Allein reisen als Frau: Blick auf Buchara

Allein reisen als Frau: Warum ich in diesen 10 Städten besonders gern solo unterwegs war

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I love the theory that if a city attracts you, it’s because there’s something waiting for you and a part of the story has already been written.

Dieses Zitat begegnet mir immer wieder auf Social Media. Es wird gerne Robert Greene zugeschrieben. Ob es tatsächlich von ihm stammt, lässt sich nicht eindeutig belegen. Mir gefällt der Gedanke dahinter. Ich mag die Vorstellung, dass uns Städte nicht zufällig anziehen, dass es Gründe gibt, warum wir uns dort von der ersten Sekunde an wohlfühlen. Gerade beim Alleinreisen als Frau spielt das eine Rolle.

In manchen Städten wartet etwas auf uns: eine Begegnung, ein Moment oder einfach das Gefühl, am richtigen Ort zu sein. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich in diesen zehn Städten besonders gern allein unterwegs war. Allein reisen als Frau und Solo-Städtetrips sind für mich selbstverständlich. Wenn dir bisher der Mut dafür fehlt, findest du hier vielleicht etwas Inspiration

Zehn Städte, zehn Geschichten. Welche europäischen Städte mich als alleinreisende Frau besonders begeistert haben, was dort auf mich gewartet hat oder welche Geschichten dort geschrieben wurden, das verrate ich dir jetzt.

Porto: Saudade und gutes Essen

Manche Städte empfangen einen, als würde man sie schon kennen. Porto mit seinen engen Gassen, den Azulejo-Fassaden und dem Douro, der schwer und ruhig Richtung Atlantik fließt, ist für mich so eine Stadt. Die Saudade, diese portugiesische Sehnsucht, die sich anfühlt wie Heimweh nach einem Ort, an dem man noch nie war, ist überall gegenwärtig.

Porto ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden. Die Stadt steckt voller Kontraste: die Ponte Dom Luis, das Ribeira-Viertel, die Portweinkeller auf der anderen Seite des Flusses in Vila Nova de Gaia, der Bahnhof São Bento mit seinen beeindruckenden Azulejo-Wandbildern, die prachtvolle Buchhandlung Livraria Lello, die seit Harry Potter viel zu touristisch ist, oder das Küstenstädtchen Foz do Douro. Mein letzter Besuch ist lange her. Damals war Porto noch nicht vom Massentourismus eingenommen und die Gentrifizierung hatte gerade erst begonnen. Die Sehnsucht nach der Stadt bleibt.

Taste Porto Foodtour: Hafen
Porto

Unterkunftstipp: Das Oca Ribeira do Porto Hotel [Afflilate] liegt direkt am Douro und in unmittelbarer Nähe zur Altstadt. Die Zimmer sind modern, hell und angenehm reduziert eingerichtet. Die Aussicht ist unschlagbar und die Preise sind für Porto noch erstaunlich fair. Das Hotel besticht mit seiner entspannten und unkomplizierten Atmosphäre.

Bei meiner ersten Soloreise nach längerer Pause beschäftigt mich in Porto nicht die Organisation, sondern das Alleinsein selbst, beispielsweise alleine als Frau essen zu gehen. Porto macht es einem leichter als erwartet. Die Portugiesen lassen einen in Ruhe und sind trotzdem präsent.

Eine Foodtour ist übrigens der perfekte Einstieg, wenn du das Essen in Gesellschaft noch übst. Du sitzt nicht allein am Tisch, kommst mit anderen ins Gespräch und lernst die Stadt und ihre kulinarischen Besonderheiten ganz ungezwungen kennen. Die Taste Porto Foodtour wird mir für immer in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen der Qualität, der Essensmenge und der Länge. In der Taberna do Largo läuft Ana Mouras Coverversion des Joni-Mitchell-Songs «A Case of You». Dieses und andere Lieder der portugiesischen Fadista begleiten mich seither – vor allem bei meinen Besuchen in Portugal, ein Land, das ich durch meinen Aufenthalt in Porto neu entdeckt und lieben gelernt habe.

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Olhão und der Naturpark Ria Formosa – großes Naturkino an der Algarve

Matera Reisetipps und Ehrfurcht vor der Geschichte

Matera ist schwer zu beschreiben, ohne in Superlative zu verfallen. Die Stadt, die zu den ältesten der Welt zählt und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, besteht aus jahrtausendealten Höhlenwohnungen und über 150 in den Stein gehauenen Kirchen. Das dreidimensionale Labyrinth aus übereinander gestapelten Häusern, Gassen und Terrassen ähnelt einem Wimmelbild, in dem es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Je nach Tageszeit und Licht verändern die hellen Kalksteinfassaden ihre Farbe – von kühlem Grau am Mittag bis zu warmem Honig und zartem Rosa in der Abenddämmerung.

Was bleibt, ist eine tiefe Ehrfurcht vor dem, was die Menschen hier über Jahrtausende hinweg geschaffen, durchlitten und erbaut haben. Heute gehören die Sassi vor allem den Touristen und haben einen leichten Museumscharakter. Wenn dich das stört, solltest du am besten in der Nebensaison reisen, zum Beispiel im April. Dann ist es noch ruhig, noch nicht heiß und die Stadt gehört einem ein bisschen mehr.

Matera erkundet man am besten zu Fuß, in bequemen Schuhen, ohne Plan und ohne Eile. Von den Aussichtspunkten Belvedere Luigi Guerricchio und Piazza Duomo aus hast du einen atemberaubenden Blick auf die Sassi. Nachts wirkt die Stadt still und friedlich, fast unwirklich beleuchtet. Auch für alleinreisende Frauen ist sie sicher.

Historische Stadt mit steinernen Häusern
Matera

Unterkunftsempfehlung: Im Pianelle Resort [Affiliate] übernachtest du in typischen Höhlenwohnungen. Von Kälte und Feuchtigkeit wirst du dabei nichts spüren, dich erwarten stilvoll eingerichtete Zimmer und ein ausgezeichnetes Frühstück. Das Hotel ist relativ neu und liegt gegenüber der Kirche San Pietro Caveoso.

Die Entfernungen in Matera können täuschen. Die Wege von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit sind mitunter weit und es geht ständig bergauf und bergab. Da ist Ausdauer gefragt. Ich möchte niemandem zumuten, dieses Tempo mitzugehen. Als Solo-Reisende kann ich selbst entscheiden, wie lange ich unterwegs bin. Gerade in Matera bin ich gerne alleine unterwegs, auch weil ich immer wieder einmal eine Pause brauche, um der Ehrfurcht Raum zu geben, die mich übermannt, und weil die Welt um mich für einen Moment still wird.

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Thessaloniki zwischen Orient und Okzident

Griechenland und ich, das ist eine Liebesgeschichte. Sie begann, als ich 14 Jahre alt war und zum ersten Mal in Athen aus dem Flugzeug stieg. Seither bin ich fast jedes Jahr dort, kenne unzählige Inseln und mag die Mentalität der Menschen, die nie zu laut und nie aufdringlich sind, sowie das südländische Flair. Für mich ist Griechenland Meer und σιγά σιγά, was so viel heißt wie «immer mit der Ruhe, es eilt nicht».

Thessaloniki stand lange auf meiner Bucketlist. Die zweitgrösste Stadt Griechenlands bietet eine ganz eigene, fast orientalische Atmosphäre, die von einer wechselvollen Geschichte zeugt: makedonisch, römisch, byzantinisch, osmanisch und griechisch.

Nea Paralia und Weißer Turm in Thessaloniki
Thessaloniki

Hoteltipp:Ideal sind Unterkünfte im Zentrum wie das moderne S Hotel Boutique [Affliate]. Die Lage in der Nähe des Ausgehviertels Ladadikia und der Uferpromenade ist ideal für alleinreisende Frauen. Beim opulenten Frühstück kannst du durch den Glasboden direkt antike Ausgrabungen bestaunen.

Was Thessaloniki für alleinreisende Frauen so angenehm macht, ist das pulsierende Leben. Beim Flanieren bist du immer unter Menschen: entlang der Nea Paralia mit den schwebenden Umbrellas von Zongolopoulos, durch die verwinkelten Gassen der Ano Poli oder über den Kapani-Markt. Es wird dir nie langweilig und du bist nie wirklich allein.

Neben schicken Lokalen und gehobener Gastronomie findest du in und um den Markt völlig unprätentiöse Restaurants – keine Touristenlokale. Hier gibt es keine Speisekarte auf Deutsch, sondern einfach nur gutes, ehrliches Essen wie Moussaka, Tzatziki, Choriatiki und Marides, kleine knusprig frittierte Ährenfische. Genau solche Momente erlebt man allein am intensivsten.

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Tiflis Reisetipps für alleinreisende Frauen

Tiflis ist laut, quirlig und ein bisschen morbide. Die Altstadt mit ihren filigranen Holzbalkonen und verwitterten Fassaden, das Abanotubani-Viertel mit seinen Schwefelbädern und die hoch über der Kura thronende Narikala-Festung: Georgiens Hauptstadt vereint auf einzigartige Weise Verfall und Eleganz. Und dann steht da plötzlich die gläserne Friedensbrücke, ein futuristisches Bauwerk, das sich in die alte Stadt einfügt. Tiflis ist voller solcher Überraschungen.

Ich hatte die Stadt, die einst Teil der Sowjetunion war, nicht so modern und lebendig erwartet. Dazu kommt das Essen. Die georgische Küche gehört zu den besten Europas – und das ist keine Übertreibung. Auf dem Dezerter Bazaar, dem großen zentralen Markt, schlendern Einheimische und Touristen zwischen Gewürzständen, Käsetheken und Bergen von Churchkhela. Wer lieber im Restaurant sitzt, ist im familiengeführten «Ezo» gut aufgehoben.

Blick auf Tiflis und Fluss
Tiflis

Als alleinreisende Frau habe ich mich in Tiflis immer sicher gefühlt. Die Menschen sind gastfreundlich und neugierig. Zur Fortbewegung empfiehlt sich Bolt, die in Tiflis übliche Taxi-App: Sie ist unkompliziert, günstig und es gibt keine Sprachbarriere. Wer die nötige Vorsicht walten lässt, kann so als Frau sicher reisen. In Tiflis ist man am besten ohne Plan unterwegs und entscheidet spontan, in welche Gasse man als Nächstes abbiegt. Wer nach einem langen Tag Erholung sucht, bucht eines der Schwefelbäder im Stadtteil Abanotubani. Es entspricht nicht dem europäischen Wellnessstandard, aber genau das macht den Reiz aus.

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Sarajevo, ein besonderes Ziel für Städtereisen in Europa

Sarajevo zu beschreiben, ist schwierig. Die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina gilt als das Jerusalem Europas – ein Ort, an dem Muslime, orthodoxe Christen, Katholiken und Juden miteinander leben. Hier treffen Abendland und Orient, osmanische Altstadt und Habsburger Architektur sowie Baščaršija und Ferhadija aufeinander. Als Österreicherin spüre ich diesen Gegensatz besonders stark. Gleichzeitig liegt ein Hauch von Melancholie über allem. Die Rosen im Asphalt, die von Granaten zerstörten Fassaden und die Friedhöfe mit den weißen Grabsteinen auf den Hügeln zeugen davon. Der Balkan-Krieg und seine Folgen sind allgegenwärtig, und doch sprüht die Stadt vor Energie und Aufbruchsstimmung.

Traditioneller Brunnen in Sarajevo.
Sarajevo

Sarajevo strahlt eine ganz besondere Atmosphäre aus, der man sich nur schwer entziehen kann. Am tiefsten berühren mich in Sarajevo die persönlichen Geschichten. Auf der Free Walking Tour, beim Ausflug zum Tunnel-Museum oder nach Mostar berichten die Guides von ihrer Zeit als Soldaten, von familiären Verlusten und davon, wie sie auch zu Zeiten von Corona zu überleben versuchen. Es sind diese Gespräche, die Sarajevo von allen anderen Städten auf dieser Liste unterscheiden. Gleichzeitig erlebe ich dabei so viel Gastfreundschaft und ehrliches Interesse, wie es an anderen Orten selten zu finden ist. Deshalb zählt Sarajevo zu meinen ganz besonderen Empfehlungen für Städtereisen in Europa.

Unterkunftsempfehlung: Das Hotel Sana [Affiliate] liegt nur einen Katzensprung entfernt von der osmanischen Altstadt. Die Zimmer sind modern und geschmackvoll. Das Personal erlebe ich als aufmerksam und das Frühstück lässt keine Wünsche offen.

Sarajevo lohnt sich als Ausgangspunkt für die Herzegowina. Das Land als Ganzes ist viel schöner als erwartet, und wer einmal da ist, wird verstehen, warum es zu den unterschätzten Reisezielen gehört.

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Hermannstadt oder Sibiu

Die Dächer Hermannstadts haben Augen. Die kleinen Dachluken, die aus den Ziegeldächern der Altstadt herausschauen, wirken wie Augenlider, die einen beobachten. Dieses charmante Detail passt perfekt zu dieser Stadt: Es ist liebevoll, ein bisschen verschmitzt und voller Geschichte. Sibiu, im 12. Jahrhundert von Siebenbürger Sachsen gegründet, ist eine der schönsten Städte Rumäniens. Der Große Ring mit seinen pastellfarbenen Fassaden, die gotische Stadtpfarrkirche und die Lügenbrücke, die angeblich zu beben beginnt, wenn jemand darüber lügt, sind nur einige der Sehenswürdigkeiten, mit denen Hermannstadt überrascht. Die gepflegte, liebevoll restaurierte Altstadt ist in Rumänien eine Seltenheit.

Kleiner Ring Hermannstadt
Hermannstadt

Hermannstadt ist vor allem ein Ausgangspunkt. Transsilvanien, das Land hinter den Wäldern, hat weitaus mehr zu bieten als den Dracula-Mythos. Es gibt Wehrkirchen, Burgen, unberührte Natur in den Karpaten, die Möglichkeit, Bären zu beobachten, Wanderungen im Königsstein und kleine Dörfer, in denen die Zeit langsamer zu laufen scheint. Die Region ist eines der großen Reisegeheimnisse Europas – noch.

In Hermannstadt fühlte sich das Alleinreisen leicht an. Die Altstadt ist überschaubar, die Wege kurz und es gibt genügend Plätze, um einfach zu sitzen und zu beobachten. Es ist lebendig, aber nicht laut, und die Menschen sind freundlich, ohne aufdringlich zu sein. Niemand wundert sich über eine Frau, die allein durch die Gassen streift oder mit einem Buch auf dem Platz sitzt. Hermannstadt wirkt vertraut – und gerade deshalb entspannend.

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Danzig oder Gdansk

Die Stadt Danzig konnte mich nicht hundertprozentig überzeugen. Vielleicht spürte ich das gerade deshalb so deutlich, weil ich allein unterwegs war. Die rekonstruierte Altstadt mit dem Langen Markt, der Bernsteingasse und dem Krantor an der Motława ist zwar malerisch, wirkt aber wie eine Kulisse. Das historische Zentrum ist schön anzuschauen, aber meiner Ansicht nach fehlt ihm irgendwie die Seele.

Schöne Architektur am Wasser in Danzig
Gdansk

Unterkunftstipp: Das PURO Gdansk [Affiiate] liegt auf der Speicherinsel und somit keine 200 Meter vom großen Markt entfernt. Die Einrichtung ist modern, das Personal sehr freundlich. Sehen lassen kann sich auch das Frühstücksbuffet. Die Bar im obersten Stock bietet eine tolle Aussicht.

Abseits der herausgeputzten Altstadt findest du in Danzig Authentizität: am Werftgelände, dem Geburtsort der Solidarnosc-Bewegung, im Stadtteil Oliwa oder draußen an der Ostsee. Wer die Dreistadt erkundet, fährt hinaus nach Sopot und Gdynia und auf die Halbinsel Hel.

Am fast menschenleeren Strand von Hel wurde mir klar, was mir in der Stadt gefehlt hatte: dieses unmittelbare Gefühl, angekommen zu sein. Dieses leise «Ja», das manche Orte vom ersten Moment an auslösen. Allein zu reisen bedeutet auch, solche Erkenntnisse nicht zu übertönen. Ich musste niemandem erklären, warum ich ambivalent blieb. Ich durfte einfach fühlen, dass mich eine Stadt nicht ganz erreicht.

Ausführlicher Bericht zu Danzig:Gdansk, Sopot und Gdynia: drei Tage in der Dreistadt

Brighton als Ziel für einen Solo-Städterip

Morgens wirst du vom Möwengeschrei geweckt, es riecht nach Meer und im Bed & Breakfast brutzeln bereits Eier und Speck für das Full English Breakfast. Brighton empfängt dich genau so, wie du es dir vorgestellt hast. Die Stadt an der Südküste Englands ist hip, bunt, kreativ, ein bisschen abgewrackt und schräg. Hipster, Alternatives, LGBTs, Familien und Sprachschüler:innen aus aller Welt – in Brighton fällt niemand auf, und genau das ist das Schöne daran.

Brighton 01
Brighton

Als alleinreisende Frau spürt man diese Offenheit sofort. Ich habe eine Vorliebe für Städte, die nicht so touristisch herausgeputzt sind, sondern ein bisschen rau und ungehobelt wirken. Brighton ist so eine Stadt. Und das Meer tut sein Übriges. Egal, ob du dich auf dem Palace Pier, am Kiesstrand oder auf dem langen Spaziergang zu den bunten Beach Huts in Hove befindest: Brighton macht das Alleinsein leicht.

Die Lanes, ein Gewirr enger Gassen mit kleinen Läden, Cafés und Antiquitätenhändlern, sind wie gemacht für Solospaziergänge. Der Royal Pavilion, dieser orientalisch anmutende Palast inmitten der Stadt, sorgt für den nötigen Kontrast. Und abends sitzt du am Strand, hörst den Wellen zu und lässt den Tag ausklingen.

Ausflugstipp: Wer Zeit hat, fährt hinaus zu den Seven Sisters [Affiliate], den weissen Kreideklippen östlich der Stadt, die zu den beeindruckendsten Naturkulissen Englands gehören.

Brighton ist sicher, offen und bestens erschlossen. Von London aus ist die Stadt in einer Stunde mit dem Zug erreichbar, ideal also für einen Kurztrip.

Infos für deinen Solo-Städtetrip: Brighton, meine sechs Highlights in London by the Sea

Kopenhagen für allein reisende Frauen

Kopenhagen ist die einzige Hauptstadt auf dieser Liste. Das merkt man auch: Es gibt mehr Touristen, höhere Preise und mehr Trubel. Und trotzdem gehört sie dazu, denn Kopenhagen ist Hygge. Dieses dänische Lebensgefühl aus Gemütlichkeit, Gemeinschaft und Unaufgeregtheit lässt sich weder kaufen noch inszenieren. Man spürt es in den Cafés, in den Wohnquartieren mit ihren Lichterketten, im allgegenwärtigen Design, in den Fahrrädern, die alles andere verdrängen, in den Läden, die früh schließen, weil Privatsphäre wichtiger ist als Umsatz.

Als alleinreisende Frau hatte ich in Kopenhagen nie das Gefühl, allein zu sein, und musste auch nie erklären, warum ich es bin. Stundenlang in einem Café zu sitzen, fühlt sich selbstverständlich an. Die Stadt ist klar, ruhig und gut organisiert. Vielleicht ist es genau diese Unaufgeregtheit, die das Alleinreisen hier so angenehm macht.

Besonders schön ist Kopenhagen im Advent. Nyhavn mit seinen bunten Häusern und den festlich beleuchteten Booten ist zweifellos touristisch. Aber wenn sich abends die Lichter im Wasser spiegeln und es nach Glögg riecht, ist es trotzdem magisch. Ein Erlebnis für sich ist der Tivoli im Dezember. Doch Kopenhagen ist natürlich zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis.

Beleuchtete Boote am Wasser
Kopenhagen

Kopenhagen im Advent:Hygge und Weihnachtsmarkt

Tromsø, allein reisen als Frau am Polarkreis

Tromsø liegt 340 Kilometer nördlich des Polarkreises. Es ist Winter, es ist dunkel – und genau deshalb ist es magisch. Die Stadt, die auch als das Tor zur Arktis bezeichnet wird, ist die nördlichste auf dieser Liste und vielleicht die außergewöhnlichste. Wer hierher reist, tut dies bewusst. Tromsø ist kein Zufallsziel, kein Klassiker unter den Städtereisen in Europa.

Schneebedeckte Berge und Boote
Tromso

Im Winter zeigt die Stadt ihr eindrucksvollstes Gesicht. Die schneebedeckten Berge rund um den Fjord, die Eismeerkathedrale und die Aussicht vom Fjellheisen über die Lichter der Stadt und das dunkle Wasser sind von einer Stille umgeben, wie man sie in südlicheren Städten nicht findet. Wenn dann der Himmel aufgeht und die Nordlichter in Grün und Violett über den Himmel ziehen, versteht man, warum Menschen extra hierherkommen.

Ich habe Tromsø mit einer Reise auf die Lofoten kombiniert. In der Stadt kann man wunderbar etwas für sich selbst tun: Abends in ein gutes Restaurant gehen, nach einem langen Tag im Jacuzzi auf der Dachterrasse sitzen, draußen Minustemperaturen, drinnen heißes Wasser und Blick auf den Fjord – das ist Solotrip für Frauen in seiner schönsten Form.

Ausführliche Berichte zu Tromso:Tromso, ein Städtetrip ins winterliche Tor zur Arktis
Ausflüge in Tromso: Rentiere streicheln und Nordlichter jagen

Zehn Städte, drei Zutaten: das Meer oder die Weite, Ecken und Kanten sowie eine Geschichte, die man körperlich spürt. Es ist ein bisschen wie das Reisen als Form der Selbstbefragung, wie es Elizabeth Gilbert in «Eat, Pray, Love» beschrieben hat – nur ohne Guru und mit offenem Ausgang. Und ja, als Frau sicher reisen lässt sich lernen: vor allem, indem man einfach aufbricht.

Auch abseits der Hauptstädte gibt es viele Möglichkeiten für Städtereisen in Europa. Alleinreisende Frauen sollten keine Bedenken haben, alleine loszuziehen, etwas zu erleben, sich etwas Gutes zu tun und mit sich selbst Zeit zu verbringen. Ein Solo-Städtetrip wird meines Erachtens erst komplett, wenn man sich durch das kulinarische Angebot kostet.

Frau reist allein in schöner Umgebung.
Allein reisen als Frau
Schriftzug Travellingcarola

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Autor:in
Carola ist eine leidenschaftliche Teilzeitnomadin, die ihren Vollzeitberuf mit Reiselust verbindet. Sie ist der Kopf hinter Travellingcarola und seit 2016 eine wahre Inspirationsquelle für alle, die die Welt entdecken wollen. In ihren authentischen Reiseberichten teilt sie einzigartige Erlebnisse und gibt praktische Tipps.

3 Kommentare zu „Allein reisen als Frau: Warum ich in diesen 10 Städten besonders gern solo unterwegs war“

    • Leider ist das Zitat nicht von mir, aber ich liebe es. Es liefert mir eine Begründung, warum manche Städte direkt ins Herz treffen. Und ja, Sarajevo ist eine ganz tolle Stadt!

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