Neben dem abgewrackten Treppenhaus hat ein Hipstercafé eröffnet. Das ehemalige Stadtgefängnis dient heute als Filmkulisse und veranstaltet Konzerte. Ein ganzes Stadtviertel hat sich selbst zur Republik erklärt und meint es ernst damit. Vilnius zeigt sich mit all seinen Widersprüchen, Wunden und einer enormen Aufbruchsstimmung. Vilnius ist eine Stadt zwischen zwei Versionen von sich selbst – sie hat ihre sowjetische Vergangenheit noch nicht ganz hinter sich gelassen und weiß gleichzeitig noch nicht genau, wohin sie will. Genau das macht sie interessant.
Inhalt
Vilnius zwischen zwei Versionen von sich selbst
Vilnius ist keine Stadt, die ihre Geschichte ordentlich verstaut hat. Sowohl Mittelalter, polnische Großmacht, zaristische Verwaltungsstadt als auch sowjetische Planwirtschaft sind noch vorhanden – auf denselben Straßen und manchmal sogar in denselben Gebäuden. Diese Gleichzeitigkeit ist kein Makel. Sie ist es, was Vilnius von polierten Städtereise-Klassikern unterscheidet.
Das historische Vilnius
Die Altstadt von Vilnius gehört seit 1994 zum UNESCO-Welterbe und gilt als eine der größten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Altstädte Nordeuropas. Knapp 1500 historische Gebäude stehen hier. Gotik, Renaissance und Barock liegen nah beieinander. Auf einem Spaziergang entdeckst du die wichtigsten Vilinius-Sehenswürdigkeiten.
Kathedralplatz und Großfürstenpalast
Der Kathedralplatz ist der älteste Platz der Stadt, ihr natürlicher Mittelpunkt und touristisches Zentrum. Die weiße Kathedrale St. Stanislaus und Ladislaus, ein klassizistischer Bau aus dem späten 18. Jahrhundert, dominiert den Platz. Flankiert wird sie von einem freistehenden Glockenturm. Schau genau hin: Im Pflaster nahe des Turms ist die Stebuklas-Platte eingelassen. Der Überlieferung nach reicht es, sich daraufzustellen, die Augen zu schließen, an einen Wunsch zu denken und sich dreimal im Uhrzeigersinn zu drehen. Ich warte noch, dass meiner in Erfüllung geht.

Hinter der Kathedrale steht der Großfürstenpalast, genauer gesagt seine Rekonstruktion. Das Original wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von der russischen Zarenregierung abgetragen und erst 2009 wieder aufgebaut, nicht ohne Kontroversen: Historiker zweifelten an der Authentizität, die Kosten explodierten. Heute beherbergt der Palast das Nationalmuseum mit Funden aus den Ausgrabungen, die dem Wiederaufbau vorausgingen.
Gediminas-Turm
Der Gediminas-Turm ist das Wahrzeichen von Vilnius. Der einzige erhaltene Festungsturm der Oberen Burg geht auf eine Steinburg zurück, die Vytautas der Große im Jahr 1409 errichten ließ. Von der Aussichtsplattform aus kannst du Vilnius in seiner ganzen Widersprüchlichkeit sehen: Barocktürme, Sowjetblöcke, den Neris-Fluss und dahinter die Hochhäuser der Neustadt. Nach oben geht es entweder mit der Standseilbahn oder zu Fuß über einen Pfad mit großen, unregelmäßigen Flusskieseln und groben Pflastersteinen. Zum Sonnenuntergang sitzen die Leute auf den Mauern und genießen die Abendsonne über der Altstadt.

Pilies-Straße und Rathausplatz
Die Pilies-Straße ist die älteste und zugleich lebendigste Straße der Altstadt. Sie wird gesäumt von historischen Bürgerhäusern, Cafés, Bernsteinläden und Galerien. Mit ihren zahlreichen Restaurants und Cafés ist sie ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Bieg ruhig auch mal in die Seitengassen ab, die Stiklo-Straße und die Literatų-Straße lohnen sich. Hier gibt es Kopfsteinpflaster und versteckte Innenhöfe und es ist deutlich weniger Betrieb.

Die Pilies-Straße geht direkt in den Rathausplatz über. Das klassizistische Rathaus aus dem späten 18. Jahrhundert ist während meines Besuchs eingerüstet, doch der Platz selbst strahlt eine ruhige Atmosphäre aus. In der Mitte steht das «Portal», eine Kunst- und Technologieinstallation, die eine direkte visuelle Verbindung zwischen Städten schafft. Die Live-Übertragung schaltet zwischen Partnerstädten wie Lublin, Dublin, Philadelphia, Manila, Barra Grande in Brasilien oder Ipswich um. Dass die Leute sich gegenseitig zuwinken oder einfach nur schauen, wie das Wetter an den anderen Orte ist, hat etwas Rührendes.
St.-Annen-Kirche und Bernhardinerkirche
Unweit der Pilies-Straße stößt du auf ein unerwartetes Paar: die gotische St.-Annen-Kirche aus rotem Backstein und die angrenzende Bernardinerkirche. Die Annenkirche soll Napoleon so beeindruckt haben, dass er sie angeblich auf seiner Handfläche nach Paris tragen wollte. Ob er das wirklich sagte, ist nicht belegt. Das Gebäude rechtfertigt diese Legende jedoch allemal. Die daneben liegende Bernardinerkirche ist massiver und wuchtiger. Zusammen bilden die beiden jedoch eines der fotogensten Motive der Altstadt.
Glasviertel
Das Glasviertel rund um die Stiklių-, Gaono- und Švarco-Straße verdankt seinen Namen den Glasmachern, die hier seit dem 16. Jahrhundert ansässig waren. Berühmter ist jedoch seine jüdische Geschichte: Über 600 Jahre lang war dieses Viertel das kulturelle und religiöse Zentrum der jüdischen Gemeinde. Nicht umsonst wurde Vilnius als «Jerusalem des Nordens» bezeichnet. Im Zweiten Weltkrieg richteten die deutschen Besatzer hier zwei Ghettos ein und ermordeten fast die gesamte jüdische Bevölkerung. Eine Gedenktafel in der Rūdninkų-Straße 18 erinnert daran.

Das Viertel trägt diese Geschichte in sich: in Straßennamen, Speisekarten, Schmucksymbolen und Kunstgalerien finden sich überall Spuren des jüdischen Erbes. Besonders eindrücklich ist das Graffiti-Projekt «Sienos prisimena» (The Wall Remembers): Fünf großformatige Wandbilder in den Straßen des Viertels basieren auf authentischen Fotografien aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Per QR-Code kann man das Originalfoto direkt neben dem Graffiti sehen. Bekannt ist das Viertel auch wegen seiner schönen Hinterhöfe.
Tor der Morgenröte
Am südlichen Ende der Altstadt von Vilnius steht das einzige erhaltene Stadttor. In der Kapelle darüber wird eine vergoldete Marienikone aufbewahrt, die als wundertätig gilt und Wallfahrer aus ganz Litauen und Polen anzieht. Während meines Besuchs ist das Tor eingerüstet, doch die Menschen, die hier innehalten und beten, machen deutlich, dass es um mehr geht als nur eine Sehenswürdigkeit.
Halės turgus
Die überdachte Markthalle aus dem Jahr 1906 nahe dem Bahnhof ist kein Touristenmarkt, sondern ein echter Versorgungsort. Allein die gusseiserne Konstruktion ist sehenswert. Am Nachmittag ist es ruhig, morgens hingegen decken sich die Einheimischen mit frischem Obst, Gemüse, Fisch und Käse ein. Im vorderen Teil befinden sich kleine Bars und Marktrestaurants, die sich abends in einen beliebten Treffpunkt verwandeln.

Das neue Vilnius
Vilnius baut. Überall in der Stadt stößt du auf Stadtteile, die noch vor zehn Jahren brach lagen oder Industriegebiet waren und heute wie ein ganz anderer Ort aussehen. Das ist kein Zufall, sondern Programm: Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1990 erfindet sich die Stadt in Schüben neu. Das neue Vilnius ist kein konkreter Ort, sondern das Gefühl, einer Stadt beim Werden zuzuschauen.
Paupio Turgus
Die Markthalle Paupio Turgus liegt im neuen Stadtteil Paupys direkt am Fluss Vilnelė und zählt seit 2021 zu den beliebtesten Treffpunkten der Stadt. Das große Glasdach überspannt einen üppig bepflanzten Wintergarten mit einem Wandgemälde des Künstlers Jurgis Tarabilda, eine erstaunlich selbstbewusste Geste für ein Viertel, das noch vor wenigen Jahren kaum existierte. Was sich darunter abspielt, ist weniger Markt als Foodhall: Rund 20 Restaurants, Bars und Spezialitätenläden laden zum Verweilen ein, freitags und samstags ergänzt durch einen Bauernmarkt mit Produzenten aus ganz Litauen.

Der Gediminas-Boulevard
Der Gediminas-Boulevard ist die Hauptstraße von Vilnius und verbindet den Kathedralenplatz mit dem Parlamentsgebäude. Er wurde 1836 gebaut, als die Eisenbahnlinie aus St. Petersburg das Wachstum der Stadt vorantrieb und hat mehrmals seinen Namen geändert. 1989 wurde er nach dem litauischen Großfürsten Gediminas benannt. Heute säumen Geschäfte, Restaurants, Ministerien und das Parlament die breite Allee. Ein Spaziergang hier gehört einfach dazu.
MO Museum
Das MO Museum in der Pylimo-Straße ist bereits von außen unübersehbar. Der eigenwillig geformte weiße Bau stammt vom Architekten Daniel Libeskind. Drinnen wartet eine Sammlung von rund 6000 Werken moderner und zeitgenössischer litauischer Kunst mit Schwerpunkt auf der Zeit nach 1960.
Bei meinem Besuch ist es sehr voll, gegen Ende des Schuljahres sind viele Klassen unterwegs. Die temporäre Ausstellung «Gen Z. All at Once» mit jungen Künstlern aus elf osteuropäischen Ländern zeigt eine Generation in permanenter Transition und passt damit perfekt in diese Stadt. An Regentagen ist das Museum sowieso die erste Adresse.

Neris-Ufer mit modernen Bauten
Am nördlichen Ufer der Neris wächst seit den 1990er Jahren das Geschäftszentrum Šnipiškės mit seinen Bürotürmen und Glasfassaden in die Höhe. Mit 148 Metern ist der Europa-Turm der höchste Wolkenkratzer der baltischen Staaten. Die Skybar des Radisson Blu Hotels bietet einen weiten Blick über die Stadt, allerdings zu hochpreisigen Getränken. Am Ufer selbst gibt es Bars, ein Gastroboot und einen Skaterpark. Zum Sonnenuntergang ist es hier entspannt und lebendig zugleich.

Eine Stadt, die ihre Wunden zeigt
Vilnius hatte keine Zeit, seine Geschichte wegzuräumen. Sie liegt offen da: in den Gebäuden, auf den Hügeln und in den Kellern. Wer verstehen will, warum diese Stadt so ist, wie sie ist, findet hier die Antworten – auch wenn sie unbequem sind.
Lukiškės-Gefängnis 2.0
Das Lukiškės-Gefängnis liegt am Rande der Altstadt, aber hinter hohen Mauern und Stacheldraht blieb es für die meisten Stadtbewohner unsichtbar, ein Ort, den man lieber nicht zur Kenntnis nahm. Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, diente es unter der Zarenherrschaft und der sowjetischen Besatzung als reguläres Gefängnis.
Heute ist es ein Kulturraum, in dem Konzerte, Kunstausstellungen und Führungen durch die Korridore und Zellen stattfinden. Internationale Bekanntheit erlangte das Gefängnis als Drehort der vierten Staffel der Netflix-Serie «Stranger Things». Die Führung ist empfehlenswert – nicht wegen des Gruseleffekts, sondern weil die Mauern, Gänge und Zellen mehr erzählen als jede Ausstellungstafel und die Geschichten der Guides die Geschichte lebendig werden lassen.

Fernsehturm
Der Fernsehturm im etwa vier Kilometer von der Altstadt entfernten Stadtteil Karoliniškės ragt 326,5 Meter in die Höhe und ist damit das höchste Bauwerk des Baltikums. Vor allem ist er ein Erinnerungsort. Litauen hatte im März 1990 seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion erklärt, aber Moskau war nicht bereit, das zu akzeptieren. In der Nacht auf den 13. Januar 1991 rollten sowjetische Panzer nach Vilnius. Tausende Zivilisten hatten sich um den Turm versammelt und eine Menschenkette gebildet. Die Panzer fuhren in die Menge. Vierzehn Menschen starben.
Als das Fernsehsignal aus Vilnius abbrach, ging ein kleines Studio in Kaunas live auf Sendung. Universitätsprofessoren übersetzten die aktuellen Nachrichten spontan ins Englische und Russische, um zu zeigen, was in Vilnius gerade geschah. Der internationale Druck war enorm, Gorbatschow zog die Truppen zurück. Im September 1991 erkannte die Sowjetunion die litauische Unabhängigkeit an.
Im Erdgeschoss des Fernsehturms erzählt eine Ausstellung diese Geschichte. Auf 165 Metern gibt es eine Aussichtsplattform mit Bar. Mutige können sich gesichert mit einem Seil auch an den Turmrand vorwagen.

Hügel der drei Kreuze
Auf dem Hügel gegenüber dem Gediminas-Turm stehen drei weiße Kreuze. Warum genau sie dort stehen, ist nicht eindeutig belegt. Sicher ist, was die Sowjets damit machten: Im Jahr 1950 ließen sie die Kreuze schleifen.
Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1990 wurden die Kreuze wiederhergestellt und sind seither ein Symbol des Widerstands. Der Blick über die Altstadt zählt zu den schönsten in Vilnius. Während meines Besuchs sind einige Wege gesperrt und die Aussicht ist durch Pflanzen verwuchert. Die Baufälligkeit trübt leider den Eindruck.
Museum der Okkupationen und Freiheitskämpfe
Das Gebäude am Gedimino-Prospekt wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar. Von 1940 bis in die 1980er Jahre war es Hauptquartier der sowjetischen Besatzungsbehörden, zwischenzeitlich auch der deutschen Gestapo. Die Ausstellung im Erdgeschoss dokumentiert Widerstand, Deportationen und Verfolgung. Im Keller befinden sich ehemalige Zellenblöcke, eine schallisolierte Folterzelle und der restaurierte Hinrichtungsraum.
Bernardiner Friedhof
Einer der ältesten erhaltenen Friedhöfe von Vilnius liegt im Stadtteil Užupis. Er wurde im Jahr 1810 gegründet und war über lange Zeit hinweg der wichtigste Begräbnisplatz der Stadt. Heute ist er ein Ort der Stille, an dem alte Grabsteine, Engelskulpturen und eine Kapelle zu finden sind. Über dem Tor steht in Latein die Inschrift «Non omnis moriar» (Ich werde nicht ganz sterben). Ich besuche gerne Friedhöfe, denn wie eine Gesellschaft mit ihren Toten umgeht, sagt viel über ihre Kultur aus. Dieser hier ist ruhig, aber nicht beklemmend.

Freiheit als Stadtgefühl
Es gibt Orte in Vilnius, die sich nicht beschreiben lassen, ohne wie ein Reiseführer zu klingen. Und doch sind sie das Gegenteil davon: unverwaltet, eigenwillig, manchmal absichtlich unfertig. Was sie verbindet, ist ein Gefühl, das sich durch die ganze Stadt zieht. Hier sind Dinge möglich, die anderswo nicht möglich wären.
Užupis
Wer die Brücke über den Fluss Vilnelė überquert, betritt offiziell ein anderes Land. Die Republik Užupis wurde am 1. April 1997 als ernst gemeinte Kunstaktion gegründet. Es gibt eine Verfassung mit 41 Artikeln, einen Präsidenten, einen Botschafter des Windes und der Poesie sowie eine Armee. Diese wurde jedoch wieder aufgelöst, da niemand Angst vor ihr hatte. Artikel 1 der Verfassung lautet: «Jeder hat das Recht, am Fluss Vilnelė zu leben, und der Fluss Vilnelė hat das Recht, an jedem vorbeizufließen.»
Die durchaus ernst gemeinte Verfassung hängt in mehr als 50 Sprachen auf Metalltafeln an der Paupio-Straße. Das Viertel war lange Zeit heruntergekommen. Dann zogen Künstler ein, danach Cafés und Galerien und schließlich die Wohlhabenden. Der im Jahr 2002 aufgestellte Engel auf dem zentralen Platz bläst Trompete und schaut über das Viertel hinweg. Die Verfassung verpflichtet jeden dazu, glücklich zu sein – oder auch nicht. Beides ist erlaubt.
Open Gallery
Auf dem Gelände der ehemaligen Elfa-Fabrik in Naujamiestis, das heute als Menų Fabrikas Loftas bekannt ist, haben sich Streetart und Graffiti die Außenwände erobert. Es gibt keine Kuratoren und keine Erklärungstafeln. Manche Werke verschwinden, neue kommen hinzu. Es ist eine der konzentriertesten Sammlungen urbaner Kunst in Vilnius und gleichzeitig das Gegenteil einer Sammlung, da hier nichts konserviert wird.
Vilnius, die grüne Stadt
Im Jahr 2025 wurde Vilnius zur Grünen Hauptstadt Europas ernannt. Wer durch die Stadt läuft, versteht warum. Mehr als 60 Prozent der Stadtfläche bestehen aus Parks, Wäldern und Grünflächen. 95 Prozent der Einwohner leben weniger als 300 Meter von einer Grünanlage entfernt. Das ist eine Statistik, die man spürt. Der Bernardinergarten unterhalb des Gediminas-Hügels, der Vingis-Park entlang der Neris oder die Wege entlang der Vilnelė durch Užupis: Das Grün gehört zum Stadtbild genauso selbstverständlich dazu wie die Barocktürme.
Vilnius-Tipps
Aktivitätstipp: Es lohnt sich, deine Vilnius-Städtereise mit einer Free-Walking-Tour zu starten. Vilnius with Locals bietet täglich geführte Touren durch die Altstadt und Užupis an. Das ist ein guter Einstieg, um die Stadt kennenzulernen und eine erste Orientierung zu bekommen.
Das Zentrum von Vilnius lässt sich gut zu Fuß erkunden, da die wichtigsten Orte der Altstadt nah beieinander liegen. Busse kannst du einfach mit der Kreditkarte beim Einsteigen bezahlen, es ist nicht nötig, Tickets zu kaufen. Seit Sommer 2025 verkehren elektrische Katamarane als öffentliche Verkehrsmittel auf der Neris. Die Boote sind beliebt und werden schnell voll und es gibt kaum Außenplätze.
Übernachtet habe ich im Artagnoist Art Hotel. Das liegt direkt an der Pilies-Straße, der ältesten Gasse der Altstadt. Zentraler geht es kaum.
Unterkunftstipp:Das Artagonist Art Hotel [Affiliate] ist in einem authentischen Gebäude aus dem 15. Jahrhundert untergebracht und hat 34 Zimmer, die mit handgefertigten Werken litauischer Künstler eingerichtet sind. Rezeption, Restaurant und Bar sind ebenfalls mit Kunstwerken bestückt, was dem Haus ein eigenständiges Ambiente gibt, das zwischen Hotel und Galerie changiert.
Essen in Vilnius
Die Gastronomie in Vilnius hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Im Jahr 2025 waren allein in Vilnius 28 Restaurants im Michelin-Guide gelistet. Die traditionelle litauische Küche ist bodenständig und sättigend. Zu den Spezialitäten zählen Cepelinai, Kartoffelklöße mit Fleisch oder Quark, Kartoffelpfannkuchen, geräuchertes Fleisch und im Sommer Šaltibarščiai, eine leuchtend pinke Rote-Bete-Suppe mit Kefir, die besser schmeckt, als sie aussieht.
Pink SouP: Šaltibarščiai ist eines der bekanntesten litauischen Sommergerichte. Die leuchtend pinke Farbe kommt von gekochten Roten Beten, die mit Kefir oder Buttermilch, hartgekochten Eiern, Gurken und Dill verrührt werden. Kalt serviert, ist die Suppe erfrischend und ungewohnt für alle, die sie zum ersten Mal sehen, aber überraschend gut.

Das Augustin in der Didžioji-Straße ist mit dem Bib Gourmand des Guide Michelin ausgezeichnet. Das Ambiente ist clean und minimalistisch. In der Küche werden mediterrane und nahöstliche Einflüsse verbunden, der Schwerpunkt liegt auf pflanzlichen Small Plates. Die Portionen sind klein, der Service professionell und die Preise entsprechen der gehobenen Mittelklasse. Wenn du nach ein paar Tagen litauischer Küche etwas anderes suchst, kann ich das Sue’s Indian Raja oder das Dionysos in der Altstadt empfehlen.
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Hallo Carola
Vilnius ist eine unglaublich tolle Stadt, was Dein Beitrag gut widerspiegelt. Gerade fur uns als Familie, war die litauische Hauptstadt ein wahres Vergnügen. Euch weiterhin tolles Reiseerlebnisse und uns weiterhin spannende Beiträge.
MfG
Mike
Lieber Mike
Ich danke dir für deine Zeilen und wünsche euch ebenfalls viele inspirierende, spannende oder erholsame Reisen.
Carola
Ein toller Beitrag mit wunderschönen Eindrücken! Ehrlich gesagt stand Vilnius bisher noch gar nicht auf meiner Wunschliste, aber nach deinem Bericht hat sich das definitiv geändert. Die Stadt wirkt unglaublich charmant und vielseitig – danke für die Inspiration! ✈️
Danke, liebe Dagmar. Nach Besuchen in Riga und Tallinn vor einer gefühlten Ewigkeit hatte ich Vilnius schon lange auf der Liste. Aber wir kennen das ja, dass plötzlich andere Prioritäten da sind. Vilnius ist auf alle Fälle charmant und vielseitig.
Liebe Grüße
Carola
Liebe Carola,
vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht über Vilnius. Ich denke ein Besuch dort lohnt sich und deine Beschreibung werde ich dann für meine Besichtigung verwenden. Ich war bisher in Tallinn einmal unterwegs, was mir auch zugesagt hat-
Herzliche Grüße
Thomas
Danke für diese Einblicke und Fotos. In den vier Tagen hast Du echt viel erlebt und gesehen. Das macht Lust auf mehr! Ich muss endlich mal ins Baltikum.