Santorini oder Mykonos, eine kleine Entscheidungshilfe

Ratgeber

Über hundert bewohnte Inseln gibt es in Griechenland. Mehr als ein Drittel davon habe ich bereits besucht. Und auch nach mehr als 20 Jahren geht mir immer noch das Herz auf, wenn ich einige Tage dort verbringen darf. Zweifelsohne gehören Santorini und Mykonos zu den bekanntesten, meist besuchten und meist fotografierten griechischen Inseln. Beide sind atemberaubend schön und entsprechen dem typischen Griechenland-Klischee. Sie bieten weiß getünchte kubische Häuser mit azurblauen Türen und Fensterläden, üppige Bougainvilleen und Oleander, Kirchenkuppeln, Windmühlen, weiß bemalte Gassen, kristallklares Wasser und wunderschöne Strände.

Mich haben meine Reisen längere Zeit nicht mehr auf die Kykladen geführt. Im Mai 2016 konnte ich aber nach Santorin und ein Jahr später nach Mykonos zurückkehren. Für alle, die nicht wissen, welche Insel sie für ihren Urlaub wählen sollten, habe ich hier eine kleine Entscheidungshilfe zusammengestellt. Ob Santorini oder Mykonos bessere Wahl ist, hängt natürlich von den jeweiligen Vorlieben und Vorstellungen ab.

Santorini und Mykonos: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Erreichbarkeit

Sowohl Mykonos als auch Santorini verfügen über einen internationalen Flughafen. Beide entsprechen aber nicht dem üblichen Standard und sind zum Teil sehr desolat. Während der Sommersaison muss man lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Neben Charterflügen gibt es mehrmals täglich Flüge ab Athen mit Aegean oder Olympic Airlines. Der Flug dauert unter einer Stunde. Entsprechend länger muss man für die Anreise mit der Fähre einkalkulieren, nämlich sieben bis acht Stunden beziehungsweise vier bis fünf Stunden mit dem Schnellboot. Auch zwischen den Inseln gibt es regelmäßige Verbindungen. Die Anreise nach Santorin per Boot ist ein spezielles Erlebnis, wenn plötzlich die hoch am Felsen klebende Hauptstadt Thira sichtbar wird.

Saison

Auf Santorin, das auf der Route vieler Kreuzfahrtsschiffe liegt, ist die Saison etwas länger. Sie dauert von April bis Anfang November. In Mykonos beginnt die Touristensaison später und endet auch früher. Den Sprung zur Ganzjahresdestination haben weder Santorin noch Mykonos bisher geschafft. Die Ägäis ist rau und im Winter kann es ziemlich stürmisch werden. Persönlich bevorzuge ich die Vor- oder Nachsaison. Wer vor Mitte Mai auf die beiden Kykladeninseln reist bekommt auch noch die sonst so begehrten Plätze in den Restaurants mit Aussicht auf den Sonnenuntergang.

Strände

Ich selbst bin nicht der Typ, der tage- oder gar wochenlang am Strand liegen kann. Klassische Badeferien sind mir ein Gräuel. Deshalb bin ich vielleicht nicht die richtige Person, um das zu beurteilen.

Generell heißt es, dass die Strände auf Mykonos besser sind. Hier findet man neben den berühmten Partybuchten wie Elia mit dem Paradise Club auch jede Menge kleinere und ruhige Strände. Die Insel eignet sich perfekt für Beachhopping, da die Strände gut erreichbar sind und das Meer nie wirklich weit weg ist.

Santorin ist eine Vulkaninsel, weiße oder goldene Sandstrände gibt es hier kaum. Dafür sind der schwarze Strand in Perissa und vor allem der Kokkini Ammos, der rote Strand, einzigartig. Die imposante rote Felswand, die hinter dem Strand emporragt, gibt eine wunderbare Kulisse ab. Wer auf Santorini sein Hotel entlang der Caldera hat, muss relativ lange Anfahrtswege zu den Stränden in Kauf nehmen.

Sightseeing

Auf Mykonos gibt es abseits der Chora mit ihren wunderschönen engen Gassen, den Windmühlen, Little Venice und zwei, drei kleinen Museen nicht allzu viel zu entdecken. Interessant ist selbstverständlich der Ausflug zur nahen geschichtsträchtigen Insel Delos. Sie ist die heiligste und berühmteste Insel der griechischen Antike und in Sichtweite von Mykonos.

Santorini bietet mehr Möglichkeiten für Ausflüge. Neben dem Hauptort Thira zieht vor allem Oia viele Touristen an. Außerdem wird auf Santorin Wein angebaut. Für Wanderlustige eignet sich der Kraterweg. Mit Akrotiri gibt es eine berühmte Ausgrabungsstätte und bei Bootstouren kann man die kleine Schwester Thriassia erkunden und in den warmen Quellen im Meer schwimmen.

Shopping

Als typische Jet-Set-Insel (ähnlich wie Capri) bietet Mykonos auch einige Nobelboutiquen wie Louis Vuitton und Gucci, exklusive Schmuckgeschäfte und andere hippe Läden.

Santorin ist eher die Künstlerinsel mit Galerien und lokalen Geschäften. Natürlich findet man auch hier aktuelle Mode, vor allem in Thira.

Sonnenuntergänge

Auf Mykonos beobachtet man den Sonnenuntergang gerne von der Windmühle über dem Hafen aus oder direkt in einer der Bars und in der wunderbaren Atmosphäre von Little Venice.

Bekannter für seine Sonnenuntergänge ist allerdings Santorin. Tausende von Menschen drängen sich jeden Abend durch die Gassen von Oia um am äußersten Rand der Insel der Sonne zuzusehen, wenn sie im Meer versinkt. An allen anderen Orten entlang der Caldera sind die Sonnenuntergänge aber nicht minder eindrücklich.

Nachtleben

Hier kann es nur eine Siegerin geben. Wer lange und wilde Partynächte sucht und gerne ausgelassen in Clubs abfeiert, ist auf Mykonos bestens aufgehoben. Nicht umsonst gilt Mykonos als Partyinsel schlechthin.

Verglichen mit Mykonos ist Santorin ausgesprochen ruhig. Zwar gibt es überall Bars und in den Badeorten auch Clubs, aber niemals eine so ausgelassene Partystimmung wie auf Mykonos.

Landschaft, Kulisse und Romantik

In diesen Belangen hat Santorin wiederum die Nase vorne. Die Anreise auf dem Wasserweg mit dem ersten Blick auf die Caldera und die vielen weißen Häuser, die am Kraterrand kleben, bleibt für immer und ewig in Erinnerung. Nicht umsonst kommen jährlich unzählige Paare, vor allem aus Fernost, auf die Insel um sich hier das Ja-Wort zu geben. An kaum einen anderen Ort kann man so stilvoll wohnen. Viele Hotels und Pensionen bieten Zimmer in ehemaligen Höhlenwohnungen und von den Sonnenterrassen und Pools blickt man hinunter in die Caldera.

Auf Mykonos gehören der alte Hafen, das Viertel Castro, Little Venice und die Windmühlen zu den idyllischen und romantischen Plätzen. Schöne und exklusive Hotels gibt es ebenfalls auf Mykonos, sie sind meist neu und liegen in Buchten oder an Stränden. Fotogen sind beide Inseln. Das Licht Griechenlands macht alles ganz besonders. In der Chora von Mykonos wirkt alles noch ein wenig sauberer, aufgeräumter und ordentlicher.

Wer ist nun wo besser aufgehoben?

Wenn ihr landschaftliche Schönheit, unvergleichliche Sonnenuntergänge, Romantik, gutes Essen, Wandern und Weingüter liebt, seid ihr auf Santorin besser aufgehoben.

Für Partytiger, Sonnenanbeter und Strandurlauber, die Badeferien mit allem drum und dran genießen wollen, ist Mykonos die ideale Wahl.

Fazit

Aber eigentlich würde ich empfehlen, beide Inseln zu besuchen. Die Überfahrt mit dem Seajet dauert nur zwei Stunden, somit lassen sich beide Inseln wunderbar kombinieren. Für einen Tagesausflug ist es allerdings eher knapp, vor allem wenn man auch etwas von der Atmosphäre der Insel mitbekommen möchte.

Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich ganz klar nach Santorin reisen oder beim Inselhopping mehr Zeit auf Santorini als auf Mykonos verbringen. Die Insel hat sich trotz der Touristenströme eine gewisse Ursprünglichkeit erhalten können, sie wirkt weniger künstlich und glänzt mit einer einzigartigen Szenerie. Nächstes Jahr möchte ich dann aber auch wieder eine der kleineren Kykladeninseln besuchen. Milos ist aktuell mein Favorit.

Santorini oder Mykonos, eine Entscheidungshilfe

 

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4 Comments
  1. Antworten

    Tobias

    8. August 2017

    Moin,

    sieht beides schick aus. Santorini war vom letzten Kreta-Urlaub nur einen Katzensprung entfernt: http://www.tobiashoiten.de/2017/07/30/kreta-tagesausflug-ins-paradies/

    Die Fotos sind ja wahnsinnig schön von beiden Orten. Ich halte mal beide auf meiner Liste 🙂

    Beste Grüße

    Tobias

    • Antworten

      travellingcarola

      12. August 2017

      Ach ja, das wunderschöne Kreta. Auf Spinalonga selbst war ich noch nicht, habe nur quasi einmal rübergeschaut.

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