Cornwall Highlights: St. Ives bei Ebbe

Cornwall Highlights: die schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten auf der Penwith-Halbinsel

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Die Penwith-Halbinsel bildet die äußerste Südwestspitze Englands und damit das westliche Ende von Cornwall. St. Ives im Nordwesten und Penzance im Südosten markieren die Eckpunkte dieser vom Atlantik umgebenen Halbinsel, während Land’s End den westlichsten Punkt Englands darstellt. Mit ihren schroffen Klippen und den versteckten Buchten gehört diese Region zu den faszinierendsten Ecken Großbritanniens und zu den Cornwall Highlights.

Cornwall wurde im deutschsprachigen besonders durch die Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen bekannt, doch die Realität übertrifft die Filmkulissen bei weitem. Die Penwith-Halbinsel vereint auf kleinem Raum genau das, was Cornwall ausmacht: malerische Fischerdörfer, prähistorische Steinkreise, ein reiches Bergbauerbe und einige der spektakulärsten Küstenabschnitte Europas.

In diesem Artikel stelle ich dir die schönsten Cornwall Highlights vor, die du bei deinem Besuch auf der Penwith-Halbinsel nicht verpassen solltest.

Das idyllische St. Ives, eines der Cornwall Highlights

St. Ives verzaubert mit seiner einzigartigen Mischung aus karibisch anmutenden Stränden, verwinkelten Gässchen und einer lebendigen Kunstszene. Das ehemalige Fischerdorf an der Nordküste der Penwith-Halbinsel zählt zu den beliebtesten Urlaubsziele Cornwalls. Das milde Klima, besondere Licht, die Ruhe und die Nähe zum Meer haben Generationen von Künstlern inspiriert. Nach wie vor findest du an jeder Ecke des malerischen Städtchens Galerien mit Werken lokaler Künstler.

Das Herzstück und die Seele des Städtchens ist der malerische Hafen. Durch den stetigen Wechsel von Ebbe und Flut präsentiert er sich immer wieder in einem neuen Bild. Seit Jahrhunderten folgt der Rhythmus des Hafenlebens den Gezeiten. Mal schaukeln die Fischerboote im Wasser, mal liegen sie trocken auf dem goldenen Sand. Obwohl der kommerzielle Fischfang deutlich zurückgegangen ist, nutzen noch immer zahlreiche traditionelle Fischerboote den Hafen als Basis.

Cornwall Highlights: Fischerboote im Hafen
St. Ives

Im Hochsommer pulsiert St. Ives vor Leben. Touristen und Einheimische flanieren entlang der Uferpromenade und durch die engen Gassen der Altstadt. Hier findest du Restaurants, Pubs, Cafés und Fish-&-Chips-Läden, Souvenirgeschäfte und kleine Boutiquen aneinander. Für mich ist es genau die Atmosphäre, die ich von Cornwall erwartet habe und ich fühle mich auf Anhieb wohl.

altes Pub im Hafen von St. Ives
St. Ives

St. Ives ist nicht nur ein Ort zum Verweilen, sondern auch der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen entlang des spektakulären South West Coast Path. Der Weg führt in beide Richtungen entlang atemberaubender Klippen und bietet immer wieder neue Perspektiven auf die dramatische Küstenlandschaft Cornwalls.

Hoteltipp: Meine Unterkunftsempfehlung für St. Ives ist das Pedn Olva [Affiliate] mit seiner unvergleichlichen Lange direkt auf den Klippen. Nach einer längeren Renovierung erstrahlen Hotel und Pub in neuem Glanz. Anders als in vielen englischen Hotels sind die Zimmer stylisch und modern.

Ich habe schon in meinem Artikel über Brighton eine Lanze für die englische Küche gebrochen. Die ist eindeutig besser als ihr Ruf und du kannst wirklich vorzüglich essen. Typisch für St. Ives sind natürlich Fish and Chips und Cornish Pasty. Im Razor Clam esse ich hervorragenden Cowder.

Die traumhaften Strände von St. Ives: Porthmeor, Porthgwidden & Co

St. Ives hat einen riesigen Vorteil: Gleich mehrere erstklassige Strände liegen in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Charakter und seine eigenen Vorzüge. Ich habe Respekt vor den Briten, die bereits bei den ersten Sonnenstrahlen an den Strand gehen, selbst wenn die Temperaturen noch frisch sind und der Wind kräftig weht. Mit beeindruckender Entschlossenheit stellen sie ihre Strandzelte und -muscheln auf und installieren Windschutzplanen. So gemütlich eingerichtet, trotzen sie dem rauen Wetter und stürzen sich mit Neoprenanzügen ins kalte Meer.

Strandbar mit bunten Schirmen an südenglischem Strand
Porthminister Beach

Der Porthmeor Beach ist der nördlichste Strand und liegt direkt vor der Tate St. Ives. Dank seiner Westausrichtung ist er ein Paradies für Surfer. Die Café-Bars am Porthmeor Beach bieten die perfekte Gelegenheit, bei einem Drink den Sonnenuntergang zu genießen. Der Porthgwidden Beach, eine nach Nordosten ausgerichtete, geschützte Bucht, ist der kleinste der vier Hauptstrände und ideal für Familien mit kleinen Kindern. Der Harbour Beach liegt im Herzen von St. Ives und verwandelt sich bei Ebbe in einen zauberhaften Sandstrand mitten im Ort. Östlich des Hafens erstreckt sich der Porthminster Beach mit Blick auf das Godrevy Lighthouse. Der fast einen Kilometer lange, sanft abfallende Sandstrand ist ideal zum Schwimmen und Paddeln.

Falls du einen Strandbesuch planst, lohnt es sich die Gezeitentabellen im Auge zu behalten. Bei Flut können einige der Strände fast vollständig verschwinden.

Kunst, Kultur & Geschichte

St. Ives‘ Ruf als Künstlerkolonie reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Die besondere Qualität des Lichts, das von drei Seiten vom Meer reflektiert wird, zog Künstler wie einen Magneten an und führte zur Gründung der sogenannten St. Ives School of Painting.

Die Tate St. Ives ist ein prestigeträchtiger Ableger der berühmten Tate Gallery aus London und Symbol dieser reichen Kunsttradition. In den lichtdurchfluteten Räumen der 1993 eröffneten und 2017 erweiterten Galerie werden Werke von Künstlern mit Bezug zu St. Ives wie Barbara Hepworth, Ben Nicholson und Patrick Heron sowie wechselnde Ausstellungen internationaler moderner und zeitgenössischer Kunst gezeigt. Von der Panoramaterrasse aus hat man zudem einen atemberaubenden Blick auf den Porthmeor Beach und die Atlantikküste.

Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich das Barbara Hepworth Museum and Sculpture Garden. Die renommierte Bildhauerin lebte und arbeitete von 1949 bis zu ihrem tragischen Tod bei einem Brand im Jahr 1975 in diesem Atelier. Der von Hepworth selbst gestaltete Garten präsentiert einige ihrer bekanntesten Bronzen und Steinskulpturen in einer Umgebung, die ihre Kunst maßgeblich inspirierte. Ihr Arbeitsatelier ist weitgehend unverändert erhalten geblieben.

Skulpturengarten mit üppiger Vegetation
Barbara Hepworth Museum and Sculpture Garden

Die St. Ia Parish Church thront majestätisch über dem Hafen und ist ein beeindruckendes Beispiel spätmittelalterlicher Kirchenarchitektur aus dem 15. Jahrhundert. Am Ende des Smeaton’s Pier, der den Hafen schützt, steht das ikonische Leuchtturmgebäude aus dem 19. Jahrhundert. Der 1770 von John Smeaton entworfene Pier wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und bietet heute einen wunderbaren Spaziergang mit Blick zurück auf die malerische Kulisse von St. Ives.

Die St. Nicholas Chapel steht auf St. Ives Head, einer Halbinsel, die von Einheimischen auch «The Island» genannt wird. Sie ist eines der ältesten Gebäude in St. Ives. Die kleine Kapelle aus dem 15. Jahrhundert diente ursprünglich als Leuchtturm und Orientierungspunkt für die Fischer. Von hier aus hast du einen spektakulären 360-Grad-Blick über St. Ives und die umliegende Küstenlinie.

Zennor

Nur wenige Kilometer westlich von St. Ives liegt das malerische Dorf Zennor, das sich perfekt für einen Halbtagesausflug eignet. Das historische Dorf besticht durch seine authentische Atmosphäre, fernab des Touristentrubels. In der mittelalterlichen St. Senara’s Church befindet sich der berühmte «Mermaid Chair» mit seiner mysteriösen Meerjungfrau-Schnitzerei aus dem 15. Jahrhundert. Leider ist die Kirche bei meinem Besuch verschlossen.

altes Posthaus in Zennor
Zennor

Das traditionsreiche Pub «The Tinners Arms» aus dem Jahr 1271 bietet lokale Ale-Sorten und typische cornische Küche in uriger Atmosphäre. Hier herrscht immer reger Betrieb. Falls du planst hier zu essen, solltest du unbedingt einen Tisch reservieren.

Unterkunftstipp: The White House at The Tinners Arms [Affiliate]

Zennor liegt am South West Coast Path. Die Umgebung lädt zu Wanderungen entlang der Küste und zu den prähistorischen Steinkreisen und Menhiren ein, die von der jahrtausendealten Geschichte der Region zeugen.

St. Just, die westlichste Stadt Englands

Im Gegensatz zum kunstorientierten St. Ives präsentiert sich St. Just als ursprünglicher Ort mit rauem Charme. Sein zentraler Marktplatz mit traditionellen Granitgebäuden, kleinen Geschäften und gemütlichen Pubs bildet das Herz der Gemeinde. St. Just ist ein beliebter Zwischenstopp für alle, die den South West Coast Path wandern. In der Hauptsaison sind Zimmer rar und müssen rechtzeitig gebucht werden.

Sehenswürdigkeiten gibt es im Ort nicht allzu viele. Die St. Just in Penwith Parish Church ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Im liebevoll eingerichteten Old Haberdashy Café schmeckt der typische Cream Tea, bestehend aus warmen Scones, Clotted Cream, Erdbeerkonfitüre und Tee, besonders gut. Anders als im Rest von England kommt in Cornwall übrigens zuerst die Konfitüre und dann die Clotted Cream auf die Scones.

Unterkunftstipp: The Old Post House B&B [Affiliate]

Die historischen Minen von Botallack und Levant

Die Küste rund um St. Just ist geprägt von den Überresten der Cornwall and West Devon Mining Landscape, die seit 2006 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Zu den spektakulärsten Zeugnissen dieser industriellen Vergangenheit zählen die Minen von Botallack. Die berühmten Crown Engine Houses kleben dramatisch an den Klippen und scheinen förmlich in den Atlantik zu stürzen.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt die Levant Mine mit ihrer restaurierten Dampfmaschine aus dem Jahr 1840, die heute wieder in Betrieb ist. Bei einer Führung durch das Gelände des National Trust erfährst du mehr über die harten Arbeitsbedingungen der Minenarbeiter, die unter dem Meeresboden nach Zinn und Kupfer gruben. Im Besucherzentrum wird das Leben der Bergarbeiter und ihrer Familien im 19. Jahrhundert auf anschauliche Weise dargestellt.

Cape Cornwall: Englands einziges Kap

Nur einen kurzen Spaziergang von St. Just entfernt erhebt sich das Cape Cornwall, ein spektakulärer Landvorsprung, der als das einzige echte Kap Englands gilt. Anders als bei einer gewöhnlichen Landzunge treffen hier zwei Meeresströmungen aufeinander: der Ärmelkanal und die Keltische See. Auf der Spitze des Kaps thront ein markanter Schornstein aus dem 19. Jahrhundert – ein Relikt der ehemaligen Cape-Cornwall-Mine. Von hier aus genießt du einen atemberaubenden Panoramablick auf die dramatische Küstenlinie in beide Richtungen. Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten, denn das Kap ist ein hervorragender Ort zur Vogelbeobachtung. Mit etwas Glück kannst du sogar Delfine oder Kegelrobben im Meer entdecken.

Land’s End

Ganz im Westen der Penwith-Halbinsel markiert Land’s End den westlichsten Punkt des englischen Festlandes. Geografisch betrachtet ist dieser Ort tatsächlich beeindruckend. Dramatische Granitfelsen ragen aus dem tosenden Atlantik und an klaren Tagen kannst du in der Ferne die Isles of Scilly und den majestätischen Longships-Leuchtturm erkennen, der seit 1795 Schiffen den Weg weist. Die historische Bedeutung von Land’s End ist unumstritten. Seit Jahrhunderten dient der Ort als wichtiger Navigationspunkt für Seefahrer.

Klippen an der Küste von Cornwall
Land’s End

Heute präsentiert sich Land’s End eher als Themenpark als Naturerlebnis. Die berühmte Wegmarkierung, die einst ein schlichtes Schild war, ist inzwischen eine kommerzielle Fotostation. Wer hier ein Foto machen möchte, muss extra dafür zahlen und viel Geduld mitbringen, da sich meist lange Schlangen bilden.

Besucherzentrum
Land’s End

Mit seinen 4D-Kinos, interaktiven Ausstellungen, Imbissständen und diversen Souvenirshops wirkt der Besucherkomplex deplatziert inmitten der wilden Naturkulisse. In der Hochsaison schieben sich regelrechte Besuchermassen durch die Anlage, sodass vom ursprünglichen Zauber des Ortes nicht viel übrig bleibt. Die künstlichen Attraktionen stehen in krassem Kontrast zur natürlichen Dramatik der Klippen und lenken eher ab, als dass sie das Erlebnis bereichern.

Besucherzentrum
Land’s End

Sennen Cove

Nur etwa zwei Kilometer nördlich von Land’s End liegt Sennen Cove, das für mich die perfekte Alternative zum überlaufenen Touristenmagneten ist. Das kleine Fischerdorf verfügt mit seiner geschützten Bucht über einen fast zwei Kilometer langen Strand mit kristallklarem, türkisfarbenem Wasser. Die Bucht ist bei Surfern und Wellenreitern besonders beliebt.

Strand und Fischerdorf
Sennen Cove

Das kleine Dorf selbst hat seinen authentischen Charme bewahrt. Der Fischerhafen wird noch immer aktiv genutzt und du kannst den Booten beim Ein- und Auslaufen zusehen. In den gemütlichen Pubs und Restaurants kannst du frischen Fisch und Meeresfrüchte genießen und dabei den Blick über die Bucht schweifen lassen.

Porthcurno, Tal mit außergewöhnlicher Geschichte

Was auf den ersten Blick wie ein verschlafenes Küstendorf wirkt, war einst das Herzstück der internationalen Kommunikation. Ab 1870 war Porthcurno der Landepunkt für Unterseekabel, die Großbritannien mit dem Rest der Welt verbanden. Diese faszinierende Geschichte kannst du heute im Telegraph Museum Porthcurno erkunden. Die Original-Tunnel und -Geräte sind zugänglich und interaktive Ausstellungen vermitteln ein lebendiges Bild davon, wie diese abgelegene Bucht einst das Kommunikationszentrum des Britischen Empires war.

Minnack Theatre

Hoch über Porthcurno thront das weltberühmte Minack Theatre, das zweifellos zu den spektakulärsten Theatern der Welt zählt und eines der Cornwall Highlights ist. Die einzigartige Freiluftbühne wurde in den 1930er Jahren von Rowena Cade in Handarbeit in die steilen Granitfelsen gehauen. Entstanden ist ein atemberaubendes Amphitheater im Stil der Antike, das jedoch direkt über dem Atlantik zu schweben scheint.

Die Geschichte des Theaters ist fast so beeindruckend wie seine Lage: Im Alter von 38 Jahren begann Rowena Cade, dieses Projekt mit eigenen Händen zu verwirklichen. Mit Hilfe ihres Gärtners trug sie Steine, mischte Beton und formte über viele Jahre hinweg Sitzreihen, Bühnen und Gärten. Bis zu ihrem Tod im Alter von 90 Jahren arbeitete sie unermüdlich an ihrem Lebenswerk.

Amphitheater an der Küste Cornwalls
Minnack Theatre

Heute finden von Mai bis September regelmäßig Aufführungen statt – von Shakespeare über Musicals bis hin zu Konzerten. Doch auch ohne Aufführung lohnt sich ein Besuch des Theaters mit seinem subtropischen Garten. Die exotischen Pflanzen, die zwischen den steinernen Sitzreihen gedeihen, und die spektakuläre Aussicht auf das Meer machen jeden Besuch zu einem Erlebnis.

Plane deinen Besuch im Minack am besten vorab. Die Tickets für Aufführungen sind blitzschnell ausverkauft und selbst Besichtigungen müssen in der Hochsaison im Voraus gebucht werden.

Porthcurno Beach

Unterhalb des Minack Theatre erstreckt sich der Porthcurno Beach, der als einer der schönsten Strände in Cornwall gilt. Die kleine Bucht, die von steilen Klippen umrahmt wird, beeindruckt mit feinem, fast weißem Sand und einem Meer in leuchtendem Türkis. Bei Sonnenschein könntest du dich tatsächlich eher in der Karibik als in England wähnen.

Strand und Bucht im Süden Englands
Porthcurno Beach

Die besondere Farbe des Wassers entsteht durch den hellen Sand, der aus zermahlenem Muschelkalk besteht und das Sonnenlicht reflektiert. Der Strand ist durch die umgebenden Felsen gut vor dem Wind geschützt, was ihn auch an kühleren Tagen angenehm macht. Bei Ebbe gibt es kleine Höhlen und Felspools zu entdecken, die besonders bei Kindern beliebt sind.

Mousehole, das charmanteste Fischerdorf Cornwalls

Etwa acht Kilometer südwestlich von Penzance liegt Mousehole (maʊ.zəl), ein Ort, der selbst im malerischen Cornwall heraussticht. Mit seinen gewundenen Gassen, den dicht gedrängten Steinhäuschen und dem perfekt geformten kleinen Hafen verkörpert Mousehole den Inbegriff eines traditionellen, cornischen Fischerdorfs. Der Name Mousehole (Mauseloch) bezieht sich vermutlich auf die enge Hafeneinfahrt, die tatsächlich an ein Mauseloch erinnert. Die Geschichte des Ortes reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit war Mousehole ein bedeutender Hafen für die Fischerei und den Handel, sogar wichtiger als das heute größere Penzance.

Hafen bei Ebbe
Mousehole

Das Herzstück des Dorfes ist der kleine, halbkreisförmige Hafen. Bei Flut ist er mit Booten gefüllt und gibt bei Ebbe einen geschützten Sandstrand frei. Die massiven Steinmolen, die den Hafen umgeben, wurden über Jahrhunderte hinweg errichtet, um die Boote vor den oft stürmischen Meereswellen zu schützen.

Hafen bei Ebbe
Mousehole

1595 wurde Mousehole von spanischen Truppen angegriffen und brannte fast vollständig nieder. Nur ein einziges Haus, das «Keigwin Arms» (heute ein privates Wohnhaus mit entsprechender Gedenktafel), überstand den Angriff. Nicht minder dramatisch ist die Geschichte der «Penlee-Katastrophe» von 1981, als die gesamte Besatzung des örtlichen Rettungsbootes bei einem Rettungsversuch in einem heftigen Sturm ums Leben kam.

Mousehole ist für sein traditionelles Weihnachtsfest mit einer spektakulären Hafenbeleuchtung bekannt, das jedes Jahr Tausende Besucher anzieht. Vom Dezember bis Anfang Januar verwandeln farbenfrohe Lichter, die Seeszenen, Weihnachtsmotive und lokale Symbole darstellen, das Dorf in ein Winterwunderland.

Penzance

Im Gegensatz zu den idyllischen Fischerdörfern der Umgebung präsentiert sich Penzance als lebhafte Hafenstadt mit urbanem Flair und ist ein bedeutendes regionales Zentrum. Die Geschichte der Stadt ist eng mit dem Meer verbunden: Seit Jahrhunderten bildet der Hafen das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. Über dem Hafen thront die imposante Statue von Sir Humphry Davy, einem berühmten Sohn der Stadt und Erfinder der Sicherheitslampe für Bergleute. Beeindruckend ist der Jubilee Pool, ein spektakuläres Art-déco-Meerwasserschwimmbad, das direkt an der Promenade liegt. Es wurde 1935 eröffnet und ist eines der wenigen noch erhaltenen Lido-Bäder Großbritanniens.

Art Deco Pool in Cornwall
Penzance

Das Herz von Penzance schlägt in der Chapel Street, einer der ältesten und charaktervollsten Straßen der Stadt. Hier reihen sich georgianische Stadthäuser, exzentrische Kunstgalerien und historische Pubs aneinander. Das Morrab Gardens, eine subtropische Parkanlage aus dem 19. Jahrhundert, bietet eine überraschende Vielfalt exotischer Pflanzen, die dank des milden Klimas hier gedeihen.

Unterkunftstipp: Torwood House [Affiliate]

Restauranttipp: Meine Empfehlung für Penzance ist die Mackerel Seafood Bar. Das kleine unkomplizierte Restaurant mit hervorragendem Essen ist immer gut besucht. Meist bilden sich lange Warteschlangen.

St. Michael’s Mount

In der Mount’s Bay erhebt sich eine der ikonischsten Sehenswürdigkeiten Cornwalls aus dem Meer: St. Michael’s Mount. Die kleine Insel mit ihrer mittelalterlichen Burg und dem malerischen Dorf am Fuße des Hügels scheint wie aus einem Märchenbuch entsprungen zu sein.

Anfahrt zum St. Michel's Mount mit dem Boot
St. Michel’s Mount

Sowohl St. Michael’s Mount als auch sein französischer Zwilling Mont-Saint-Michel weisen bemerkenswerte Parallelen auf: Es handelt sich um dem Erzengel Michael geweihte Gezeiteninseln mit mittelalterlichen Klosteranlagen auf Granitfelsen. Auf dem Landweg sind sie nur bei Ebbe erreichbar. Während zwei Jahrhunderten wurde St. Michael’s Mount den Benediktinermönchen vom Mont-Saint-Michel verwaltet. Beiden Orten ist gemeinsam, dass sie dem Erzengel Michael geweiht sind.

Tipp für deinen Besuch: Das außergewöhnlichste Merkmal von St. Michael’s Mount ist zweifellos der gepflasterte Damm, der bei Ebbe einen Spaziergang trockenen Fußes zur Insel ermöglicht. Dieser etwa 366 Meter lange Granitpfad verschwindet mit steigender Flut unter dem Wasser und taucht etwa alle sechs Stunden wieder auf. Am besten planst du deinen Besuch so, dass du einen Weg zu Fuß und den anderen per Shuttleboot zurücklegst.

Pfad zum St. Michael's Mount
St. Michael’s Mount

Der Aufstieg zur Burg führt über einen gewundenen, steilen Pfad. Der Aufstieg zur Burg ist steil und teilweise uneben – festes Schuhwerk ist unbedingt empfehlenswert. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität kann der Besuch eine Herausforderung darstellen, obwohl der National Trust bemüht ist, so viel Zugang wie möglich zu ermöglichen.

Die Burg selbst ist ein faszinierendes Amalgam verschiedener Baustile. Besonders sehenswert ist die Große Halle mit ihrer Waffensammlung und den Familienwappen der St. Aubyns. Die Kapelle hat trotz diverser Umbauten ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt und vom Burgfried aus genießt du einen atemberaubenden 360-Grad-Blick. Der Garten mit seinen exotischen Pflanzen wird liebevoll gepflegt.

Schloss auf St. Michael's Mount
St. Michael’s Mount

Am Fuße des Hügels liegt ein kleines Fischerdorf, in dem heute nur noch etwa 30 Menschen dauerhaft leben, darunter hauptsächlich Angestellte des National Trust und der Familie St. Aubyn. Die wenigen Häuser gruppieren sich um einen malerischen kleinen Hafen, der früher der Hauptzugang zur Insel war. Im Dorf gibt es ein Café, einen Souvenirladen und eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Mounts. In der ehemaligen Pilgerherberge, die heute als Restaurant dient, werden lokale Spezialitäten mit Blick auf die Bucht angeboten. Hier gönne ich mir eine Afternoon Tea.

alte Häuser am Hafen
St. Michael’s Mount

Praktische Reisetipps für die Penwith-Halbinsel

Seit Sommer 2022 bietet Edelweiss Air von Mai bis September Direktflüge von Zürich nach Newquay an, wodurch sich die Anreise aus der Schweiz erheblich vereinfacht. Von Deutschland aus empfehlen sich Flüge nach Bristol oder Exeter mit anschließender Bahnfahrt, da diese Flughäfen besser an das Schienennetz angebunden sind als Newquay.

Die Zugverbindung nach Cornwall ist eine attraktive Alternative zum Flugzeug. Die Great Western Railway betreibt die Strecke von London Paddington bis Penzance. Die Fahrt dauert etwa 5,5 Stunden, bietet aber spektakuläre Ausblicke, besonders auf dem Küstenabschnitt zwischen Exeter und Plymouth.

Fortbewegung vor Ort: Ein gut ausgebautes Busnetz erschließt die Halbinsel vor Ort. Die First-Kernow-Busse verbinden alle wichtigen Orte und Sehenswürdigkeiten. Besonders empfehlenswert ist die Linie A1/A2, die als Atlantic Coaster zwischen St Ives und Land’s End verkehrt und spektakuläre Küstenabschnitte passiert. Mit dem günstigen Tagesticket kannst du unbegrenzt umsteigen. Die übersichtliche App First Bus zeigt die Echtzeitdaten aller Verbindungen.

Für maximale Flexibilität lohnt sich ein Mietwagen. Du solltest allerdings auf die oft sehr schmalen Straßen mit hohen Hecken eingestellt sein. In beliebten Orten wie St. Ives ist das Parken eine Herausforderung. Nutze daher die Park-and-Ride-Angebote am Ortsrand.

Das Klima der Penwith-Halbinsel ist vom Golfstrom geprägt und deutlich milder als im restlichen Großbritannien. Die Winter sind selten frostig, die Sommer angenehm warm mit durchschnittlichen Temperaturen von 18 bis 22 °C. Regen muss allerdings jederzeit einkalkuliert werden, selbst im Hochsommer. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September.

Pack unbedingt winddichte Kleidung und eine Regenjacke ein, selbst bei bestem Wetterbericht. Die exponierte Lage der Halbinsel sorgt für rasche Wetterumschwünge. Für die oft unebenen Küstenpfade ist gutes Schuhwerk unverzichtbar. Vergiss außerdem keinen Adapter für die britischen Steckdosen sowie Sonnenschutz, da die UV-Strahlung an der Küste intensiver ist als im Binnenland, auch wenn der Himmel oft bewölkt ist.

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Hafen mit Segelbooten bei Ebbe
Cornwall Highlights
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Carola ist eine leidenschaftliche Teilzeitnomadin, die ihren Vollzeitberuf mit Reiselust verbindet. Sie ist der Kopf hinter Travellingcarola und seit 2016 eine wahre Inspirationsquelle für alle, die die Welt entdecken wollen. In ihren authentischen Reiseberichten teilt sie einzigartige Erlebnisse und gibt praktische Tipps.

0 Gedanken zu „Cornwall Highlights: die schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten auf der Penwith-Halbinsel“

  1. Hallo Carola,
    dein Beitrag hat schöne Erinnerungen geweckt – an wilde Küsten, blühende Parks und lange Wanderungen in Cornwall. Ich fand St. Ives, Land’s End und das Minack Theatre auch wunderschön, nur leider oft recht überlaufen.

    Liebe Grüsse
    Susan von 4u-ontheroad.ch

    Antworten
    • Hallo Susan

      Das freut mich, über die langen Wanderungen werde ich auch bald berichten ;-). Die Touristen-Hotspots in Cornwall sind sicherlich überlaufen, aber nur schon ein paar Kilometer entfernt, hat man die Natur ganz für sich.

      Lieber Gruß
      Carola

      Antworten
  2. Wow, was für ein toller Guide zur Penwith-Halbinsel! Ich war noch nie in Cornwall, aber hier bekommt man echt einen super Überblick. Vor allem das Minack Theatre hat es mir angetan und steht jetzt ganz oben auf meiner Bucket List. Das klingt einfach magisch! Danke fürs Teilen der Tipps. Ich würde jetzt am liebsten direkt losfahren und ausprobieren, ob die Fish and Chips dort wirklich viel besser schmecken

    Antworten
    • Liebe Lisa

      Danke dir. Das Minack Theatre ist wirklich eindrücklich. Schade, konnte ich keine der Vorstellungen besuchen. Ein Taxifahrer hat mir erzählt, dass er im eigenen B&B einen der Schauspieler beherbergt hatte und so immer in den Genuss seiner Proben kam. Aber Cornwall ist wirklich eine Reise Wert. Ob Fish & Chips dort besser schmecken, kann ich nicht sagen – aber frisch sind sie.

      Viele Grüße
      Carola

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  3. Wow, ein sehr ausführlicher Beitrag über die Penwith Halbinsel! Cornwall steht schon lange auf meiner Liste, dein Bericht hat mich erneut erinnert, dies umzusetzen.

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