäfen

So sehr ich Santorin liebe, aber der Santorini Airport ist eine einzige Katastrophe. Der Wartebereich ist viel zu klein, vor allem wenn es dann noch zu Verspätungen kommt. Klimaanlage? Fehlanzeige. Es gibt kaum Sitzgelegenheiten und keine Restaurants. Die Schlange an der Sicherheitskontrolle ist meist endlos lang. Über Hygiene reden wir besser nicht. Das ist übrigens auch auf Mykonos nicht viel besser. Schon in den 1990er Jahren fand ich die griechischen Flughäfen auf den Inseln schlimm. Passiert ist seither nichts. Sie verfallen vor sich hin. Und angesichts der Finanzkrise wird sich daran wohl auch nicht so schnell etwas ändern.

Das Drama um den Flughafen Berlin Brandenburg «Willy Brandt» will ich hier gar nicht noch einmal breitreten. Aber ein Flughafen wie Berlin Tegel ist einer europäischen Hauptstadt, einer Stadt wie Berlin, absolut nicht würdig. TXL ist ein Flickenteppich, platzt aus allen Nähten, ist unübersichtlich, unkomfortabel, nicht kundenfreundlich, bietet keine vernünftigen Lounges, kaum Einkaufsmöglichkeiten und das Personal ist häufig wenig kundenorientiert. Die Sauberkeit der Toiletten lässt zu wünschen übrig und die Sitzplätze am Gate reichen nie aus. Das einzig Positive an Berlin Tegel ist für mich die Tatsache, dass der Flughafen von der Stadtmitte aus in einer halben Stunde zu erreichen ist.

TXL schafft es übrigens im Skytrax Rating nur in die hintersten Ränge, schlimmer ist nur noch der zweite Berliner Flughafen Schönefeld. Und Berlin Tegel war 2017 der unpünktlichste Flughafen Deutschlands. Somit hoffe ich, dass bei meinem Besuch Anfang November in Berlin alles glatt läuft und ich zum letzten Mal in Tegel lande.

Singapore Changi, nicht nur die Nummer 1 im Sytrax-Ranking, auch mein Top-Flughafen

Seit Jahren ist der Changi Airport in Singapur die Nummer Eins bei den Passagieren. Fast gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieses Blogposts wird Ende Oktober der neue Terminal 4 in Betrieb genommen und nochmals neue Maßstäbe setzen: ein von Orchideen inspiriertes Design, ein hoher Grad an Automatisierung und Theateraufführungen. Am Terminal 4 werden vor allem asiatische Fluggesellschaften operieren. Ab 2018 soll es dann noch das “Forest Valley“, einen künstlichen Urwald mit Wasserfall, Spazierwegen und einer Lichtinstallation geben.

Schon jetzt bietet Changi so viele Möglichkeiten, dass andere Flughäfen vor Neid erblassen müssten. Als normaler Fluggast kann man das Angebot gar nicht ausschöpfen, außer man nimmt sich extra einen Tag dafür Zeit. Es gibt Berichte von Reisenden, die sich problemlos 24 Stunden am Flughafen aufgehalten und unterhalten haben.

Die Terminals 1 bis 3 sind mit den Skytrains verbunden, zu Fuß muss man über eine Stunde einrechnen. Dazwischen gibt es aber viel zu entdecken. Ich mag Changi, weil die Wartezeit nirgends so schnell vergeht wie hier und der Service perfekt ist.

Grüne Oasen

Ob Cactus Garden (T1, Level 3), Piazza Garden (T1, Level 2), Water Lily Garden (T1, Level 2), Enchanted Garden (T2, Level 2), Orchid Garden und Koi Pond (T2, Level 2), Sunflower Garden (T2, Level 3) oder Butterfly Garden (T2, Level 2 und 3), über den ganzen Flughafen verteilt findet man immer wieder kleine Parks, auch im Freien, die zum Staunen und Entspannen einladen. Etwas, das so wie die Kunstobjekte auf anderen Flughäfen oftmals fehlt.

Wellnessoasen und Schlafen

Zuerst einmal gibt es in allen Terminals sogenannte Snooze Lounges und Massage-Liegen. Singapur führt schließlich auch die Liste «Sleeping in Airports» an. Am Changi Airport kommt man selbst ohne Business- oder First-Class-Ticket zu Schlafgelegenheiten und selbstverständlich auch zu Duschen. Es gibt nicht viele Flughäfen, die einen derartigen Service anbieten. Meist bleibt nur der unbequeme Schlaf auf Sitzbänken.

Neben unzähligen Shower- and Spa-Services punktet der Changi Airport besonders mit dem Pool am Dach des Aerotel Transit Hotels im Terminal 1. Reisende können hier ziemlich ungestört ihre Bahnen ziehen oder Längen schwimmen. Außerdem gibt es ein Jacuzzi und eine Poolbar. Der Eintritt kostet aktuell SGD 17,-. Bei längeren Aufenthalten und größerem Budget könnte man auch ein Zimmer in einem der Transit-Hotels reservieren.

Unterhaltung und Fitness

Hier sorgen sogenannte Entertainment Decks mit Spielkonsolen, TV-Lounges oder das Kino im Terminal 3 für Abwechslung. Fitnessstudios könnten Passagiere gegen Bezahlung in den verschiedenen Transit Hotels nutzen. Spielplätze auf allen Terminals sind selbstverständlich. Familien schätzen wahrscheinlich auch die Familienzonen und die 12 Meter hohe Rutsche ebenfalls im Terminal 3.

Kunst

Kunstliebhaber kommen am Flughafen ebenfalls auf ihre Rechnung. Verschiedene kleinere und größere Skulpturen sind über alle Terminals verteilt: Kinetic Rain, Sculptural Tree Garden, Social Tree, Birds in Flight, Daisy, Floral Inspirations, Heritage Facade, Immersive Wall, Les Oiseaux, Petalclouds oder die Travelling Family.

Arbeiten, Essen, Einkaufen und Stadtrundfahrt

Lounges, Business-Center oder Duty-Free-Shops gibt es natürlich auch in Singapur, alles einfach ein wenig größer und besser als auf anderen Flughäfen. In der Food-Street im Terminal 3 (ähnlich wie in den Hawker Centers in der Stadt) findet sich sicherlich etwas für jeden Geschmack und jedes Budget. Wer mehr als 5,5 Stunden Zeit hat, kann an einer gratis Sightseeingtour in die Stadt teilnehmen. Und übrigens bekommen alle, die mit Singepore Airlines anreisen, einen Changi Dollar Voucher (CDV), einen Gutschein im Wert von SGD 20,-, der überall am Flughafen eingelöst werden kann.

Das ist nur ein Teil der Annehmlichkeiten, die der Changi Airport bietet. Das Motto «Nicht kleckern, sondern klotzen» muss nicht zwingend für alle Flughäfen gelten. Aber so mancher Airport könnte sich ein kleines Scheibchen abschneiden, wie das folgende Beispiel zeigt.

Weltweite Flughäfen-Flops: JFK, das außereuropäische Pendant zu TXL

Ähnlich wie in Berlin frage ich mich, wie sich eine Metropole wie New York einen derart schlechten und chaotischen Flughafen leisten kann. Ich will dem John F. Kennedy International Airport noch zugute halten, dass die Terminals in Ausstattung und Komfort sehr unterschiedlich sind. Oftmals reichen aber die Sitzgelegenheiten bei weitem nicht aus, generell hat der Flughafen Mühe das heutige Passagieraufkommen zu bewältigen. Das macht sich auch in der Sauberkeit bemerkbar.

Am schlimmsten finde ich allerdings die fehlende oder schlechte Beschilderung und die Unfreundlichkeit der Angestellten. Bei der Einreise kann es schon einmal vorkommen, dass man eineinhalb bis zwei Stunden in der Schlange vor der Immigration steht – Toiletten Fehlanzeige! Wenn man Erfahrungsberichte liest, so beanstanden nahezu alle, wie grob und rüpelhaft sich das Personal benimmt, sogar von Willkür ist die Rede. JFK ist für mich eine absolute Servicewüste, unorganisiert von Anfang bis Ende, also von der Ankunft bis zum Abflug, der meist nicht pünktlich erfolgt. Der John F. Kennedy International Airport gehört zu den unpünktlichsten in den Vereinigten Staaten.

Gespannt bin ich jetzt bereits auf den Flughafen in Tallinn. Dort werde ich anlässlich meiner Weihnachtsmarktreise 2017 im Dezember landen. Angeblich ist er sehr sauber, komfortabel und gut organisiert. Die Einrichtung hat etwas von Wohnzimmer, es gibt eine Bibliothek und die Durchsagen stammen von Jazz- und Opernsängern.

Flughäfen, meine Tops und Flops

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4 Kommentare
  1. Antworten

    Johanna

    29. Oktober 2017

    Hallo Carola,
    vielen Dank für deinen Beitrag zu meiner Blogparade. Die Tipps für Zürich sind super hilfreich. Ich habe in Zürich oft schon sehr lange Zwischenstopps gehabt. Da bekommt man dann doch mal Hunger. Falls das noch einmal vorkommen sollte, weiß ich dank deiner Tipps jetzt, dass ich die Transitzone getrost verlassen und sogar nach Zürich fahren kann. 🙂
    LG Johanna

    • Antworten

      travellingcarola

      29. Oktober 2017

      Liebe Johanna, freut mich, dass ich dir noch ein paar Anregungen geben konnte. Die Züge nach Zürich HB fahren ungefähr im 5-Minuten-Takt. Leider ist das Ticket so wie alles in der Schweiz nicht ganz günstig (13–14 CHF retour). Aber im öffentlichen Bereich, im Foodland, wirst du bestimmt etwas finden. Und dann gibt es da ja noch coop und Migros, wenn’s mal nur ein Sandwich oder Salat sein sollte.
      Herzliche Grüße Carola

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