Annecy, das «Venedig der Alpen», in 24 Stunden

Städtereisen

Was verbindest du mit Venedig? Die Lagune, Kanäle, Brücken, enge Gassen, verfallende Palazzi, Gondeln, Romantik, Tauben, Menschenmassen, überteuerte Preise, Karneval oder die mystische Stimmung bei Nebel? Manches davon hat Annecy ebenfalls zu bieten. Nicht umsonst wird die Kleinstadt in Savoyen (Region Auvergne-Rhône-Alpes) Venedig der Alpen genannt. Mit den schmalen Kanälen und kleinen Brücken, die sich durch die pittoreske Altstadt schlängeln, muss die mittelalterliche Stadt den Vergleich nicht scheuen. Abgesehen von den erwähnten Punkten und vielleicht noch den vielen Touristen, die sich durch die Gassen zwängen, halten sich die Ähnlichkeiten in Grenzen. Jede Stadt hat ihr ganz eigenes Flair.

Seit geraumer Zeit gibt es auf Instagram eine wahre Flut von Bildern aus der fotogenen Stadt in Frankreich. Und da viele Instagram als Inspiration für neue Reiseziele nutzen, erfreut sich Annecy steigender Beliebtheit.

Etwa 40 Kilometer und 40 Minuten von Genf entfernt, ist Annecy aus der (West)Schweiz schnell und leicht zu erreichen. Somit bietet sich ein Wochenendausflug in die Stadt geradezu an.
24 Stunden in Annecy

Selbstverständlich kann man mehr Zeit in und um Annecy verbringen, ohne dass es langweilig wird. Aber auch in einem Tag bekommt man bereits einen guten Überblick. Die Stadt im Osten Frankreichs ist recht überschaubar. Im Zentrum ist man am besten und einfachsten zu Fuß unterwegs. Vom Bahnhof zu See (Jardins de l’Europe) benötigt man etwa 10 Minuten.

Annecy ist zu jeder Jahrezeit schön! Jetzt im Herbst verfärben sich die Bäume entlang des Sees und am Kanal du Vassé, im Winter sind es Weihnachtsmärkte und Lichter, die faszinieren. Frühjahr und Sommer warten mit leuchtenden Farben, einer wahren Blumenpracht und dem glasklaren See auf.

La Vieille Ville

Die historische Altstadt von Annecy ist der Touristenmagnet schlechthin. Der mittelalterliche Stadtkern ist liebevoll renoviert und bietet eine wahre Fülle von wunderbaren Fotomotiven. Am besten lässt man sich einfach treiben, schlendert durch die engen Gassen und den Fluss entlang. Die meisten Häuser sind pastellfarben und mit Blumen geschmückt.

Das wohl beliebteste Fotomotiv in der Stadt und zugleich Wahrzeichen Annecys ist der Palais de l’Isle. Das mittelalterliche Bauwerk befindet sich inmitten des Flusses Thiou und ist über zwei Fußgängerbrücken erreichbar. Das frühere Gefängnis und Gerichtsgebäude wird heute als Museum genutzt. Kirchenliebhaber statten der Cathedrale Saint-Pierre einen Besuch ab.

Le Château d’Annecy
Über der Altstadt thront die Burg. Die ehemalige Residenz der Grafen von Genf und der Herzöge von Nemours ist seit 1953 in Besitz der Stadt Annecy. Sie wurde restauriert und zum Museum umgebaut. Seit 1959 steht das Château zudem unter Denkmalschutz.
Es gibt mehrere (steilere und weniger steile) Wege, über die man die Burg erreichen kann. Von oben hat man einen schönen Blick über die Stadt bis hin zum See. Das Museum selbst habe ich nicht besucht.
Canal du Vassé und Pont des Amours

Einfach zum Verlieben! Sowohl die Brücke als auch der Kanal mit seinen Booten gehören für mich zu den schönsten Plätzen in Annecy. Jetzt im Herbst, wo Bäume der Allee langsam ihre Farben wechseln, Laub am Boden liegt, sich ein historisches Karussell am Ufer dreht und mit den für Frankreich so typischen Straßenlaternen ist die Gegend ein richtiger Hingucker. Bei schönem Wetter ist dieser Weg zum See eine beliebte Flaniermeile.

Lac d’Annecy

Der Lac d’Annecy, eingebettet in die Alpen, ist einer der größten Seen Frankreichs und ausgesprochen sauber. Im Sommer ist am und um den See entsprechend viel los. Wer frische Seeluft schnuppern möchte, unternimmt am besten eine Rundfahrt auf dem See. Es gibt mehrere Anbieter, die etwa einstündige Rundfahrten im Programm haben. Alternativ kann man eines der Tret-, Ruder- oder Motorboote mieten und so den See auf eigene Faust erkunden.

Die Gegend um Annecy ist perfekt für alle Sportbegeisterten. Man hat die Qual der Wahl zwischen Wanderungen, Fahrradfahren, Ski- und Wassersport oder Gleitschirmfliegen.

Essen wie Gott in Frankreich  …

Beiderseits des Flusses am Quai du Thiou reiht sich Restaurant an Restaurant und man kann direkt am Wasser sitzen und das Treiben beobachten. Dort gibt es vor allem savoyardische Spezialitäten wie Tartiflette, ein Kartoffelauflaufgericht mit Reblochon-Käse, aber auch Pizza oder Moules. In den Sommermonaten speist man häufig im Freien unter den Arkaden.

Ebenfalls toll sind die vielen Cafés und Tearooms, Pâtissiers und Bäckereien. Annecy ist übrigens auch wegen seiner Pralinen und Brioche à la praline berühmt.

Weitere kulinarische Köstlichkeiten gibt es dienstags und an den Wochenenden am Markt. Das ist ein wahres Paradies für Feinschmecker. Die Stände bersten über vor Obst, Gemüse und natürlich Hartwurst und den typischen Käseerzeugnissen aus der Region.

Abends, wenn langsam die ersten Lichter angehen, ist die Stadt besonders schön. Die Auswahl an Restaurants und Bars ist schier endlos. Wie auch in Venedig wird es abends etwas ruhiger in der Stadt. Dank der Größe der Stadt ist der Weg ins Hotel in der Regel nicht weit.

… und Shopping

Nördlich der Kirche Notre Dame bietet Annecy einige kleine, aber feine Einkaufsstraßen. Mondäne Designer darf man hier nicht erwarten, dafür aber lokale Boutiquen und Geschäfte. Auch die Conserverie la belle-iloise hat einen Shop in der Rue Carnot.

Hinkommen und Übernachten

Bei Anreise aus der Zentralschweiz muss man eine Übernachtung in Annecy einplanen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert die Fahrt von Luzern nach Genf immerhin knapp drei Stunden. Ab dem Gare Routière de Genève fährt dann z.B. Flixbus in knapp 40 Minuten bis Annecy.

Übernachtungsmöglichkeiten in Annecy gibt es ausreichend und in allen Preisklassen. Ich war für eine Nacht im Campanile Annecy Centre Gare einquartiert. Das Hotel ist nichts Besonderes, aber zweckmäßig und günstig.

Annecy, Venedig der Alpen

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