Donostia-San Sebastian mit einer Teilzeit-Einheimischen

Städtereisen

San Sebastian ist europäische Kulturhauptstadt 2016 und liegt im Norden Spaniens, gerade einmal 20 km von der französischen Grenze entfernt. Die beiden nächst gelegenen Flughäfen sind Bilbao und Biarritz. Zu den klassischen Urlaubsdestinationen der Mitteleuropäer zählt die Stadt im Baskenland sicherlich nicht. Vermutlich ist das Ozeanische Klima hier an der Atlantikküste weniger attraktiv für Sonnenanbeter als die trockene Hitze im Süden. Und dennoch hat Donostia neben Kultur auch viel Natur und Unterhaltung zu bieten.

Mitte August habe ich die Gelegenheit eine liebe Freundin, die gerade ein Jahr lang in der nordspanischen Stadt lebt, zu besuchen. Ich darf ihr San Sebastian kennen lernen.

Da für mich die bequemste Verbindung mit SWISS von Zürich nach Bilbao ist, ergibt sich auch die Möglichkeit, diese Stadt ein wenig zu erkunden. Früh genug gebucht, gibt es den Flug zu einem unschlagbar günstigen Preis.

Sieben Dinge, die man in Donostia San Sebastian machen oder sehen sollte
Pintxo-Pote

San Sebastian gilt als Hochburg der Pintxo Kultur. Pintxos sind kleine Häppchen, vergleichbar mit den bekannten Tapas, welche häufig auf einer Scheibe Weißbrot aufgespießt sind. An der Pintxo-Pote gibt es über zwei bis drei Stunden hinweg zum Pote (Bier, Wein oder andere Getränke) je ein Stück Pintxo zu einem unschlagbaren Preis. Am Donnerstagabend ist Pintxo-Pote im Stadtteil Gros. Die Kombination kostet dort 2 € und bei warmen Sommerwetter ist abends in den Straßen richtig was los. Gar nicht so einfach, sich seine Häppchen und Getränke in den überfüllten Bars zu ergattern. Wir probieren uns durch Tortillas, Tomatenstrudel und scharfe Bola de Carne.

Semana Grande

Die Semana Grande in San Sebastián ist eine Art Volksfest und bedeutet eine Woche Ausnahmezustand für die Stadt. Im Rahmen eines internationalen Feuerwerks-Wettbewerbs, an dem sich Pyrotechniker aus aller Welt beteiligen können, gibt es diverse Konzerte, Sportwettbewerbe, Aktivitäten für Kinder und natürlich jede Menge Fahrgeschäfte und Essensstände. Gefeiert wird bis spät in die Nacht und entsprechend erwacht die Stadt in dieser Zeit noch später zum Leben, die Geschäfte und Lokale haben angepasste Öffnungszeiten. Selbstverständlich sind wir auch jeden Abend unterwegs, um das Feuerwerk zu schauen (einmal sogar bei strömenden Regen), durch die Stadt zu schlendern, Konzerte zu hören und durch die Bars zu ziehen.

Playa Zurriola und Playa de la Concha

Die beiden Buchten prägen das Bild von San Sebastian und machen die Stadt unverwechselbar, selbst aus der Luft. An der Playa Zurriola, dem kleineren der beiden Strände, tummeln sich die Wellenreiter und Surfer. Im Gegensatz dazu ist die Playa de la Concha der Sandstrand für die Sonnenanbeter und das Meer an der langen muschelförmigen Bucht ruhiger. An diesem Sandstrand findet man vor allem die Sonnenanbeter. Neben einer Wanderung der gesamten Playa de la Concha entlang, genießen wir vor allem den Samstagnachmittag am Strand. Nach einem verregneten Morgen ist das Meer ziemlich aufgewühlt und beim «Wavewatching» wird die eine oder der andere schon mal ziemlich nass.

Monte Igueldo und Monte Urgull

Diese zwei Felsen und Aussichtspunkte begrenzen die Playa de la Concha. Und von beiden hat man einen wunderbaren Blick über die Bucht, die Altstadt und die nähere Umgebung. Am Monte Urgull befindet sich die weithin sichtbare Christusstatue. Am Monte Igueldo, auf den eine Standseilbahn führt, stehen ein Hotel und ein Turm, von dem aus man San Sebastian aus der Vogelperspektive betrachten kann. Ich mag das Gefühl der Weite hier oben. Wenn ich Meer sehe, bin ich sowieso glücklich. Der Vergnügungspark am Monte Igueldo ist Geschmacksache, wir lassen ihn links liegen.

Sonnenuntergänge

In und um San Sebastian gibt es wirklich atemberaubende Sonnenuntergänge zu bestaunen. Dabei kommen sämtliche Aussichtspunkte infrage und natürlich die Promenade entlang der Playa de la Concha. Das verzierte schmiedeeiserne Geländer musste wohl schon abertausende Male als Fotomotiv herhalten. Einige Bilder stammen von meiner lieben Freundin (adiggi auf Instagram), weil Wetter und unser dichter Zeitplan nicht alle Aufnahmen zuliessen.

Kulinarisches

Überall liest man, dass San Sebastián bekannt ist für seine gute Küche. Angeblich gibt es nirgendwo mehr Michelin-Sterne pro Quadratmeter. Wir entscheiden uns für die vergleichsweise noch günstige Variante in der Bodega Alejandro. Das Restaurant ist im Michelin Guide 2016 erwähnt und zählt zu den beliebtesten drei auf tripadvisor. Das Degustationsmenü ist tatsächlich sehr fein, besonders überzeugen die eigentlich einfachsten Gerichte, wie das pochierte Ei auf Tortilla. Wir entscheiden uns auch noch für die Weinbegleitung zu jedem Gang und werden nicht enttäuscht. Der Service ist sehr flink, könnte aber insgesamt noch etwas aufmerksamer sein und die aufgetischten Speisen auch erläutern.

Brücken über den Urumea und Parkanlagen

Wer sich vom Strand wegbegibt, sollte neben einem Spaziergang durch die Altstadt und das Einkaufsviertel auch die imposanten und doch sehr unterschiedlichen Brücken über den Fluss Urumea überqueren. Im Zentrum sind dies die Puente del Kursaal, die Puente Santa Catalina und die Puente de Maria Christina Zubia. Daneben gibt es in San Sebastian noch viele teils versteckte Parkanlagen, in denen man wunderbar abschalten und eine kleine Auszeit vom Alltag nehmen kann.

Meine Freundin hat ihr Herz an San Sebastian verloren. Und deshalb werde ich sie bestimmt noch einmal besuchen, solange sie im Ausland ist. Bei mir lösen Spanien und spanische Städte (mit Ausnahme von Barcelona, das ja eigentlich katalanisch ist) wenig bis gar nichts aus. Selbstverständlich geniesse ich es und finde vieles auch schön, aber ich fühle nichts. Während sich z.B. in Griechenland, egal wo, von der ersten Sekunde an ein Wohlfühlgefühl einstellt und ich in vielen Städten schnell das gewisse Etwas beziehungsweise ein bestimmtes Flair wahrnehme, fehlt mir genau so etwas in Spanien. Ich will das auch gar nicht werten, es ist eine Wahrnehmung, die sich vielleicht auch noch einmal ändert. Und eigentlich ist es ja auch ganz gut, dass nicht alle Destinationen uns gleichermaßen in den Bann ziehen. Schließlich gilt ja immer noch «life is short and world is wide». Und die Welt will entdeckt werden.

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