Es ist kurz nach fünf Uhr abends, als ich von der Burg Richtung Hauptmarkt schlendere. Die Winterdämmerung legt sich bereits über Nürnberg. Der Platz vor der Frauenkirche mit dem Nürnberger Christkindlesmarkt verwandelt sich in ein Lichtermeer. Es funkelt und glitzert. Der Duft von gebrannten Mandeln hängt in der Luft und mischt sich mit Zimt und dem Aroma von Glühwein. Rostbratwürste brutzeln auf den Grills. Daneben werden Früchtebrot und Lebkuchen feilgeboten – gebacken nach Rezepten, die älter sind als die meisten Häuser drum herum.
Ein Wochenendtrip zum Nürnberger Christkindlesmarkt klingt erst einmal nach touristischem Pflichtprogramm. Ist es auch. Aber es ist mehr als das. Es ist eine Begegnung mit einer Stadt, die ihre mittelalterliche Vergangenheit nicht nur bewahrt, sondern lebt. Nürnberg im Dezember – das ist Kitsch und Kulisse und doch irgendwie verdammt authentisch.
Inhalt
Geschichte des Nürnberger Christkindlesmarktes
In den Nürnberger Stadtchroniken taucht der Begriff «Christkind-Markt» erstmals im Jahr 1628 auf. Historiker sind sich jedoch einig, dass es bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts weihnachtliche Märkte gab. Diese entwickelten sich aus den mittelalterlichen Wintermärkten, auf denen sich die Nürnberger mit allem eindeckten, was sie für die kalte Jahreszeit benötigten.
Mit der Zeit wandelte sich der Charakter des Marktes. Aus dem ursprünglich pragmatischen Versorgungsmarkt wurde ein Ort für Handwerkskunst und weihnachtliche Waren. Nürnberg war damals eine der bedeutendsten Handels- und Handwerksstädte im Reich. Kunsthandwerker produzierten früher wie heute filigranen Christbaumschmuck, handgeschnitzte Holzfiguren und Spielzeug.
Der Christkindlesmarkt zieht jedes Jahr über zwei Millionen Besucher an. Seine wirtschaftliche Bedeutung ist enorm, für die rund 180 Standbetreiber ebenso wie für Hotels, Restaurants und den Einzelhandel der gesamten Stadt. Doch es geht um mehr als Geld. Der Markt ist tief in der kulturellen Identität Nürnbergs verwurzelt. Die strengen Regeln für die Stände – rot-weiße Stoffdächer, gedämpftes Licht und ausschließlich traditionelle Waren – zeigen, wie ernst man es mit dem Erhalt der besonderen Atmosphäre meint. Es gibt keine grellen Neonreklamen oder Plastikkitsch. Das wird streng kontrolliert.
Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist ein lebendiges Stück fränkischer Geschichte und verzaubert jedes Jahr aufs Neue Menschen aus aller Welt.
Eröffnungszeremonie und Christkind
Was den Nürnberger Christkindlesmarkt von anderen unterscheidet, ist das Christkind selbst. In vielen Regionen Deutschlands bringen der Nikolaus oder der Weihnachtsmann die Geschenke. In Nürnberg ist es das Christkind – eine Figur, die auf Martin Luther zurückgeht. Der Reformator wollte eine Alternative zum katholischen Heiligen Nikolaus schaffen. Das Christkind war seine Antwort.
Alle zwei Jahre wird ein neues Christkind gewählt. Die Eröffnung des Christkindlesmarkts ist dann der große Moment.
«Ihr Herrn und Frau’n, die ihr einst Kinder wart,
Ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt, ein jeder,
der sich heute freut und morgen wieder plagt:
Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt!»
Mit diesen Worten beginnt der berühmte Prolog, mit dem das Christkind den Markt vom Balkon der Frauenkirche eröffnet. Auf dem sonst so geschäftigen Hauptmarkt herrscht andächtige Stille.
Die Wahl ist ein Ereignis in der Stadt. Die Bewerberinnen müssen zwischen 16 und 19 Jahre alt sein, schwindelfrei, aus Nürnberg oder der Region stammen und idealerweise blond mit lockigem Haar sein. Der Auswahlprozess ist mehrstufig: Zunächst stimmen die Bürger online ab, dann kürt eine Jury aus den Finalistinnen das neue Christkind.
Zwei Jahre im Amt. Es hat rund 180 Auftritte. Das Christkind eröffnet nicht nur den Markt, sondern reist auch als Botschafterin der Stadt zu Partnerstädten und besucht Seniorenheime, Krankenhäuser und soziale Einrichtungen. Es bringt Freude zu Menschen, die nicht selbst zum Markt kommen können.
Der Nürnberger Christkindlesmarkt: Highlights und Must-Sees
Wer glaubt, der Nürnberger Christkindlesmarkt beschränke sich nur auf den Hauptmarkt, wird überrascht sein. Die weihnachtliche Magie erstreckt sich über mehrere Plätze der Altstadt mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten. Der Hauptmarkt mit seinen rund 180 Holzbuden ist nur der Anfang deiner weihnachtlichen Entdeckungsreise. Plan genug Zeit ein – denn jeder dieser Märkte verdient einen ausgiebigen Besuch!
Besondere Themenmärkte
Markt der Partnerstädte
Besonders charmant ist der Markt der Partnerstädte auf dem Rathausplatz. Von den rund 20 Ständen erzählt jeder seine eigene Geschichte: schottischer Whisky aus Glasgow, kubanischer Rum aus Havanna, ukrainisches Kunsthandwerk aus Charkiw, griechischer Honig aus Kavala, handgemachte Seife aus Nizza oder tschechische Lebkuchen aus Prag. Die Standbetreiber kommen tatsächlich aus den jeweiligen Städten und bringen ein Stück Heimat mit nach Franken.
Was den Markt besonders macht, ist die Authentizität. Hier verkaufen keine anonymen Händler internationale Ware, sondern Menschen, die ihre eigenen Bräuche mitbringen. Die Vielfalt der Sprachen schafft eine kosmopolitische Atmosphäre mitten in Nürnberg. Eine kleine Weltreise für die Geschmacksknospen.
Kinderweihnacht
Familien mit Kindern sollten unbedingt einen Abstecher zur «Kinderweihnacht» am Hans-Sachs-Platz einplanen. Dieser speziell für die kleinen Besucher konzipierte Markt verzaubert mit nostalgischen Fahrgeschäften wie einem historischen Karussell und einer kleinen Dampfeisenbahn. Die Stände sind niedriger gebaut, damit auch Kinder alles gut sehen können. Hier können die Kleinen Lebkuchenhäuser verzieren, Kerzen ziehen oder in der Weihnachtsbäckerei selbst Hand anlegen. Das Highlight für viele Kinder ist die Möglichkeit, ihre Wunschzettel persönlich an das Christkind zu übergeben.
Winterdorf
Am Ludwigsplatz, beim Ehekarussell und dem Weißen Turm, liegt das Winterdorf. Hier dreht sich das Riesenrad, von dem aus man einen spektakulären Blick über die erleuchtete Altstadt hat. Vor allem aber locken kulinarische Köstlichkeiten.
Handwerkerhof
Der Handwerkerhof nahe dem Königstor ist noch mal etwas anderes. Mittelalterliche Fachwerkhäuser, in denen Kupferschmiede, Glasbläser und Zinngießer arbeiten. Du kannst ihnen bei der Arbeit zuschauen und weihnachtliches Flair genießen.
Die schönsten Marktstände und ihre handgefertigten Schätze
Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist für sein Kunsthandwerk berühmt. Hier findest du keine Massenware aus Fernost, sondern authentische Handwerkskunst aus lokalen Werkstätten. Die Stadt blickt auf eine jahrhundertealte Handwerkstradition zurück, die sich in den Marktständen widerspiegelt.
Ein besonderes Highlight sind die Stände mit kunstvoll gestaltetem Christbaumschmuck. Filigrane Glaskugeln in allen Farben und Formen werden von Hand bemalt und verziert. Besonders begehrt sind die mundgeblasenen Ornamente, von denen jedes ein Unikat ist. Einige Händler bieten personalisierte Kugeln an, die mit Namen oder Jahreszahlen beschriftet werden – ein persönliches Andenken an deinen Besuch.
Eine Besonderheit, die es nur hier gibt, sind die «Zwetschgenmännle». Diese skurrilen Figuren werden aus getrockneten Pflaumen hergestellt und mithilfe von Drahtgestellen, Nüssen und Accessoires zu charaktervollen Gestalten geformt. Die Tradition reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Eine der Legenden erzählt, dass ein Nürnberger Drahtbinder seiner Tochter mangels Geld für eine Puppe ein solches Männchen aus den Materialien bastelte, die er zur Hand hatte – Draht, getrocknete Pflaumen und Nüsse.
Die kleinen Gestalten stellen verschiedene Berufe dar – vom Schornsteinfeger über den Bäcker bis zum Musikanten. Jedes Zwetschgenmännle hat seinen eigenen Ausdruck und erzählt eine Geschichte. Früher wurden sie manchmal nach Weihnachten gegessen, wenn Nahrungsmittel knapp waren. Heute sind sie beliebte Sammlerstücke und ein typisches Mitbringsel.
Ein weiteres Symbol der Nürnberger Weihnachtstradition sind die Rauschgoldengel: himmlische Figuren mit goldenen Flügeln und lockigem Haar. Der Name leitet sich von hauchdünn geschlagenem Messing ab, das bereits bei leichtem Lufthauch raschelt und schimmert. Heute verwendet man dafür oft vergoldete Folie. Die Tradition entstand im 16. Jahrhundert, als Nürnberg ein Zentrum der Metallverarbeitung war. Die Engel dienten zunächst als Baumspitzen, entwickelten sich aber zu eigenständigen Dekorationsstücken. Die klassischen Modelle tragen weiße Gewänder und haben blonde Locken aus Wolle oder echtem Haar.
Neben diesen Nürnberger Spezialitäten bieten die Marktstände eine Fülle weiterer handgefertigter Schätze: kunstvoll geschnitzte Krippenfiguren, handgefertigte Kerzen in allen Farben und Formen sowie Spielzeug aus Holz. Nimm dir Zeit, mit den Handwerkern ins Gespräch zu kommen. Viele von ihnen führen an ihren Ständen kleine Demonstrationen vor und teilen gerne ihr Wissen über traditionelle Handwerkstechniken.
Nürnbergs Altstadt: Sehenswürdigkeiten rund um den Christkindlesmarkt
Wenn du zum Nürnberger Christkindlesmarkt reist, findest du dich inmitten eines beeindruckenden, mittelalterlichen Stadtkerns wieder. Die kompakte Altstadt ist ein historisches Juwel und perfekt für eine Kombination aus Marktbesuch und kulturellen Entdeckungen geeignet. Auf einem überschaubaren Areal innerhalb der historischen Stadtmauern drängen sich kunsthistorische Schätze, prächtige Kirchen und malerische Plätze. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind vom Hauptmarkt aus in wenigen Gehminuten erreichbar.
Ein Wochenendtrip zur Adventszeit ermöglicht ein wunderbar ausgewogenes Programm: Morgens besichtigst du ausgewählte historische Highlights und nachmittags und abends genießt du die Atmosphäre des Christkindlesmarktes.
Nürnberg erzählt von mittelalterlichem Reichtum und kaiserlicher Macht, von Kunst und Handwerk, aber auch von den dunkleren Kapiteln deutscher Geschichte. Besonders beeindruckend ist, wie einheitlich das historische Stadtbild trotz der schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg heute wirkt. Mit großer Sorgfalt wurden viele bedeutende Bauwerke wiederaufgebaut und der mittelalterliche Charakter blieb erhalten. Die verwinkelten Gassen mit ihren Fachwerkhäusern, die prächtigen Patrizierhäuser und die imposanten Kirchtürme bilden eine stimmungsvolle Kulisse für den Weihnachtsmarkt.
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Die mittelalterliche Stadtbefestigung und die Kaiserburg
Nürnbergs Verteidigungssystem zählt zu den beeindruckendsten mittelalterlichen Befestigungsanlagen Europas. Die Stadtmauer umgibt die Altstadt noch auf einer Länge von etwa vier Kilometern und ist ein faszinierendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst. Das Besondere: Du kannst große Teile der Mauer begehen und so einen einzigartigen Blick auf die Stadt gewinnen. Ein Spaziergang auf dem Wehrgang bietet reizvolle Perspektiven auf die weihnachtlich geschmückte Altstadt.
Hoch über der Altstadt thront die Kaiserburg, das unbestrittene Wahrzeichen Nürnbergs. Im Mittelalter zählte sie zu den bedeutendsten Kaiserpfalzen des Heiligen Römischen Reiches. Der etwa 20-minütige Aufstieg durch malerische Gassen lohnt sich, denn oben erwartet dich eine imposante Burganlage und ein atemberaubender Panoramablick über die weihnachtlich geschmückte Stadt.
Du kannst den Palas, die Doppelkapelle und den Sinwellturm besichtigen. Ein besonderes Highlight ist der tiefe Burgbrunnen, der bis in den Sandsteinfelsen hinabführt und eine technische Meisterleistung des Mittelalters darstellt. Von der Burgterrasse aus hast du einen zauberhaften Blick auf das Lichtermeer der Altstadt und den Christkindlesmarkt. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch in der Dämmerung, wenn die Lichter der Stadt zu funkeln beginnen.
Sehenswertes im Altstadtkern
Kirchen und Kunstschätze
Im Herzen der Nürnberger Altstadt erwartet dich eine beeindruckende Dichte an Kulturschätzen. Dank der kompakten Struktur kannst du selbst bei einem kurzen Aufenthalt viele Sehenswürdigkeiten entdecken, die oft nur wenige Gehminuten vom Christkindlesmarkt entfernt sind.
Die beiden mächtigen Hauptkirchen St. Sebald im Norden und St. Lorenz im Süden prägen mit ihren gotischen Türmen die Silhouette der Altstadt. In St. Lorenz beeindruckt der berühmte Engelsgruß von Veit Stoß, eine filigrane Schnitzerei aus dem 16. Jahrhundert, die unter der Decke hängt. In der Adventszeit finden hier regelmäßig stimmungsvolle Konzerte statt.
Die Frauenkirche am Hauptmarkt bildet mit ihrer prächtigen gotischen Fassade die Kulisse für die Eröffnungszeremonie des Christkindlesmarkts. Ihr kunstvoller mechanischer Uhrenautomat, das «Männleinlaufen», zeigt täglich um 12 Uhr die Kurfürsten, die dem Kaiser ihre Aufwartung machen – ein mittelalterliches Spektakel, das Besucher jeden Alters fasziniert.
Brunnen mit Geschichte
Der «Schöne Brunnen» am Hauptmarkt ist eine 19 Meter hohe, filigrane gotische Steinpyramide mit zahlreichen Figuren. Ein besonderer Tipp: Suche den goldenen Ring am Brunnengitter, drehe ihn dreimal und wünsche dir etwas – laut Volksglauben wird dein Wunsch dann erfüllt.
Ebenfalls sehr sehenswert, aber weniger bekannt ist der Tugendbrunnen am Lorenzer Platz. Die weiblichen Figuren symbolisieren Tugenden wie Gerechtigkeit und Mäßigung und bilden einen schönen Kontrast zum eher derben Ehekarussell-Brunnen an der Weißgerbergasse. Dieser moderne Brunnen zeigt in drastischen Szenen die Höhen und Tiefen des Ehelebens und sorgt regelmäßig für schmunzelnde Betrachter.
Unterirdische Felsengänge
Einer der faszinierendsten Schätze Nürnbergs liegt unter der Erdoberfläche: das verzweigte System der Felsenkeller. Die in den Sandsteinfelsen gehauenen Gänge und Keller wurden ursprünglich für die Bierlagerung genutzt und dienten im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker. Eine Führung durch dieses unterirdische Labyrinth ermöglicht einen außergewöhnlichen und äußerst lehrreichen Einblick in die Stadtgeschichte. Die konstant kühle Temperatur macht einen Besuch an kalten Wintertagen zu einer angenehmen Abwechslung.
Tourempfehlung: Bei einer Führung durch die historischen Felsengänge [Affiliate] erfährst du, warum und wie das Bier den Nürnbergerinnen und Nürnbergern das Leben gerettet hat.
Albrecht Dürers Wohnhaus
Am Fuße der Burg liegt das Albrecht-Dürer-Haus, eines der wenigen vollständig erhaltenen Bürgerhäuser aus der Zeit um 1500. In diesem stattlichen Fachwerkbau lebte und arbeitete der berühmte Maler und Grafiker Albrecht Dürer von 1509 bis zu seinem Tod im Jahr 1528. Besonders lebendig wird der Besuch durch die Führungen der «Agnes Dürer», eine Schauspielerin in historischem Kostüm, die Dürers Ehefrau verkörpert, führt durch das Haus und gibt Einblicke in den Alltag der Renaissance.
Verborgene Schätze
Das Spielzeugmuseum zählt zu den größten seiner Art weltweit und ist besonders zur Weihnachtszeit einen Besuch wert. Es zeigt die jahrhundertelange Geschichte Nürnbergs als Spielzeugstadt und begeistert nicht nur Kinder. Ein Insider-Tipp ist das Bernstein-Museum im Fembo-Haus, das eine beeindruckende Sammlung des „baltischen Goldes” präsentiert. Das Fembohaus selbst, ein prächtiges Patrizierhaus aus der Renaissance, beherbergt zudem das Stadtmuseum, in dem die Alltagsgeschichte der Stadt präsentiert wird.
Brücken über die Pegnitz
Die Pegnitz teilt die Altstadt in zwei Hälften und wird von mehreren historischen Brücken überspannt. Die bekannteste ist die im 16. Jahrhundert nach dem Vorbild der Rialtobrücke in Venedig erbaute Fleischbrücke. Die Henkersteg-Insel mit ihrem charakteristischen Holzsteg und dem Weinstadl zählt zu den fotogensten Motiven der Stadt, besonders reizvoll im Schnee oder bei Dämmerung, wenn die historischen Gebäude beleuchtet sind.
Die Maxbrücke mit ihren zwei Türmen und das teilweise über dem Fluss erbaute Heilig-Geist-Spital bilden ein malerisches Ensemble. Vom Trotzenberg-Platz aus hast du einen besonders schönen Blick auf diese Szenerie. Mit etwas Glück spiegeln sich die weihnachtlichen Lichter im Wasser der Pegnitz.Nimm dir Zeit, um auch diese versteckten Winkel zu erkunden. Die Mischung aus weltberühmten Sehenswürdigkeiten und weniger bekannten Schätzen macht den besonderen Reiz dieser geschichtsträchtigen Stadt aus.
Kulinarische Entdeckungen auf dem Christkindlesmarkt und in der Altstadt
Der Duft von Glühwein, gebrannten Mandeln und würzigen Bratwürsten ist untrennbar mit dem Nürnberger Christkindlesmarkt verbunden. Die deftige, herzhafte fränkische Küche ist perfekt für kalte Wintertage geeignet. Ein Besuch in Nürnberg wird zu einem Fest für den Gaumen, sowohl auf dem Markt selbst als auch in den Gasthäusern der Altstadt.
Nürnberger Spezialitäten
Ein Besuch des Christkindlesmarktes wäre nicht komplett ohne die berühmten «Nürnberger Rostbratwürste», die seit 2003 sogar EU-weit geschützt sind. Diese kleinen, fingerlangen Würstchen (maximal 9 cm lang) werden traditionell über einem Buchenholzfeuer gegrillt und «Drei im Weckla» (drei Würstchen in einem kleinen Brötchen) mit Senf serviert. Was sie so besonders macht, ist die feine Würzung mit Majoran – ein Geschmack, der untrennbar mit Nürnberg verbunden ist.
An den Marktständen kannst du beobachten, wie die Würstchen frisch auf dem Rost brutzeln. Sie sind die perfekte herzhafte Stärkung, während du über den Markt schlenderst! Vegetarier:innen genießen die deftigen «Baggers», Kartoffelpuffer mit Apfelmus oder Preiselbeeren. Käsespätzle oder Champignonpfannen mit frischen Zwiebeln und Dip sind ebenfalls im Angebot.
Ein absolutes Highlight sind die «Nürnberger Elisenlebkuchen», die wohl berühmtesten Lebkuchen Deutschlands. Was echte Elisenlebkuchen auszeichnet: Sie bestehen zu mindestens 25 Prozent aus Mandeln, Haselnüssen oder Walnüssen und enthalten höchstens 10 Prozent Mehl oder Stärke. Diese Zusammensetzung verleiht ihnen ihre charakteristisch saftige Konsistenz und den intensiven Nussgeschmack. In der Regel sind sie mit Schokolade überzogen oder haben eine Oblate als Boden. Auf dem Markt findest du sie in verschiedenen Qualitäten und Geschmacksrichtungen – von klassisch über Ingwer bis hin zu Marzipan-Varianten. Bei Schmidt werden sie sogar frisch gebacken.
Ein weiterer süßer Klassiker ist das «Nürnberger Früchtebrot», das dicht gepackt ist mit kandierten Früchten und Nüssen – eine energiereiche Köstlichkeit, die schon im Mittelalter geschätzt wurde. Dazu gesellen sich Stollen, Zimtsterne und die typischen Springerle: anisgewürzte Prägekekse mit kunstvollen Mustern.
Glühwein und heiße Getränke
Der «Nürnberger Glühwein» ist der kulinarische Klassiker schlechthin. Anders als auf vielen anderen Weihnachtsmärkten wird hier oft ein regionaler Frankenwein als Basis verwendet. Mit seiner fruchtigen Note verleiht er dem Glühwein eine besondere Qualität. Eine Besonderheit, die du überall auf dem Markt findest, ist der «Heidelbeerglühwein». Dabei handelt es sich um eine fruchtige Alternative zum klassischen roten Glühwein.
Ein spektakuläres Highlight ist die Feuerzangenbowle. In Nürnberg gibt es sogar die «größte Feuerzangenbowle der Welt» zu sehen. Es ist ein beeindruckendes Schauspiel, wenn der mit Rum getränkte Zuckerhut über dem dampfenden Punsch flambiert wird. Das bläuliche Flackern der Flammen und der würzige Duft ziehen immer eine Traube staunender Besucher an.
Wer sich nicht nur am Weihnachtsmarkt verpflegen will, findet in der Stadt eine Fülle von fränkischen und internationalen Restaurants.
Restauranttipps: Ein absolutes Muss für Liebhaber der Nürnberger Rostbratwurst ist die «Historische Bratwurstküche zum Glockenspiel» nahe der Moritzkapelle. In diesem altehrwürdigen Lokal werden die Würstchen noch nach alter Tradition auf einem offenen Buchenholzgrill zubereitet.
In unmittelbarer Nähe zur Sebalduskirche befindet sich das «Restaurant Sebald», das moderne fränkische Küche auf hohem Niveau bietet, allerdings nicht ganz günstig. Als Vegetarier:in findest du hier eine gelungene Auswahl innovativer Gerichte in ansprechender Atmosphäre.
Für einen außergewöhnlichen kulinarischen Abend ist das «Essigbrätlein» die richtige Adresse. Das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant gehört zu den besten Deutschlands und interpretiert regionale Zutaten auf höchstem Niveau neu. In einem unscheinbaren historischen Gebäude aus dem 14. Jahrhundert kreieren die Küchenchefs überraschende Geschmackserlebnisse. Natürlich geht hier nichts ohne vorherige Reservierung.

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Vor viiieeeelen Jahren habe ich mal den Nürnberger Christkindlesmarkt besucht – ich war beruflich einige Tage in der Stadt und konnte so am späten Nachmittag über den Markt bummeln. Ich weiß noch, dass ich es unglaublich überlaufen fand – bis die Tagestouristen in den Bussen wieder abgereist waren. Danach war es dann sehr schön. Ich glaube, man sollte tatsächlich mehrere Tage für so einen Weihnachtsmarktbesuch in Nürnberg einplanen, die Stadt hat ja auch neben dem Markt noch soviel zu bieten.
Liebe Cornelia,
ja, das hat sie! Ich habe eine Freundin in Nürnberg besucht. Sie meinte nur: «Die Nürnberger gehen erst am Abend auf den Markt, wenn die Tagestouristen weg sind.» Am Wochenende war zwar auch nach 18.00 Uhr einiges los, aber dennoch kein Vergleich.