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Lofoten im Winter: die schönsten Orte und besondere Unterkünfte auf meiner Reiseroute

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Und dann bin ich doch noch auf den Lofoten gelandet. Während viele in der Schweiz bei frühlingshafte Temperaturen Fasnacht feiern und die ersten zarten Frühlingsblumen die Köpfe aus der Erde strecken, herrscht auf der norwegischen Inselgruppe Winter. Seit ich meine Lofotenreise 2020 wegen Corona und der bevorstehenden Schließung der Flughäfen in Norwegen überhastet abbrechen musste, träume ich davon, endlich die Lofoten im Winter zu bereisen: bunte Rorbuer, mit Schnee angezuckerte Berggipfel und Nordlichter.

Wenn du planst, die Lofoten im Winter individuell zu bereisen, habe ich in diesem Beitrag die wichtigsten Informationen zu meiner Reiseroute, den besuchten Orten und den von mir ausgewählten Unterkünften zusammengefasst.

Lofoten im Winter

Im Sommer, wenn Mitternachtssonne und Outdooraktivitäten in der Natur locken, wird es auf den Lofoten schnell voll. Die 80 Inseln in Nordnorwegen sind ein echter Touristenmagnet. Im Winter sind die 24’000 Einwohnerinnen und Einwohner der Lofoten weitgehend unter sich. Die Lage nördlich des Polarkreises lässt vermuten, dass die Winter auf den Lofoten kalt und unwirtlich sind. Tatsächlich ist das maritime Klima durch den Golfstrom geprägt. In den Wintermonaten bewegen sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Es ist häufig mit Schnee oder Regen zu rechnen und heftige Winterstürme mit Orkanböen können über die Inseln fegen. Der Windchill-Effekt ist selbst an sonnigen Tagen nicht zu unterschätzen.

ein Meer aus Inseln mit verschneiten Bergen und bunten Rorbuern

Im Gegenzug erwartet dich eine atemberaubende Landschaft. Die Lofoten sind nicht nur ein Inselmeer. Sie sehen aus, als hätte man eine schroffe Gebirgslandschaft geflutet, sodass nur noch die Bergspitzen aus dem Meer ragen. Im Winter wartet dieses Wunderland darauf, entdeckt zu werden: karge, schneebedeckte Berge, zugefrorene Seen, menschenleere Strände und dazwischen immer wieder Buchten und Häfen mit den typischen Rorbuer, den Fischerhäuschen auf Stelzen. Als rote oder gelbe Farbtupfer machen sie selbst bei Schmuddelwetter gute Laune.

Für Fotografinnen und Fotografen ist der Winter auf den Lofoten zweifellos die beste Reisezeit. Während der Polarnacht von Anfang Dezember bis Anfang Januar herrscht Farbenzeit. Das Zwielicht lässt die Inseln und ihre Berggipfel in atemberaubenden Farben erstrahlen. Danach werden die Tage schnell wieder länger. Bereits am 20. März ist die Tag-Nacht-Gleiche erreicht. Die Lofoten liegen im Nordlichtgürtel. Die Wahrscheinlichkeit im Winter die Aurora zu sehen ist sehr hoch. Somit sind die Monate Februar und März perfekt für eine Reise auf die winterlichen Lofoten. Stell dich aber darauf ein, dass viele Restaurants, Unterkünfte, Bäckereien und auch Museen im Winter geschlossen haben.

Roadtrip Lofoten: meine Reiseroute

Nonstop geht es leider nicht auf die Lofoten. Die Anreise ist umständlich, lang und teuer. 2020 war ich mit dem Hurtigruten-Schiff unterwegs von Tromsø nach Svolvær. Der geplante Roadtrip in den Süden endete, bevor er angefangen hatte. Die Corona-Pandemie zwang mich zu einer Planänderung. Zum Glück konnte ich rechtzeitig vor Schließung der Flughäfen ausreisen.

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Normalerweise führt die Anreise auf die Lofoten über die Kleinstadt Bodø auf dem norwegischen Festland. Von hier aus geht es mit der Fluggesellschaft Widerøe auf einen der Flughäfen der Lofoten: Leknes (LKN) oder Svolvær (SVJ). Beide Strecken bedient Widerøe mit Turboprop Maschinen (Dash 8). Verbindungen gibt es mehrmals täglich. Die Flugzeit beträgt etwa eine halbe Stunde. Eine mögliche Alternative ist der Flughafen Harstad/Narvik (EVE) am norwegischen Festland. Zusätzlich gibt es eine Fährverbindung von Bodø nach Moskenes. Die Fähre verkehrt im Winter zweimal täglich und benötigt etwa drei Stunden.

Wenn du nur wenig Zeit hast und auf schnellstem Wege mit dem Mietwagen zu den schönsten Orten der Lofoten weiterreisen möchtest, ist der Flughafen Leknes das Ziel deiner Wahl. Dafür entscheide ich mich diesmal, obwohl es Zwischenstopps in Oslo und Bodø bedeutet. Meinen Mietwagen buche ich bei AVIS. Der Mazda CX30 Automatic bringt mich selbst bei winterlichen Bedingungen gut von A nach B. Die Übernahme dauert keine fünf Minuten.

Für meinen Lofoten-Roadtrip im Februar habe ich acht Nächte eingeplant. Theoretisch wäre die Route auch in der Hälfte der Zeit zu bewältigen. Ich will aber bei allenfalls winterlichen Fahrverhältnissen keine allzu langen Strecken fahren. Außerdem möchte ich ausreichend Zeit haben, um die ausgewählten Unterkünfte zu genießen und gut zu essen. Deshalb plane ich neben dem Fahren, Spaziergängen, kleinen Wanderungen, Fotografieren und Besichtigungen gar keine weiteren Aktivitäten.

5 Kilometer Lofoten von Feinsten

Bei der Planung deiner Reiseroute sollte dir bewusst sein, dass die malerischsten Dörfer im Süden liegen. Auf den knapp sechs Kilometern zwischen Hamnøy und Reine erlebst du die typische Postkartenidylle. Svolvær, Henningsvær oder Ballstad sind größere Städte, durchaus sehenswert, aber nicht so malerisch. Um die Spannung zu steigern, oder die Vorfreude auf diese Höhepunkte aufrechtzuerhalten, fährst du am besten von Nord nach Süd. Der Nachteil ist, dass du dann eine verhältnismäßig lange Rückreise zum Flughafen hast.

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Unterkünfte und schönste Orte

Station 1: Eliassen Rorbuer in Hamnøy (1 Nacht)

Ich starte im Süden und möchte nach meiner Ankunft auf den Lofoten am späten Sonntagnachmittag die Strecke zur ersten Unterkunft noch bei Tageslicht zurücklegen können. Das klappt trotz Verspätung recht gut. Vom Flughafen Leknes nach Hamnøy (53 Kilometer) benötige ich ungefähr eine Stunde. Die erste Nacht verbringe ich im Eliassen Rorbuer Resort. Meine Wunschunterkunft für diese Region, die Sakrisøy Rorbuer, war leider bereits ausgebucht. Als weitere gleichwertige Alternative empfehle ich die Reine Rorbuer.

Ein Rorbu ist eine ehemals während der Wintersaison genutzte Fischerhütte. Rorbuer sind aus Holz und meist mit roter Tranfarbe gestrichen. Viele von ihnen stehen auf Stelzen im Meer, andere an Land. Mit dem Einsatz größerer und beheizbarer Boote verloren sie langsam an Bedeutung. In den letzten 50 Jahren wurden immer mehr Rorbuer restauriert oder sogar neu errichtet und als rustikale Touristenunterkünfte angeboten. Stilvoller (und teurer) kannst du auf den Lofoten kaum übernachten.

Lofoten im Winter: Hafen von Hamnøy
Lofoten im Winter: Hafen von Hamnøy

Das Resort Eliassen Rorbuer besticht durch seine einzigartige Lage direkt an einem der bekanntesten Foto-Hotspots der Lofoten. Es ist das älteste Rorbuer Resort auf den Inseln mit über sechszig Hütten und Apartments. Es ist auch im Winter beliebt, obwohl Ende Februar nur ein Teil der Unterkünfte besetzt ist. Die Anlage ist weitläufig und liebevoll gestaltet. Ich habe ein Waterfront Superior One-Bedroom Cottage mit Blick auf den Fjord. Die Hütte verfügt über eine voll ausgestattete Küche, ein großes Wohn- und Esszimmer, ein Badezimmer mit Dusche und ein kleines Schlafzimmer mit einem ausgesprochen kurzen Bett.

Dekoriert sind die Hütten mit traditionellen Gegenständen aus der Fischerei. Trotzdem wirkt das Interieur recht rustikal. Ich vermisse den roten Faden oder ein innenarchitektonisches Gesamtkonzept. Rückblickend ist das Eliassen Robuer Resort die Unterkunft, die am wenigsten überzeugt. Das Essen im Restaurant Gadus ist jedoch ausgezeichnet.

Der Wettergott meint es gut mit mir: Die Tage, die ich in der Region um Reine verbringe, sind sonnig und relativ warm. Die Nächte sind klar. Gleich am ersten Abend zeigt sich Lady Aurora. Nordlichter, die sogar mit freiem Auge zu beobachten sind, tanzen über den Himmel. Die Brücke beim Resort mit Blick auf den Mount Olstinden ist gut besucht. Fotografinnen und Fotografen haben hier ihre Stative aufgebaut und versuchen das fantastische Schauspiel einzufangen.

Nordlichter über dem Eliassen Rorbuer Hamnøy
Lofoten Winter Nordlichter über Hamnøy

Station 2: Tide Hotel in Sørvågen (2 Nächte)

Von Hamnøy nach Sørvågen sind es gerade einmal 11 Kilometer oder 19 Minuten mit dem Auto. Gleichzeitig ist dies der allerschönste Abschnitt der Europastraße E10 von Svolvær nach Å. Hier kannst du mit Spaziergängen, Fotografieren, einem Halt in Sakrisøy und Reine gut und gerne einen Tag oder mehr verbringen. Auf der kurzen Strecke überquerst du mehrere Brücken. Diese einspurigen Brücken führen in hohem Bogen über das Meer. Ampeln an beiden Seiten regeln den Einbahnverkehr.

gelbe Rorbuer von Sakrisøy
Lofoten im Winter: Sakrisøy

Sakrisøy habe ich ganz schnell in mein Herz geschlossen. Die kleine Insel an der E10 ist jener Ort, an dem die leuchtend gelben Rorbuer für gute Laune sorgen. Hier steht das wohl meistfotografierte Haus der Lofoten. Gleich daneben in Anitas Seafood gibt es eine riesige Auswahl an qualitativ hochwertigen Fischprodukten zu kaufen. Im Restaurant kannst du traditionelle Fischgerichte probieren. Der Ort selbst ist winzig. Hier gibt es außer den bereits erwähnten Sakrisøy Rorbuer und einigen wenigen Privathäusern nicht viel zu entdecken. Dafür ist Sakrisøy einfach unbeschreiblich fotogen, egal aus welcher Perspektive und zu welcher Tageszeit.

Das nächste Highlight folgt unmittelbar danach: Reine und der Reinefjord. Das malerische Fischerdorf mit den traditionellen Fischerhütten und den hohen Bergen im Hintergrund besteht seit 1743. Etwa 300 Einwohner leben hier. Auf dem Weg nach Reine lohnt sich der Abstecher nach Hammerskaft (Horn). Dies ist ein herrlicher Fotospot.

Robuer am Reinefjord
Lofoten im Winter: Robuer in Reine

Der klassische Aussichtspunkt und Fotostopp befindet sich dann gleich links an der Abzweigung Richtung Reine vor der Brücke. Im Sommer empfiehlt sich die Wanderung auf den Reinebringen. Jetzt im Winter begnüge ich mich mit einem Spaziergang rund um den Fjord. Empfehlenswert ist übrigens die Bringen Kaffeebar.

Blick von der Brücke auf Reine
Reine Lofoten

Auf einer überraschend gut ausgebauten Straße geht es für mich weiter nach Sørvågen. Das Fischerdorf gehört so wie Reine zur Gemeinde Moskenes. Ich übernachte im 2019 eröffneten Tide Hotel. Von außen ist das Gebäude nicht sonderlich ansprechend, innen ist es jedoch topmodern. Zum Hotel gehören auch Fischerhütten mit Meerblick direkt am Hafen. So schön die Rorbuer sind, für Alleinreisende sind sie doch sehr teuer. Da sind die Zimmer im Tide Hotel eine willkommene Abwechslung. Abgesehen davon, dass es keinen Schrank oder zumindest ein offenes Regal gibt, fühle ich mich sehr wohl.

Das Frühstück im stylischen Havet Restaurant bietet eine erstaunliche Auswahl an qualitativ hochwertigen Produkten. Abends speist du im Havet à-la-carte. Gleich neben dem Hotel befindet sich das Restaurant Maren Anna. An beiden Orten esse ich ausgezeichnet. Wie auf den Lofoten üblich, sind die Speisekarten sehr überschaubar und die Portionen eher klein. Das wird mit viel Qualität und Geschmack kompensiert.

Von Sørvågen aus ist es nicht mehr weit nach Å i Lofoten oder kurz Å. Du kannst den Weg entlang der Straße in etwa einer halben Stunde zurücklegen. Å ist die letzte besiedelte Ortschaft im Süden der Lofoten. Hier endet die E10. Gleichzeitig ist Å der letzte Buchstabe im norwegischen Alphabet. Å ist ein Museumsdorf. Die Gebäude wie die Bäckerei, die Schmiede, die Post oder die Trankocherei sind – glaubt man den Rezensionen im Netz – nicht mehr sonderlich gut in Schuss. Da ich erst am späten Nachmittag in Å ankomme, lohnt sich für mich der Besuch nicht mehr und das Stockfischmuseum ist leider im Winter geschlossen. Dafür gibt es hier und in der kleinen Ortschaft Tind einmal mehr wunderschöne Fotomotive.

A Robuer
Lofoten im Winter: Å Rorbuer

Station 3: Nusfjord Arctic Resort (3 Nächte)

Auf dem Weg von Sørvågen nach Nusfjord lege ich einen Stop in Ramberg ein. Der Ort selbst hat wenig zu bieten. Hierher kommt man Sommer wie Winter für einen Strandspaziergang. In der flach abfallenden Bucht hast du einen traumhaften Blick auf das offene Meer. Das gilt auch für Flakstad mit seiner hübschen Kirche und dem Skagsanden Beach.

Ramberg Beach
Lofoten im Winter: Ramberg Beach

Entlang der Buchten und Fjorde sind immer wieder Stockfischgestelle zu sehen. Im Duo, an den Schwänzen vertäut, hängen die ersten Kabeljaue an den Holzgestellen zum Trocknen … werden zum Stockfisch. Der eisige Wind, der über die Küste fegt, ist perfekt dafür. Die Skreis (Kabeljaue) sind kopflos. Ihre Köpfe baumeln an anderen Gestellen und landen irgendwann in afrikanischen Fischsuppen. Wer genau hinschaut, erkennt, dass die Köpfe keine Zungen mehr haben. Die gelten auf den Lofoten als Delikatesse und werden vor dem Aufhängen herausgeschnitten.

Stockfischgestelle auf den Lofoten im Winter
Lofoten im Winter: Stockfisch

Die Fahrt nach Nusfjord ist spektakulär. Die Straße führt über eine Anhöhe, vorbei an gigantischen Felswänden und einem zugefrorenen See. Nusfjord ist eines der ältesten und besterhaltenen Fischerdörfer der Lofoten. In seiner Blütezeit lebten hier bis zu 1’500 Fischer. So wie Å ist Nusfjord heute ein Museumsdorf. Die Gebäude stammen noch aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Zu besichtigen gibt es eine Räucherei, ein Sägewerk, ein Museum zur Geschichte der Fischerei und im Sommer eine alte Bäckerei.

Aussichtspunkt Nusjford
Lofoten im Winter: Nusfjord

In diesem abgelegenen Fischerdorf entstand 2011 das Nusfjord Arctic Resort. Die 20 ursprünglichen Rorbuer, die sich um das Hafenbecken schmiegen, wurden in luxuriöse Gästeunterkünfte umgewandelt. Die Hütten sind mit viel Sorgfalt und Liebe renoviert und äußerst geschmackvoll eingerichtet. Eine Fußbodenheizung und weitere Heizkörper sorgen für eine heimelig warme Atmosphäre. Im Wohnzimmer gibt es gemütliche Sitzgelegenheiten, einen Esstisch und eine kleine Küchenzeile. Im Schlafzimmer erwartet mich ein komfortables Boxspring-Bett und das große Badezimmer verfügt neben der Regendusche auch über eine Badewanne.

So viel Luxus hätte ich an diesem abgeschiedenen Ort gar nicht erwartet. Der Blick aus dem Fenster und die Atmosphäre im Hafen sind einzigartig. Zum Nusfjord Arctic Resort gehören das Restaurant Karoline, die Pizzeria Oriana Kro und das Café Landhandel. Dieses ist zugleich ein Gemischtwarenladen wie aus vergangenen Zeiten, in dem du verschiedene Mitbringsel erstehen kannst. Die Einrichtung ist bunt zusammengewürfelt. Gemütlicher als hier kannst du Kaffee und Kanelboller, die süßen Zimtschnecken, kaum genießen. Abendessen und Frühstück im Karoline sind ausgezeichnet.

Café Landhandel Nusfjord
Café Landhandel Nusfjord

Während meines Aufenthalts im Nusfjord Arctic Resort herrscht richtig ungemütliches Wetter. Kleine Spaziergänge bis zum Leuchtturm oder den Fjord entlang sind dennoch möglich. Grödel, also Spikes für deine Schuhe, sind im Resort fast unerlässlich. Es geht auf und ab und die Stege können eisglatt sein. Sie sollten in deinem Gepäck nicht fehlen. Abends gönne ich mir das urige Wellness-Erlebnis im Open-Air-Spa. Das Spa ist ein kleines Kunstwerk, erbaut von Architekten der School of Architecture in Oslo. Es verfügt über eine kleine Sauna und zwei holzgefeuerte Hot Tubs, die meiner Meinung nach durchaus heißer sein dürften.

Für Abwechslung sorgen die Salteriet Nusfjord Gallery und die verschiedenen im Resort angebotenen Aktivitäten. Im Winter sind dies Ausfahrten mit dem Fischerboot, Nordlichtertouren, Weinverkostungen oder andere kleine Unternehmungen wie Lagerfeuer und das Aufhängen von Stockfisch.

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Station 4: Hattvika Lodge in Ballstad (2 Nächte)

Auf dem Weg von Nusfjord nach Ballstad mache ich einen kleinen Ausflug zum berühmten Haukland Beach. Weißer Sand und türkisfarbenes Wasser sorgen hier im Sommer für Karibik-Feeling. Jetzt im Winter liegt Schnee. Dennoch ist der Strand ein tolles Fotomotiv und gut besucht. Schnell wird klar, warum es sich hier um einen der schönsten Strände in ganz Norwegen handelt. Der Vik Beach ganz in der Nähe ist nicht minder schön. Er ist etwas schmaler, aber weitläufiger.

verschneiter Haukland Beach
Haukland Beach im Winter

Meine letzten beiden Nächte verbringe ich in der Hattvika Lodge und somit in der Nähe des Flughafens in Leknes. Die Rorbuer stammen aus den 1870er Jahren und bieten eine Blick auf den Hafen. Bekannt ist die Hattvika Lodge mittlerweile wegen der Hillside Cabins. Die modernen Studios bieten allesamt eine spektakuläre Aussicht. Es gibt einen einen privater Balkon und in der Nische mit dem großen Fenster lädt ein Tagesbett zum Herumlungern ein. Mit etwas Glück kannst du hier direkt vom Bett aus die Nordlichter beobachten.

Natürlich bietet die Hattvika Lodge verschiedene Aktivitäten und du hast die Möglichkeit die kleine, aber feine Sauna am Steg privat zu buchen. Gegenüber der Hattivka Lodge wird der bekannte Möller’s Tran hergestellt. Diesen kannst du im Taste Depot oder beim Frühstück verkosten. Der Lebertran wird aus Kabeljau hergestellt und ist reich an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D. Im tristen Lofoten-Wetter ist beides äußerst wichtig. Das Tranöl wird von der lokalen Bevölkerung nicht nur als Vitaminzusatz verwendet, es gibt den Fischerhütten die typisch rote Farbe.

Ein Highlight in der Hattvika Lodge ist das Restaurant Fangst. Hier setzt man auf lokale Zutaten und arbeitet mit einheimischen Produzenten und Fischern zusammen. Das Motto lautet: «From Sea to Table». Und so gibt es verschiedene Degustationsmenüs mit drei, fünf oder sieben Gängen, mit Fisch, Fleisch oder vegetarisch. Die Speisefolge kann auf Wunsch getauscht werden. Dazu gibt es eine Weinbegleitung. Das Essen im Fangst ist tatsächlich so wie beschrieben ein komplexes Geschmackserlebnis und der Service ist ausgezeichnet. Das Frühstück besteht ebenfalls aus lokalen Zutaten, kann allerdings nicht ganz mit dem im Tide Hotel und dem Nusfjord-Resort mithalten.

Bei regnerischem Wetter mache ich meinen letzten Ausflug in das charmante Fischerdorf Henningsvær. Henningsvær wird auch als Venedig des Nordens bezeichnet. Mit derartigen Vergleichen mit Venedig wird ja gerne sehr inflationär umgegangen. Henningsvær liegt auf acht Inseln, die durch Brücken miteinander verbunden sind. Im kleinen Dorf findest du das wohl bekannteste Fußballfeld der Lofoten. Das betrachtest du aber am besten im Sommer von oben aus. Im Ortszentrum mit seinen farbigen Häusern erwarten dich zahlreiche Cafés, Galerien und Geschäfte. Unbedingt sehenswert ist der Hafen. Zwischen Februar und April herrscht hier Hochsaison und die vielen Fischerboote geben ein schönes Bild ab.

Henningsvær
Lofoten im Winter: Henningsvær

Auf dem Rückweg kann ich an der Abzweigung nach Unstand nicht vorbeifahren, der Abstecher zum Unstad Beach muss noch sein. Obwohl es ein wenig seltsam klingt: Unstad ist das Herz der norwegischen Surfszene. Der Strand zieht Surfer aus der ganzen Welt an. Die Landschaft ist absolut atemberaubend und die Wellen sind gut. Bei meinem Besuch ist es extrem stürmisch und kalt. Außer ein paar hartnäckigen Fotografen ist niemand unterwegs.

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Lofoten im Winter: Rorbuer bei Reine
Lofoten im Winter

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Carola ist eine passionierte Teilzeitnomadin, verbindet Vollzeitberuf mit Reiselust. Sie ist der Kopf hinter Travellingcarola.

Seit 2016 schreibt sie authentische Reiseberichte über einzigartige Erlebnisse, gibt praktische Tipps und will andere inspirieren, die Welt zu entdecken.

10 Gedanken zu „Lofoten im Winter: die schönsten Orte und besondere Unterkünfte auf meiner Reiseroute“

  1. Liebe Carola,
    das klingt nach einer tollen Tour! Vielen Dank für die ganzen Tipps. Ich muss offensichtlich unbedingt im Winter nochmal zurück auf die Lofoten. Und falls du nochmal Lust hast: Der Sommer mit Mitternachtssonne ist auch wirklich toll!
    Liebe Grüße
    Britta

    Antworten
    • Hallo Britta

      Ja, das klingt sehr verlockend! Irgendwann möchte ich das bestimmt machen – schon alleine, um all die schönen Orte auch im Sommer einmal zu sehen.

      Liebe Grüße
      Carola

      Antworten
  2. Liebe Carola,
    vor Urzeiten, als die Lofoten noch gar nicht gehypt waren, war ich auf einer große Norwegentour schon mal dort und ganz hin und weg von den Farben. Deine tollen Fotos und der Bericht machen auf jeden Fall Lust, sie auch im Winter mal anzusteuern.
    Liebe Grüße
    Elke

    Antworten
    • Liebe Elke

      Die Farben sind tatsächlich unglaublich, z.B. wenn die Sonne am Morgen die Berge in ein goldenes Licht taucht, Lady Aurora und die gelben und roten Häuser. Ich kann den Besuch im Winter nur empfehlen.

      Viele Grüße
      Carola

      Antworten
  3. Wunderschöne Fotos hast du mitgebracht, die Landschaft ist ja beinahe märchenhaft. Leider haben wir es noch nicht geschafft, die Lofoten mal im Winter zu bereisen. Irgendwann klappt das aber hoffentlich. Dein Bericht macht jedenfalls Lust auf diese Gegend.

    Antworten
  4. Liebe Carola,
    hach, deine Reise ist meine absolute Traumreise!!! Schon bei deinen tollen Bildern mit bunten Häusern und schneebedeckten Bergen bekomme ich akutes Fernweh. Und dann noch die Nordlichter… Hoffentlich darf ich das auch bald erleben!
    Herzliche Grüße,
    Sanne

    Antworten
    • Liebe Sanne

      Ich wünsche es dir! Ich musste auch lange warten. Schon die erste Reise war schwierig umzusetzen und dann hat Corona längere Zeit den zweiten Anlauf verhindert.

      Herzliche Grüße
      Carola

      Antworten
  5. Liebe Carola.
    Danke für deine Eindrücke . Supiiiiiiiiii tolle Beschreibung und beeindruckende Fotos.
    Wir haben auch eine individuelle Reise im Winter auf die Lofoten geplant.
    Ich habe noch einige Fragen an dich .
    Wie oft konntest du die Nordlichter sehen?
    In welchem Zeitraum warst du unterwegs.
    Ende Februar/Anfang März/-Mitte März/Ende März?
    Sind die Straßen frei .
    Gibt es Einkaufsmöglichkeiten(kleinen Konsum zum Beispiel )im Süden?
    Danke für eine Rückmeldung.
    Ganz liebe Grüße
    Kerstin

    Antworten
    • Liebe Kerstin

      Ihr werdet es lieben! Ich war Ende Februar unterwegs. Die Straßen waren gut befahrbar. Sie sind schon einmal mit Schnee oder Eis bedeckt, aber die Mietautos haben Spikereifen. Ich habe bewusst Hotels mit Frühstück (Ausnahme Eliassen Roruer) und Restaurant ausgesucht. In Reine gibt es einen kleinen, aber gut sortierten Supermarkt. Weiter nördlich ist der Einkauf kein Problem. Nordlichter konnte ich an zwei Abenden sehen. Dass es nicht öfter war, lag nicht an der Aktivität, sondern am bedeckten Himmel. In der zweiten Wochenhälfte gab es viel Schneefall, was auch schön war.

      Viel Spaß und liebe Grüße
      Carola

      Antworten

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