Lavaux zum Genießen – unterwegs zwischen Lausanne, Vevey und Montreux

Ausflüge

Der Genfersee mit seinen Metropolen Lausanne und Montreux und dem dazwischen liegenden Weinbaugebiet Lavaux gehört zu den Regionen, wo die Schweizer die Schweiz am schönsten finden. Das nordöstliche Ufer des Sees ist ein wunderbares Ausflugsziel. Hier kann man bezaubernde und mondäne Städte erkunden, die Geschichte der Olympischen Spiele von der Antike bis in die Neuzeit nachverfolgen und hautnah erleben, mit dem Zug durch die Weinreben fahren, gemütliche Wanderungen durch die Weinberge unternehmen, auf den Spuren von Charlie Chaplin wandeln, mit dem Raddampfer in See stechen oder in den mittelalterlichen Gemäuern des Schlosses Chillon auf Entdeckungsreise gehen. Es wird bestimmt nicht langweilig.

Und das Beste daran: Einen ersten Überblick bekommt man bereits bei einem (gut geplanten) Tagesausflug sogar mit Anreise aus der Zentralschweiz. Davon berichte ich in diesem Beitrag.

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Lausanne

Die Schönheiten Lausannes erschließen sich nicht sofort auf den ersten Blick. Hat die Stadt doch einige Bausünden aufzuweisen. Bekannt ist Lausanne vor allem wegen des Olympischen Museums am Ufer des Genfersees. Im Stadtteil Ouchy gelangt man am besten mit der U-Bahn. Ja, richtig gelesen: Lausanne ist die einzige Stadt der Schweiz, die über eine U-Bahn verfügt. In Anbetracht der drei Hügel und des nicht unbeträchtlichen Gefälles zwischen der Altstadt und dem Genfersee ist das eine ganz praktische Einrichtung.

Wir wollen heute vor allem die Altstadt entdecken. In den Gassen findet am Samstag ein Markt statt und es herrscht überall geschäftiges Treiben. Bergauf und bergab gelangt man zur Kathedrale, die auch als Wahrzeichen der Stadt gilt. Die höher gelegenen Straßenzüge sind gleichzeitig hervorragende Aussichtspunkte und über Treppen mit den tiefer gelegenen Gebieten verbunden. Als Gegensatz zu den mittelalterlichen Gässchen ist mit dem Flon-Viertel ein modernes und innovatives Gebiet entstanden.

In Lausanne selbst gäbe es noch viel zu entdecken. Anregungen findet ihr auf der Seite von Lausanne Tourismus.

Weinberge des Lavaux

Mit dem Zug geht es weiter in das kleine Örtchen Chexbres mit seinem pittoresken, rosafarbenen Bahnhof. Von hier aus eröffnet sich einem eine grandiose Aussicht über die Terrassen des Weinbaugebiets Lavaux, den Genfersee und die französischen Alpen. Und vor allem kann man von hier aus ganz gemütlich und ohne größere Anstrengung in die beiden Dörfer Rivaz und St. Saphorin spazieren.

Das Lavaux ist seit 2007 UNESCO Welterbe und zählt für mich zum Schönsten, was die Schweiz zu bieten hat. Mit mehr als 800 Hektaren ist es das grösste zusammenhängende Weinbaugebiet der Schweiz. Angebaut werden vor allem Weißweine, insbesondere die Chasselas-Traube. Bekannt sind Appellationen wie Dézaley, Chardonne, St-Saphorin, Epesses, Villette, Calamin oder Lutry.

Das Klima meint es gut mit dieser Gegend. Die Einheimischen sprechen von «drei Sonnen», die das Lavaux verwöhnen: die großzügige Sonne, die hier sehr ausdauernd vom Himmel strahlt, die Reflexion vom Genfersee und die Sonnenwärme, die in den Steinmauern gespeichert wird. Entsprechend heiß kann eine Wanderung durch die Rebberge im Hochsommer sein.

Auf kleinen Sträßen und schmalen in den Weinbergen angelegten Treppen wandern wir Richtung Rivaz. Dazwischen beobachten wir Eidechsen, die sich auf den warmen Mauern sonnen und dann blitzschnell unter Steinen verschwinden, sobald sie sich gestört fühlen. In einige steile Rebberge führen kleine Monorail-Bahnen. Die offenen Plattformen dienen zum Transport von Werkzeug oder der Trauben bei der Lese. Ein bisschen fühlt man sich wie in einem Heimatfilm. Entlang des Weges findet man immer wieder Winzer, die ihre Keller geöffnet haben und zur Verkostung einladen.

Das Vinorama in Rivaz

Wir machen unter anderem Halt im Vinorama in Rivaz. Hier bieten die Winzer der Region weit über 200 Weine zur Verkostung an. Als Besucher kann man zwischen vier Wein-Degustationen wählen. Auch für den kleinen Hunger ist gesorgt. Im Keller wird ein Film über den Jahresablauf eines Winzers gezeigt.

St. Saphorin

Ein besonders Schmuckstück ist das mittelalterliche Dörfchen St. Saphorin mit seinen engen Gassen und den typischen Winzerhäusern. Der markante Kirchturm ist manch einem vielleicht von den Weinetiketten bekannt. Auch für Feinschmecker hat St. Saphorin etwas zu bieten. Die Auberge de l’Onde kann mit 16 GaultMillau-Punkten und 1 Michelin-Stern aufwarten.

Vevey

Charlie Chaplin hat schon gewusst, warum er sich in Vevey niedergelassen und das letzte Vierteljahrhundert seines Lebens hier verbracht hat. Vevey gilt als eine der Perlen der Schweizer Riviera. Vor allem die mit Palmen gesäumte und mit Blumen geschmückte Seepromenade mit ihren prächtigen Hotels zeugt von der Zeit der Belle Epoque.

Vevey ist auch Hauptsitz des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (dessen Politik z.B. im Umgang mit Wasser ich vehement ablehne und dessen Produkte ich weitgehend boykottiere). Und so kann man an der Uferpromenade sowohl ein Denkmal von Charlie Chaplin als auch die markante Gabel im See zum dazugehörigen Alimentarium von Nestlé bewundern.

Die Charlie Chaplin’s World im ehemaligen Anwesen des legendären Künstlers, die etwa 15 Minuten Busfahrt vom Hauptbahnhof entfernt liegt, sparen wir uns für einen weiteren Besuch auf. Dafür ist das Wetter definitiv zu schön und auch die Zeit etwas zu knapp. Wir wollen heute noch weiter mit dem Schiff zum Schloss Chillon.

Schloss Chillon und Montreux

Das Schloss Chillon, der ehemalige Wohnsitz der Grafen von Savoyen, liegt malerisch auf einem Felsen am Ufer des Genfersees. Die Ansicht bei Anfahrt mit dem Schiff wird leider ziemlich getrübt durch die dahinter ligende Autobahn. Dafür offenbart sich dann direkt von der Schiffstation eine grandioses Bild. Von außen wirkt das Schloss wie eine trutzige Wehrburg. Eine Erkundung der Innenräume lohnt sich, da man dort einige versteckte Schätze entdeckt. Wir verbringen hier mehr Zeit als ursprünglich vorgesehen, besuchen den Kerker, klettern auf den Turm und laufen den Wehrgang entlang.

Die letzte Station des Tages ist dann noch Montreux. In wenigen Tagen öffnet das Montreux Jazz Festival wieder seine Tore. Ansonsten kann ich der Stadt nicht allzu viel abgewinnen. Neben gesichtslosen Hochhäusern flanieren wir zum Abschluss noch der Seepromenade entlang, vorbei am Marche couvert und dem Denkmal von Freddy Mercury. Das Zitat «If you want peace of soul, come to Montreux» von Freddy kann ich nicht ganz nachvollziehen, mir gefallen Lausanne und vor allem Vevey wesentlich besser. Möglicherweise liegt das aber auch daran, dass wir zum Abschluss noch von einem heftigen Schauer überrascht werden.

Auf der mehr als dreistündigen Heimreise können wir dennoch zufrieden und reich an neuen Eindrücken den Tag Revue passieren lassen. Ich werde auf alle Fälle wiederkommen. Den Besuch im Charly Chaplin Museum und eine längere Wanderung durch die Weinberge im Herbst werde ich in nächster Zeit sicher einmal realiseren. Vielleicht zieht es mich im Herbst auch wieder einmal an den Bielersee.

Weinterrassen von Lavaux am Genfersee

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