South West Coast Path Cornwall: eine Woche Wandern zwischen St. Ives und Penzance

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Endlich hier. Der salzige Wind weht mir ins Gesicht, die Luft schmeckt nach Meer, Möwen kreischen und das Rauschen der Wellen begleitet jeden meiner Schritte. Viele Jahre schon steht die Wanderung entlang der cornischen Küste auf meiner Reise-Bucket-List. Nun, Ende Juli, liegen fünf Tage Wandern zwischen dem malerischen St. Ives und dem historischen Penzance vor mir. Der South West Coast Path gilt als einer der schönsten Küstenpfade Europas. Vielleicht kennst du den Wanderweg auch unter der Bezeichnung «Salzpfad» nach Raynor Winns Bestseller, der im Sommer 2025 in die Kinos kam.

In diesem Artikel erfährst du, ob du den South West Coast Path auch ohne Extremwanderer-Ambitionen erobern kannst, welche Erlebnisse dich erwarten und warum diese Küstenwanderung auch für Gelegenheitswanderer ein unvergessliches Abenteuer ist.

South West Coast Path: Facts & Figures

Der Salzpfad erstreckt sich über beeindruckende 1014 Kilometer entlang der Südwestküste Englands und gilt damit als längster Fernwanderweg Großbritanniens. Wie ein natürliches Band schlängelt er sich durch die vier Grafschaften Somerset, Devon, Cornwall und Dorset. Wer den Begriff «Küstenpfad» hört, erwartet vielleicht ebene Strecken, doch das Gegenteil ist der Fall: Mit insgesamt 35 000 Höhenmetern stellt der Weg selbst erfahrene Wanderer vor Herausforderungen. Manche Tagesetappen bringen es auf bis zu 1400 Höhenmeter durch das ständige Auf und Ab zwischen Buchten, Klippen und Hügeln.

Die Geschichte des Pfades reicht weit zurück. Ursprünglich wurde er für die Coast Guards angelegt, um Schmuggler an der zerklüfteten Küste besser überwachen zu können. Die strategische Lage direkt an den Klippen ermöglichte den Wachen freie Sicht auf die Buchten und ein schnelles Erreichen der nächsten Leuchttürme. Heute dient der durchgängig mit einer weißen Eichel markierte Weg ausschließlich Wanderern und Naturliebhabern.

Besondere Bedeutung erhält der South West Coast Path durch seine landschaftliche und kulturelle Vielfalt. Er führt durch zwei UNESCO-Welterbestätten: die Jurassic Coast in Dorset und East Devon mit ihren 185 Millionen Jahre alten geologischen Schätzen sowie die historische Bergbaulandschaft von Cornwall und West Devon.

Internationale Bekanntheit erlangte der Wanderweg durch Raynor Winns autobiografischen Bestseller «Der Salzpfad» (The Salt Path), der die bewegende Geschichte eines Paares erzählt, das nach dem Verlust seines Zuhauses Heilung auf diesem Küstenweg findet. Der Erfolg des Buches, das 2025 auch verfilmt wurde, führte zu dieser poetischen Bezeichnung und ist eine Anspielung auf die allgegenwärtige salzige Meeresluft, die Wanderer auf dem gesamten Weg begleitet.

Der Pfad bietet heute eine gute Infrastruktur mit zahlreichen Unterkünften von Hotels über Bed & Breakfasts bis hin zu Campingplätzen. Cafés, Restaurants und kleine Läden findest du in den größeren Ortschaften, aber meist etwas abseits der Route. Die South West Coast Path Association kümmert sich um Pflege und Erhalt des Weges und bietet Wandervögeln praktische Unterstützung. Die beste Reisezeit liegt zwischen Frühling und Herbst, wobei besonders der Herbst mit anhaltenden Sonnenstunden und milden Temperaturen abseits des sommerlichen Touristenansturms empfehlenswert ist.

Der South West Coast Path auf der Penwith Halbinsel in Cornwall

Über 232 Kilometer führt das landschaftlich spektakulärste Segment des Salzpfads durch West Cornwall. Die Region beherbergt einige der ikonischsten Abschnitte des gesamten Weges, vor allem auf der Penwith Halbinsel.

Auf diesem Abschnitt des Salzpfades kannst du insbesondere zwischen St. Ives und Land^s End einige der spektakulärsten Küstenformationen Großbritanniens bestaunen. Zahlreiche verlassene Zinnminen thronen direkt an den Klippen und zeugen von Cornwalls industrieller Vergangenheit. In geschützten Buchten kannst du Robbenkolonien oder seltene Seevögel entdecken. Der Golfstrom sorgt für ein mildes Klima, in dem sogar Palmen gedeihen, und viele Buchten gelten als erstklassige Surfspots. Mit St. Ives oder dem in die Klippen gebauten Minack Theatre erwarten dich außerdem kulturelle Höhepunkte. Unterwegs kannst du Cornish Pasites, frisches Seafood oder den berühmten Cream Tea mit Scones genießen.

Der cornische Teil des Pfades ist in traditionelle Etappen unterteilt, die sich an historischen Fischerdörfern und Häfen orientieren, welche einst die Lebensadern der Region bildeten. Sehr nützlich für die Planung erweist sich die Website mit dem official Guide.

Typische Tagesetappen (mit ungefähren Kilometerangaben) in West Cornwall sind:

  • Newquay – Perranporth (18.5 km)
  • Perranporth – Porthreath (20.5 km)
  • Portreath – Hayle (16.5 km)
  • Hayle – St. Ives (9.5 km)
  • St. Ives – Zennor (10.9 km)
  • Zennor – St. Just (20.9 km)
  • St. Just – Porthcurno (18.5 km)
  • Porthcurno – Penzance (17.2 km)

Weiterführende Informationen: Mehr über die schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten auf der Penwith-Halbinsel und entlang des Salzpfads findest du in meinem Beitrag Cornwall Highlights. Am besten öffnest du diesen Artikel in einem eigenen Tab oder Fenster. Dann kannst du die Informationen zu den Ortschaften, auf die ich hier verzichte, parallel dazu nachlesen.

Weitwandern, eine besondere Herausforderung

Weitwandern entlang des South West Coast Path unterscheidet sich grundlegend vom klassischen Bergwandern in den Alpen oder anderen Gebirgszügen. Anstelle einzelner, konzentrierter Anstiege mit klarem Gipfelziel fordert der Küstenpfad durch sein ständiges Auf und Ab eine ganz andere Art der Ausdauer. Wie eine Achterbahn folgt der Weg jedem Einschnitt der Küste und überwindet dabei unzählige kleine Täler, für die jeweils ein eigener Abstieg und anschließender Aufstieg erforderlich ist. Diese Zick-Zack-Topographie summiert sich über den Tag zu beachtlichen Höhenmetern, ohne dass je ein klassischer Berggipfel erklommen wird.

Eine weitere Herausforderung ist die Länge der Etappen, die im Durchschnitt 15 bis 20 Kilometer pro Tag betragen. Dafür sind mentale Ausdauer und körperliche Fitness gleichermaßen wichtig. Der stetige Rhythmus des Gehens über mehrere Tage hinweg sowie das tägliche Ankommen und erneute Aufbrechen erfordern eine gewisse psychische Widerstandsfähigkeit. Hinzu kommen die wechselnden Wetterbedingungen an der Atlantikküste: Von strahlendem Sonnenschein bis zu plötzlichen Regenschauern und starkem Wind kann innerhalb weniger Stunden alles auftreten.

Was das Weitwandern in Cornwall so besonders macht, ist die flexible Routenplanung. Für jeden Wanderstil gibt es Möglichkeiten. Du bist keineswegs auf Zelt- oder Hüttenübernachtungen angewiesen. Der Pfad bietet eine Vielzahl an Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geschmack und Geldbeutel: von einfachen Campingplätzen über gemütliche Bed-and-Breakfast-Unterkünfte und Pensionen bis hin zu luxuriösen Hotels. In den größeren Küstenorten findest du außerdem eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur.

Du kannst mit leichtem Tagesrucksack wandern und deine Hauptgepäckstücke per Gepäcktransfer zum nächsten Etappenziel bringen lassen. Oder du wählst einen festen Standort wie St. Ives oder Penzance als Basis und erkundest den Pfad in Tagesetappen, wobei du abends immer in dieselbe Unterkunft zurückkehrst. Dank des gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs mit Bussen und Regionalbahnen lassen sich Start- und Endpunkte der Tagesetappen flexibel erreichen.

Diese Vielseitigkeit macht den South West Coast Path zu einer idealen Einstiegsroute für angehende Weitwanderinnen und -wanderer, die die Herausforderung eines mehrtägigen Trails suchen, ohne gleich mit vollem Gepäck und Zelt unterwegs sein zu müssen. Du kannst deine Wanderung ganz nach deinen persönlichen Vorlieben, deiner Fitness und deinem Komfortbedürfnis gestalten – vom spartanischen Abenteuer bis zum entspannten Wanderurlaub mit abendlichem Restaurantbesuch ist alles möglich.

Meine Wanderwoche zwischen St. Ives und Penzance

Während meines einwöchigen Aufenthalts in Cornwall Ende Juli nehme ich die Strecke zwischen St. Ives und Penzance unter die Füße. Dafür habe ich mich für die organisierte Variante mit Gepäcktransfer entschieden. Die Wanderwoche wird dadurch relativ komfortabel. Der Nachteil dabei ist, dass schon im Vorfeld alle Unterkünfte gebucht sind. Das ist in der Hochsaison dringend zu empfehlen. Die Tagesetappen sind dadurch fix vorgegeben, was auf Kosten der Flexibilität geht. Wenn du unterwegs bemerkst, dass Kraft oder Ausdauer nicht reichen, hast du immerhin noch die Möglichkeit auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Ausrüstung und Verpflegung

Auch wenn es sich nicht um eine Hochgebirgswanderung handelt, ist gutes Schuhwerk unverzichtbar. Für mich haben sich wasserdichte Wanderschuhe mit griffiger Profilsohle als ideal erwiesen, da der Weg oft feucht, rutschig und uneben ist. An manchen Stellen führt der Pfad über feuchten Lehmboden, der nach Regenfällen extrem glitschig werden kann. Andere Passagen führen über scharfkantige Felsen oder durch dornige Vegetation.

Wetterfeste Kleidung nach dem Zwiebelprinzip ist ebenfalls ein absolutes Muss. Die Küstenwinde können selbst an warmen Tagen überraschend kühl sein und plötzliche Regenschauer sind in Cornwall keine Seltenheit – nicht umsonst verdankt die Region ihre üppige, grüne Landschaft dem wechselhaften Atlantikklima. In meinem Rucksack befinden sich daher stets eine leichte, wasserdichte Jacke, eine Fleeceschicht und eine Ersatzgarnitur Funktionsunterwäsche. Ebenso wichtig sind ein Sonnenhut und Sonnenschutz, da auf den exponierten Klippen kaum Schatten zu finden ist und die Reflexion der Sonne vom Meer die Sonnenbrandgefahr erhöht.

Während Orte wie St. Ives, St. Just und Penzance eine gute Infrastruktur für Wanderer bieten, gibt es in kleinen Dörfern wie Zennor nur wenige Versorgungsmöglichkeiten. Hier kann ich in der Unterkunft ein Sandwich vorbestellen.

Gut zu wissen: Was die Verpflegung betrifft, ist eine vorausschauende Planung essenziell. Zwischen den Ortschaften gibt es oft über mehrere Kilometer hinweg keine Einkaufsmöglichkeiten, Cafés oder Pubs. Ich packe daher morgens immer ausreichend Wasser (mindestens zwei Liter für Etappen ohne Nachfüllmöglichkeiten) sowie energiereiche Snacks wie Nüsse, getrocknete Früchte und Müsliriegel ein. Ein klassisches Cornish Pasty, die traditionelle Bergarbeiterpastete mit herzhafter Füllung, erweist sich als ideales Wandermittagessen, da es kompakt, sättigend und auch kalt schmackhaft ist. Viele Bäckereien in den Ortschaften bieten diese morgens frisch an – perfekt zum Mitnehmen.

Etappe 1: Hayle – St. Ives

Für den ersten Tag ein sanftes Einlaufen angesagt. Mit dem öffentlichen Bus fahre ich von St. Ives nach Hayle und wandere zurück ins Künstlerstädtchen. Die Tour ist eher ein Spaziergang als eine Wanderung. Das erste Stück verläuft wenig attraktiv entlang der viel befahrenen Carnsew Road. Später führt die Route durch Vororte von Lelant. Nach der mittelalterlichen Kirche St. Uny öffnet sich der Blick über die Hayle-Mündung und auf Godrevy. Der Küstenpfad führt hier durch bewaldete Klippen oberhalb der Strände, teilweise parallel zur Bahnlinie. Abstecher hinunter ans Meer sind oftmals möglich.

Flussmündung und Strand in Cornwall
Hayle – St. Ives

Etappe 2: St. Ives – Zennor

Die Etappe von St. Ives nach Zennor offenbart die ursprüngliche Wildheit der Küste Cornwalls. Kurz nach Verlassen des malerischen Künstlerstädtchens über den Porthmeor Beach wird die Landschaft zunehmend rauer. Der Pfad windet sich bergauf zum Clodgy Point, wo sich ein atemberaubender Blick auf die Bucht von St. Ives mit ihrem türkisfarbenen Wasser eröffnet. Ab hier wanderst du entlang der dramatischsten und ursprünglichsten Küstenabschnitte des gesamten South West Coast Path.

Bucht am South West Coast Path zwischen St. Ives und Zennor
St. Ives – Zennor

Die Topografie fordert die Wanderinnen und Wanderern mit ihrem ständigen Auf und Ab heraus, besonders am Pen Enys Point und am Hellesveor Cliff, wo steile Treppen in felsige Schluchten hinab- und wieder hinaufführen. Doch die Anstrengung wird durch spektakuläre Aussichten belohnt. Und mit knapp 11 Kilometern ist die Strecke überschaubar. Die Vegetation besteht hauptsächlich aus Heide, Ginster und Farn, die der Landschaft in warmen Braun- und Goldtönen einen fast mystischen Charakter verleihen.

Etwa auf halbem Weg zwischen St. Ives und Zennor, etwas abseits des direkten Küstenpfads, befindet sich der Merry Harvesters Stone Circle. Dieser prähistorische Steinkreis gehört zu den bemerkenswerten megalithischen Monumenten in Cornwall und besteht aus neun noch aufrecht stehenden Steinen, die in einer Reihe angeordnet sind. Für einen Besuch dieser mystischen Stätte lohnt sich ein kurzer Abstecher vom Hauptweg. Rund um Zennor sind prähistorische Spuren in Form von verfallenen Steinwällen und einstigen Verteidigungsanlagen zu entdecken. Diese Relikte zeugen davon, dass Menschen diese raue Landschaft seit Jahrtausenden besiedeln.

Der Abschnitt ist bei Tagestouristen und Einheimischen besonders beliebt. Im Unterschied zu anderen Etappen des South West Coast Path begegnest du hier regelmäßig anderen Wanderern. Viele von ihnen planen nach der Einkehr im legendären Tinner’s Arms in Zennor die Rückkehr nach St. Ives mit dem Bus.

Etappe 3: Zennor – St. Just

Mit mehr als 20 Kilometern und erheblichen Höhenunterschieden stellt dieser Abschnitt eine echte Herausforderung dar. Die Etappe ist körperlich anspruchsvoller als die beiden vorangegangenen, aber landschaftlich nicht minder beeindruckend. Mein Tag beginnt mit viel Regen und stark zugewachsenen Wanderwegen. Teilweise ist zwischen Farnen, Brombeersträuchern, Schleh- und Weißdorn der Weg kaum noch erkennbar. Es geht vorbei am Carnelloe und am Gurnard’s Head. Die markante Landzunge ragt wie der Kopf eines Fisches ins Meer hinaus. Kurze Zeit später beeindruckt Bosigran Castle. Zum Glück zeigt sich auch bald wieder die Sonne. Während die gestrige Etappe von Tagesausflüglern bevölkert war, begegne ich heute kaum anderen Menschen.

Zwischen Kilometer sieben und zehn verläuft der Weg ohne nennenswerte Auf- und Abstiege durch eine Heidelandschaft. Und dann wartet auch schon der wunderschöne Strand Porthemeor Cove, der sich für eine Pause und ein Picknick eignet. Hinter dem Leuchtturm bei Pendeen Watch erreiche ich die Überreste der alten Zinn- und Bleiminen. Über das Cape Cornwall geht nach St. Just.

Charakteristisch für diesen Abschnitt ist das ständige Auf und Ab zwischen den tief eingeschnittenen Buchten – jedes Tal bedeutet einen Abstieg zum Meeresspiegel und einen anschließenden, oft steilen Aufstieg. Besonders die Schluchten bei Porthmeor und Pendeen erfordern gute Kondition. Belohnt wird die Anstrengung jedoch mit spektakulären Ausblicken auf die tosende Atlantikbrandung und die dramatisch zerklüftete Küstenlinie. Bei gutem Wetter reicht die Sicht bis zu den Isles of Scilly im Westen.

Etappe 4: St. Just – Porthcurno

Die vierte Etappe meiner Wanderung führt von St. Just über das legendäre Land’s End bis nach Porthcurno – eine abwechslungsreiche Tour, die sowohl landschaftliche Höhepunkte als auch kulturhistorisch bedeutsame Orte verbindet. Zunächst führt der Weg durch offenes Farmland, bevor er die Küste bei Porth Nanwen erreicht. Es folgt eine spektakuläre Küstenstrecke mit dramatischen Klippen. Es bleibt nicht aus, auch einmal über Felsen zu klettern. Dafür belohnt der Ausblick auf dem Gwynver Beach. Wegen einer temporären Wegsperrung erwartet mich hier ein schweißtreibender Aufstieg über eine Treppe, bevor es wieder hinunter Richtung Sennen Cove geht.

Der kleine Ort ist beliebt bei Surfern und dient vielen als Ausgangspunkt für eine kurze Wanderung nach Land’s End. Entsprechend gut bevölkert ist der Salzpfad auf diesem Abschnitt. Land’s End, der westlichste Punkt des englischen Festlands, präsentiert sich als eine eigentümliche Mischung aus beeindruckender Naturkulisse und kommerziellem Touristenmagnet. Das Besucherzentrum mit seinen Souvenirshops und Attraktionen kontrastiert stark mit der Wildheit der Küstenlandschaft. Wer dem Trubel entfliehen möchte, findet auf dem weiteren Küstenpfad schnell wieder Ruhe und Einsamkeit.

Bei Pordenack Point ragen bizarre Granitformationen ins Meer, während bei Mill Bay eine tiefe Schlucht durchquert werden muss. In dieser Region ist die Vogelwelt besonders artenreich. Mit etwas Glück lassen sich auch Kegelrobben beobachten, die auf den vorgelagerten Felsen ruhen.

Porthgwarra Cove ist eine der versteckten Schätze an Cornwalls westlicher Küste. Was Porthgwarra besonders macht, sind die in den Fels gehauenen Tunnel, die einst von Fischern genutzt wurden, um ihre Boote bei aufziehendem Unwetter schnell in Sicherheit zu bringen. Der Haupttunnel führt direkt vom Strand zur ehemaligen Slipanlage und bietet einen faszinierenden Einblick in die maritime Geschichte des Ortes. Das Porthgwarra Beach Cafe ist ein echtes Kleinod und für viele Wanderer auf dem South West Coast Path ein willkommener Zwischenstopp.

Später wartet mit dem Minack Theatre ein besonderer Höhepunkt. Das in die Klippen gebaute Freilufttheater thront wie ein antikes römisches Amphitheater über dem Meer. Noch heute finden in den Sommermonaten Aufführungen vor der spaktakuälren Kulisse des Atlantiks statt.

Danach geht es nochmals steil hinunter zum Porthcurno Beach, einem der schönsten Strände Cornwalls. Hier in Porthcurno werde ich abgeholt und zurück nach St. Just gebracht, da es in Porthcurno selbt keine größeren Unterkünfte gibt.

Etappe 5: Porthcurno – Penzance

Ein gesprächiger Taxifahrer bringt mich am Morgen wiederum nach Porthcurno, wo ich meine Wanderung Richtung Penzance fortsetze. Tatsächlich entpuppt sich diese letzte Etappe mit ihren steilen Auf- und Abstiegen und den hohen Treppenstufen als die anstrengendste der ganzen Woche. Das erste Highlight ist Penberth Cove, eine winzige malerische Fischerbucht.

Haus in Penberth Cove
Porthcurno – Penzance

Nach dem Tater-du Lighthouse hat man die größten Höhenunterschiede hinter sich und der Weg führt hinunter nach Lamorna Cove, eine malerische kleine Bucht mit einem Kiesstrand und einem geschützten Hafen. Hier befand sich einst ein wichtiger Granitsteinbruch, dessen Produkte unter anderem beim Bau des Londoner Tower Bridge verwendet wurden. Von Lamorna aus wird der Küstenpfad zunächst noch einmal anspruchsvoller, bevor er sich bei der Annäherung an Mousehole deutlich entspannt. Mousehole ist eines der malerischsten Fischerdörfer Cornwalls. Der Hafen ist perfekt rund und von traditionellen Granitcottages umgeben.

Von hier aus besteht die Möglichkeit den Bus nach Penzance zu nehmen. Die Wanderung selbst ist wenig spektakulär. Sie führt direkt der Küste entlang und verläuft über die gepflasterte Promenade. Mit Newlyn passiert man einen bedeutenden Fischereihafen und später begleitet die Wanderinnen und Wanderer der Blick auf den St. Michaels Mount.

Fazit

Der South West Coast Path zwischen St. Ives und Penzance ist eine Wanderung der Kontraste: wilde, zerklüftete Klippen wechseln sich ab mit geschützten Buchten und malerischen Fischerdörfern. Das ständige Auf und Ab fordert die Kondition, belohnt aber mit spektakulären Ausblicken und der besonderen Atmosphäre der atlantischen Küste. Cornwall zeigt sich hier von seiner schönsten Seite – rau und romantisch zugleich.

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Ausblicke auf die Küste am South West Coast Path
South West Coast Path
Autor:in
Carola ist eine leidenschaftliche Teilzeitnomadin, die ihren Vollzeitberuf mit Reiselust verbindet. Sie ist der Kopf hinter Travellingcarola und seit 2016 eine wahre Inspirationsquelle für alle, die die Welt entdecken wollen. In ihren authentischen Reiseberichten teilt sie einzigartige Erlebnisse und gibt praktische Tipps.

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