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Fotoparade 2019 – meine schönsten Fotos aus diesem Reisejahr

11 Kommentare

Eigentlich ist das Reisejahr 2019 noch nicht zu Ende. Die Zeit der Weihnachtsmärkte und der damit verbundenen Adventsreisen steht noch bevor. Ein weiteres City-Silvester ist ebenfalls geplant. Der Zeitpunkt für einen Jahresrückblick und die Fotoparade 2019 erscheint mir deshalb noch zu früh. Das ist wie Lebkuchen und Christbaumschmuck im Altweibersommer und «Last Christmas» aus dem Radio ab November.

Auch wenn ich mit dem Zeitraum nicht besonders glücklich bin, nehme ich den Aufruf zur Fotoparade wiederum zum Anlass, in meinem Archiv zu kramen und meine bisherigen Reisen und Reisemomente 2019 Revue passieren zu lassen. Michael von Erkunde die Welt führt nämlich aufgrund der zunehmenden Anzahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern und der steigenden Begeisterung seine Fotoparade nur noch einmal jährlich durch. Das reduziert auch den Aufwand und den Zeitdruck im Fotoparaden Netzwerk (Fopanet), sprich für die daran beteiligten Bloggerinnen und Bloger.

Meine drei Reisehighlights 2019 habe ich eher wort- als bildgewaltig in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

Fotoparade 2019: die Aufgabe

Diesmal gibt es nicht einfach sechs Kategorien. Michael nennt sechs gegensätzliche Pärchen. Die Aufgabe besteht darin, sich für einen der Gegensätze zu entscheiden. Dabei geht es nicht einfach um die Präsentation des Fotos. Als Teilnehmerin muss ich auch begründen, warum ich mich für den jeweiligen Begriff oder Gegensatz entschieden habe.

Was magst du mehr?

  • Stadtbild oder Landschaft?
  • Tier oder Pflanze?
  • Berge oder Meer?
  • Fremdländisch oder einheimisch?
  • Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang?
  • Schwarz-Weiß oder bunt?

Meine Reisemomente 2019 als Rückblick in Gegensätzen

Ganze achtzehenmal war ich 2019 auf größeren und kleineren Reisen unterwegs. Dabei durfte ich dreizehn verschiedene Länder besuchen. Mit dabei waren die Schweiz, Österreich, Deutschland, Tschechien, Italien, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Griechenland, Israel, Costa Rica und Nicaragua. Das sollte genügend Material sein für die Fotoparade 2019.

Stadt oder Landschaft?

Ich mag pulsierende Metropolen mit all ihrem kulturellen Angebot und die Atmosphäre in Städten. Mich fasziniert, wie unterschiedlich Städte sich in Architektur, Flair und Lebensstil präsentieren. Dabei besuche ich ganz bewusst immer auch kleinere Städte. Dieses Jahr war ich unterwegs in Salzburg, Cesky Krumlov, Bremen, Manchester, Liverpool, Granada und Leon, Gdansk, Uzès und Nîmes, Göteborg, Dresden sowie Tel Aviv und Jerusalem. Kopenhagen, Den Haag und Amsterdam stehen noch auf dem Programm. Eigentlich könnte ich zu jeder der besuchten Städte ein Lieblingsbild präsentieren.

Marktplatz von Uzes
Stadtbild Uzès
Du ahnst es: Zwischen diesen Gegensätzen kann und mag ich mich nicht entscheiden.

Genauso gerne wie Städte mag ich schöne Landschaften. Aus Sicht der Fotografin sind Landschaften spannender als Städte. Oder anders ausgedrückt: Aufnahmen in Städten oder Stadtbbilder finde ich immer etwas schwierig.

Und so gestaltet sich die Auswahl meines Landschaftsbildes für die Fotoparade 2019 ähnlich schwierig. Meine Wahl fällt auf diese Aufnahme aus dem Elbsandsteingebirge. Das Licht und die Nebel am frühen Morgen waren fantastisch. Die Landschaft in der Sächsischen Schweiz ist es sowieso.

Basteibrücke am frühen Morgen
Landschaftsbild Bastei

Tier oder Pflanze?

Ich fotografiere beides nicht häufig oder bevorzugt.

Einzig auf meinen Safaris in Südafrika, Namibia oder Botswana habe Tausende von Tieren abgelichtet. Die Aufnahme eines Flusspferdes im Okavango-Delta zählt heute noch zu meinen Lieblingsfotos. Im vergangenen Reisejahr hatte ich vor allem in den Nationalparks in Costa Rica Gelegenheit Tiere zu fotografieren.

Dieser farbenfrohe Einsiedlerkrebs hat im Nationalpark Cahuita meinen Weg gekreuzt. Ihm habe ich den Vorzug gegenüber einem kleinen Zweifingerfaultier aus der Auffangstation bei Puerto Viejo gegeben.

Einsiedlerkrebs im Nationalpark Cahuita
Tierbild Einsiedlerkrebs

Pflanzen dienen mir oft als Vordergrund eines Bildes, um ein wenig mit der Tiefenschärfe zu spielen. So habe ich es auch hier im kleinen Hafen Tången auf der Schäreninsel Styrsö vor Göteborg gemacht. Für die Fotoparade 2019 habe ich es weniger wegen der Pflanzen selbst, sondern wegen der schönen Stimmung gewählt.

Hafen in Styrsö Tången
Pflanzenbild Schären Göteborg

Berge oder Meer?

Meer macht glücklich.

Ich lebe in den Bergen, bin aber ganz klar ein Meer-Mädchen. Das Rauschen der Wellen, Wind, Weite, der Geschmack salziger Luft und endlos lange Strände, das alles übt auf mich eine riesige Anziehungskraft aus. Meer hat etwas Abenteuerliches und etwas Sinnliches. Meine Reisemomente 2019 waren voller Meer-Momente.

Es gab Meer in Nicaragua, Costa Rica, auf der Halbinsel Hel, auf Paros, in der Camargue, in Göteborg und Tel Aviv. Besonders intensiv fröne ich meiner Meer-Liebe jeweils in Griechenland. So liegt es auf der Hand, dass mein Meer-Foto von dort kommt. Es ist zwar nicht das offene Meer, aber einer der schönsten Häfen in Griechenland. Der kleine Hafen von Naoussa auf der Kykladeninsel Paros hat sich in den letzten 25 Jahren kaum verändert.

Hafen von Naoussa Paros
Meerbild Naoussa

Das heißt nicht, dass ich die Berge nicht mag. Auf verschiedenen Wanderungen in der näheren Umgebung (Gommer Höhenweg, Gratwanderung Fronalpstock, Brienzer Rothorn) konnte ich auch ganz tolle Aufnahmen machen. Ins Rennen für die Fotoparade 2019 schicke ich ein Bild vom Bannalpsee. Es ist an einem warmen Wochenende im Oktober entstanden.

Blick auf den Bannalpsee (Walenpfad)
Bergbild Bannalpsee

Fremdländisch oder einheimisch?

«Heimat ist ein Gefühl.»

Bei diesem Gegensatz der Fotoparade 2019 könnte man philosophisch werden. Was ist Heimat? Ein Haus, ein Ort, ein Land? Herbet Grönemeyer hat einmal gesungen: «Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl!». Und so ist auch für mich Heimat dort, wo ich mich rundum wohlfühle. Genau dieses Gefühl habe ich oftmals in der Fremde. Und manchmal ist mir die Heimat fremd.

Einfachheitshalber beziehe ich Heimat hier auf das Land, in dem ich lebe. Die Schweiz ist ein bisschen wie eine Postkarte. Für Touristen aus aller Welt wird gerne das Heidi-Klischee aufrecht erhalten. Mein Foto zu «einheimisch» entstand im Oberwallis. Im Bild ist mein Frühstück in der Naturlodge Gadestatt.

Glamping Naturlodge Gadestatt
«einheimisch» Gadestatt

Ich kann nicht leugnen, dass ich mit Religionen so meine Schwierigkeiten habe. Jerusalem ist sozusagen ein Konzentrat an Religionen. Für Juden, Christen und Moslems ist Jerusalem von hoher religiöser Symbolkraft. In Jerusalem leben Religionen und Kulturen (es gibt ein jüdisches, muslimisches, christliches und armenisches Viertel) auf engem Raum neben- oder miteinander.

Für die Juden ist vor allem die Klagemauer von Bedeutung. Sie steht für die Reste des jüdischen Tempelbezirks. Frauen und Männer beten hier getrennt. In den Mauerritzen werden Wünsche auf kleinen Zettelchen hinterlassen. Das Bild steht symbolisch für eine Welt, die ich zwar irgendwie fasziniert beobachtet habe, die mir aber völlig fremd ist.

Klagemauer Jerusalem
«fremdländisch» Klagemauer Jerusalem

Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang?

Manche davon waren so kitschig wie Fototapeten.

Sonnenauf- und -untergänge gehören zum Lauf der Zeit. Beide haben ihren Zauber. Ich bin Eule und Lerche, Morgen- und Abendmensch zugleich. Beim Fotografieren haben Sonnenuntergänge einen kleinen Vorteil. Sie sind oftmals farbiger und intensiver. Meine Reisemomente 2019 beinhalten so viele schöne Sonnenaufgänge und noch mehr Sonnenuntergänge, dass ich mich kaum für ein Bild entscheiden kann.

Die schönsten Sonnenuntergänge erlebte ich beim Langlauf im Goms, in Monteverde, am Vulkan Massaya, am Strand von Penitas Blancas, im Hafen von Naoussa auf Paros, in Saintes-Maries-de-la-Mer, in Göteborg, am Strand in Tel Aviv und auf meinem Balkon.

Exakt diese Aussicht hatte ich vom Yemaya Hideway Resort auf Little Corn Island aus.

Little Corn Island Nicaragua
Sonnenuntergang Little Corn Island

Tolle Sonnenaufgänge gab es vor allem in Nicaragua: auf Ometepe und in Granada. Hier paddelte ich gerade mit dem Kayak durch die Inselwelt der Isletas – ein unvergessliches Erlebnis. Das Licht kurz nach Sonnenaufgang zauberte eine ganz besondere Morgenstimmung.

Isletas Granada bei Sonnenaufgang
Sonnenaufgang Isletas Granada

Bunt

Ich treibe es bunt. Und so wird dies zur einzigen Kategorie der Fotoparade 2019, zu der ich nur ein Foto beisteuern kann. Fotos in Schwarz-Weiß gehören nicht zu meinem Repertoire. Schwarz-Weiß-Fotografie eignet sich meiner Meinung nach nur für Architektur- oder Streetfotografie. Das ist nicht meine Nische. Und Bilder nachträglich umzuwandeln, finde ich auch nicht erstrebenswert.

Tel Aviv ist bunt.

Mein buntes Bild stammt aus Tel Aviv. Die Stadt, die niemals schläft, ist voller Lebenshunger und ein Paradies für Foodies. Bunt heißt in Tel Aviv nicht nur bunte Farben, sondern auch Toleranz gegenüber diversen Lebenseinstellungen. Die Stadt ist zudem ein Schmelztiegel unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen. Die lebendigen und bunten Viertel rund um den Carmel Market haben es mir besonders angetan.

Carmel Market Tel Aviv
«bunt» Carmel Market Tel Aviv

Lieblingsbilder 2019

Eigentlich lautet die Kategorie ja «Schönstes Foto». Nur das Bild dieser Kategorie kommt in die Auswahl der schönsten Fotos und kann den FopaNet Star in Gold gewinnen. Meiner Meinung nach könnte man ganz darauf verzichten. Ich tue mir mit dieser Kategorie besonders schwer. Das war in den bisherigen Fotoparaden ebenso.

Ich kann mich emotional nicht lösen. Mein Lieblingsbild oder mein schöntstes Foto hat meist wenig mit «guten» oder qualitativ hochwertigen Fotos zu tun. Es sind immer Fotos, mit denen ich ganz intensive Erinnerungen verbinde. Und so betrachtet man ein Bild natürlich auch anders.

Platz 5

In den Kategorien oben, hätte dieses Bild gleich dreimal Platz: Stadtbild, Sonnenuntergang und bunt. Mich erinnert es an meinen ersten Abend in Tel Aviv. Es war windig. Am Strand wurde eine Hochzeit gefeiert. Aus den Lautsprechern tönte Machrozet Shirey Hina von Lehakat Sfataim und bei Jaffa versank die Sonne glutrot im Meer.

Sonnenuntergang am Strand von Israel
Lieblingsbild Platz 5: Abendstimmung in Tel Aviv

Platz 4

Griechenland ist einfach fotogen. Selbst unspektakuläre Szenen in unaufgeräumter Umgebung werden zum weiß-blauen Stilleben. In Griechenland verfalle ich jedes Mal in einen Fotorausch. Und ich fühle mich «einheimisch».

Melonentransport in Lefkes auf Paros
Lieblingsbild Platz 4: Lefkes Paros

Platz 3

Die Anreise von Lourmarin nach Cassis war nicht gerade ein Katzensprung. Für die Wanderung war es eigentlich zu heiß, die Wege waren schlecht ausgeschildert. Diese Aussicht auf die schroffen Felsen der Calanques und das türkisblaue Meer waren die Belohnung.

Calanques bei Cassis
Lieblingsbild Platz 3: Calanques bei Cassis

Platz 2

Gdansk als Stadt konnte mich nicht so sehr begeistern – dieser Anblick schon. Das Bild entstand bei einem letzten Rundgang am Morgen. Man merkt der pittoresken Altstadt an, dass sie rekonstruiert ist – alles Fassade.

Uferpromenade in Gdansk
Lieblingsbild Platz 2: Gdansk

Platz 1

Auf meinem Platz 1 landet schließlich der Marktplatz von Saignon im Luberon (Provence). Saignon ist ein Dorf wie aus dem Märchen. Dieser «verwunschene» Brunnenplatz und das alte Waschhaus (siehe unten) wirken völlig surreal.

Dorfplatz mit Brunnen in Saignon
Lieblingsbild Platz 1: Saignon

Fotoparade heißt Vernetzen

Wie immer habe ich mir ein wenig Zeit genommen und in den Beiträgen und Bildern der anderen Blogger gestöbert.

Einmal mehr möchte ich Michael für die Durchführung der Fotoparade 2019 und allen Teilnehmenden im Fopanet für tolle Beiträge danken.

Weitere Teilnahmen und Beiträge zum Fopanet

Waschhaus in Saignon (Fotoparade 2019)
Fotoparade 2019 – meine schönsten Fotos aus diesem Reisejahr 18

11 Gedanken zu „Fotoparade 2019 – meine schönsten Fotos aus diesem Reisejahr“

  1. Hallo Carola,
    das freut uns riesig, dass wir bei der Fotoparade bei dir unter deine 3 Favoriten gekommen sind. Vielen Dank! 🙂 Dabei hast du selbst auch tolle Bilder dabei! Wir fänden es toll, wenn man die noch größer sehen könnt. Dein Bild von der sächsischen Schweiz ist sehr schön, aber uns gefallen auch dein Platz 3 und 2 sehr gut!

    Liebe Grüße von den Fotonomaden,

    Karin & Markus

    Antworten
    • Liebe Karin, lieber Markus

      Meine Bilder sind alle verlinkt – einfach draufklicken und schon seht ihr sie in voller Größe. Danke für euer Feedback.

      Viele Grüße
      Carola

      Antworten
  2. So, auf mehrfachen Wunsch habe ich die Bilder nun doch im Format «Groß» eingestellt. Normalerweise mag ich keine so dominanten Fotos in Blogartikelt. Deshalb arbeite ich auch mit einer Galerie. Aber für die Fotoparade kann man durchaus einmal eine Ausnahme machen.

    Antworten
  3. Hallo Carola,
    danke für die Verlinkung und das Kompliment! Bei dir gibt es ja auch tolle Bilder. Am besten gefallen mir das Elbsandsteingebirge, der Einsiedlerkrebs und die Naturlodge Gadestatt. Hier möchte ich mich am liebsten direkt hinsetzen, so einladend wirkt es auf mich.
    LG Maike

    Antworten
    • Danke für deinen Kommentar, liebe Maike. Einen Aufenthalt in der Naturlodge Gadestatt kann ich uneingeschränkt empfehlen. In meinem Beitrag dazu gibt es noch mehr Bilder dazu – inklusive Sonnenaufgang vom Himmelbett im Freien aus beobachtet.

      Happy Travels und noch viele schöne Aufnahmen
      Carola

      Antworten
  4. .. wow .. bei Deinen Bildern der Calanques und Saignon gerate ich sofort ins Träumen! Vielen Dank für diese schönen Bilder aus dem Lieblings-Land!

    Viele Grüsse,
    Jürgen

    Antworten
    • Danke, lieber Jürgen. Selbstverständlich freue ich mich darüber, wenn ich dich ein wenig ins Träumen bringen konnte – über deinen Kommentar natürlich auch. Mehr Frankreich-Bilder gibt’s übrigens in meinen Beiträgen über den Luberon und das Gard.

      Herzliche Grüße
      Carola

      Antworten
  5. Hallo Carola,
    wirklich tolle Bilder, speziell das von der sächsischen Schweiz ist traumhaft schön. Und auch die anderen sind wunderschön – mega finde ich auch noch die Klagemauer und den Wassermelonen-Transport. 😉
    Liebe Grüße aus Wien,
    Carina

    Antworten
    • Hallo Carina

      Vielen Dank, dass du vorbeigeschaut und einen Kommentar hinterlassen hast. Ich bin ebenfalls sehr begeistert von euren Bildern.

      Liebe Grüße
      Carola

      Antworten
  6. Hallo Carola,
    das sind super Fotos. Klasse Moment, die Atmosphäre auf dem Foto vom Elbsandsteingebirge mit dem Nebel.
    Ich freue mich, dass du Städte so liebst wie ich, von Tel Aviv bin ich auch absolut begeistert.
    Herzliche Grüße
    Heike von Linie 5

    Antworten
    • Danke für deinen Besuch, liebe Heike. Ich freue mich immer, wenn ich auf diesem Weg neue Blogs und die Autorinnen und Autoren dahinter kennenlerne. Ich finde es ganz toll, dass du alle Blogbeiträge zur Fotoparade liest und kommentierst. Viel Spaß und herzliche Grüße
      Carola

      Antworten

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